JMF: Happy-End für Palästinenser der für die Rettung verletzter Juden bestraft wurde

Von RUTHIE BLUM 19.07.2019

Recht von Unrecht unterscheiden: Rabbiner Michael „Miki“ Mark war vor den Augen seiner beiden Kinder ermordet worden. Ein unwahrscheinlicher Helfer rettete die beiden Jugendlichen.

Diesen Monat vor drei Jahren waren Tausende von Israelis zum Begräbnis von Rabbi Michael „Miki“ Mark gekommen, dem Generaldirektor der Otniel-Jeschiwa, der bei einem Terroranschlag aus einem vorbeifahrenden Auto durch einen Palästinenser ermordet worden war.

Er war Vater von 10 Kindern und wurde getötet, als er mit seiner Frau und zwei seiner Kinder auf der Straße Nr. 60 in den südlichen Hügeln von Hebron unterwegs war. Er wurde von einem Kugelschwall getroffen und verlor die Kontrolle über sein Auto, das sich überschlug.

Während der 48-jährige Mark vor den Augen seiner verletzten Kinder, seiner 14-jährigen Tochter und seinem 15-jährigen Sohn, verblutete und seine Frau Hava bewusstlos und in kritischem Zustand war, eilte ein Beamter der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), der den Unfall für einen Autounfall hielt, der Familie zu Hilfe.

Die Familie Mark hatte sich bei dem jungen Mann aus Hebron für sein schnelles und humanes Handeln übermäßig bedankt. Er und ein palästinensischer Arzt, der einige Minuten später zu Hilfe kam, wurden von der NGO Shurat Hadin – Israel Law Center anlässlich einer Konferenz im International Convention Center in Jerusalem für ihr „herausragendes Verhalten als Bürger und für ihren Mut“ ausgezeichnet.

In einem damaligen Interview mit Israels mittlerweile nicht mehr bestehendem „Channel 2“ erzählte „A.“ – dessen Name seitdem nicht enthüllt wird –, wie er das umgestürzte Fahrzeug der Marks gesehen und am Straßenrand angehalten hatte.

„Ich habe probiert, die Tür zu öffnen, aber das Auto war komplett versperrt“, sagte er. „Ich sah wie zwei Kinder darin schrien und mich um Hilfe baten. Ich streckte meine Hand aus und versuchte zwei Minuten lang, die Tür zu öffnen, um zu den Kindern zu gelangen, die im Auto keine Luft mehr bekamen. Ich glaube, wenn diese Kinder länger im Auto geblieben wären, wären sie erstickt. In dem Schock, in dem sie sich befand, packte mich die junge Tochter sofort und klammerte sich an mich. Ich legte meine Hand auf ihren Kopf und sprach – natürlich – auf Hebräisch mit ihr. Ich sagte: ‚Hab keine Angst, hab keine Angst, ich werde dir helfen. Mach dir keine Sorgen.‘ Was ich tat, tat ich aus Menschlichkeit. Das sind Kinder. Da waren Kinder drinnen. Da waren Leute drinnen. Ich habe keine Sekunde gezögert.“

Trotz der israelischen Bemühungen, ihm zu helfen, möchte „A.“ zu seinem eigenen Schutz anonym bleiben. Die Mächtigen in Ramallah wussten genau, wer er war, und haben ihn sofort dafür bestraft, dass er verletzte Juden gerettet hatte. Als er von den Israelis dafür gelobt wurde – nicht nur, weil er ein barmherziger Samariter war, sondern weil er wieder einen Schimmer Hoffnung auf Frieden entfacht hatte – hatte ihm die PA sofort seinen Arbeitsplatz gekündigt.

Der Mord an Mark am 1. Juli 2016 hatte sich während einer dramatischen Phase der Zuspitzung des palästinensischen Terrorismus ereignet, die durch Messerattacken, Autoangriffe und Schussangriffe gekennzeichnet war. Tatsächlich war nur einen Tag davor die 13-jährige Hallel Yaffe Ariel von einem Palästinenser mit einem Messer in ihrem Schlafzimmer in Kiryat Arba ermordet worden.

Die Reaktion der PA auf den Mord an Ariel bestand darin, ein Trauerzelt für den Terroristen zu finanzieren und ihn zu würdigen. Der Terrorist war von einem freiwilligen Rettungsteam getötet worden, das es nicht rechtzeitig geschafft hatte, das Leben des jungen Mädchens zu retten.

Daher war auch niemand überrascht, dass „A.“, während er der Familie Mark half, von vorbeifahrenden Palästinensern angeschrien wurde, er solle aufhören, Juden zu helfen, und Todesdrohungen erhielt.

In einem kurz darauf auf Facebook veröffentlichten Posting sagte Yochai Damari, der Leiter des Regionalrats von Mount Hebron, dass er sich mit „A.“ getroffen habe. Er hatte um Hilfe bei der Erlangung einer israelischen Arbeitserlaubnis ersucht, nachdem er in der PA zu einem Ausgestoßenen geworden war.

Damari gab an, dass er das Ansuchen nach dem Treffen an den damaligen israelischen Verteidigungsminister Avigdor Liberman weitergeleitet habe.

„In solchen Situationen ist es unsere Pflicht als jüdische Nation, dass wir uns Menschen gegenüber, die sich wie anständige menschliche Wesen verhalten, dankbar zeigen“, schrieb Damari. „Gerade in einer Zeit wie dieser ist es wichtig, die positiven Kräfte [in der PA] zu stärken und eine klare Botschaft zu senden, dass normales und positives Verhalten wie dieses zu einer normalen und positiven Anerkennung unsererseits führt.“

 

In der Tat.

 

Dem Bericht zufolge hatte der verfolgte palästinensische Held vom Koordinator für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) die Erlaubnis erhalten, sich vorübergehend in Israel aufzuhalten. Er bekam jedoch nie eine Arbeitserlaubnis. Stattdessen war er in der PA wiederholt Morddrohungen ausgesetzt, wo er als Verräter angesehen wurde und wird, der sich gegen die Vernichtung des jüdischen Staates und seiner Bewohner stellt.

Ohne finanzielle Mittel, um seine Frau und sein Baby zu versorgen oder sie vor dem Zorn ihrer feindlichen Nachbarn zu schützen, kampierte „A.“ seit zweieinhalb Jahren in einem Zelt am Strand in Tel Aviv und lebt nur von dem Geld, das er bei Gelegenheitsjobs verdient, wenn er denn welche findet.

„A.“ erzählte von der Hölle, die seine Familie durchgemacht hat, weil er der Familie Mark zu Hilfe gekommen war: „Jedes Mal, wenn jemand [in der PA] in Erwägung zog, mich einzustellen, fragte er im Dorf herum und erfuhr, dass ich ein Kollaborateur [mit Israel] sei, weil ich [jüdischen] Menschen geholfen habe. Sie boykottieren dich [bis zu dem Punkt, dass sie] nicht einmal mehr grüßen. Einmal kam jemand zu mir nach Hause, schoss auf mich und warf einen Molotow-Cocktail. Die Palästinensische Autonomiebehörde brach in mein Haus ein und machte meiner Familie Angst. Ich bin mir sicher, dass sie mich, wenn ich zurückkehren würde, hinrichten würden.“

Von der NGO Shurat Hadin – die im Namen von amerikanischen und israelischen Opfern den Iran wegen der Finanzierung palästinensischer Terrorgruppen verklagt hatte – wurde beim Innenministerium eine Petition eingereicht, um „A.“ und seine Familie eine permanente Aufenthaltsgenehmigung für Israel zu gewähren und damit auch alle Rechte, die dies mit sich bringt, einschließlich der Arbeitsmöglichkeit.

Nach einer Fersehsendung wurde von Israelis aus dem ganzen Land der Betroffene kontaktiert, die ihre Hilfe und Geldspenden anboten. Zehntausende Schekel sowie Kleidung und Spielzeug kamen zusammen, sowohl aus anonymen Quellen als auch von bekannten Persönlichkeiten wie der Schauspielerin Gila Almagor.Am Mittwochabend kam eine Follow-up-Sendung über „A.“, dieses  Mal mit Happy-End. Erstaunlicherweise wurde das Problem in der einen Woche, seit der die erste Sendung ausgestrahlt worden war, praktisch gelöst.

„A.“ kann nun mit seiner Frau und seinem 18 Monate alten Sohn in einer sauberen und eingerichteten Wohnung zusammen leben, was zum Großteil dem Leiter des Regionalrats von Samaria, Yossi Dagan, zu verdanken ist. Auch wurde das Verfahren um eine permanente Aufenthaltsgenehmigung eingeleitet.„Als ich die Sendung [letzten Mittwoch] gesehen habe, musste ich weinen und habe mich geschämt“, sagte Dagan zu „A.“Almagor bezeichnete „A.“ als ein Mitglied der „Gerechten unter den Völkern“.

Während „A.“ Israelis von links und rechts dazu brachte, sich zu seiner Verteidigung zusammenzuschließen und sich die Schuld dafür zu geben, was er durchmachen musste, – die Palästinenser trachteten ihm nach wie vor nach seinem Leben.

In einem heuchlerischen Versuch, sich als unschuldiger Beobachter hinzustellen, veröffentlichte die PA eine Stellungnahme gegenüber Channel 12, in der sie darauf bestand, dass „A.“ jederzeit nach Hause kommen könne, wann immer ihm danach ist. – Vermutlich, um ihn dann verschwinden zu lassen. Darüber würde in den PA-gesteuerten Medien niemals berichtet werden. Sollte in Ramallah jemals darüber berichtet werden, würde der verantwortliche Journalist wohl ein ähnliches Schicksal erleiden wie „A.“.

Im Unterschied dazu ist die israelische Presse in der Lage, regelmäßig über die Vergehen der israelischen Regierung – seien sie real oder aus politischen Gründen übertrieben oder erfunden  zu berichten und tut dies auch, ohne dafür bestraft zu werden.

Quelle: www.jpost.com