Am 9. und 10. Februar 2026 fand in St. Gallen die OSZE-Konferenz „Combating Anti-Semitism – Addressing Challenges of Intolerance and Discrimination“ statt. Vertreter und Verterterinnen aus Politik, internationaler Organisationen und der Zivilgesellschaft kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen sowie wirksame Ansätze im Umgang mit Antisemitismus und anderen Formen von Intoleranz zu thematisieren. Auch LIKRAT Österreich, das Dialogprogramm der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, war auf Einladung vor Ort vertreten.
Die Konferenz bot einen internationalen Rahmen für den Austausch über politische, gesellschaftliche und praktische Perspektiven im Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.
Zu den Rednern zählte unter anderem Sepp Schellhorn, Staatssekretär im österreichischen Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten. In seinem Beitrag unterstrich er die Notwendigkeit, Erinnerung nicht bei Symbolik stehen zu lassen und forderte zum konkreten Handeln auf.
„Erinnern bedeutet nichts, wenn es nicht in Handeln umgesetzt wird.“
Im Panel „Voices from the Field: Best practices to preventing Anti-Semitism and other forms of intolerance“ wurde LIKRAT durch Eden Barakow (LIKRAT Österreich / Jugendabteilung der IKG Wien) und Yael Schipper (LIKRAT Schweiz) vertreten und vorgestellt. Der Austausch mit weiteren internationalen Akteuren und Akteurinnen machte deutlich, welchen Stellenwert und Mehrwert dialogbasierte Ansätze darstellen.
„Veränderung beginnt mit menschlichen Begegnungen – und jedes Gespräch zählt.“
Ein besonderer Fokus lag auf der Wirkung von Dialog und unmittelbaren Begegnungen. Für viele Teilnehmende stellt eine LIKRAT-Begegnung den ersten persönlichen Kontakt mit jüdischem Leben dar. Der offene Dialog in einem geschützten Rahmen ermöglicht es, Fragen anzusprechen, mögliche Vorurteile abzubauen und Verständnis auf Augenhöhe zu fördern.
Thematisiert wurde zudem die Rolle jüdischer Identität im Kontext von Dialogarbeit. LIKRAT stärkt junge Jüdinnen und Juden darin, selbstbewusst über ihr persönliches Judentum zu sprechen und als authentische Gesprächspartner aufzutreten. Diese Verbindung von individueller Erfahrung und Dialogarbeit trägt dazu bei, jüdisches Leben sichtbar zu machen und Begegnungen nachhaltig zu prägen.
Darüber hinaus wurden aktuelle Herausforderungen wie zunehmende Polarisierung, steigender Antisemitismus, der Einfluss sozialer Medien und von Desinformation sowie der erhöhte Bedarf an Dialogformaten seit dem 7. Oktober 2023 diskutiert.
Die Konferenz unterstrich die Bedeutung langfristig angelegter Dialogprogramme im Kampf gegen Antisemitismus und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Formate wie LIKRAT, die auf persönliche Begegnungen, Vertrauen und Kontinuität setzen, leisten einen eigenständigen und relevanten Beitrag.
Für eine nachhaltige Wirkung bedarf es einer langfristigen strukturellen Verankerung sowie der kontinuierlichen Weiterentwicklung dialogbasierter Ansätze, um deren Reichweite und Effektivität weiter zu stärken.
LIKRAT Österreich bedankt sich für die Einladung zur OSZE-Konferenz und die Möglichkeit zur Teilnahme. Der fachliche Austausch auf internationaler Ebene war besonders wertvoll und bereichernd!
