Filmreihe: Erinnerung und Vision - Kino aus Israel nach dem 7. Oktober 2023
Programm im Metro Kino 17.3. - 24.3. 2026
Die Kreativität der Filme, die über den 7.Oktober 2023 entstanden, fertig gestellt wurden, auf Festivals in Jerusalem, Tel Aviv, Haifa, Sderot und in Kinos gezeigt wurden, sind einmalige Zeitbilder. Nichts in der israelischen Kultur ist so, wie es vor dem 7. Oktober war, und das trifft unübersehbar auf die neueren israelischen Filme zu. Vier Entwicklungen sind besonders auffallend: Erstens ist es vor allem die jüngere Generation, die sich im weitesten Sinne der gegenwärtigen Situation, den Folgen des 7.Oktober zuwendet. Zweitens schafft die israelische Filmgemeinschaft etwas, womit sich andere Bereiche noch schwertun. Das Ausmaß der Lang- und Kurzfilme, in denen es sowohl eine Zusammenarbeit von säkularen und religiösen Israelis aller Richtungen, von jüdischen und palästinensischen Filmschaffenden gibt, von jungen Filmenthusiasten drusischer, äthiopischer und beduinischer Herkunft nimmt auch bei den dramatischen, emotionalen und satirischen Filmen zu. Drittens sind die Filme der jungen Absolvent*innen der Filmschulen so beindruckend, dass der heutige israelische Kurzfilm auch international eine völlig neue Bedeutung erhält. Viertens sitzen immer mehr Frauen auf dem Sessel des Regisseurs. Die Mehrzahl der folgenden Filme sind von Regisseurinnen produziert, Filmpower ist in Israel vor allem Womenpower.
Der Neue Israelische Film und seine Filmschaffenden zeigen uns, dass die reale visuelle Utopie der Wirklichkeit vorauseilt. Und dazu ist Film da.
(Text: Frank Stern)
Die Filmreihe ist eine Kooperation mit der Cinematheque Jerusalem, israelischen Regisseurinnen, der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, der Botschaft des States Israel, der FilmUni Wien, dem Institut für Judaistik an der Universität Wien, dem Jüdischen Filmclub Wien und dem Filmarchiv Austria.
Tickets
Die Reservierungen zu dieser Reihe erfolgen direkt über das Metro Kinokulturhaus - mit Ausnahme der Vorführung im Rahmen des Jüdischen Filmclubs "Of Dogs and Men" am 18.03.2026, die bei freiem Eintritt statt findet. Hier können Freikarten über deren Website reserviert werden.
METRO Kinokulturhaus
Johannesgasse 4 | 1010 Wien
Tageskassa: Öffnungszeiten täglich 14:00–21:00
Online: reservierung@filmarchiv.at
Telefon: +43 1 512 18 03
Reguläre Tickets: Einzelticket € 10,50 | 10er-Block € 85,–
Ermäßigungen und Kontaktinfos
Die Filme

Di 17.3., 18:30
No Cakes from the Homefront – Special Preview
Is 2026, Dok., Reg: Smadar Zamir, 75 min., Hebr., engl. UT
Als der Jom Kippur Krieg vor über 50 Jahren im Oktober 1973 über Israel hereinbrach, waren die israelischen Frauen innerhalb von 72 Stunden in einer Welt ohne Männer. Mit einer ungewöhnlichen und einmaligen Auswahl visueller Materialien und vergessener Erinnerungen zeigt der Film, wie Frauen in den 1970ern das Gewicht einer ganzen Nation auf den Schultern trugen. Das Besondere des Films liegt in der das Nachdenken anregenden Verflechtung der Stimmen der israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir und der ägyptischen First Lady Jihan Sadat mit den Stimmen israelischer Frauen. (fs)
In Anwesenheit der Regisseurin Smadar Zamir.
Vorfilm:
Water
Israel 2024, Reg. Alma Ben Zeev |MIT Alma Dishy, Mouna Hawa, Salwa Nakkara, 13 min. |
Hebr., Arab. | Engl. UT

Mi 18.3., 19:00
OF DOGS AND MEN
Is. 2024, Reg. Dani Rosenfeld, MIT Ori Avinoam und Mitwirkenden aus den Kibbuzim, 82 min., Hebr., engl. UT
Die sechzehnjährige Dar kehrt zu ihrem Kibbuz zurück, um ihren Hund zu suchen, den sie seit den Terrorangriffen, die sie überlebte, vermisst. Sie ist mit den Nachwirkungen des Massakers an den Bewohner*innen ihrer Gemeinschaft konfrontiert, mit dem Grauen, das die Gesichter der Überlebenden zeichnet. Sie wird Zeuge jener Realität, die sie von weitem jenseits der Grenze zu Gaza wahrnimmt, aber auch der Widersprüche zwischen jenen, die voller Wut Vergeltung fordern und denen, deren humanistisches Weltbild weiterlebt. In diesem visuellen Chaos versucht Dar ihren Hund zu finden, aber auch ihre eigene Stimme. (fs)
In
Kooperation mit der Botschaft des Staates Israel
Vorfilme:
Hotel
Sanctuary
Is. 2024, Dir.: Rotem Pesachovish Paz, 9 min., Hebr., engl. UT
Vivid Shlomit
Is 2025, Reg.:
Hila Paz, 20
min., Hebr., Engl. UT
Eintritt frei: Reservierungen erfolgen ausschließlich über den Jüdischen Filmclub.

Do 19.3. 18:30
BELLA
Is., Belg. 2025, Reg. Zohar Shachar, Jamal Khalaily, Mit Elisha Banai, Hanna Birakh, Aseel Farhat, Jalal Marsawa, Jade Daiches Weeks, 75 min., Heb., Arabic, Engl., French, Engl. UT
Was macht man, wenn man zu spät entdeckt, dass das verschmähte Erbe Bella, eine ungewöhnlich wertvolle preisgekrönte Taube ist. Genau das passiert Yaki. Sie ist weg, nicht weit, aber jenseits der Grenze auf palästinensischem Gebiet bei Angehörigen seines Freundes, des israelisch-palästinensischen Bilal, der sich jahrelang um Yakis Vater gekümmert hatte. Die beiden und ihre Frauen, also ein jüdisches und ein palästinensisches Paar begeben sich auf einen Roadtrip zwischen Israel und palästinensischen Gebieten. Die Taube ist natürlich weiß, und Picasso würde sie lieben. Das unglaublich gekonnte Zusammenspiel der jüdischen und palästinensischen Darsteller*innen ist beeindruckend.(fs)
Vorfilme:
The Holiness –
Noa Koler Special
Is. 2025, Reg. Daniel Moreshet, Mit Noa
Koler, Assi Cohen, Amir Tessler, Yarden Arish, Lavi Langbord, 17 min., Hebr.,
engl. UT
NOT
MY WEEKEND / Lo Haschabatt Sheli
Is.
2025, Reg. Rona Segal, MIT : Liat Tamari, Meir Swissa, Tamar
Reinheartz, Sharon Shahal, 18. Min., Hebr., engl UT

Sa 21.3. 18:30
My One and Only
Is. 2025, Reg. David Tauber, MIT Ella Armony, Talya Bartfeld, Navit Sitbon, Inbal Raz, Nadav Antman Ron, Zohar Strauss, Shosha Goren, 104 min., Hebr.. engl. UT
Wer glaubt eigentlich an Doppelgänger, Dybuks, Exorzismus in einem aufgeklärten, modernen israelischen Stadtviertel? Eine junge, frisch zur Orthodoxie gewechselte Frau besucht nach der Geburt ihres Babys die Frau des Rabbiners und erklärt, dass ihr Mann durch einen Doppelgänger ersetzt worden sei. Die Frau des Rabbiners sieht einen mentalen Zusammenbruch, schwört auf psychologische Hilfe, ihr Mann hingegen zieht religiöse Quellen, einen Midrasch, zu Hilfe um das Problem vielleicht mit ein wenig Mystik zu lösen. Glaube, Aberglaube, fröhliche Wissenschaft und Scharlatanerie geben sich die Hand. (fs)
Vorfilm:
The Source of All Beauty
Israel
2023 | Reg. Rachel Lévy, MIT Danielle Eliya Zaints, Danny Steg, 13 min., Hebr., engl. UT

So 22.3., 18:30
EID
Is. 2024, Reg. Yousef Abo Madegem, MIT Shadi Mar’i, Angham Khalil, Anat Hadid, Hisham Suliman, Lana Muna Sabra, 90 min., Hebr., Arab., Franz., engl. UT
Eid, ein junger Mann aus der Beduinenstadt Rahat im Negev träumt davon, Theaterstücke zu schreiben. Im Geheimen findet er Trost in einer Fernbeziehung mit einer verheirateten Schauspielerin in Paris. Doch seine Familie hat ändere Pläne, er muß in eine arrangierte Ehe heiraten. In seiner Verzweiflung geht er das Risiko eines Handels mit seiner jungen Frau ein: ein Kind für seine Freiheit. Doch seine sehnsuchtsvolle Reise nach Paris endet in einer Enttäuschung. Es ist der erste Spielfilm unter der Regie eines israelischen Beduinen. (fs)
Vorfilm:
Half a Date
Is. 2025,
Reg. Eden Abitbol, Mit Adam
Gabay, Lir Katz, Noam Imber, 24
min., Hebr., engl UT

Mo 23.3., 18:30
NANDAURI – The Heart Longs to Return
Israel, Italy 2025, Reg. Eti Tsicko, MIT Neta Riskin, Roland Okopriridze, 93 min., Georgisch, Engl., Hebr., engl UT
In einer einsamen Gegend im Norden Georgiens erreicht eine seltsame Frau ein kleines Dorf. Marina ist eine israelische Anwältin, die ihre georgische Herkunft ihr Leben lang negiert hat und nun zurückkehrt, um Nino, einen elfjährigen Jungen, der von seiner nach Israel ausgewanderten Mutter zurückgelassen wurde, aufzufinden. Sie trifft Dato, den großen Bruder, der Nino wie ein Vater aufgezogen hat. Die entstehenden Spannungen, die Fragen nach Identität und Entfremdung, nach Zugehörigkeit und emotionalen Bindungen werfen die Beteiligten in einen Wirbelwind der Bürokratie und der Gefühle. (fs)
Vorfilm:
Dalia's Tea Casts a
Shadow on Mount Fuji
Is. 2025, Reg. Oren Gerner, Mit Ahuva Keren, Yehoshua Guigui, 21 min., Hebr., engl UT

Di 24.3., 18:30
GIRLS LIKE US
Is. 2025, Reg. Lee Gilat, MIT 90 min., Hebr., engl. UT
Shahar lebt in einem der sehr rauhen Viertel im Süden Tel Avis mit ihrer dysfunktionalen Familie. Ihr geschiedener Vater ist in einem psychiatrischen Wohnheim, ihre alkoholabhängige Mutter träumt von einer neuen Ehe. Im Prinzip nimmt Shahar bei ihrer jungen Schwester die Mutterrolle ein. Die reguläre Schule musste sie verlassen und lernt nun in „Gila´s Haus“, einer alternativen Schule für risikogefährdete Mädchen. Als eine neue unkonventionelle und energische Betreuerin zu ihnen kommt, eine Soldatin, die hier ihren Zivildienst leistet, sind auch die Mädchen der Klasse gefordert.(fs)
In
Kooperation mit der Botschaft des Staates Israel.
Eintritt frei
Vorfilm:
SoulSister
Is.
2025, Reg. Inbar Namdar, Mit Avigail Harari, Neomi Harari, Gal Ben Artzi, Musik
Mordechai Cohen, 16.min., Hebr. Engl. UT
