Rabbiner Yaron Nisenholz wird neuer Oberrabbiner der IKG Wien

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Die Israelitische Kultusgemeinde Wien hat einen neuen Oberrabbiner: Der Kultusvorstand bestellte am 17. Juni Rabbiner Yaron Nisenholz, MA zum designierten Oberrabbiner der IKG Wien. Nach den Hohen Feiertagen im Herbst soll er sein Amt offiziell antreten. Zugleich wird Rabbiner Yaron Nisenholz künftig auch als Rabbiner des Wiener Stadttempels wirken.

Rabbiner Yaron Nisenholz, 53 Jahre alt, ist ein erfahrener Gemeinderabbiner mit langjähriger Tätigkeit in Israel und Europa. Seine Ordination erhielt er 2002 durch das Oberrabbinat Israels, das ihn 2023 auch als Stadtrabbiner qualifizierte. Von 2002 bis 2015 wirkte er in Basel, ab 2008 als Oberrabbiner der Stadt; seit seiner Rückkehr nach Israel ist er als Gemeinderabbiner in Tel Aviv tätig. Er ist verheiratet, Vater von fünf Kindern und Großvater von acht Enkeln. Weiter unten lesen Sie erste Grußworte von Rabbiner Nisenholz.

Der Bestellung ging ein mehrmonatiges internationales Auswahlverfahren voraus. Bereits im Februar 2026 hatte der Kultusvorstand eine Rabbinerfindungskommission eingesetzt. In ihr waren Delegierte aller im Kultusvorstand vertretenen Fraktionen sowie des Tempelvorstands vertreten. Beratend wirkten Oberkantor Shmuel Barzilai, Generalsekretär Benjamin Nägele und Oberrabbiner Jaron Engelmayer mit.

Die Kommission erarbeitete eine internationale Ausschreibung, auf die sieben Bewerbungen eingingen. In der Gemeinde wird diese Zahl auch als Zeichen der Bedeutung Wiens innerhalb der jüdischen Welt gewertet: Dass sich mehrere Rabbiner um das Amt des Oberrabbiners einer der traditionsreichsten Einheitsgemeinden Europas bewarben, unterstreicht den Stellenwert der IKG Wien weit über Österreich hinaus.

Nach der Prüfung der Bewerbungen erstellte die Kommission eine Shortlist und führte Hearings durch. Am Ende wurden dem Kultusvorstand zwei Kandidaten zur Entscheidung empfohlen. Beide Bewerber stehen derzeit in aktiven rabbinischen Funktionen. Die entscheidende Sitzung des Kultusvorstands fand daher unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. In ihr hielten beide Kandidaten eine Probe-Drascha und beantworteten Fragen der Vorstandsmitglieder.

Die IKG betont, dass die Vertraulichkeit des Verfahrens aus Rücksicht auf die berufliche Situation der Kandidaten gewählt wurde. Zugleich sei das Procedere demokratisch breit abgestützt gewesen: In der Findungskommission ebenso wie im Kultusvorstand waren alle Fraktionen und damit das gesamte Spektrum der Gemeinde vertreten; auch der Tempelvorstand des Stadttempels war eingebunden.

Bis zum Amtsantritt von Rabbiner Yaron Nisenholz bleibt Oberrabbiner Jaron Engelmayer im Amt. Er wird seine Aufgaben bis nach den Hohen Feiertagen im Herbst weiter in vollem Umfang wahrnehmen und den Übergang begleiten. Die Gemeinde würdigt damit auch sein bisheriges Wirken in Wien.


Brief des designierten Oberrabbiners Yaron Nisenholz

Liebe Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde Wien,

mit großer Freude und Demut wende ich mich heute Abend an Sie, nachdem ich zum zukünftigen Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gewählt wurde.

Zunächst möchte ich Ihnen für das Vertrauen danken, das Sie mir entgegengebracht haben. Es ist für mich eine große Ehre und ein besonderes Privileg, Teil einer so vielfältigen und besonderen Gemeinde zu werden, die auf eine beeindruckende Geschichte, tiefe Wurzeln und eine einzigartige Gemeinschaftsstruktur zurückblicken kann.

Ich hoffe von Herzen, dass wir gemeinsam die Einheit unserer Gemeinde weiter stärken, das Zugehörigkeitsgefühl aller Mitglieder fördern und den Weg des derzeitigen Oberrabbiners, Rabbiner Jaron Engelmayer, fortsetzen können – durch die Stärkung jüdischer Identität und jüdischen Lebens in Wien, mit Respekt für den persönlichen Hintergrund und den eigenen Weg jedes Einzelnen.

Ich freue mich darauf, Sie mit der Zeit persönlich kennenzulernen. Schon jetzt sind Sie herzlich eingeladen, mit mir Kontakt aufzunehmen und mir zu schreiben.

Mit herzlichen Grüßen
Rabbiner Yaron Nisenholz