Gedenken zum Tag der Befreiung 2026

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Bildquelle: Grüne Wien

Die Wiener Grünen haben am 8. Mai anlässlich des 81. Jahrestags der Befreiung vom Nationalsozialismus am Morzinplatz einen Kranz niedergelegt. IKG Vizepräsidentin Claudia Prutscher verwies auf die jüngsten Zahlen der Antisemitismus-Meldestelle der Kultusgemeinde und betonte, dass sich die antisemitische Hetze heute als Agitation gegen den jüdischen Staat artikuliert. 

Der Morzinplatz gilt als zentraler Erinnerungsort in Wien: Im heutigen Leopold-Figl-Hof befand sich während der NS-Zeit das Gestapo-Hauptquartier. Dort wurden zahlreiche Menschen verhört, gefoltert und ermordet. Heute erinnern ein Mahnmal mit Bronzefigur sowie ein Block aus Mauthausener Granit an die Opfer.

Bei der Gedenkfeierlichkeit stand im Besonderen das Schicksal der immer noch zu wenig beachteten Opfergruppe der Roma im Mittelpunkt. Dabei wurde auch betont, dass unverhohlene Hetze gegen Roma bis heute anhält. Ein Fortschritt sei aber die Etablierung eines Gedenkorts in Wien. 

Gedenkakt im Bundeskanzleramt 

Bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung vom Nationalsozialismus und zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa erinnerte Bundeskanzler Christian Stocker in einer Videobotschaft im Bundeskanzleramt an die historische Bedeutung des 8. Mai für Österreich. Das Kriegsende habe nicht nur die Befreiung vom Nationalsozialismus gebracht, sondern auch das Ende eines Systems markiert, an dem zahlreiche Österreicher beteiligt gewesen seien. Die Bundesregierung verstehe diese Gedenktage daher nicht als bloßen Rückblick, sondern als Auftrag für Gegenwart und Zukunft: Erinnerungskultur müsse weiterentwickelt und gestärkt werden, um die Auseinandersetzung mit Täterschaft, Verantwortung, den Schicksalen der Opfer sowie den Mechanismen von Ausgrenzung und Entmenschlichung als Grundlage eines demokratischen Zusammenlebens wachzuhalten.