Gig des Ultranationalen „Thompson“ in OÖ in letzter Minute abgesagt

Kremsmünster (APA) – Ein für Samstag in der Bezirkssporthalle Kremsmünster geplantes Konzert des kroatischen, ultranationalen Sängers Marko Perkovic alias „Thompson“ ist in letzter Minute abgesagt worden. Grüne, SPÖ sowie Antifaschisten hatten sich im Vorfeld über den Gig empört. Bürgermeister Gerhard Obernberger (ÖVP) teilte am Donnerstagmittag der APA mit, dass es abgesagt wird.

„Wenn man schon im Vorhinein weiß, dass eine Veranstaltung der Aufhetzung einer Gruppe in unserer Gesellschaft gegen eine andere dienen soll, dann muss diese Veranstaltung untersagt werden – dafür gibt es auch eine rechtliche Handhabe“, hatte der Grüne Nationalratsabgeordnete Karl Öllinger am Vormittag gefordert. Er erinnerte daran, dass 2008 ein Konzert von Perkovic, der sich nach der Marke seiner Maschinenpistole „Thompson“, die er im Jugoslawienkrieg verwendete, benannte, in Kärnten untersagt wurde. Auch Auftritte in der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden wurden schon verboten.

Der Vorsitzenden des Mauthausen Komitee, Willy Mernyi, bezeichnete es als „Schande, wenn Juden- und Serbenhasser ihre menschenverachtende Ideologie“ verbreiten dürften. Daher forderte er im Namen der Mauthausen-Überlebenden den Landeshauptmann, den Bürgermeister und den Gemeinderat von Kremsmünster sowie die Sicherheitsbehörden auf, „alles zu tun, damit dieses rechtsextreme Konzert noch abgesagt wird.“
Oberösterreich darf nicht zum Schauplatz rechtsextremer Treffen und Veranstaltungen werden“, meinte auch die Geschäftsführerin der SPÖ Oberösterreich, Bettina Stadlbauer. Es liege am neuen Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) zu zeigen, „wo er in der Sache steht.“

Bereits 2007 hatte das Simon-Wiesenthal-Center darauf hingewiesen, dass bei Thompson-Konzerten ultranationalistisches Gedankengut verbreitet werde und manchmal Verbrechen des faschistischen Ustasa-Regimes verherrlicht würden.

Aussendung von Mag. Fastenbauer