IKG-Budget 2021

Der Kultusvorstand hat in seiner Sitzung am 23. November 2020 das Budget für 2021 beschlossen. Laut Budgetvortrag von KV Elie Rosen (Atid), dem Vorsitzenden der Finanzkommission, stehen den budgetierten Einnahmen in der Höhe von 17,86 Millionen Euro Ausgabe in Höhe von 17,84 Millionen Euro gegenüber.

Die größten Nettoeinnahmequellen sind die Immobilien der Kultusgemeinde, Subventionen der öffentlichen Hand, Mitgliedsbeiträge sowie Spenden und Fundraising. Ausgabenseitig finden sich die Bereiche Sicherheit, Schulen und Stipendien, Kultus, Jugend, Kultur und Medienarbeit sowie Subventionen in Höhe von 1,07 Millionen Euro, die für Religionsleistungen an Vereine gehen.

Budget 2021

Ausgaben:17,84 Millionen Euro

Budget 2021 – Einnahmen

17,86 Millionen Euro

Hier einige wichtige Zahlen im Detail:

  • Immobilien:Im Bereich Immobilien sollen die Einnahmen 8,69 Millionen Euro betragen. 2020 erreichte die Abteilung trotz Coronakrise einnahmenseitig das Budgetziel. Im Personalbereich werde weiter schlank agiert, auch der Verwaltungsaufwand werde sich nicht erhöhen, so Generalsekretär Klaus Hoffmann. Etwas stärker zu Buche schlagen würden kommendes Jahr aber Erhaltungsreparaturen und Leerstands­kosten.
  • Fundraising:Nachdem das Fundraising 2019 einen großen Sprung vorwärts machte, wurden auch heuer trotz der pandemiebedingt schwierigen Rahmenbedingungen rund 1,13 Millionen Euro an Spenden lukriert. Für 2021 werden nun Einnahmen in Höhe von 1,5 Millionen Euro angenommen.
  • Mitgliederservice:Aufgrund der Coronakrise und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen konnten die für 2020 veranschlagten Einnahmen von 700.000,- Euro an Kultusbeiträgen zwar nicht erreicht werden. Hierfür sei vor allem die Zunahme an reduzierten Vorschreibungen verantwortlich. Mit den bisher eingenommenen 510.000,– Euro habe die Abteilung dennoch die Werte aus den Vorjahren übertroffen. Für 2021 werden 700.000,– Euro an Mitgliedsbeiträgen budgetiert.
  • Kultussubvention: Vereine, die für ihre Religionsleistungen subventioniert werden, erhalten 2021 Subventionen in Höhe von 1,07 Millionen Euro. Die Zuwendungen an die einzelnen Vereine blieben in Summe so hoch wie im heurigen Jahr, eine geringfügige Verschiebung ergab sich durch einen Antrag der Synagoge Bnei Avner, die ihre Subvention in Höhe von 25.000,- Euro nicht mehr über den Verein bucharischer Juden (VBJ) sondern direkt von der Kultusgemeinde beziehen wollte. Der Kultusvorstand stimmte dem zu. Weiterhin ist der VBJ der größte Subventionsempfänger (27%), gefolgt von Khal Israel (17%) und dem Verein georgischer Juden (VGJ, 15%).

Verteilung der Subventionen

für Religionsleistungen

Am 23.11.2020 beschloss der Kultusvorstand mit Zwei-Drittel-Mehrheit die Verteilung der Subventionen für Religionsleistungen an Vereine. Im Jahr 2021 stehen in diesem Topf 1,07 Millionen Euro zur Verfügung. Der größte Empfänger ist der Verein bucharischer Juden (VBJ) mit 289.000 Euro. Aus dem VBJ-Subventionsverbund ausgetreten ist die Synagoge Bnei Avner, die ihre Subvention durch die IKG nicht mehr über den Umweg des VBJ erhält, sondern direkt von der Kultusgemeinde.

Subventionen für Religionsleistungen

an Vereine nach „Nusach“ (Ritus)

Eine Auswertung nach Nusach (=Ritus) der Fördernehmer zeigt, dass rund 50,3 Prozent der Kultussubvention an aschkenasische Vereine und 49,7 Prozent an sefardische Synagogen und Bethäuser gehen.

  • Medien und Kommunikation: Für die Medien- und Kommunikationsarbeit gibt die Kultusgemeinde etwas weniger als 390.000,– Euro aus. Davon werden sowohl der Insider als auch die Homepage der Gemeinde sowie sämtliche Newsletter und zahlreiche Grafikarbeiten für diverse Abteilungen finanziert. Inkludiert in diesem Budgetposten ist auch der Zuschuss an die JMV GmbH, die u. a. das Magazin WINA herausgibt. Diese Kosten sinken von Jahr zu Jahr und werden im heurigen Jahr erstmals weniger als 300.000,– Euro betragen.
  • Soziales und Schulstipendien: Mit dem Budget für Soziales werden armutsgefährdete Menschen und jene in Notlagen unterstützt. Es wird aber auch Kindern mit Stipendien der Besuch einer jüdischen Schule ermöglicht, wenn die Eltern nicht oder nicht zur Gänze für das Schulgeld aufkommen können. Für 2021 wurden erneut 350.000,– Euro für Schüler und Schülerinnen der ZPC-Schule veranschlagt.
  • Sicherheit: Waren für das heurige Jahr 3,73 Millionen Euro an Sicherheitskosten budgetiert, werden für 2021 rund 3,95 Millionen Euro veranschlagt. Dem stehen erwartete Einnahmen in der Höhe von 2,41 Millionen Euro gegenüber.

Im Rahmen der Debatte über den Budgetknoten „Sicherheit“ wurde auch das angekündigte Gesetz zur Absicherung des österreichisch-jüdischen Kulturerbes diskutiert. Zunächst klärte Präsident Deutsch darüber auf, dass das Gesetz eine jährliche, zweckgebundene Zuwendung in der Höhe von 4 Millionen Euro an die Israelitische Religionsgesellschaft Österreich (IRG) vorsieht, die diese Mittel bundesweit einsetzt. Sobald das Gesetz beschlossen und in Kraft ist, werde sich der Kultusvorstand mit budgetären Anpassungen für die IKG Wien befassen können.

(Red.)