JMF (Mena Watch): Warum sich Juden in Deutschland zunehmend unsicher fühlen

Von Alex Feuerherdt

Das Entsetzen über den antisemitischen Anschlag in Halle ist in Deutschland bei vielen zu Recht groß. Das wirft aber auch die Frage auf, warum judenfeindliche Angriffe anderer politischer Provenienz, etwa jene von Islamisten, deutlich weniger Empörung hervorrufen. Bisweilen begegnet man ihnen sogar mit einer gewissen Nachsicht. Und dann ist da ja noch der Volkssport „Israelkritik“. Kein Wunder, dass sich immer mehr Juden und Jüdinnen in Deutschland zunehmend unsicher fühlen.

Antisemitismusdebatten in Deutschland zeichnen sich regelmäßig dadurch aus, dass sie die Problematik und die Ausprägung des Hasses gegen Juden nicht in ihrer Gänze zu erfassen vermögen und daran kranken, dass etlichen Proponenten das eigene politische Fahrwasser wichtiger ist als eine sorgsame Analyse, die auch unangenehme Erkenntnisse einschließt. Thomas Eppinger hat es in seinem Beitrag „Der Anschlag in Halle. Protokoll eines Staatsversagens“ auf den Punkt gebracht:

„Heute gleichen so manche Tweets und Posts von Rechten dem notorischen ‚das hat nichts mit dem Islam zu tun‘ wie ein Ei dem anderen. Hier der ‚Einzeltäter‘, dort der ‚psychisch Kranke‘. Ja, Stephan B. war nicht in einer Kampfeinheit organisiert. Aber auch Einzelgänger agieren nicht im luftleeren Raum. Die ideologischen Netzwerke von Rechtsextremen im Internet stehen denen von Jihadisten nicht nach. Stephan B. hat sich seine Wahnwelt nicht allein ausgedacht. Der islamische Antisemitismus hat den rechten und linken Antisemitismus nicht ersetzt, er ist dazugekommen. ‚Jude‘ ist wieder ein Schimpfwort an deutschen Schulen. Die Diffamierung Israels ist auch in sogenannten Qualitätsmedien und den öffentlich-rechtlichen Sendern an der Tagesordnung. Übergriffe gegen Juden werden als Israelkritik verharmlost.“

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