Gedenken an die Opfer der NS-Euthanasie im Klinikum Mauer-Öhling

Mauer

Bildquelle: BMI/Karl Schober

Im Landesklinikum Mauer-Öhling wurde am 18. Jänner der Opfer der nationalsozialistischen Medizinverbrechen gedacht. Während der NS-Zeit wurden dort 2.848 Patientinnen und Patienten im Rahmen der sogenannten NS-Euthanasie ermordet. Innenminister Gerhard Karner erinnerte daran, dass die damalige „Heil- und Pflegeanstalt“ für viele Betroffene ein Ort der Hoffnung gewesen sei – stattdessen seien sie unter dem Deckmantel medizinischer Behandlung ausgegrenzt, deportiert und getötet worden. Die Verbrechen mahnten bis heute zu Wachsamkeit und dazu, für eine Gesellschaft einzustehen, in der jedes Leben gleich viel wert ist.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung wurde zudem eine Gedenktafel für elf in Mauer ermordete Kriegsgefangene aus der Sowjetunion, Polen, Serbien, Frankreich und Italien enthüllt. Ihre Gräber befinden sich ebenso wie jene von rund 1.100 am Klinikgelände bestatteten Opfer der NS-Euthanasie am Anstaltsfriedhof, der aktuell zeithistorisch aufgearbeitet wird – auch im Hinblick auf die niederösterreichische Landesausstellung 2026 „Wenn die Welt Kopf steht – Mensch.Psyche.Gesundheit“.

Im Anschluss an die Kranzniederlegungen am Mahnmal für die Opfer der NS-Euthanasie sowie an der Gedenktafel für die hier ums Leben gekommenen Kriegsgefangenen sprach Prof. Dr. Arnold Pollak das Kaddisch-Gebet.