Auch im Jahr 2026 entsandte unsere Gemeinde eine Delegation jüdischer Jugendlicher aus Wien zum internationalen Bildungsprogramm „March of the Living“. Für die Teilnehmenden bedeutete die Reise nach Polen eine intensive und nachhaltige Auseinandersetzung mit der Geschichte der Shoah – und zugleich einen wichtigen Schritt in ihrem persönlichen und gemeinschaftlichen Engagement für Erinnerungskultur.
Im Zentrum stand der Gedenkmarsch von Auschwitz nach Birkenau am Holocaust-Gedenktag. Gemeinsam mit tausenden Jugendlichen aus aller Welt setzte die Delegation unserer Gemeinde ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen. Der Marsch wurde für die Jugendlichen zu einem eindrucksvollen Moment des gemeinsamen Erinnerns und der Verantwortung.
Ein wesentlicher Bestandteil der Reise waren Besuche zentraler historischer Orte, darunter die Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau sowie das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz in Krakau. Diese Programmpunkte ermöglichten es den Jugendlichen unserer Gemeinde, Geschichte nicht nur zu lernen, sondern vor Ort zu erleben und in einen persönlichen Zusammenhang zu bringen.
Besonders prägend war die Begegnung mit der Zeitzeugin Dr. Eva Umlauf, Überlebende von Auschwitz und Präsidentin des Internationalen Auschwitzkomitees. Ihre Schilderungen machten die Geschichte auf eindringliche Weise greifbar und hinterließen bei den Teilnehmer:innen unserer Gemeinde einen bleibenden Eindruck.
Den Abschluss bildete ein Konzert in der Tempel-Synagoge in Krakau. Unter der Leitung von Oberkantor Shmuel Barzilai, der eigens aus Wien angereist war, gestalteten die Jugendlichen gemeinsam mit weiteren österreichischen Gruppen einen bewegenden Moment des Gedenkens und der Hoffnung.
Die Teilnahme am „March of the Living“ ist für unsere Gemeinde weit mehr als ein Bildungsangebot. Sie ist ein zentraler Beitrag zur Weitergabe von Erinnerung, zur Stärkung jüdischer Identität und zur Förderung verantwortungsbewusster junger Menschen. Die Jugendlichen kehren mit vertieftem Wissen, neuen Perspektiven und einem gestärkten Bewusstsein für ihre Rolle in der Gesellschaft zurück.
Ein besonderer Dank gilt Awi Blumenfeld, Nathan Rosenberg und Jessica Winkelbauer, die die Jugendlichen unserer Gemeinde während der gesamten Reise engagiert begleitet und betreut haben.