JMF (Audiatur-Online): Yad Vashem: Zum 80. Jahrestag Online-Ausstellung

Zum 80. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs hat Yad Vashem eine neue Online-Ausstellung entwickelt mit persönlichen Geschichten über das jüdische Familienleben in Europa im Jahre 1939. Die persönlichen Berichte beschreiben das Fortschreiten des Zweiten Weltkriegs mithilfe von Dokumenten, Fotografien und Artefakten, die sich im Archiv von Yad Vashem befinden, und von denen viele von Holocaust-Überlebenden und ihren Familien an Yad Vashem gespendet wurden. Yad Vashem ist die bedeutendste Gedenkstätte, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert und diese wissenschaftlich dokumentiert.

„Es ist 16 Uhr. Das Geräusch des Artilleriefeuers ist ununterbrochen seit 24 Stunden… Der Lärm der Maschinengewehre und der Donner der Flugzeuge hallen über unseren Köpfen in der Luft wider und steigern den Terror. Meine Ohren und mein Kopf schmerzen. Man kann nicht hören, was gesagt wird. Nur bumm! Bumm! Bumm!… Ein Häuserblock im Stadtzentrum steht in Flammen. Plötzlich gibt es einen schrecklichen Lärm, dann Stöhnen und Schreie —Häuser stürzen in der Altstadt ein und wir rennen, um jene zu retten, die lebendig unter dem Schutt begraben wurden. Plötzlich verdunkelt sich der Himmel—eine Wolke aus Rauch liegt über der Stadt.”

Im September 1939 schrieb Mira Zabludowski diesen Tagebucheintrag bei einem Besuch bei ihren Eltern. In ihrem 56-Seiten-langen Tagebuch berichtet sie über ihre Eindrücke der ersten Monate der Besatzung Warschaus durch die Deutschen. Mira hatte Glück und konnte aus Polen nach Israel fliehen; ihr Vater starb im Juli 1940 im Warschauer Ghetto und ihre Mutter wurde mit anderen Familienmitgliedern nach Treblinka deportiert und dort ermordet.

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