Beim ersten Teil unseres diesjährigen Hadracha-Seminars stand das Thema Erste Hilfe im Mittelpunkt – allerdings nicht nur im klassischen medizinischen Sinn. Gemeinsam wurde der Frage nachgegangen: Was bedeutet Erste Hilfe eigentlich für ein Jugendzentrum?
Das Hadracha-Seminar ist ein Weiterbildungsangebot für die Madrichim, Leiterinnen und Leiter der jüdischen Jugendorganisationen. Ziel ist es, ihre pädagogischen und persönlichen Fähigkeiten sowie ihre Leadership-Kompetenzen weiterzuentwickeln und sie in ihrer verantwortungsvollen Rolle in den Jugendzentren zu stärken. Die JUKO unterstützt und organisiert dieses Weiterbildungsangebot und schafft damit Raum für Austausch, gemeinsames Lernen und die Weiterentwicklung der Jugendarbeit.
Geleitet wurde dieser erste Seminarteil von Benjamin Gilkarov, der die Inhalte wie immer mit viel Engagement, Herz und auf anschauliche und spielerische Weise vermittelte.
Dabei wurde das Jugendzentrum als lebendiger Organismus betrachtet. So wie jeder Mensch ein Herz hat, hat auch ein Jugendzentrum ein Herz – zum Beispiel seine Madrichim, die eine zentrale Rolle für das Miteinander und die Begleitung der Jugendlichen spielen. Aber auch andere Körperteile und Organe finden ihre Entsprechung im Jugendzentrum: Es gibt Hände, mit denen angepackt und gemeinsam etwas bewegt wird, und Füße, die dafür sorgen, dass ein Jugendzentrum vorwärtskommt und einen sicheren Stand hat. Präventions- und Schutzkonzepte können wiederum als eine Art Immunsystem des Jugendzentrums verstanden werden – sie helfen dabei, Gefahren zu erkennen, vorzubeugen und einen sicheren Raum für alle zu schaffen.
Gemeinsam wurde sozusagen eine „Untersuchung“ des eigenen Jugendzentrums durchgeführt: Welche „Organe“ und Körperteile braucht unser Jugendzentrum? War das gut? Wo braucht es Unterstützung? Wem fehlt vielleicht etwas, damit das Jugendzentrum gesund, stabil und handlungsfähig bleibt? Mit unterschiedlichen Methoden, Übungen und spielerischen Zugängen wurden diese Fragen erarbeitet und auf den konkreten Jugendzentrumsalltag übertragen.
Erste Hilfe im Notfall
Der zweite Teil des Hadracha-Seminars widmet sich dann der klassischen physischen Ersten Hilfe. In Kooperation mit dem Österreichischen Roten Kreuz lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie sie in Notfall- und Unfallsituationen richtig reagieren. Geübt wurden unter anderem die stabile Seitenlage, die Herzdruckmassage und das Anlegen von Verbänden. Besonders praktisch wurde es bei der Arbeit mit konkreten Notfallszenarien: In Kleingruppen überlegten die Jugendlichen, was in der jeweiligen Situation zu tun ist, worauf sie achten müssen und wie sie schnell und richtig Hilfe leisten können. So konnte sie am Ende des Kurses überprüfen, ob sie aus dem Seminar mitgenommen hatte.
Alle vier Jugendorganisationen waren beim Seminar vertreten. Damit sind die Teilnehmer:innen nun auch auf den Ernstfall besser vorbereitet und können in ihren Jugendzentren zuverlässige Ersthelfer:innen sein.
Der nächste Teil des Hadracha-Seminars findet im Oktober statt und widmet sich der psychischen Ersten Hilfe .