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Friedhöfe & Gedenkstätten

Friedhöfe & Gedenkstätten ({{ places.length }})

Friedhofsdatenbank



Merkblatt

Das Betreten des jüdischen Friedhofes kann aufgrund des Alters der Anlage und des baulichen Zustandes mit Gefahren verbunden sein. Dieses Merkblatt ist bei einigen Friedhöfen, die nicht allgemein zugänglich sind, vor der Übergabe des Schlüssels zum Friedhof zu unterzeichnen.

Merkblatt Jüdische Friedhöfe als PDF

Informationsblatt

zu Arbeiten auf jüdischen Friedhöfen.
Der Halacha (jüdisches Recht) folgend ersuchen wir um dringende Einhaltung jener Regelungen, insbesondere bei Sanierungsarbeiten.

Informationsblatt als PDF

Private Grabsanierung

Aufgrund weltweiter Nachfragen für private Grabsanierungen bietet die IKG nun auch in Zusammenarbeit mit Restauratoren und Steinmetzen private Grabsanierungen an.
Es wird der Status des Grabes erhoben und mit Hilfe von Fachleuten ein Sanierungskonzept erstellt.
Sollten Sie Interesse haben, das Grab Ihrer Vorfahren restaurieren zu lassen, bitten wir um Kontaktaufnahme mit unserem Mitgliederservice:
Debora Kravtschenko
Tel: +43 /1/ 53104 – 171
d.kravtschenko [at] ikg-wien.at

Bezüglich der Durchführung der Grabsanierungen, Grabrecherchen und Grabreservierungen können Sie folgenden Kontakt nutzen:
Mag.ª Bettina Kolter
Tel: +43/1/531 04 – 180
b.kolter [at] ikg-wien.at

Massengräber

In diese sicherlich unvollständige Liste (alphabetisch gereiht) wurden nur solche Orte aufgenommen, wo es sich bei den Ermordeten oder an Krankheiten Verstorbenen um Juden und Jüdinnen handelte.
Die Liste der Tatorte findet sich darunter.

Gunskirchen (Mauthausen) – Oberösterreich
In das Waldgebiet von Edt bei Lambach wurden im März 1945 tausende Juden aus den Konzentrationslagern Mauthausen und Gusen getrieben, viele wurden am Weg bis ins Waldlager ermordet. Auch nach der Befreiung am 5.Mai durch die 71. Infantriedivision der US-Armee starben viele Befreite wegen Erschöpfung und Darmkrankheiten. Die Gesamtzahl der Toten beträgt nach unterschiedlichen Quellen zwischen 5.175 und 6.500. 1979 kam es zu Exhumierungen bei denen 1.227 Tote nach Mauthausen verbracht und dort im ehemaligen Quarantänehof, Block 19 bestattet.

Bad Deutschaltenburg (Niederösterreich)
Anfang 1945 Sammelplatz für jüdische ungarische Zwangsarbeiter, die von den Schanzarbeiten auf Kähnen nach Mauthausen gebracht werden sollten. Etwa 2000 wurde so nach Mauthausen transportiert. Schwächere noch vor Ort in die Donau gestoßen. Hinter dem Karner befindet sich ein Grab für 11 unbekannte Opfer.
Bezirk Bruck a.d.Leitha

Deutsch Schützen – Eisenberg (Burgenland) - 7474 Deutsch Schützen – Eisenberg | Winzerstraße | oberhalb der Martinskirche im Wald.
Am 29.03.1945 wurden etwa 60 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter auf einer Waldlichtung südwestlich der Martinskirche von SS-Männern der Division Wiking erschossen. Das Massengrab konnte erst am 23.08.1995 gefunden werden. Es befindet sich im Wald oberhalb der Martinskirche.

Donnerskirchen (Burgenland): Zwangsarbeitslager ungarischer Juden, zahlreiche Tote durch Flecktyphus sind am Friedhof Richtung Purbach begraben.
Bezirk Eisenstadt Umgebung

Eggenfeld (Steiermark):
20 ungarischen Juden gelang es vorerst auf einem Todesmarsch zu entkommen. Angehörige der SS-Division Wiking entdeckten sie am Eggenfelderkogel wo sie erschossen wurden.
Bezirk Graz/Umgebung

Enns (Oberösterreich):
Um den 18.4.1945 wurden 97 ungarische Juden in den Straßen von Enns auf einem Todesmarsch erschossen. Sie wurden in einem Massengrab beerdigt und später nach Mauthausen umgebettet.

Ennsdorf (Niederösterreich):
Während der Todesmärsche gab es im Ortsbereich ca. 50 Tote. Ein Denkmal befindet sich an der Straße nach Mauthausen, ca. 200 m von der B 1 entfernt.
Bezirk Amstetten

Felixdorf (Niederösterreich):
Im Massengrab wurden 1.751 in den Jahren 1944/45 im Lager Felixdorf umgekommene ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter beerdigt. Der Gedenkstein wurde von der Kultusgemeinde Wien im Jahre 1945 errichtet.
A 2 bis Ausfahrt Traiskirchen – B 17 bis Ortsende Sollenau-Kreuzung. Kreuzung Eggendorferstraße rechts abbiegen in Schulstraße.

Göstling an der Ybbs (Niederösterreich):
Am 13. April 1945 wurden in Göstling 25 Männer, 42 Frauen und 9 Kinder ermordet. Vorher kamen schon 4 Männer, Dr. Cornelius Marcus, Dr. Albert Kardos, Sarolta Safar und Michael Wechsler beim Arbeitseinsatz um. Die 76 Opfer waren in einer Holzbaracke am Ortsrand vom Göstling untergebracht, welche durch Mitglieder der Waffen SS in Brand gesteckt wurde. Wer zu fliehen versucht hatte, wurde erschossen, sodass niemand das Flammeninferno überlebt hat. Alle Opfer wurden nach dem Feuer noch am Tatort begraben. Im Jahre 1945 wurden die Gebeine exhumiert und danach auf den Pfarrfriedhof umgebettet.
Liste der getöteten Juden in Scheibbs
A 1 bis Abfahrt Ybbs – B 25 Scheibbs-Lunz/See – Göstling, Ortsfriedhof

Großraming (Oberösterreich):
Am 13.4.1945 traf aus der Steiermark eine Gruppe ungarischer Juden auf einem Todesmarsch ein. Nicht Gehfähige wurden erschossen und in die Enns geworfen. Am Kraftwerk befindet sich eine Gedenktafel.
Bezirk Steyr-Land

Graz (Steiermark):

Auf dem Gelände der Belgierkaserne des Österreichischen Bundesheeres wurde in einem ehemaligen Bombentrichter die Begräbnisstätte von etwa 200 in den letzten Kriegstagen 1945 Ermordeten, in der Mehrzahl jüdische ungarische Zwangsarbeiter aber auch Alliierte Soldaten 2010 entdeckt.
Eine Gedenkstätte ist in Planung.

Lager Graz-Liebenau:
Im April 1945 wurden im „Lager Liebenau“ unweit des heutigen Fußballstadions mindestens 35 Menschen ermordet, die meisten von ihnen ungarische Juden. Sie waren zuvor als Zwangsarbeiter für Hitlers „Südostwall“ eingesetzt worden.

Hofamt Priel (Niederösterreich):
Anfang Mai 1945 wurden von der SS 228 ungarische Juden erschossen. Die IKG Wien hat 1964 die Ermordeten in ein Massengrab am jüdischen Friedhof St. Pölten überführen lassen. Im Mai 2015 wurde den Opfern ein Grabstein gesetzt.
Mehr Information
Namensliste der Beerdigten

Bezirk Melk

Klöch (Steiermark):
Anfang April 1945 wurden typhuskranke Juden von der SS erschossen.
Bezirk Radkersburg

Lichtenwörth (Niederösterreich):
187 tote ungarische Juden sind namentlich erfasst, etwa 80 sind unbekannte Tote.
Bezirk Wiener Neustadt

Loretto (Burgenland):
Ende März 1945 wurden im Ort mehrere ungarische Juden durch SS-Angehörige erschlagen.
Bezirk Eisenstadt Umgebung

Losenstein (Oberösterreich): Mindestens 10 ungarische Juden wurden hier getötet. Sie wurden in ein Gemeinschaftsgrab auf den Stadtfriedhof Steyr überführt.
Bezirk Steyr-Land

Nestelbach – Laßnitzhöhe (Steiermark):
18 kranke Juden wurden von der SS erschossen und später exhumiert.
Bezirk Graz-Umgebung

Paldau (Steiermark): Während der Todesmärsche wurden zumindest 10 Juden erschossen und nach dem Krieg am Ortsfriedhof beigesetzt.
Bezirk Feldbach

Präbichl (Steiermark):
Am 7.4.1945 wurden zumindest 200 Juden erschossen. Sie wurden vom Volkssturm in 5 Gruben in der Seeau begraben.
Bezirk Leoben

Randegg (Niederösterreich):
Am 15.4.1945 wurden etwa 100 Juden von SS und HJ erschossen und verbrannt. Überreste wurden von der HJ aus Reinsberg vergraben.
Ein Erinnerungsdenkmal befindet sich im Schliefau Graben.
Bezirk Scheibbs

Rantenberg (Niederösterreich):
Im April 1945 wurden 6 ungarische Juden von SS-Männern erschossen, nachdem sie sich ihr Grab schaufeln mussten.
Bezirk Melk

Rechnitz (Burgenland)Rechnitz | Bahnhofstraße o.Nr. | Kreuzstadl
Im Kreuzstadl wurden im März 1945 rund 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter ermordet. Der genaue Ort des Massengrabes ist unbekannt. Zwei Zeugen wurden nach 1945 getötet, um sie an Aussagen vor einem Volksgerichtsprozess zu hindern.

St. Margareten (Burgenland): Hier wurden im Frühjahr 1945 18 unbekannte jüdische Zwangsarbeiter durch Steinschlag ermordet. 6 weitere wurden erschossen.
Im Ort befindet sich ein Gedenkstein.
Bezirk Eisenstadt

Schachendorf (Burgenland):
Eine unbekannte Anzahl von an Typhus gestorbenen ungarischen Zwangsarbeitern wurde im Bereich des späteren Niemandlandes des Eisernen Vorhanges begraben.
Bezirk Oberwart

Schattendorf (Burgenland):
Grabanlage für 27 in der Zeit von Oktober 1944 bis April 1945 im Lager Schattendorf ums Leben gekommene ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter.
A2-A 3-B 16 bis Kreisverkehr Siegendorf-Zagersdorf-Draßburg. Schattendorf bis Ortsfriedhof. Etwa 300 m zu Fuß der Staatsgrenze entlang, am Bundesheerwachturm vorbei bis zur Grabstätte

Siegendorf (Burgenland):
43 namentlich bekannte jüdische Zwangsarbeiter starben hier während der Todesmärsche. Am Fuße des Hügels „Mittlerer Berg“ befindet sich ein Gedenkstein an der Stelle eines aufgelassenen Massengrabes.
Bezirk Eisenstadt Umgebung

Sulzbach (Niederösterreich): Im April 1945 erschossen SS-Angehörige im Steinbruch 42 ungarische Juden.
Bezirk Baden

Termberg (Oberösterreich): Während der Todesmärsche 1945 wurden etwa 30 ungarische Juden im Ortsbereich ermordet und im Straßengraben verscharrt.
Bezirk Steyr

Thenneberg (Niederösterreich): Im April 1945 ermordete SS im Ortsbereich 12 ungarische Juden.
Bezirk Baden

Wandau (Steiermark):
Beim Todeszug der ungarischen Juden nach Mauthausen stießen die Bewacher dutzende schwache Gefangene beim Passieren der Wandauer Brücke in die Enns.
Bezirk Leoben

Zistersdorf (Niederösterreich):
Bis 1938 bestand eine israelitische Abteilung auf dem Stadtfriedhof. Während des Naziregimes wurden die Trennungsmauer und Grabsteine entfernt, die ca. 200 große Beerdigungsfläche in den Friedhof einbezogen und mit christlichen Verstorbenen belegt. Seit 2003 erinnert an dieser Stelle eine Gedenktafel (an der Mauer links beim hinteren Ausgang).
A 23 bis Ende – B8 bis Angern- B 49 bis Dürnkrut, links abbiegen bis Zistersdorf
Kontakt: Ida Olga Höfler
02282-2115 oder 0676-7287931



JFS Jüdische Friedhofssanierungs- und Verwaltungs-GmbH

Die JFS Jüdische Friedhofssanierungs- und Verwaltungs-GmbH wurde im Jahre 2011, zum Zwecke der Sanierung, Erhaltung und vor allem Sicherung von Gräbern und Grabanlagen auf jüdischen Friedhöfen, gegründet.

Basierend auf dem Washingtoner Abkommen, richtete die Republik Österreich im Jahre 2010 den Fonds zur Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe in Österreich ein und die JFS Jüdische Friedhofssanierungs- und Verwaltungs-GmbH hat in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalfonds, dem Städte- und Gemeindebund, sowie dem Bundesdenkmalamt, ein standardisiertes Abwicklungsprocedere entwickelt, um die gesetzeskonformen Abläufe durchführen und darstellen zu können. Diese standardisierte Bewertungsmatrix erfasst den Zustand der Einfassungen der Gräber, Oberflächen und Gebäude auf dem Friedhof, des Bewuchses und der Freiflächen, alles wird getrennt, bzw. auch aus religiöser Sicht, bewertet.

Im Wesentlichen werden zu Beginn der Sanierung umfangreiche Voruntersuchungen durchgeführt, eine detaillierte Darstellung des Friedhofes, der Gräber und Grabanlagen und des Baumbestandes geschaffen, sowie digitalisierte Aufnahmen der Zustände erstellt, um die daraus resultierenden Maßnahmen setzen zu können. Die JFS Jüdische Friedhofssanierungs- und Verwaltungs-GmbH veranlasst prioritätenbezogen unter Einbeziehung von Restauratoren, Architekten und dem Bundesdenkmalamt, die daraus resultierenden Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten.

Geschäftsführer:

Generalsekretär Mag. Klaus Hoffmann MSc
k.hoffmann [at] ikg-wien.at
Tel: +43 /1/ 53104 – 300

Assistentin: Susanne Hönigl
s.hoenigl [at] ikg-wien.at
Tel: +43 /1/ 53104 – 231
Sanierung jüdischer Friedhöfe

Die Republik Österreich hat mit dem Beschluss zum „Bundesgesetz über die Einrichtung des Fonds zur Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe in Österreich“ aus 2010 einen wichtigen Schritt zur Erfüllung ihrer Verpflichtung aus dem „Washingtoner Abkommen“ geleistet.

Das Gesetz sieht vor, dass über eine Dauer von 20 Jahren die Republik Österreich einen Betrag von je € 1 Mio. jährlich wertgesichert für die Sanierung der jüdischen Friedhöfe zur Verfügung stellt, sofern ein gleich hoher Betrag als Drittmittel ebenfalls aufgebracht wird und die jeweilige Ortsgemeinde die laufende Pflege des Friedhofes nach der Sanierung auf die Dauer von 20 Jahren übernimmt.
Nach Verhandlungen mit dem Städte- und Gemeindebund, über eine einheitliche Instandhaltungsvereinbarung für alle jüdischen Friedhöfe und der Installation des Friedhofsfonds beim Österreichischen Nationalfonds, konnte in den Jahren 2011/12 mit den ersten Sanierungsarbeiten begonnen werden.

Informationsblatt zu Arbeiten auf jüdischen Friedhöfen

Blankoformular Pflegevereinbarung (Vereinbarung zwischen IKG Wien und Gemeinden betreffend die Instandhaltung des jüdischen Friedhofes)

Link zum “Washingtoner Abkommen”: Rechtsvorschrift für Entschädigung und Restitution für Opfer des Nationalsozialismus
Link zu Bundesgesetz über die Einrichtung des Fonds zur Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe in Österreich