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Kino & Gespräch: “…IMMER, WENN ICH NACH MAUTHAUSEN FAHR’.“

26. Januar um 15:30

Elf Stunden an sechs Nachmittagen

Ein alter Mann erzählt, spricht in die Kamera: vor ihm ein Tisch, hinter ihm ein Bücherregal. Sowohl er als auch das Aufnahmegerät werden sich Stunden lang kaum bewegen. Aus dem Off stellt jemand hin und wieder Fragen, greift aber nur selten in den Erzählfluss ein. Alle halben Stunden wird das Gespräch unterbrochen, ein neues Band eingelegt, technische Durchsagen verlautbart, das Interview fortgesetzt: Simon Wiesenthal erinnert sich. Über fünf Tage interviewte im November 1997 Albert Lichtblau für die ZeitzeugInnensammlung der USC-Shoah Foundation jenen Menschen, dessen Unermüdlichkeit, Ausdauer und Hartnäckigkeit, die TäterInnen des NS-Massenmordes an Jüdinnen und Juden vor Gericht zu bringen, zum Inbegriff geworden ist, den Millionen Opfern der NS-Diktatur Gerechtigkeit zukommen zu lassen: „Recht, nicht Rache“, so sein Credo – und dies lange gegen den Widerstand breiter Teile der postnazistischen Gesellschaften, nicht nur in Österreich. Das Schweigen zu brechen, den Opfern eine Stimme zu geben, bleibt sein Verdienst – als einer der 500 Überlebenden der 150.000 Lemberger Jüdinnen und Juden. Es ist nicht gerade leicht, dem Bogen zu folgen, den der damals 89-jährige von den Jahren an der äußersten Peripherie der Doppelmonarchie, einer jüdischen Identität, über eine Jugend im nunmehr polnischen Galizien, Studium in Prag, Arbeiten in der Sowjetunion, Verfolgung und Überleben in NS-Deutschland bis hin zu seinem Kampf für Gerechtigkeit und gegen das Vergessen nach 1945 in Österreich spannt. Simon Wiesenthal erzählt seine Geschichte manchmal schalkhaft, manchmal lachend, manchmal bewegt, bedrückt und voller Trauer, mit Tränen in den Augen: Müdigkeit oder gar Erschöpfung sind ihm dabei nicht anzusehen, vielleicht manchmal etwas Ungeduld – als habe er Wichtigeres zu tun, als sein Leben zu erzählen, als habe er noch viel zu erledigen: „Man hätte 100.000 solcher Büros gebraucht“, wird er am Ende des Gesprächs etwas resigniert über den Erfolg seiner Arbeit sagen. Dieses historische Interview ist an sechs aufeinanderfolgen- den Sonntagnachmittagen, in sechs Teilen in voller Länge zu sehen. ExpertInnen und WeggefährtInnen vertiefen nach der Präsentation in einem Gespräch das Erzählte, steuern Selbsterlebtes, Wissenschaftliches und Anekdotisches bei.

Sonntag, 26. Jänner 2020, 15:30 Uhr, Filmmuseum
“…IMMER, WENN ICH NACH MAUTHAUSEN FAHR’.“
Anschließend: Eva Blimlinger, Abgeordnete zum Nationalrat, im Gespräch mit Karl Fallend, IFK und Bertrand Perz, Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien
Interviewdatum: 19.11.1997
Länge: 118 min.

Sonntag, 2. Februar 2020, 15:30 Uhr, Filmmuseum
„WIR SIND ALLEINE – ALLEINE!“
Anschließend: Christa Zöchling, profil, im Gespräch mit Franz Vranitzky, Bundeskanzler a.D.
Interviewdatum: 20.11.1997
Länge: 92 min.

Sonntag, 9. Februar 2020, 15:30 Uhr, Filmmuseum
„NAZIS SOLLTEN UNS NICHT REGIEREN!“
Anschließend: Dagi Knellessen (VWI), im Gespräch mit René Bienert (VWI), Claudia Kuretsidis-Haider, DÖW und Heidemarie Uhl, ÖAW
Interviewdatum: 20.11.1997
Länge: 56 min.

Sonntag, 16. Februar 2020, 15:30 Uhr, Filmmuseum
„ALLES IM LEBEN HAT SEINEN PREIS, AUCH DAS ÜBERLEBEN. UND DEN ZAHL ICH…“
Anschließend: Béla Rásky und Éva Kovács (VWI), im Gespräch mit Ariel Muzicant, Ehrenpräsident der IKG-Wien
Interviewdatum: 21.11.1997
Länge: 116 min.

In Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum

Österreichisches Filmmuseum, Augustinerstraße 1, 1010 Wien

Details

Datum:
26. Januar
Zeit:
15:30
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstaltungsort

Österreichisches Filmmuseum
Augustinerstraße 1 (im Gebäude der Albertina)
1010 Wien

Details

Datum:
26. Januar
Zeit:
15:30
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstaltungsort

Österreichisches Filmmuseum
Augustinerstraße 1 (im Gebäude der Albertina)
1010 Wien