JMF: Israelische Technologie hilft bei Rettung in Thailand

BANGKOK / JERUSALEM, 06.07.2018 (FJ) – Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen das Wetter und der schlimmste Albtraum aller Eltern: 12 Jungen und ihr Fußballtrainer harren seit zwei Wochen in einer überschwemmten Höhle in Thailand aus.

Kommunikation in Gegenden ohne Empfang
Israelische Technologie ist im Einsatz und hilft bei der großangelegten Rettungsaktion. Sie schafft eine lebenswichtige Kommunikationsverbindung von der Einsatzzentrale zu den eingeschlossenen Jungen. Thailändische Behörden hatten das israelische Unternehmen Maxtech Networks um Hilfe gebeten. Deren System erleichtert die Kommunikation in Bereichen und Gegenden ohne Mobilfunk-Empfang. Die Kommunikationssysteme, die wie Handfunkgeräte funktionieren, kosten mehr als 100.000 US-Dollar. Die israelische Firma sagte sofort „Ja“.

Mangel an zuverlässiger Kommunikation erschwerte Rettung
Der Mangel an zuverlässigen Kommunikationsgeräten behinderte frühere Rettungsversuche. Maxtech benötigt keinen Handy-Turm. Trotz der Entfernung und Tiefe kommunizieren die Geräte der israelischen Firma drahtlos miteinander. Es ist vergleichbar mit Leuchtfeuern, die von einem Hügel zum anderen sichtbar sind und nach und nach eine Nachricht in einer Art Staffel schicken. Die Technologie wurde zur Lebensader für die Jungen. So sind Unterhaltungen mit ihren Angehörigen möglich. Außerdem können die Retter in der Höhle wichtige Informationen an die Einsatzzentrale weitergeben. Weitere Maxtech-Ausrüstung aus Israel soll bald an der Tham-Luang-Höhle in Thailand eintreffen.

Rettungsaktion extrem riskant
Bei der Rettungsaktion ist ein Taucher ums Leben gekommen. Der Ex-Soldat der thailändischen Militäreinheit Navy Seals ertrank, als er auf dem Rückweg aus der Höhle war – er hatte nicht mehr genügend Sauerstoff. Der Rückweg aus der Höhle ist vier Kilometer lang. Viele Passagen sind komplett überflutet. Es drohen neue heftige Regenfälle. Dann könnte die Höhle weiter überflutet werden. Im schlimmsten Fall wären die Fußballer bis zum Ende der Monsunzeit im Oktober darin gefangen. Der Kommandeur der thailändischen Navy Seals machte am Freitag vor Journalisten deutlich, dass sie „nur noch einen begrenzten Zeitraum“ zur Rettung hätten.

Israelische Technologie hilft bei schwieriger Höhlenrettung in Thailand.

Rettung könnte in Katastrophe enden
Ein israelischer Taucher warnt: die Thai-Jungen wie geplant aus der Höhle zu retten, könnte in einer Katastrophe enden. Rafael Aroush lebt seit Jahrzehnten in Thailand. Er sagte, dass der Tod des Profitauchers unterstreiche die Schwierigkeit, die Jungen und ihren Trainer aus der Höhle zu befreien.
„Es ist sehr riskant [hinaus zutauchen]. Denken Sie darüber nach, ein Navy Seal ist gerade letzte Nacht gestorben, also wie wäre es mit einem 12-jährigen Kind“, gab Aroush zu bedenken.
Aroush und sein Sohn – beide Taucher – sind seit Donnerstag vor Ort, um bei den Rettungsbemühungen zu helfen.

Überall Wasser, schlechte Sicht und Enge
„Es gibt überall Wasser, es ist sehr, sehr, sehr eng, du gehst zwischen engen Passagen mit viel Wasser“, erklärte er am Freitag vor der Höhle stehenden Reportern. „Viele Dinge könnten schiefgehen … es könnte eine Katastrophe sein“, warnte Aroush. „Die Bedingungen sind sehr schwer. Schlechte Sicht. Gefährlich für die erfahrensten Taucher.“
Rafael habe die Höhle bereits vor 25 Jahren besucht und finde es besonders schwierig, darin zu navigieren. Erschwerend komme hinzu, dass die Jungen keine Schwimmerfahrung haben und nach zwei Wochen in der Höhle sehr schwach sind.

Fotos: Royal Thai Navy