Gemeinsames Gedenken zum dritten Jahrestag des 7. Oktober

Img 9550(1)

Mit einer Gedenkzeremonie im Wiener Stadttempel wurde am Abend des 6. Oktobers an die Opfer des Massakers vom 7. Oktober 2023 erinnert. Ansprachen, Gebete und das persönliche Zeugnis von Oz Davidian bildeten den Rahmen für das gemeinsame Gedenken. Begleitend wurde die Ausstellung „Edut 710“ mit persönlichen Zeugnissen von Überlebenden gezeigt. Das Gedenken wurde von der Kultusgemeinde in Kooperation mit Zusammen und der Israelischen Botschaft organisiert. 

Präsident Deutsch und der Botschafter des Staates Israel richteten in ihren Ansprachen das Wort an die Anwesenden. Im Anschluss sprach Oberrabbiner Engelmayer das Gebet für Frieden und die Zukunft Israels. Oberkantor Shmuel Barzilai sang das Totengebet „El Male Rachamim“ zum Gedenken an die Ermordeten.

In seiner Rede bekräftigte Präsident Deutsch die Entschlossenheit der jüdischen Gemeinde, sich nicht einschüchtern zu lassen und jüdisches Leben weiterhin sichtbar und selbstbewusst zu gestalten. Zugleich betonte er die Verbundenheit mit der gesamten israelischen Gesellschaft, in all ihrer Vielfalt, als unverzichtbaren Teil jüdischer Identität sowie die Bedeutung des jüdischen Staates für Jüdinnen und Juden. Zusammenhalt und Solidarität sollten dabei stets vom Streben nach Frieden und dem Schutz des Lebens getragen sein.

Ein zentraler Bestandteil der Zeremonie war das persönliche Zeugnis von Oz Davidian. Sein Bericht rückte die unmittelbaren Erfahrungen eines Zeitzeugen in den Mittelpunkt und gab der Erinnerung an den 7. Oktober eine persönliche Stimme. Am Morgen des 7. Oktober 2023 erhielt Oz Davidian, der einen landwirtschaftlichen Hof im Negev nicht weit vom Nova Musikfestival bewirtschaftet und als Anwalt tätig ist, auf seinem Handy Notrufe von verzweifelten Eltern. Sie baten ihn, ihre Kinder auf dem Festival vor den Terroristen zu retten. Nach 15 Fahrten hat er über 120 junge Frauen und Männer gerettet.

Auch die im Rahmen der Veranstaltung gezeigte Ausstellung „Edut 710“ widmete sich den individuellen Erfahrungen jener Menschen, die das Massaker überlebt haben. Ihre persönlichen Zeugnisse machen deutlich, dass hinter den Ereignissen einzelne Lebensgeschichten stehen.