Boykott israelischer Sportler: Jetzt Konsequenzen ziehen

Wien (OTS) – Die Ausgrenzung von Sportlern aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit durch Malaysia ist ein grober Verstoß gegen olympische Prinzipien. Die nationalen und internationalen Sportverbände sind aufgerufen, dagegen vorzugehen. „Es braucht eine internationale Initiative. Malaysia müsste vor die Wahl gestellt werden: Entweder mit allen Sportlern aus allen Staaten, die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees sind, oder keine internationalen Großereignisse in Malaysia“, so Oskar Deutsch, Präsident der österreichischen jüdischen Gemeinden: „Intoleranz darf nicht toleriert werden.“

Vor wenigen Tagen wurde die Entscheidung der malaysischen Regierung bekannt gegeben, israelische Sportlerinnen und Sportler die Teilnahme an der Paralympischen Schwimmweltmeisterschaft im Sommer 2019 zu verwehren. „Damit entgeht diesen Sportlern auch die Chance, sich für die Paralympics im Jahr 2020 zu qualifizieren. Diese Diskriminierung darf nicht hingenommen werden. Das wäre eine Einladung für Nachahmer. Es braucht eine probate Reaktion auf eine Ausgrenzung aufgrund eines Reisepasses oder Religionsbekenntnisses“, sagt Oskar Deutsch.

Der Kultusvorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien hat am 21. Jänner 2018 einstimmig beschlossen, das Österreichische Paralympische Committe (ÖPC) und das Österreichische Olympische Comittee (ÖOC) aufzurufen, im Einklang mit den internationalen Verbänden den Druck auf Malaysia zu erhöhen. Entsprechende Aufrufe sind bereits an ÖPC und ÖOC ergangen. „Sollte es beim Boykott israelischer Schwimmer bleiben, die übrigens sowohl jüdisch als auch muslimisch oder christlich sein können, müsste der Austragungsort verlegt werden“, so Deutsch. Jedes Land, das keine Menschen diskriminiert, komme infrage. „Wie in Österreich dürften selbstverständlich auch in Israel Sportler aus Malaysia oder dem Iran einreisen und an Wettkämpfen teilnehmen.“

 

Rückfragehinweis:
Israelitische Kultusgemeinde Wien,
Tel: 01 53104-105