Innovationspreis für Givat Haviva

Der Intercultural Achievement Award des Österreichischen Außenministeriums ist gestern in Wien vergeben worden. Das israelische Friedensinstitut Givat Haviva erhielt für das Projekt «Educators for a Shared Society» den Preis für das innovativste Projekt.

Givat Haviva erhält den Preis in der Kategorie Innovation für sein regionales Weiterbildungsprogramm für 400 jüdische und arabische Lehrer und Lehrerinnen in Israel. Gemeinsam lernen sie neue Bildungskonzepte für ihre Schüler und Schülerinnen zu erarbeiten, die die gemeinsame Verantwortung für die Entwicklung einer demokratischen Bürgergesellschaft in Israel betonen. 100 ausgesuchte Lehrerinnen und Lehrer erhalten darüber hinaus noch weitere pädagogische Unterstützung bei der Planung und Umsetzung bilateraler Lernprojekte zwischen jüdischen und arabischen Schulen ihrer Region.

Außenminister Kurz sagte bei der Verleihung des Preises: «Ich hege große Bewunderung für Initiativen wie Givat Haviva, die versuchen die Welt zu einem besseren Ort zu machen.»

Yaniv Sagee, der Direktor Givat Havivas nahm die Auszeichnung zusammen mit seinem arabischen Kollegen Samer Athamna im Jazzclub Porgy and Bess entgegen. In seiner Dankesrede betonte er die Symbolkraft solcher Auszeichnungen: «Dieser Preis betont die Bedeutung unserer Arbeit, sowohl innerhalb Israels als auch auf internationalem Parkett. Die Arbeit an einer gerechten und gleichberechtigten Bürgergesellschaft ist vor allem in Israel von besonderer Bedeutung», so Sagee weiter. Auszeichnungen wie diese machten das Programm auch über die Landesgrenzen hinaus zum Leuchtturmprojekt. «Gleichberechtigung und Koexistenz stärken das demokratische Fundament einer jeden Gesellschaft gegen Hetze und das Schüren von Ängsten – nicht nur in Israel», betonte Sagee.

Für Givat Haviva ist der Intercultural Achievement Award bereits die dritte wichtige Auszeichnung für seine Arbeit innerhalb der letzten zwölf Monate: Im Juni diesen Jahres erhielt Givat Haviva den Constantiner Preis für Erziehung der Universität Tel Aviv. Bereits im November 2015 wurden zwei Bürgermeister aus Givat Havivas Shared Communities-Projekt mit dem Menschenrechtspreis der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin ausgezeichnet.

Mit seinen Projekten zwischen jüdischen und arabischen Gemeinden, zu dem auch das jetzt ausgezeichnete Lehrerprogramm thematisch gehört, steht Givat Haviva Givat an der Spitze einer neuen Bewegung von Organisationen, die die Idee der Shared Society – der gemeinsamen gestalteten Bürgergesellschaft – fördern. Im Fokus dieses Ansatzes stehen Programme zur Koexistenz, die zugleich Initiativen der politischen und gesellschaftlichen Kooperation zwischen jüdischen und arabischen Gemeinden und Einrichtungen der Zivilgesellschaft verbinden. In einem Cluster von vier Gemeindepaaren im Norden des Landes erprobt Givat Haviva zurzeit diesen Ansatz mit großem Erfolg: gemeinsame Bildungsprojekte und Jugendbegegnungen sowie der Entwurf für einen Industriepark, ein Renaturierungsprojekt oder den Bau eines gemeinsamen Fußballstadions sind durch diese Kooperationen zwischen den beteiligten jüdischen und arabischen Gemeinden entstanden.

Artikel auf www.givathaviva.org