200 Jahre Stadttempel: Zwischenstand zum Baufortschritt

Im Wiener Stadttempel, schreiten die Renovierungsarbeiten anlässlich seines 200-jährigen Bestehens planmäßig voran. Darüber informierten die der Präsident der Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, sowie die Architekten Natalie Neubauer und Eric Tschaikner im Rahmen eines Medientermins am 14. April. Der Termin für den Zwischenstand wurde aufgrund der Pessach-Feiertage nahe am Tag der Eröffnung vor 200 Jahren, dem 9. April 1826 gewählt.

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IKG-Präsident Oskar Deutsch zeigte sich zuversichtlich: Die Bauarbeiten lägen im Zeitplan, die Wiedereröffnung sei weiterhin für die erste Septemberhälfte vorgesehen – im jüdischen Kalender im Jahr 5787. Zugleich betonte Deutsch die herausragende Rolle des Stadttempels als spirituelles Zentrum der jüdischen Gemeinde in Österreich und als bedeutendes kulturelles Erbe Wiens sowie der Republik.

Finanziert wird die umfassende Restaurierung und Sanierung aus Mitteln des Bundes, der Stadt Wien sowie durch Spenden. Deutsch appellierte an die Öffentlichkeit, das Projekt weiterhin zu unterstützen, und verwies auf die Website www.stadttempel.at als zentrale Plattform für Informationen und Beiträge. 

Die Wiedereröffnung soll von mehreren Festakten begleitet werden. Den Auftakt bildet die traditionelle Hachnasat Tora. Es folgen eine offizielle Eröffnungszeremonie im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der Republik, der Stadt Wien, der jüdischen Gemeinde sowie von Freunden und Unterstützern. Ein Konzert mit Oberkantor Shmuel Barzilai und Kantor Shulem Lemmer sowie weitere Veranstaltungen sind ebenfalls geplant.

Wie die verantwortlichen Architekten erläuterten, zielen die Maßnahmen gleichermaßen auf die Bewahrung der historischen Substanz und eine zukunftsorientierte Modernisierung ab. Neben sicherheitstechnischen Anpassungen wird der Stadttempel barrierefrei gestaltet und in seiner Energieeffizienz – insbesondere bei Heizung und Klimatisierung – nachhaltig verbessert.

Bei einem Rundgang durch die Baustelle hob Architektin Natalie Neubauer insbesondere jene historischen Elemente hervor, die im Zuge der Arbeiten freigelegt wurden. So seien sowohl die ursprünglichen Steinsockel als auch der historische Steinboden wieder sichtbar gemacht worden. Diese Funde unterstreichen die architektonische und historische Bedeutung des Gebäudes und bestätigen den Anspruch, die Sanierung in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt durchzuführen.

Architekt Eric Tschaikner ergänzte, dass den Maßnahmen umfangreiche Recherchen und Planungen vorausgegangen seien – eine Voraussetzung dafür, den Stadttempel sowohl denkmalgerecht zu erhalten als auch behutsam in die Zukunft zu führen.