Anlässlich des 81. Jahrestages der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers KZ-Gedenkstätte Mauthausen setzte die Jugendkommission der Israelitischen Kultusgemeinde Wien ein kraftvolles Zeichen des Erinnerns und der Verantwortung.
Am 10. Mai 2026 fand im Rahmen der offiziellen Befreiungsfeier des Mauthausen Komitee Österreich eine eindrucksvolle Gedenkzeremonie vor dem jüdischen Mahnmal statt, die von der Jugendkommission der IKG Wien organisiert und gestaltet wurde. Über 100 jüdische Jugendliche, Studierende sowie Gemeindemitglieder reisten gemeinsam mit Bussen aus Wien an, um ein starkes Zeichen gegen das Vergessen und für ein lebendiges jüdisches Leben zu setzen.
Die Zeremonie stand unter dem klaren und unmissverständlichen Motto:
„Erinnerung lebt durch uns.“
Getragen von diesem Gedanken gestalteten Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Jugendorganisationen Bnei Akiva, BBYO, Jad be Jad, Hashomer Hatzair sowie von Jüdische Österreichische Hochschüler:innen ein bewegendes und vielseitiges Programm.
Die Jugendlichen und Studierenden setzten sich intensiv mit zentralen Fragen der Erinnerungskultur auseinander: Verblasst die Erinnerung mit der Zeit? Können Wunden jemals heilen? Und welche Verantwortung trägt unsere Gesellschaft heute angesichts der Geschichte?
Im Mittelpunkt standen auch drei Menschen, die als Babys das Konzentrationslager Mauthausen überlebten: Hana Berger-Moran, Mark Olsky und Eva Clarke. Sie alle verbindet dasselbe Schicksal: Ihnen wurden Kindheit, Familie und Heimat genommen. In ihren Redebeiträgen setzten die Jugendlichen den Überlebenden ein besonderes Zeichen der Anerkennung, des Respekts und des Gedenkens.
An der Zeremonie nahmen neben Vertreterinnen und Vertretern der österreichischen Bundesregierung, des Staates Israel sowie der IKG Wien auch zahlreiche Mitglieder des diplomatischen Corps teil.
Im Anschluss beteiligten sich die jüdischen Jugendlichen und Studierenden gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der IKG Wien sowie der israelischen Botschaft an der offiziellen internationalen Befreiungsfeier am ehemaligen Appellplatz.
Die Jugendkommission der IKG Wien zeigte damit eindrucksvoll: Jüdisches Leben in Österreich ist lebendig, sichtbar und stark. Die junge Generation erinnert, erhebt ihre Stimme – und wird niemals vergessen.
Fotos: Raphael Kafner