Festakt mit Kardinal Christoph Schönborn
im Festsaal
des Rabbinats in der IKG Wien

Die Überreichung. Foto: M. Nachtschatt
Weitere Bilder zur Veranstaltung finden Sie hier: Teil1, Teil2, Teil3, Teil4

Im Rahmen eines Festaktes, der die christlich-jüdische Beziehungen seit dem 2. Vatikanischen Konzil würdigt, wurde am 26. Oktober 2017 im Festsaal der IKG mit G“ttes Hilfe das universitäre Rabbiner Dr. David Feuchtwang D─A─CH Kompetenzzentrum für jüdische Religion, Hebräisch/Iwrit und Jüdische Studienpädagogik für den deutschsprachigen Raum eröffnet. (Ein Radiobericht zur Veranstaltung hören Sie bitte hier.)

Oberrabbiner Arie Folger. Foto: M. Nachtschatt

Nach zweijähriger Arbeit überreichte Oberrabbiner Arie Folger am 31. August 2017 Papst Franziskus I. im Vatikan im Namen dreier repräsentativer rabbinischer Organisationen ein historisches Dokument als Erwiderung zum kirchlichen Dokument Nostra Aetate Nr. 4.. Nostra Aetate ist eine der Früchte des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65), in dessen viertem Teil sich die Kirche bezüglich der von ihr erwünschten Haltung zum Judentum äußerte. Damit begann in der Kirche ein Prozess, mit dem der Antijudaismus aus den Doktrinen und Dogmen der katholischen Kirche entfernt werden sollte.

Anlässlich des 50. Jubiläums von Nostra Aetate entschieden sich die Konferenz Europäischer Rabbiner (CER), der Amerikanische Rabbinerverband (RCA) und das Oberrabbinat des Staates Israel eine gemeinsame Erklärung zu unterschreiben, die von einer internationalen orthodoxen rabbinischen Kommission verfasst wurde. Mit dem Vorsitz dieser Kommission wurde Oberrabbiner Arie Folger beauftragt.

Dieses internationale Dokument soll nun auch auf nationalen und lokalen Ebenen eine Leitlinie für die christlich-­jüdische Arbeit werden. Aus diesem Anlass hat Oberrabbiner Folger die deutsche Fassung des Textes an Kardinal Schönborn übergeben. IKG Gemeinderabbiner und Generalsekrätar des östereichischen Rabbinatsgerichtes Schlomo Hofmeister, als Leiter der interreligiösen Aufgabenbereiche des Rabbinats, führte und leitete den Festakt und die Veranstaltung.

Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister. Foto: M. Nachtschatt

Der von der Kommission erarbeitete Text streicht heraus, dass „trotz profunder theologischer Differenzen…. Religionen, moralisches Verhalten und religiöse Erziehung nicht zum Krieg, Unterdrückung und sozialen Zwängen, sondern als Einflussnahme und Inspiraton dienen sollen.“ Dies wurde von Papst Franziskus I. wortwörtlich rezipiert und auf­genommen.

Prof. Awi Blumenfeld. Foto: M. Nachtschatt

In diesem Sinne soll das, von der IKG, vertreten durch deren Präsidenten Oskar Deutsch und deren Rabbinat, sowie der KPH Wien/Krems gemeinsam getragene, Rabbiner Dr. David Feuchtwang D-A-CH Kompetenzzentrum für jüdische Religions-, Hebräisch/Iwrit- und Jüdische Studienpädagogik für den deutschsprachigen Raum als Brücke und Fundament der Beziehungen den akademischen, intellektuellen Rahmen, neben dem spirituellen bilden.

IKG Präsident Deutsch begrüßte die Gäste und Würdenträger. IKG Gemeinderabbiner Hofmeister hielt einen Vortrag über die interreligiöse Arbeit des Rabbinats der IKG und die besondere Beziehung mit der katholischen Kirche. Gründungsdirektor des Rabbiner Dr. David Feuchtwang Institutes Awi Blumendfeld hielt die Festrede. Oberrabbiner Arie Folger führte durch den Festakt und überreichte zusammen mit Präsident Deutsch und Gemeinderabbiner Hofmeister den Text Zwischen Jerusalem und Rom an Kardinal Schönborn, der in einer Rede die rabbinische Deklaration erwiderte. Violinistin und IKG Mitglied Daniela Yampolsky umrahmte die Veranstaltung musikalisch.

Die Presseberichte rund um diese Veranstaltung finden Sie hier:

Wiener Zeitung: Auf Augenhöhe angekommen

ORF-Religion: Juden und Christen stärken Zusammenarbeit

Katholischer Pressedienst: Juden und Christen stärken ihre Zusammenarbeit