Israelitische Kultusgemeinde trauert um Prof. Rudolf Gelbard

Utl.: Präsident Deutsch: „Rudi Gelbard wird uns fehlen. Er war ein enger Freund und Mitstreiter“

Wien (OTS) – In der Nacht auf Mittwoch, den 24. Oktober, ist Prof. Rudolf Gelbard nach langer schwerer Krankheit gestorben.

Rudolf Gelbard wurde 1930 in Wien in eine jüdische Familie geboren. Mit seinen Eltern wurde er 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, das er als eines der wenigen Kinder überlebte. Seine frühen Erfahrungen von Demütigungen in der Kindheit, die Erlebnisse während der Novemberpogrome und schließlich die Deportation nach Theresienstadt, wo er einen Teil seiner Kindheit und Jugend verbringen musste, wurden für Rudolf Gelbard zu einer Triebkraft, sein Leben dem Kampf gegen Neofaschismus zu widmen und sich für Israel zu engagieren.

Bei vielen, auch handgreiflichen Auseinandersetzungen mit der radikalen Rechten, wie bei den Schillerfeiern oder den Demonstrationen gegen den Universitätsdozenten Borodajkewycz stand Rudi Gelbard in der ersten Reihe. Sein Wissen und seine Erfahrungen vermittelte er über Jahrzehnte als Zeitzeuge an Schulen und im Rahmen seiner umfangreichen Lehrtätigkeit. Mit seiner Konsequenz, Unbestechlichkeit und Courage hat Rudi Gelbard wesentlich dazu beigetragen, den Menschen in Österreich nach 1945 zu einem Gewissen zu verhelfen. Dass seine Arbeit und sein unermüdlicher Einsatz Anerkennung und Respekt fanden, zeigt sich nicht zuletzt an den zahlreichen Ehrungen, die Prof. Rudolf Gelbard zuteilwurden. Ein großes Anliegen war es ihm, möglichst viele Menschen zu erreichen, was insbesondere mit der Dokumentation seiner Lebensgeschichte in dem Film „Der Mann auf dem Balkon“, der auch im Fernsehen gebracht wurde, gelungen ist. Noch vor wenigen Jahren wirkte er bei der Zeitzeugenproduktion „Die letzten Zeugen“ am Wiener Burgtheater mit, bei der Zeitzeugen über ihr Schicksal berichteten. Diese Produktion wurde in der Folge auch in Deutschland gezeigt.

„Wir werden Rudi Gelbard als einen erfahrenen und verlässlichen Mitstreiter vermissen. Mit ihm verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit und einen engen Freund“, so die Worte von IKG-Präsident Oskar Deutsch.
Die Israelitische Kultusgemeinde wird Prof. Rudi Gelbard stets ein ehrendes Andenken wahren.

Das Begräbnis findet am Donnerstag, den 25. Oktober 2018, um 16.30 Uhr, am Zentralfriedhof, IV. Tor, statt.

Foto: Daniel Shaked für Wina