Ausstellungen

… unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten. Die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück

Ausstellungsdauer:

17. Oktober 2019 bis 20. März 2020, jeweils zu den Öffnungszeiten der Fachbereichsbibliothek

Ausstellungsort:
Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte, Campus der Universität Wien,
1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Im Zentrum der Wanderausstellung steht die Arbeit des medizinischen Häftlingspersonals im Krankenrevier des KZ Ravensbrück. Das Begleitprogramm bietet Fachvorträge sowie einen „Porträt-Abend“ mit Schwerpunkt auf die Österreicherinnen im Häftlingskrankenrevier.

DIE GERECHTEN – COURAGE IST EINE FRAGE DER ENTSCHEIDUNG

Ausstellungsdauer:
19. Februar – 24. Mai 2020

Ausstellungsort:
Schlossmuseum Linz, Schlossberg 1, 4020 Linz

Die israelische Holocaustgedenkstätte Yad Vashem ehrt Menschen, die während des Naziregimes jüdischen Mitbürger/innen ohne Gegenleistung geholfen haben zu überleben oder auszuwandern. Weltweit wird solchen Personen der Ehrentitel „Gerechte unter den Völkern“ verliehen.

Der Verein „Die österreichischen Freunde von Yad Vashem“ initiierte in Zusammenarbeit mit der Johannes Kepler Universität Linz ein Projekt, das speziell die österreichischen Gerechten vorstellt. Unter der wissenschaftlichen Leitung von a. Univ. Prof. Dr. Michael John und Univ. Prof. Dr. Albert Lichtblau entstand so eine Ausstellung, in der die Zeit des NS-Terrors in Österreich und die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung bis hin zum Holocaust dargestellt und vermittelt wird.

Im Zentrum dieser Präsentation stehen mutige Menschen, die oft einsame und häufig lebensgefährliche Entscheidungen trafen. Wie konnte es ihnen gelingen, ihre jüdischen Mitbürger/innen vor der Vernichtung durch die NS-Schergen zu bewahren.

Weitere Informationen: siehe PDF-Download

Ende der Zeitzeugenschaft?

Ausstellungsdauer:
10. November 2019 bis 13. April 2020

Ausstellungsort:
Salomon Sulzer Saal,
Schweizer Str. 21, 6845 Hohenems

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ)

Die Zeitzeugenschaft des Holocaust geht ihrem Ende entgegen. Nur noch wenige Überlebende der NS-Herrschaft können aus eigener Erfahrung sprechen – oder von jenen Menschen berichten, die im Holocaust ermordet wurden. Was bleibt, sind literarische Zeugnisse und unzählige Videointerviews der Überlebenden – sowie die Frage danach, wie wir in Zukunft mit dieser Erbschaft umgehen wollen. Grund genug, den Blick auf die Geschichte der Zeitzeugenschaft zu richten, die komplexe Beziehung zwischen Zeitzeugen und Interviewer, Medium und Gesellschaft zu erkunden.

Dabei steht die Erinnerung an die Shoah, wie sie in Interviews und Aufnahmen von öffentlichen Auftritten der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen überliefert ist, im Fokus. Sie wird zur Erzählung – einem Trauma abgerungen und zugleich das Produkt von Beziehungen und Interessen, abhängig von ihrem jeweiligen Kontext in Politik und Gesellschaft, vor Gericht oder Schulklassen, für die Forschung, das Fernsehen oder Kino.

Die Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“ hinterfragt die „Gemachtheit“ der Zeitzeugeninterviews und ihre gesellschaftliche Rolle seit 1945; und gibt Einblicke in die Video-Sammlung des Jüdischen Museums Hohenems, in Interviews die bislang nie gezeigt wurden.

UNERWÜNSCHTES KINO: Vertriebene Filmschaffende in Wien und Budapest 1933–1938

Ausstellungsdauer:
18. Oktober 2019 bis 31. Jänner 2020

Ausstellungsort:
METRO Kinokulturhaus, Johannesgasse 4, 1010 Wien

Der Ausschluss jüdischer Filmschaffender aus der deutschen Filmproduktion ließ nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im März 1933 nicht lange auf sich warten. Vertrieben aus Deutschland, flohen
viele von ihnen in die angrenzenden Länder. Doch auch hier wurde es für sie zunehmend unmöglich, Arbeit bei den etablierten Produktionsunternehmen zu finden. In dieser Situation bildete sich um Wien und Budapest eine unabhängige Produktionslandschaft heraus – das Unerwünschte Kino. Das Filmarchiv Austria beleuchtet diesen kaum bekannten Teil der österreichischen Filmgeschichte und präsentiert zahlreiche Objekte und Dokumente aus der eigenen Sammlung.
Ab 1934 waren Jüdinnen und Juden nicht nur in deutschen, sondern in allen Filmen unerwünscht, die auf deutschen Leinwänden gezeigt werden sollten. Auch die großen österreichischen Produktionsfirmen beugten sich dieser Vorgabe. Deutschland war einer der wichtigsten Exportmärkte für österreichische Filme. Als Reaktion auf diese Entwicklung begannen unabhängige Hersteller für den internationalen Markt zu produzieren. Die zentralen Produktionsorte des Unerwünschten Kinos waren insbesondere die Donaumetropolen Wien und Budapest. Zwischen 1934 und 1937 entstanden rund zwei Dutzend Filme, die eine Nische für die nunmehr unerwünschten SchauspielerInnen, RegisseurInnen, ProduzentInnen, CutterInnen, AutorInnen und Kameraleute boten. Die Bandbreite der Filme reichte von virtuos inszenierten Musikfilmen über Komödien nach dem Vorbild der amerikanischen Screwball-Comedy bis hin zu
klassischen Dramen

Nicht mehr verschüttet. Jüdisch-österreichische Geschichte in der Wiener Malzgasse

Ausstellungsdauer:

Ausstellungsort:
Haus der Geschichte Österreich
Österreichische Nationalbibliothek

In der Malzgasse 16 im 2. Wiener Gemeindebezirk befanden sich vor 1938 eine Talmud-Thora-Schule, eine Synagoge und das erste Jüdische Museum Wiens – gleichzeitig das erste jüdische Museum weltweit. Seit 1955 befindet sich auf diesem Standort die Talmud-Thora-Schule Machsike Hadass, eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht. Anfang 2018 hat der Schulverein hier bislang unbekannte Kellerräume entdeckt, die vollständig mit Abbruchmaterial gefüllt waren. Archivrecherchen ergaben: Im Zuge des Novemberpogroms wurden die Synagoge und die Schule zerstört. Im Jahr 1939 musste das Haus für ein Altersheim adaptiert werden, das Abbruchmaterial wurde in die Kellerräume verbracht, darunter waren auch Gegenstände aus der nicht mehr existenten Synagoge und Schule und des aufgelösten Jüdischen Museums. Der Aushub des Schuttmaterials brachte erstaunliche Fundstücke zu Tage – Fundstücke, die mit der vielschichtigen und wechselvollen Geschichte des Hauses unmittelbar verbunden sind. Sie sind materielle Zeugnisse eines regen jüdischen Lebens vor 1938, aber auch von dessen Zerstörung. Nicht zuletzt durch seine Nutzung als Sammellager für die Deportation der österreichischen Jüdinnen und Juden 1941/42 ist die Malzgasse 16 eine Adresse von österreichweiter Bedeutung. Das hdgö präsentiert diese einzigartigen Funde jüdisch-österreichischer Geschichte erstmals öffentlich. Mehr darüber auf Wina-Das jüdische Stadtmagazin

Die letzten Europäer. Jüdische Perspektiven auf die Krisen einer Idee | Die Familie Brunner. Ein Nachlass

Ausstellungsdauer:

Ausstellungsort:
Salomon-Sulzer-Saal, Schweizer Str. 21, 6845 Hohenems

75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist Europa von einem Rückfall in nationalistische und fremdenfeindliche Ideologien bedroht.

Der europäische Imperativ „Nie wieder!“ wird von Vielen in Frage gestellt, auch hier in Österreich. Zugleich entdecken Europas Nationalisten ihre eigene Fantasie vom „christlich-jüdischen Abendland“ – als Kampfbegriff gegen Zuwanderung und Integration. Die Werte der Aufklärung, die die Grundlage europäischer Verständigung nach den Katastrophen des 20. Jahrhunderts bildeten, werden in ihr Gegenteil verkehrt und zum Mittel der Abschottung und der Ausgrenzung.

Ausgangspunkt für die Ausstellung „Die letzten Europäer. Jüdische Perspektiven auf die Krisen einer Idee“ ist eine Schenkung an das Jüdische Museum Hohenems, bestehend aus Briefen und Dokumenten, Memorabilia und Alltagsgegenständen der Hohenemser Familie Brunner, die sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Triest aufmachte, um zu der rasanten Entwicklung der habsburgischen Mittelmeermetropole beizutragen. Ihr steiler sozialer und kultureller Aufstieg endete in der Entwicklung Europas zu einem Kontinent des gegenseitigen Hasses und zwei Weltkriegen.

Vor diesem Hintergrund blickt das Jüdische Museum Hohenems auf jüdische Individuen, die angesichts der Zerstörung Europas und der versuchten Vernichtung der europäischen Juden nationale und kulturelle Grenzen überschritten und die universelle Geltung von Menschenrechten erneut vehement einforderten. Anhand ihres Engagements für ein geeintes und friedliches Europa erkundet die Ausstellung gleichzeitig dessen neuerliche Bedrohung. Parallel dazu wird sie Ort einer offenen Debatte über die Zukunft Europas sein, die 2020 und 2021 im Jüdischen Museum Hohenems – in Zusammenarbeit mit der Central European University in Wien – geführt werden soll. Ein Jahr lang wird Hohenems so zu einer „Very Central European University“.