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Mahnwache und Kundgebung: Niemals vergessen! Nie wieder Faschismus!

9. November um 18:00

Niemals vergessen! Nie wieder Faschismus!

Mahnwache und Kundgebung
Samstag, 9. November 2019, 18 Uhr

Gedenkstein vor dem ehemaligen Aspangbahnhof

Platz der Opfer der Deportation/Leon Zelman Park (bei Ecke A.-Blamauerg./Aspangstr.), 1030 Wien

Zu dieser Kundgebung rufen auf:
Abg. z. LT Niki Kunrath; Abg. z. NR a. D. Karl Öllinger; Abg. z. NR a. D. Madeleine Petrovic; Abg. z. NR Jan Krainer; Alternative und Grüne GewerkschafterInnen (AUGE/UG); ARGE
Wehrdienstverweigerung, Gewaltfreiheit und Flüchtlingsbetreuung; BEIGEWUM; BR Susanne Empacher – Kommunistische Partei Landstraße/Wien Anders; Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen; David Schalko; Deserteurs- und Flüchtlingsberatung; Die Grünen Landstraße; Die Grünen Wien; Doron Rabinovici (Republikanischer Club); Eva Lachkovics – Die Grünen Frauen Wien; FSG-Betriebsgruppe der AK-Wien; Gewerkschaftlicher Linksblock (GLB); Grüner Klub im Rathaus; Infoladen Wels; Initiative Aspangbahnhof; Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG Wien); Jüdische Österreichische HochschülerInnen (JÖH); Kommunistische Partei Österreichs – Wien (KPÖ-Wien); KZVerband/VdA Bundesverband; Landesverband NÖ KZ-Verband/VdA; Landesverband Wien KZVerband/VdA;
Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ); OMAS GEGEN RECHTS; Österreichische KZ-Vereinigung Buchenwald; Peter Menasse; Plattform Die Bunten – The Global Player Magazin;
Plattform Novembergedenken; Redaktion „Akin“; Republikanischer Club Wien – Neues Österreich; Romano Centro – Verein für Roma; Sozialistische Jugend Wien (SJ-Wien); Sozialistische LinksPartei (SLP); SPÖ – Bezirksorganisation Landstraße; SPÖ – Sektion Eurogate; Swetlana Teutscher; Unabhängiges Antifaschistisches Personenkomitee Burgenland; Verein GEDENKDIENST; Verein Internationaler Zivildienst; Verein Steine des Gedenkens für die Opfer der Shoah; Wien Anders; Wiener ArbeiterInnen Syndikat (WAS)

Initiative Aspangbahnhof
http://initiative-aspangbahnhof.org

Koordinierte Termine zum Novembergedenken finden Sie hier unter:
https://plattform.novembergedenken.at/

Niemals vergessen!


Woran gedenken wir am 9. November?

Schon in der Nacht vom 11. zum 12. März 1938, also anläßlich des Einmarsches der deutschen Wehrmacht in Österreich, begannen Ausschreitungen gegen Jüdinnen und Juden in Österreich. Viele wurden von SA- und HJ-Leuten wie von „einfachen“ Parteimitgliedern, die sich ihre Hakenkreuzbinden und Orden angeheftet haben, verhaftet, geschlagen und öffentlich gedemütigt. Fensterscheiben wurden eingeschlagen. Juden und Jüdinnen wurden gezwungen Parolen, welche Anhänger des austrofaschistischen Bundeskanzlers Schuschnigg am Vorabend des „Anschlusses“ auf Wände und Gehsteige geschrieben haben mit Reib- und Zahnbürsten wegzuwaschen. Wiewohl mancher der Schaulustigen ihre Bekannten und FreundInnen unter den Gedemütigten erkannt haben mußte, hat niemand den Mut aufgebracht zu protestieren – was zu diesem Zeitpunkt sowohl möglich als auch sinnvoll hätte sein können. Mit diesen Erniedrigungen begann die systematische Diskriminierung der österreichischen Juden und Jüdinnen. Umso heftiger als im „Altreich“, weil in Österreich die Entwicklung, die in Deutschland fünf Jahre gedauert hatte, in kürzester Zeit über die Betroffenen hereingebrochen ist.

Etwa 200.000 ÖsterreicherInnen wurden nach den „Nürnberger Rassengesetzen“ zu „Juden“ erklärt, wobei etwa 180.000 von ihnen tatsächlich der jüdischen Religion angehörten. Die Nazis begannen mit Berufsverboten und Ausbildungsbeschränkungen, Juden und Jüdinnen wurden in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Das erste Ziel war es, die jüdische Bevölkerung aus dem öffentlichen Leben zu drängen. Dann sollte ihr die wirtschaftliche Lebensgrundlage entzogen und nicht zuletzt: gleich ob Arm, ob Reich, ihr gesamtes Vermögen geraubt werden und dieses zumindest nach Willen der Nazi-Granden in die Kassen des „Dritten Reiches“ fließen – obwohl sich auch manch anderer dabei „bedient“ hatte.

Adolf Eichmann, ein strebsamer Biedermann im Dienste des Sicherheitsdienstes (SD) der SS, wurde nach Wien beordert, um die „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ aufzubauen. „Auswanderung“ hieß die Beschönigung für das Vorhaben der Nazis, möglichst viele Jüdinnen und Juden aus Österreich zu vertreiben. Doch davor sollte sichergestellt werden, daß diese nicht mehr als die notwendigsten Habseligkeiten mit sich nehmen konnten, der gesamte übrige Besitz wurde beschlagnahmt.
Trotz des stetig zunehmenden Terrors durch die Nazis konnten und wollten viele die Heimat nicht Hals über Kopf verlassen. Besonders älteren Menschen fiel das schwer.

Die führenden Nazis hatten schon lange auf einen Anlaß gewartet, die JüdInnenverfolgung zu verschärfen. Sie brauchten einen Vorwand, mit dem sie diese v.a. auch gegenüber dem Ausland rechtfertigen und gegenüber der eigenen Bevölkerung die Akzeptanz dafür erhöhen konnten.


Der 9. November 1938 – die Bedeutung des Novemberpogroms

Der 17-jährige Herschel Grynszpan schoß am 7. November in Paris als Protest gegen die JüdInnenverfolgung auf den deutschen Diplomaten Ernst v. Rath, nachdem seine Eltern und Geschwister aus Deutschland nach Polen abgeschoben worden waren. Nachdem Rath kurz später starb, organisierte Joseph Goebbels am 9. November 1938 eine reichsweite Aktion gegen die jüdische Bevölkerung, welche als „spontaner Ausbruch des Volkszorns“ getarnt wurde.

Diese Aktion wurde wegen der gelegten Feuer, welche sich in den zerbrochenen Fensterscheiben wie „Kristalle“ spiegelten beschönigend „Reichskristallnacht“ genannt. Diese Nacht dauerte tatsächlich mehrere Tage und Nächte. Nun wurden tausende jüdische Wohnungen und Geschäfte geplündert, zerstört und „arisiert“. 42 Synagogen und Bethäuser wurden in Brand gesteckt und verwüstet. Nicht nur in Wien, auch in den kleineren österreichischen Städten wie Innsbruck kam es zu blutigen Übergriffen. Zahlreiche Menschen starben in Österreich während des und nach dem Novemberpogrom an den Folgen der Mißhandlungen oder nahmen sich aus Verzweiflung das Leben.

6547 Jüdinnen und Juden wurden in Wien im Zuge des Novemberpogroms verhaftet, 3700 davon ins KZ Dachau deportiert. Und: Die jüdische Bevölkerung wurde dazu verpflichtet für alle Schäden des gegen sie gerichteten Pogroms aufzukommen!

Das Novemberpogrom war der entscheidende Schritt, die begonnenen Entrechtungs- und Beraubungsmaßnahmen gegen Juden und Jüdinnen zu vollenden. Es war aber auch eine Art „Testlauf“ der Nazis, wieviel JüdInnenverfolgung der Bevölkerung zuzumuten sei, ohne daß es zu nennenswertem Widerstand dagegen kommt.


Der Aspangbahnhof

Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann offiziell der 2. Weltkrieg in Europa. Zu diesem Zeitpunkt lebten noch etwa 70.000 Jüdinnen und Juden in Wien. Alle verbliebenen österreichischen Jüdinnen und Juden waren mittlerweile nach Wien geschickt worden. Dort lebten sie zusammengepfercht in Sammelwohnungen und -lager, unter schlechten Bedingungen und schlecht versorgt. Sie wurden registriert und mußten ab September 1941 einen gelben Davidstern tragen, wie auch die noch von Jüdinnen und Juden bewohnten Wohnungen mit einem solchen gekennzeichnet wurden, um den Behörden die Verfolgung bzw. Aushebung für die Deportationen zu erleichtern.

Die ersten Deportationen sollten noch dem zumindest vorgeblichen Ziel dienen, deutsche bzw. österreichische Jüdinnen und Juden in einem „Judenreservat“ in Polen anzusiedeln. Dieser Plan wurde aber nie verwirklicht.

Im Frühjahr 1941 forderte der neue Gauleiter von Wien, Baldur von Schirach, die Deportationen wieder aufzunehmen, um die verbliebenen jüdischen Wohnungen „freimachen“ zu können. Juden und Jüdinnen wurden erfaßt und registriert und in der Folge Listen für die Deportationen zusammengestellt.

Die Deportationen erfolgten vom Aspangbahnhof. Diese wurden zuerst mit normalen Personenwaggons der 3. Klasse, später dann mit Viehwaggons, durchgeführt und „nur“ von normaler Polizei bewacht, nicht von der SS. Zum einen wollten die Nazis wohl die Illusion einer „Auswanderung“ für die Betroffenen und die beobachtetende Bevölkerung aufrechterhalten, zum andern rechneten sie nicht mit nennenswertem Widerstand durch die Betroffenen, weil viele der aus Wien Deportierten ältere Menschen bzw. Frauen waren. Die Opfer der ersten Deportationen im Jahr 1941 wurden auf die Ghettos im besetzten Rest-Polen aufgeteilt. Arbeitsfähige kamen meist in die Zwangsarbeitslager der SS. Die meisten dieser am Anfang 1941 Deportierten sollten im Frühjahr und Sommer 1942 „Auskämmaktionen“ der SS zum Opfer fallen oder wurden zusammen mit den polnischen Jüdinnen und Juden in die Vernichtungslager gebracht. Tausende österreichische Juden und Jüdinnen wurden in Lagern wie Maly Trostinez massenhaft erschossen oder in Gaswagen ermordet.

Später führten die Deportationszüge vom Aspangbahnhof in das Ghetto Theresienstadt in der Nähe von Prag, von wo aus die Züge Richtung Vernichtungslager Treblinka, Sobibor, Auschwitz bzw. Auschwitz/Birkenau gingen, welche mittlerweile schon mit riesigen Gaskammern ausgestattet waren. Mit dem Zweck möglichst viele Menschen in möglichst kurzer Zeit und – für die Mörder – möglichst „schonend“ umzubringen.

Unterdessen wurden auch österreichische Roma und Sinti (sie wurden zuerst als „Asoziale“, später als „Zigeuner“ verfolgt) von der Kriminalpolizei bzw. Gestapo beraubt und in den Lagern Lackenbach/Burgenland, Maxglan/Salzburg und St. Pantaleon/OÖ interniert. Sie wurden immer wieder zu Zwangsarbeit herangezogen. Etwa 5000 Roma und Sinti, in der Regel ganze Familien, wurden 1941 in das Ghetto Lodz deportiert und letztlich im Vernichtungslager Kulmhof/Chelmo ermordet. Ein großer Teil der verbliebenen Roma und Sinti aus Österreich wurde nach Auschwitz/Birkenau gebracht und ermordet, nur wenige überlebten. Bei der Befreiung des Lagers Lackenbach durch die Rote Armee waren dort noch höchstens 400 Häftlinge.

Nach 40 großen und vielen kleineren Transporten aus Wien lebten von 200.000 österreichischen Jüdinnen und Juden 1945 noch etwa 5000 in Wien. Sogar noch in den letzten Tagen der Kämpfe um Wien verübte eine SS-Einheit ein Massaker an neun hier verbliebenen Juden.

15 bis 20.000 österreichische Jüdinnen und Juden, welche sich nach der Flucht in die Tschechoslowakei, nach Belgien und Frankreich schon in Sicherheit geglaubt haben, fielen nach der Eroberung dieser Länder durch die deutsche Wehrmacht ihren Mördern in die Hände.

6 Millionen europäische Juden und Jüdinnen sind der Shoa, auch „Holocaust“ genannt, zum Opfer gefallen, mindestens 65.500 davon stammten aus Österreich. Diese Zahl ist eine Mindestzahl, da viele Ermordete namenlos oder auch „staatenlos“ waren und deshalb nicht als österreichische StaatsbürgerInnen erfasst wurden. Von den 11 bis 12.000 österreichischen „Zigeunern“ wurden zwischen 1938 und 1945 schätzungsweise 9500 ermordet, etwa 2000 überlebten die Deportationen. Zudem sind zigtausende „Erbkranke“ (Behinderte), „Asoziale“, ZeugInnen Jehovas, ZwangsarbeiterInnen, Deserteure und „Wehrkraftzersetzer“, Homosexuelle, Kriminelle und politische GegnerInnen bzw. WiderstandskämpferInnen aus Österreich der Mordmaschinerie der Nazis zum Opfer gefallen.


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Als Wien verloren ging

Meine Mutter war eine richtige Wienerin. Sie ist in der Leopoldstadt aufgewachsen, vor allem aber im Prater. Im Haus wohnten Praterattraktionen aller Arten. Der Prater war ihr Lebensumfeld. Bis sie weit über 90 Jahre alt war gab es nichts Schöneres als mit der Liliputbahn durch den Prater zu fahren und anschließend im Jägerhaus Powidltatschkerln zu essen. Es gab kaum einen Wiener Gassenhauer, den sie uns nicht vorgesungen hätte.
Ihre Mutter war noch als Kind aus Mähren nach Wien gekommen, ihr Vater als junger Mann aus Polen. Eine typische Wiener Familie. Der Vater war Eisenbahner, Sozialdemokrat, auch ein Haustyrann, aber das war in dieser Generation wohl ziemlich normal.
Meine Mutter hat immer behauptet, erst die Nazis hätten den Antisemitismus mitgebracht, vorher sei sie in Wien nie damit konfrontiert gewesen. Davon hat sie sich auch durch alle historischen Erkenntnisse nicht abbringen lassen.

Am 9. November 1938 waren meine Mutter und ihre drei älteren Schwestern schon arbeitslos. Und damit beschäftigt, sich Visa für England zu besorgen. Der Vater hatte dekretiert, dass die Kinder weg müssten aus Österreich. Er, so sagte er, und die Mutter könnten bleiben, sie seien alt und er habe hier seine Pension als Eisenbahner, was sollte ihnen schon passieren.
An diesem 9. November wurde sie, die Jüngste, zur Großmutter geschickt, die ganz in der Nähe wohnte, um etwas Mehl auszuborgen. Sie sah die wildgewordenen Horden durch die Straßen rennen, die Großmutter schickte sie weg. „Geh schnell nach Hause, heute soll niemand auf der Straße sein“, hat sie ihr gesagt.
Die Wohnung bestand aus einem Zimmer, einem Kabinett und einer Küche. Die hatte ein Fenster zum Gang hinaus. An diesem Abend wurde das Licht in der Küche abgedreht, die Türe zum Zimmer fest geschlossen, die Fenster ebenfalls.
So haben sie den ersten Abend der Reichspogromnacht verbracht.

An einem der nächsten Tage holte man meine Mutter und ihre Schwestern aus der Wohnung und trieb sie mit anderen Juden durch den geliebten Prater, wo ihr Menschen, die ihr so vertraut gewesen waren, wüste Beschimpfungen zuriefen. In jener Sprache, die immer auch die ihre gewesen war.
Auch als sie schon im Zug nach England saß, dachte sie nicht, dass ihr Wien für immer verloren war. Sie hoffte die große weite Welt zu sehen und ihren Eltern später davon berichten zu können.

Meine Großeltern – der tyrannische Vater und die lustige Mutter – sind vom Aspangbahnhof aus in den Tod verschleppt worden.
Man hat sie im Sommer 1942 mit dem Zug bis Maly Trostinec geschafft. Wie ich erst sehr viel später herausgefunden habe, hat man ihren Transport, der an einem Freitag dort in Weißrussland ankam, bis Montag einfach stehen lassen. Geschlossene Waggons, kein Wasser, kein Essen, in der Hitze des Sommers.
Die Erschießungsmannschaft in Maly Trostinec arbeitete am Wochenende nicht.
Am Montag wurden sie dann ermordet.

Ich war dort, in Maly Trostinec, wo bis vor kurzem nur eine Erinnerungsstätte für die gefallenen sowjetischen Soldaten zu finden war.
Als ich jung war, wollte ich mir nicht vorstellen, was in meinen Großeltern vorgegangen sein mochte. Auf dieser Fahrt in den Tod.
Weil ich es mir auch nicht vorstellen konnte. Ich versuchte mich zu trösten indem ich dachte, sie seien alt gewesen, hätten ihr Leben gelebt. Erst nach und nach ist mir bewusst geworden, wie sehr ich mich damit selbst belogen hatte.

Und jetzt sind wir also hier. 80 Jahre nach dem Beginn jenes Krieges, der gezeigt hat, wozu Menschen fähig sind. Der gezeigt hat, was Menschen bereit sind, anderen Menschen anzutun.
Wir, die Nachgeborenen, haben uns in der falschen Hoffnung gewiegt, dass es nie wieder so weit kommen werde.
Wir haben uns geirrt.
Aber wir sind noch da.
Haben noch eine Stimme.
Können noch sagen, was nicht passieren darf.
Wir können nicht zulassen, dass wieder Menschen zu Personen zweiter Klasse gemacht werden.
Es gibt kein lebenswerteres und weniger lebenswertes Leben.
Es gibt nur eine Menschenwürde.
So wie jeder von uns nur ein Leben hat – und das Recht, dieses so gut, sicher und geborgen zu verbringen wie möglich.

In diesem 21. Jahrhundert scheinen wir plötzlich und unerklärlicherweise in eine Art postmodernes Mittelalter geraten zu sein.
Junge Menschen tun so, als hätten sie nicht mehr die Pflicht, sich an das zu erinnern, was in diesem Land geschehen ist und was jederzeit wieder geschehen kann, wenn wir nicht aufpassen.
Auch dazu muss unsere Stimme dienen. Dieser falschen Idee vom gesellschaftlichen Leben müssen wir jederzeit und überall energisch entgegentreten.
Das sind wir den Gefolterten, Gequälten, den Ermordeten von damals schuldig.
Und das sind wir den kommenden Generationen schuldig, die uns zurecht fragen werden, was wir dem Ungeist, der neuerdings wieder den Kopf hebt, entgegengesetzt haben.
Meine Generation hatte das große Glück in relativem Frieden heranzuwachsen. Wer sind wir, dass wir glauben dieses Glück nicht auch für unsere Kinder und Enkelkinder bewahren zu müssen?
Und wenn die Kinder heute über Klimaschutz sprechen, dann sprechen sie durchaus auch über den Schutz des Menschen, jedes Menschen.
Es darf nie wieder zu Massenmord kommen.
Und die Politik darf einfach nicht den Interessen Weniger dienen, sie muss dem Schutz aller verpflichtet bleiben.
„Nie wieder!“ muss heute auch heißen – nie wieder wegschauen, nie wieder zulassen, dass die Unmenschlichkeit die Oberhand gewinnt und uns allen das Leben diktiert – oder auch den Tod.

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Details

Datum:
9. November
Zeit:
18:00
Veranstaltungskategorien:
, ,

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Datum:
9. November
Zeit:
18:00
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