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Theater: Salon Zuckerkandl – 1938 geschlossen

19. April - 5. Mai

Berta Zuckerkandl wurde 1864 in Wien geboren, 1945 starb sie in Paris. Sie war Schriftstellerin und Journalistin; Tochter des Zeitungsmannes Moritz Szeps; Ehefrau des Anatoms und Universitätsprofessors Emil Zuckerkandl; Schwägerin des französischen Politikers Paul Clemenceau.

Ihr Haus war Treffpunkt berühmter Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur wie: Gustav Klimt, Gustav Mahler, Max Reinhardt, Arthur Schnitzler u.v.a. „Die Zuckerkandl“ setzte sich für neue Kunstrichtungen („Secession“) ein und war „Herold“ der Salzburger Festspiele.

Berta Zuckerkandl war aber beileibe nicht die unbedarfte, blauäugige Wiener Salonière, als die sie so manche sehen wollen. Sie hat sich z.B. für den jungen lettischen Juden Philipp Halsmann eingesetzt, der in Tirol 1928 zu Unrecht des Vatermordes angeklagt worden war. Er konnte nicht zuletzt durch die Initiative der „Zuckerkandl“ die Freiheit erlangen. In einer Gesprächsrunde mit Jakob Wassermann, Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal verurteilt sie zutiefst das unsinnige Blutvergießen anlässlich des begonnenen (Ersten) Weltkriegs.

Berta besucht den bereits schwer erkrankten Sigmund Freud und teilt sein Freude über die Erlangung des „Goethe-Preises“. Die Verleihung dieses Preises an Freud im Jahre 1930 war ein Schlag ins Gesicht der extremen Deutschnationalen.

Immer wieder warnt Berta Zuckerkandl vor den Nazis. Sie kritisiert bei einem Besuch der Weltausstellung 1937 in Paris den Pavillon Deutschlands. Dieses sogenannte „Deutsche Haus“ erscheint ihr äußerst bedrohlich – besonders durch den gewaltigen bronzenen Reichsadler mit dem Hakenkreuz, der da hoch oben auf dem steinernen Turm thront und alles andere überragt.
Gleichzeitig bekrittelt Berta den Österreich-Pavillon, der mit seinem kitschigen Alpenpanorama an der Außenfront einzig für den Fremdenverkehr werben soll.

Als dann Österreich im März 1938 ins Deutsche Reich „heimkehrt“ schließt Berta Zuckerkandl schweren Herzens ihren Salon und ergreift die Flucht.

Um dieses vorwiegend auf historischen Fakten beruhende und zeitgeschichtlich fundierte Werk aus der Feder von Helmut Korherr adäquat und den heutigen Erfordernissen und Sehgewohnheiten des Publikums entsprechend szenisch umsetzen zu können, werden audiovisuelle Mittel wie Bildprojektionen, historische Tondokumente und entsprechende ausgewählte Musikbeispiele zum Einsatz gelangen.
Eine weitere Herausforderung für die Inszenierung stellen die notwendigen häufigen Szenen- und Dekorationswechsel dar. Die Szenen sind in einem Zeitraum zwischen 1905 und 1938 angesiedelt.

Wissen und Verständnis für die jüngere Zeitgeschichte von der Jahrhundertwende bis zum Ende der 1. Republik ist eine wesentliche Absicht des Verfassers Helmut Korherr.
Der Regisseur Kurt Ockermüller fühlt sich dieser Grundhaltung des Autors vollinhaltlich verpflichtet. Auch ihm ist es bis heute ein wichtiges Anliegen, vor allem dem jüngeren Publikum die Geschichte Österreichs nahe zu bringen.

19.4.2017 (19.30 Uhr) PREMIERE
Weitere Vorstellungen:
20., 21., 26., 27., 28. April + 3., 4., 5. Mai 2017 (19.30 Uhr)

Foto: Barbara Palffy

Beginn:
19. April
Ende:
5. Mai
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

KIP Kultur im Prückel
Biberstraße 2
1010 Wien