Am letzten Sonntag, genau 40 Jahre nach dem Anschlag auf den Stadttempel vom 29. August 1981, gedachte die IKG Wien gemeinsam mit Vertreterinnen aus der Politik und der Polizei den Ereignissen von damals. Unter den Gästen befanden sich Zeitzeugen wie Markus Kohn, der aus London angereist war und Juwal Grauss aus Wien, die als Kinder den Anschlag verletzt überlebt haben. Elvira Glück, die damals die Türen der Synagoge verriegelt hat und Rudolf Vesztergombi, der mit einem Schuss einen der Attentäter zum Boden streckte, waren ebenso dabei. Durch Mut und Geistesgegenwart haben sie damals noch Schlimmeres verhindern können. Und auch der Polizist Kurt Hager war mit anwesend, der den zweiten Attentäter festnahm.
„Der Schmerz um den Verlust meines Vaters wird gelindert, weil ich weiß, dass auch 40 Jahre später so viele Menschen seiner gedenken, und auch wenn ich heute nicht dabei sein kann, weiß ich, dass die jüdische Gemeinde stark und sicher in die Zukunft blickt“, zitierte IKG Präsident Oskar Deutsch aus dem Brief von Erika Freudiger, die in Israel lebende Tochter von Nathan Fried, s. A., der beim Attentat getötet wurde. Auch Ulli Sarah Kohut, s. A., wurde beim Attentat tödlich getroffen, als sie sich über den Kinderwagen vom damals dreijährigen Markus Kohn beugte, um ihn zu schützen.
Nach diesem Anschlag begann die massive Professionalisierung der Sicherheitsarbeit der IKG und die stetig verbesserte Kooperation mit den Sicherheitsbehörden, die heute europaweit als Vorbild für den Schutz jüdischer Einrichtungen dient. Heute investiert die IKG jährlich mehr als 20 % ihres Budgets in die Sicherheit ihrer Mitglieder, Mitarbeiter und Objekte.
„Wahrscheinlich wäre noch mehr nötig, denn letztlich macht dieses hohe Schutzniveau vielfältiges und selbstbewusstes jüdisches Leben, wie wir es kennen, erst möglich. In letzter Zeit hatten wir es besonders stark mit zwei Formen des Antisemitismus zu tun: Verschwörungsmythen sowie Shoah-Verharmlosung im Zuge der Corona-Pandemie und extrem bedrohlichen Israel-bezogenen Antisemitismus. Wie gefährlich israelbezogener Antisemitismus ist – auch daran erinnert uns dieser Jahrestag. Wir werden Nathan Fried und Ulli Sarah Kohut nie vergessen!“ Oskar Deutsch, Präsident der IKG Wien
In der aktuellen Ausgabe von WINA zeichnet Oliver Das Gupta anhand von Zeitzeugengesprächen  die dramatischen Ereignisse vom 29. August 1981 nach: »www.wina-magazin.at/1981-attentat/