Bei einem Empfang europäischer Rechtsparteien in Jerusalem war auch ein FPÖ-Politiker zugegen. Dazu sagte IKG-Präsident Oskar Deutsch auf Anfrage mehrerer Medien unter anderem:
„Die FPÖ ist der politische Arm der deutschnationalen Burschenschafter. Zahlreiche Verstrickungen mit Neonazis sind ebenso dokumentiert wie die Geschichte sowie die antisemitischen und israelfeindlichen Haltungen dieser Partei. Daher gibt es einen Cordon Sanitaire gegenüber den Freiheitlichen, den der Kultusvorstand einstimmig beschlossen und zuletzt im Jahr 2023 bekräftigt hat. Eine Reise nach Jerusalem im Rahmen einer EU-Delegation und ein beschnittenes Foto ändern diese Haltung nicht. Allerdings hätte man sich für so eine Inszenierung auf israelischem Boden nicht vereinnahmen lassen dürfen. Wir sehen das kritisch.“
Die Beziehung zwischen dem Likud und den Vertretern der Patriots-Group im Europäischen Parlament wurde bereits im Februar 2025 vom Chef des internationalen Büros des Likud, Ariel Bulshtein, gegenüber der Tageszeitung DiePresse konkretisiert. Dort stellte er klar, dass seine Partei weiterhin auf Distanz zur FPÖ gehe.
Präsident Deutsch dazu weiter: „Unser Kenntnisstand ist, dass israelische Parteien Beziehungen mit nahezu allen im Europäischen Parlament vertretenen Fraktionen pflegen. Anfang 2025 nahm der Likud einen Beobachterstatus in der „Patriots“-Fraktion ein. Dieser gehören mehrere EU-Rechtsparteien an, darunter spanische, französische, ungarische und italienische sowie aus Österreich die FPÖ. Der Likud gab jedoch an, innerhalb dieser Fraktion zu differenzieren und weiterhin keine bilateralen Beziehungen mit der FPÖ zu unterhalten. Eine Änderung der israelischen Außenpolitik gegenüber der FPÖ ist nicht dokumentiert. Dennoch sehen wir die gestrige Inszenierung eines FPÖ-Politikers in Jerusalem – wie gesagt – kritisch; auch wenn diese im Rahmen einer EU-Delegation stattfand.“
