Bericht: Sitzung des Kultusvorstands vom 11. Februar 2026

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Sehr geehrte Damen und Herren, 

liebe Gemeindemitglieder! 

In der Sitzung des Kultusvorstands vom 11. Februar 2026 wurden folgende Themen behandelt: 

·      Bericht: Rabbinat 

·      Bericht: Mitgliederservice 

·      Digitalisierung Datenbank/CRM 

·      Torberg- und Bundesverbandsmedaille 

Bericht: Rabbinat 

Oberrabbiner Jaron Engelmayer informierte den Kultusvorstand über eine wichtige Veränderung: Er und seine Familie hätten entschieden im Herbst, nach Israel zu ziehen. Engelmayer betonte ausdrücklich, dass diese Entscheidung ausschließlich mit dem Wunsch der Familie, die Kinder in Israel aufwachsen zu wissen, zu tun habe. Bis zu seinem Abschied, der jedenfalls nach den Feierlichkeiten zur 200-Jahr-Feier des Stadttempels erfolgen werde, werde er seine Aufgaben als Oberrabbiner in vollem Ausmaß erfüllen.

IKG-Präsident Oskar Deutsch (Atid) unterstrich, wie sehr er und sicherlich weite Teile der Gemeinde diese Entscheidung bedauere, wenngleich zu akzeptieren sei, wenn eine jüdische Familie nach Israel auswandere. Engelmayer bedankte sich beim Kultusvorstand für das Vertrauen sowie für die gute Zusammenarbeit.

In der Folge wurde ein Video des Oberrabbiners vorgespielt, das unmittelbar nach der Präsentation via Newsletter an die Gemeindemitglieder verschickt wurde. 

Präsident  Deutsch schlug vor, schon jetzt eine Kommission zur Suche eines „würdigen Nachfolgers“ einzusetzen. Diese solle wie folgt zusammengesetzt sein: 

· Präsidium (3 Personen) 

· Jede Partei nominiert ein Mitglied (7)

· drei Mitglieder des Tempelvorstands (3)

Oberkantor Shmuel Barzilai und Generalsekretär Benjamin Nägele sollen die Kommission beraten. Diese solle eine internationale Ausschreibung vorbereiten und durchführen, den Kultusvorstand und damit alle Gemeindemitglieder über das Procedere laufend informieren  

Auch Oberrabbiner Engelmayer werde die Suche beratend unterstützen.  Der Kultusvorstand stimmte der Einsetzung einer Rabbinerfindungskommission einstimmig zu.

In die Kommission gewählt wurden neben den drei Präsidiumsmitgliedern:  

· Josef Sarikov (Jachad)

· Luka Girardi (Kehille)

· Dani Müller (Khal Israel)

· Noah Scheer (Atid)

Jasmin Freyer (parteilos) stellte den Antrag, ebenfalls nominiert zu werden. Ihr Antrag erhielt keine Mehrheit. Die Fraktionen VGJ, Bund und Chaj werden ihre Nominierungen nachmelden. Der Kultusvorstand solle diese in seiner nächsten Sitzung bestätigen.  

Bericht: Mitgliederservice 

Abteilungsleiter Abram Kihinashvili berichtete über die Tätigkeiten des Mitgliederservice. Er bedankte sich ausdrücklich bei Mitarbeiterin Daniela Maurer. Ziel der Abteilung sei es, den bestmöglichen Service für die Gemeindemitglieder bereitzustellen – auch durch die zunehmende Digitalisierung der Leistungen. 

Zu den Aufgaben des Mitgliederservice zählen unter anderem: 

· Aufnahmen und Wiederaufnahmen in die Gemeinde 

· Ausstellung von Bestätigungen über die Mitgliedschaft in der Gemeinde

· Aussendungen von postalischen Sendungen an die Gemeindemitglieder

· Verwaltung der Mitgliederdatenbank 

Kihinashvili betonte, er sei besonders stolz auf das Wachstum der Gemeinde: Als er ursprünglich in der Abteilung begonnen habe, habe die IKG rund 7.000 Mitglieder gezählt. Nun seien es mehr als 8.000.  

Ebenfalls wurde der laufende Kontakt mit den Gemeindemitgliedern hervorgehoben. Der Mitgliederservice fungiert auch als Telefonzentrale der IKG Wien und steht damit dauerhaft im Austausch mit den Mitgliedern. 

Weiters verwaltet die Abteilung Raumbuchungen, etwa für das Gemeindezentrum. Buchungen für Bar Mizwa-Feiern im Stadttempel können über das Mitgliederservice gebucht werden. Dieses hält dazu und in vielen anderen Bereichen stets Rücksprache mit dem Rabbinat.

Durch den digitalen Versand der Vorschreibungen des Mitgliedsbeitrags konnten bereits Postgebühren eingespart und die Kommunikation mit den Mitgliedern verbessert werden, Er rief dazu auf, dieses Angebot zu nutzen und dafür zu werben. Hier können Sie die Vorschreibung des Kultusbeitrags digital anfordern: https://www.ikg-wien.at/kultusbeitrag.  

Yaakov Frenkel (Kehille) regte an, den Gemeinde-Insider nur mehr digital zu versenden. Generalsekretär Nägele verwies darauf, dass der Gemeinde-Insider das Organ der Kultusgemeinde sei und wesentlich zur Information der Mitglieder diene, er auch bereits als digitale Version abrufbar ist. Vor allem ältere Mitglieder würden die gedruckte Version schätzen, was jüngst von Mitgliedern in einer Befragung bestätigt wurde.  

Kihinashvili verwies abschließend darauf, dass das neue Datenbank-System Cobra einen weiteren Fortschritt in der Mitgliederverwaltung darstelle – und leitete damit zum nächsten Tagesordnungspunkt über. 

Digitalisierung Datenbank/CRM 

Der Leiter der EDV-Abteilung Markus Ivankovic sowie Bettina Kolter als Projektverantwortliche berichteten über den Stand der Einführung des CRM-Systems Cobra. CRM (Customer Relationship Management) ist ein digitales System zur zentralen Verwaltung, Pflege und Organisation von Kontakten, Mitgliederdaten und Kommunikationsprozessen innerhalb einer Organisation. Sie verwiesen darauf, dass andere Gemeinden, wie etwa Köln, Cobra bereits nutzen und damit gute Erfahrungen gemacht hätten. Als Nutzen wurden insbesondere genannt: 

·      eine einheitliche Datenbasis 

·      standardisierte Prozesse 

Der bislang größte Arbeitsschritt sei die Datenmigration aus den Bestandssystemen gewesen, so Ivankovic. Der nächste Schritt sei nun die Anpassung an die Anforderungen der einzelnen Abteilungen. Außerdem würden Standards und Prozesse definiert. 

Demnächst sollen Schulungen folgen. 

Bis Jahresende sollen  alle relevanten Abteilungen umfassend in das neue System eingewiesen werden.

Er betonte dass alles datenschutzkonform umgesetzt werde und sämtliche Dateien serverbasiert im eigenen Haus sicher gespeichert sind. Die Abteilungen hätten nur selektiven Zugang zu Daten, die für ihre Tätigkeiten relevant seien. 

Generalsekretär Nägele hob hervor, dass bereits programmierte Module von anderen Gemeinden in Deutschland übernommen werden konnten, wodurch zusätzliche Kosten gespart wurden, auch durch die hausinterne Umsetzung und Ausrollung durch Ivankovic und Kolter. Durch die gemeinsame Übernahme des CRM mit anderen jüdischen Gemeinden – etwa München – seien außerdem sehr gute Konditionen ausverhandelt worden. 

Torberg- und Bundesverbandsmedaille 

Präsident Deutsch stellte dem Kultusvorstand die Ergebnisse die in der Vorschlagskommission einstimmig gefassten Empfehlungen für zu ehrende Persönlichkeiten vor.

Torberg-Medaille

Mit der Torberg-Medaille zeichnet die Israelitische Kultusgemeinde Wien Persönlichkeiten für ihren Einsatz für eine offene, lebendige und demokratische Gesellschaft in Österreich aus. Die Auszeichnung dient auch dem Andenken an den bedeutenden Schriftsteller, Humanisten und rastlosen Streiter für Demokratie und Menschenrechte sowie gegen Nazismus, Friedrich Torberg und seiner Frau Marietta.

Die Vorschlagskommission beriet über mehrere eingelangte Nominierungen und schlug dem Kultusvorstand vier Personen für die Ehrung mit der Torberg-Medaille vor. Der Kultusvorstand bestätigte die Ehrungen einstimmig. Nachdem die Preisträger verständigt sind, werden die Namen veröffentlicht.

Bundesverbandsmedaille 

Die Bundesverbandsmedaille wird jährlich an Gemeindemitglieder verliehen, die sich um das jüdische Leben in Österreich verdient gemacht haben.

Die Kommission empfahl Mittwochabend die Verleihung an zwei Personen. Nachdem diese verständigt sind, werden die Namen veröffentlicht.