Ist die FPÖ blind für die Gegenwart?

Historische Aufarbeitung kann aktuelle antisemitische Vorfälle nicht legitimieren

Wien (OTS) – Eine Aufarbeitung der Geschichte der FPÖ hat bereits stattgefunden und ist in zahlreichen Publikationen, wie z.B. in jenen von Hans-Henning Scharsach, nachzulesen. Dies nun nochmals zu tun, wie von der FPÖ angekündigt, macht keinen Sinn und eignet sich auch nicht als Feigenblatt für antisemitische Vorfälle in der Gegenwart. Vielmehr wäre es angezeigt, dass sich diese Partei endlich zu ihrer Vergangenheit bekennt und daraus die Lehren zieht.

Was wirklich nottut, ist die Durchleuchtung der Strukturen des gesamten Parteigefüges, einschließlich der Vereine, Organisationen und parteinaher Medien wie „Zur Zeit“ und „Aula“. Die Entfernung von Funktionären aus der FPÖ, die Burschenschaften angehören, wo antisemitisches Gedankengut verbreitet wird und die sich einer Aufarbeitung verweigern, wäre nur eine logische Konsequenz.
„Ein historischer Rückblick der FPÖ ist ohne Wert solange sie nicht glaubhaft gegen Antisemitismus in den eigenen Reihen vorgeht. Eine Partei, die in der Gegenwart noch immer Antisemitismus in erschreckendem Ausmaß zulässt, kann keine Zukunft haben“, so IKG-Präsident Oskar Deutsch.
Rückfragehinweis:
Israelitische Kultusgemeinde Wien,
Tel: +43  53104-105