Health-Update von Univ. Prof. Dr. Arnold Pollak 01/24

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Studien die 2024 die Medizin verändern werden: Gute Aussichten für Patienten? 

Teil 1

In der wichtigsten medizinischen Fachzeitschrift Nature Medicine wurden die voraussichtlich entscheidendsten Studien des Jahre 2024, die Hoffnungen auf bedeutende Fortschritte versprechen, von den bekanntesten Forschern der jeweiligen Fächer vorgestellt.

SCHWERPUNKT ONKOLOGIE

Lungenkrebs: Fast drei Viertel aller Fälle werden derzeit spät, erst im Stadium 3 oder 4 diagnostiziert. Wie lässt sich die Situation verbessern? Die Wissenschaftler gehen in einer neuen, innovativen Studie davon aus, dass künstliche Intelligenz (KI) die Auswertung der üblichen Röntgenaufnahmen derart verbessern wird, dass die Zeit bis zur Diagnose um bis zu 50 Prozent verkürzt wird. 

Brustkrebs: Neue Hoffnung? Bei fortgeschrittenem Brustkrebs sind Gehirnmetastasen die größte therapeutische Herausforderung. In einer großangelegten Studie mit einem neuen Antikörper-Konjugat-Wirkstoff werden bei Betroffenen Wirksamkeit und Sicherheit überprüft.

Hautkrebs: Neue Hoffnung? Mit der derzeitigen Behandlung von Melanomen im Stadium III erleiden die Patienten zwar weniger häufig Rezidive, das Gesamtüberleben verbessert sich aber nur wenig. Von der mit 420 Patienten vorgesehenen NADINA-Studie unter Verwendung einer neuen Medikamentenklasse werden deutliche Fortschritte erwartet. 

SCHWERPUNKT HERZ

Patienten mit familiär bedingten, sehr hohen Cholesterinwerten helfen die derzeit gängigen Medikamente (Statine) nur wenig. Ein ganz neuer Ansatz bringt Hoffnung: mittels Gentherapie könnte es gelingen, das krankmachende Gen (PCSK9 Gen)zu inaktivieren und damit den LDL-Cholesterinspiegel dauerhaft zu senken und so das Herzinfarktrisiko signifikant zu reduzieren. 

SCHWANGERSCHAFTSDEPRESSION

Der Versuch mit einer App zu helfen: Die Versorgung von Schwangeren mit Depression bleibt eine Herausforderung. Hier setzen Wissenschaftler auf eine neue App. Sie soll es Frauen ohne vorherige Erfahrung im Umgang mit Gemütsveränderungen ermöglichen, im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel eine auf kognitiver Therapie basierende psychosoziale Intervention anzubieten. Eine diesbezügliche Studie soll diesen niederschwelligen Ansatz auf Wirksamkeit prüfen.

Ref.: Arnold C. et al.: Nature Medicine  29, 2964–2968 (2023)         
M.van den Heuvel: DCN 2024