Ausstellungen

FÜR DAS KIND

Ausstellungsdauer:

ab 10.12.2018

Ort: 

Wiener Urania, 1010 Wien, Uraniastraße 1/ Hauptstiege 1. – 2. Obergeschoss

Öffnungszeiten: Montag – Freitag 9 – 20 Uhr,
Samstag, Sonntag und Feiertag
Besuch nur nach Vereinbarung möglich, info@millisegal.at,
Führungen nach Vereinbarung

80 Jahrestag des 1. Transportes am 10. Dezember 1938 von Wien Westbahnhof nach London – Liverpool Station

Museum zur Erinnerung

Der Kindertransport zur Rettung jüdischer Kinder nach Grossbritannien 1938/39

Kuratiert von Rosie Potter und Patricia Ayre

Für das Kind“ ist all denen gewidmet, die 1938/39 in Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und in Polen, zehntausend Kindern – hauptsächlich jüdischen – halfen, der Tötungsmaschinerie des Nazi Regimes zu entkommen und ihr Überleben zu sichern.

In einer Zeitspanne von 9 Monaten wurden fast 100 Zugreisen von einer Anzahl tapferer, aufopfernder Menschen organisiert, die Kinder, unter 17 Jahren, unter der Schirmherrschaft des Central British Fund, aus ihren Geburtsländern in Sicherheit brachten. Die Kinder kamen mit dem Zug nach Holland, dann mit der Fähre von Hook/Holland nach Harwich und weiter mit dem Zug nach London Liverpool Station.

Dies war die hervorragende Rettungsaktion „Kindertransport“.

Der 1. Kindertransport ging am 10. Dezember 1938 von Wien Westbahnhof nach London, der letzte am 22. August 1939.

Die Bilder

23 gerahmte, an der Wand zu befestigende Iris Drucke, mit Texten auf das Glas graviert

Die Ausstellung ist eine Zahl von Kunstdrucken, Bilder von den Objekten, die, die Kinder mit sich auf ihre Reise – in eine unbekannte Zukunft -nahmen. Jeder von den 23 Drucken in dieser Ausstellung zeigt ein Köfferchen mit den verschiedenen Besitztümern dieser Kinder.

Jedes Kind durfte nur einen Koffer mitnehmen. Der Inhalt war streng vorgeschrieben – es durften keine Schmuck- oder Wertgegenstände, kein Geld, Musikinstrumente oder Kameras dabei sein.

Meist fuhren die Züge mitten in der Nacht ab, nur kurz davor erfuhren die Eltern den Termin und es gab keine Zeit für lange Verabschiedungen. Diese Gegenstände waren oft die letzte Erinnerung, die, die Kinder mit ihren Eltern verband. Mehr als zwei Drittel der geretteten Kinder haben ihre Eltern nie wiedergesehen.

Die kastenförmigen Holzrahmen erinnern an traditionelle Museumsvitrinen. Die ins Glas eingravierten Zitate sind die heutigen Schriftzüge des jeweiligen überlebenden „Kindes“. Sie stammen aus Briefen, persönlichen Niederschriften, aus Telefongesprächen und sind Anmerkungen der „Kinder“ bei den diversen Treffen mit den Kuratorinnen. Der Text ist willkürlich über und um die Objekte gesetzt.

Das Museum zur Erinnerung „Für das Kind“ in Wien ist weltweit das Einzige in seiner Art mit dem Fokus auf den Kindertransport

Leonard Bernstein. Ein New Yorker in Wien

Ausstellungsdauer:
17.10.2018 bis 28.04.2019

Ort: Museum Judenplatz
www.jmw.at

Musikalisch sozialisiert in der Synagoge seiner Kindheit in Boston, ausgebildet in Harvard und beruflich in New York zu Hause, verband Leonard Bernstein eine lebenslange Beziehung mit Wien. Von 1966 bis zu seinem Tod 1990 kam er, vor allem für seine Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern, immer wieder nach Wien. Bernstein hatte als Jude ein ambivalentes Verhältnis zu dieser Stadt. In einem Brief an seine Eltern schrieb er im März 1966, also 21 Jahre nach dem Ende der Schoa:

Ich genieße Wien unglaublich – so sehr man das als Jude überhaupt kann. Es ist hier voller trauriger Erinnerungen und man hat mit so vielen Ex-Nazis (und möglicherweise immer noch Nazis) zu tun; und nie kannst Du Dir sicher sein, ob nicht einer unter denen, die bravo schreien, Dich vor 25 Jahren einfach erschossen hätte. Aber es ist besser zu vergeben, und wenn möglich, überhaupt zu vergessen. […]
Euer Wiener Schnitzel
Lenny

Als, wie er sagte, „Therapie gegen deutschen Nationalismus“ trug er in Wien gerne eine Trachtenjacke, brachte den Wiener Philharmonikern – gegen anfängliche Widerstände – den verdrängten Gustav Mahler zurück und vermittelte sogar in der österreichischen Innenpolitik.

Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag des Stardirigenten und Komponisten, die das Verhältnis des New Yorkers Bernstein zur Musikstadt Wien in den Mittelpunkt stellt, sich mit den jüdischen Wurzeln des großen Künstlers befasst und ihn auch als politischen Menschen würdigt.

KuratorInnen: Werner Hanak, Adina Seeger

#BernsteinAt100

Foto (c) First/Look/picturedesk.com

Żegota

Ausstellungsdauer:

28. Jänner bis 15. Februar 2019

Ort:

Polnisches Institut, Am Gestade 7, 1010 Wien

Eintritt frei. Anmeldung erforderlich: 01/533 89 61

Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Jänner wurde im Jahr 2005 von den Vereinten Nationen zum Gedenken an die Shoah und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt. In diesem Jahr gedenkt das Polnische Institut Wien den Opfern jüdischer Herkunft, die im Zweiten Weltkrieg von Nazideutschland ermordet wurden, mit der Ausstellung „Żegota“.Der Judenhilferat, Deckname „Żegota“, war eine einzigartige, den polnischen Behörden angegliederte Organisation. Sein Zweck war die Rettung jüdischer Mitbürger, die von den deutschen Besatzern während des Zweiten Weltkriegs massenhaft ermordet wurden. Unter Einsatz ihres Lebens retteten Zivilisten im Untergrund mindestens einige Tausend Personen vor der Vernichtung.

Am 28.01.2019 der Einleitungsvortrag zu der Ausstellung wird von Dr. Paweł Rokicki vom Institut für Nationales Gedenken gehalten. Die Ausstellung „Żegota“ wurde vom Institut für Nationales Gedenken – Kommission zur Verfolgung von Verbrechen gegen das polnische Volk vorbereitet.

Zeichnen gegen das Vergessen (Ausstellung von Manfred Bockelmann)

Ausstellungsdauer:
22.11.2018   –  01.03.2019

Ort:
Bildraum Bodensee, Seestraße 5,
Posthof (2. Stock), 6900 Bregenz

 

Seit acht Jahren widmet sich Manfred Bockelmann mit der Werkgruppe Zeichnen gegen das Vergessen den jüngsten Opfern des NS-Regimes.

In über 100 Kohleporträts hat er Kinder und Jugendliche porträtiert, die am Wiener Spiegelgrund, in den Konzentrationslagern Auschwitz-Birkenau und Theresienstadt, in der Tötungsanstalt Hartheim sowie an anderen Orten ermordet wurden. Bockelmann dokumentiert sie zeichnerisch, gibt jedem und jeder einzelnen von ihnen ein Gesicht und holt sie aus der Anonymität und Vergessenheit in unser Bewusstsein. Der Bildraum Bodensee zeigt Bockelmanns international beachtete Arbeiten erstmals in Westösterreich – als Einladung, sich berühren zu lassen, Anteil zu nehmen und sich klar gegen das Vergessen zu stellen.

Weitere Informationen: – link 

LETZTE ORTE VOR DER DEPORTATION Kleine Sperlgasse, Castellezgasse, Malzgasse

Ausstellungsdauer:
11.05.2018 bis 30.01.2019

Ausstellungsort:
Amtshaus des Bezirks Leopoldstadt,
Karmelitergasse 9, 1. Stock, 1020 Wien

Öffnungszeiten:
MO, DO, MI, FR 7:30–15:30, DO 7:30–17:30
(ausgenommen Feiertage)

Die umkämpfte Republik. Österreich 1918 – 1938

Ausstellungsdauer:

Ausstellungsort:

Niederösterreichische Museum
Kulturbezirk 5
3100 St. Pölten

Die Dauerausstellung des Hauses der Geschichte wird anlassbezogen immer wieder mit Wechsel-, und Sonderausstellungen ergänzt. Aus Anlass 100 Jahre Republik widmet sich die erste Schwerpunktausstellung der spannenden Geschichte Österreichs in der Zwischenkriegszeit, von der Republikgründung 1918 bis zum „Anschluss“ 1938.

Auf rund 550 m² Ausstellungsfläche erwartet die BesucherInnen eine spannend inszenierte Schau. Sie spannt den Bogen von der Innenpolitik über die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse bis zur Außenpolitik.
Die massiven, ideologisch motivierten Gegensätze zwischen den politischen Lagern, die Unfähigkeit zu Kompromissen der politischen Eliten, die tiefe Spaltung der Bevölkerung, die hohe Arbeitslosigkeit und Verarmung breiter Schichten, führten zu einer Radikalisierung der Gesellschaft. Die Bereitschaft, politische Konflikte durch Gewalt zu lösen, war in allen drei politischen Lagern präsent. Heimwehren, Republikanischer Schutzbund und Staatsmacht standen sich in einem latenten Bürgerkrieg gegenüber. 1933 beseitigte Bundeskanzler Engelbert Dollfuß die Demokratie, der Bürgerkrieg im Februar 1934 entzweite das Land vollends, im Juli 1934 wurde Dollfuß von Nationalsozialisten ermordet. Die Errichtung des autoritären Ständestaates war das österreichische Modell einer Faschisierung Zentraleuropas (ausgenommen die Tschechoslowakei und die Schweiz).

Breiten Raum wird die Darstellung der sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einnehmen. Anhand noch nie gezeigter Objekte aus den Landessammlungen und einer Sammelaktion werden Phänomene wie Massenarmut und Massenarbeitslosigkeit in ihren politischen und sozialen Auswirkungen begreifbar. Die ökonomischen Katastrophen dieser Zeit, vom Zerfall des zentraleuropäischen Wirtschaftsraums der k.u.k.-Monarchie bis zur Weltwirtschaftskrise, aber auch die Jahre der wirtschaftlichen Erholung, werden mit Exponaten aus dem Alltag der Menschen eindrucksvoll illustriert.

Das dritte wichtige Themenfeld bildet die Außenpolitik Österreichs bzw. das Einwirken äußerer Faktoren auf den schwachen Kleinstaat im Zentrum Europas. Hier werden vor allem die Rolle des faschistischen Italien und der Druck Hitler-Deutschlands im Zentrum des Interesses stehen.
Nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung getragen, erwies sich das autoritäre System gegenüber NS-Deutschland und den illegalen Nationalsozialisten im eigenen Land als zu schwach. „Der Anschluss“ 1938 an das Deutsche Reich erfolgte ohne militärischen Widerstand unter enormen Druck von außen und von innen.

In Besucherforen wird zum Nachdenken und zur Diskussion angeregt – über aktuelle Herausforderungen für die Demokratie genauso wie über die Werte einer demokratischen Gesellschaft.

Zwangsarbeit der tschechischen Bevölkerung für das Dritte Reich mit Erweiterung um Zwangsarbeit auf österreichischem Gebiet

Ausstellungsdauer: 
10. Oktober 2018 bis 15. März 2019

Ort: Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte der Universität Wien,
Spitalgasse 2-4, Campus der Universität Wien, Hof 1, Stiege 12

Als das Nürnberger Tribunal den Generalbevollmächtigten für Arbeitseinsatz
Fritz Sauckel als „größten und grausamsten Sklavenhalter seit den Pharaonen“ bezeichnete, handelte es sich nicht um eine dramatische Übertreibung.
Während des Nationalsozialismus wurde die Zwangsarbeit zum Massenphänomen, welches das Leben von Millionen von Menschen im besetzten Europa bestimmte.
Für die deutsche Kriegswirtschaft wurden sowohl zivile Arbeitskräfte, als auch
Kriegsgefangene und Gefangene der Judenghettos, der Internierungslager für
Roma, der Konzentrationslager und anderer Gefängnisanstalten nutzbringend
ausgenutzt. Die Behandlung der zivilen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter hing von zeitlichen und örtlichen Faktoren, aber auch von ihrer Stellung
in der unübersichtlichen Nazihierarchie von „Rassen“ und Völkern ab. Der härtesten Behandlung waren die Arbeiterinnen und Arbeiter aus der Sowjetunion
(Ostarbeiter) und die polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter
ausgesetzt; Arbeiterinnen und Arbeiter aus den westeuropäischen Staaten
hatten etwas erträglichere Arbeits- und Lebensbedingungen.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden auch mehr als 400 000 Tschechinnen
und Tschechen im Ausland eingesetzt. Seit 1942 wurden ganze Jahrgänge jun-
ger Menschen aus dem damaligen Protektorat Böhmen und Mähren deportiert.
Der Zwangseinsatz wurde zur Erfahrung einer ganzen Generation, die bis heute
das kollektive Gedächtnis eines bedeutenden Teils der tschechischen Gesell-
schaft beeinflusst. Als Slawen teilten die tschechischen Zwangsarbeiterinnen
und Zwangsarbeiter das Schicksal der anderen „rassisch Minderwertigen“,
konnten sich jedoch als Angehörige des Protektorats „unter dem Schutz des
Reiches“ in mancherlei Hinsicht mit den westeuropäischen Arbeiterinnen und
Arbeitern vergleichen. Ihre Stellung und Behandlung war somit veränderlich.
Die Ausstellung widmet sich der Vielfalt der Schicksale der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, dem Andenken derer, die nie wieder nach Hause
zurückkehrten, und dem langen Weg der Überlebenden zu moralischer und
finanzieller Genugtuung. Nach mehreren Präsentationen in Deutschland wird
die Ausstellung zum ersten Mal auch in Österreich gezeigt. Im Rahmen der
Wiener Präsentation wurde sie um eine Reihe von Dokumenten und Fotografien erweitert, die spezifisch Zwangsarbeit im heutigen Österreich betreffen.
Die Mehrzahl stammt aus dem persönlichen Besitz der damaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und wurde bisher nicht veröffentlicht.

NEVER/FORGET/WHY?

Ausstellungsdauer:
28.01.2019 –  30.01.2019
Ort:

Volkshalle des Wiener Rathauses
NEVER/FORGET/WHY? ist ein von Anna Wexberg-Kubesch entwickeltes Erinnerungsprojekt, in dessen Mittelpunkt das Erinnern an 15000 jüdische Kinder steht, die zwischen 1942 und 1945 im Ghetto Theresienstadt interniert und von dort deportiert und ermordet wurden.

Die Initiatorin ließ 15000 leere Karten im Format A6 produzieren,
stempelte diese mit den Begriffen NEVER, FORGET oder WHY? und bat Menschen aller Altersgruppen, jeweils eine Karte in Auseinandersetzung mit dem Thema (Kinder in) Theresienstadt inhaltlich zu gestalten. In den Jahren 2014 bis 2017 reiste die Initiatorin durch Österreich und Deutschland sowie mit einer Schulklasse nach Theresienstadt und hielt Vorträge und  Workshops für Jugendliche, um für das Thema zu sensibilisieren.

Das Projekt wurde heuer mit dem Europäischen Bürgerpreis 2018 des europäischen Parlaments ausgezeichnet. Der Preis wurde feierlich am 20. September 2018 im Haus der europäischen Union in Wien übergeben.

Die meisten Jüdinnen und Juden, die aus Wien deportiert wurden, wurden zuerst nach Theresienstadt gebracht. Es gibt daher eine unmittelbare Verbindung zwischen Wien und Theresienstadt. Das Rathaus steht als symbolischer Ort für die Geschichte einer Stadt und ihrer BewohnerInnen; diese Installation möchte eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der zukünftigen Verantwortung der Stadt darstellen.

Die fertig gestalteten Karten, mittlerweile 16338 Stück, – 1.633 Karten sind den Kinder von Bialystok gewidmet – sind in Form eines digitalen Erinnerungsalbums auf der Seite www.neverforgetwhy15000.at online abrufbar. Gleichzeitig werden die Karten der Öffentlichkeit als auch den vielen Menschen – Kindern und Jugendlichen, Erwachsenen aus dem  Inland und Ausland, sowie auch Überlebenden –  die am Projekt
teilgenommen haben, im Rahmen dieser Installation präsentiert.

Frau Wexberg-Kubesch wird zu den oben genannten Zeiten Schulklassen durch die Installation führen. (Kostenlos, Dauer ca. 30 Minuten) Eine Anmeldung dazu ist notwendig:
neverforgetwhy15000@gmail.com

Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen

Ausstellungsdauer:

18.03.2018 bis 17.02.2019

Ort:
Salomon Sulzer Saal
Schweizer Str. 21, 6845 Hohenems
Tel. +43 (0)5576 73989
office@jm-hohenems.at 

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems
In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München

Während man von Globalisierung und internationaler Gemeinschaft spricht, werden überall in der Welt neue Grenzzäune und Mauern errichtet: um Staaten, besetzte Territorien und exklusive Wohnsiedlungen, zwischen öffentlichem und privatem Raum, Erlaubtem und Unerlaubtem. Manche dieser Grenzen sind durchlässig und andere tödlich, manche sichtbar gezogen und andere durch kulturelle Codes, Sprachtests oder biometrische Verfahren bewehrt. Grenzen entscheiden über Leben und Tod, „Identität“ und „Fremdheit“, Zugehörigkeit und Ausschluss.

„Gilead besetzte die nach Efraim führenden Übergänge des Jordan. Und wenn efraimitische Flüchtlinge (kamen und) sagten: Ich möchte hinüber!, fragten ihn die Männer aus Gilead: Bist du ein Efraimiter? Wenn er Nein sagte, forderten sie ihn auf: Sag doch einmal «Schibbolet». Sagte er dann «Sibbolet», weil er es nicht richtig aussprechen konnte, ergriffen sie ihn und machten ihn dort an den Furten des Jordan nieder.“ (Buch Richter 12,5/6)

Ausgehend von der biblischen Erzählung von der Flucht der Efraimiten vor den siegreichen Angehörigen des Stammes Gilead und ihrem tödlichen Scheitern an den Ufern des Jordans, lädt das Jüdische Museum Hohenems internationale Künstler dazu ein, Grenzen in aller Welt kritisch zu betrachten – nur einen Steinwurf vom alten Rhein entfernt, an dem sich ab 1938 Flüchtlingsdramen abspielten, deren Gegenwart wir heute an den Rand unseres Bewusstseins drängen.

KünstlerInnen
Lawrence Abu Hamdan (London/Berlin), Zach Blas (London), Sophie Calle (Paris), Arno Gisinger (Paris), Vincent Grunwald (Berlin), Ryan S. Jeffery/Quinn Slobodian (Los Angeles), Leon Kahane (Berlin/Tel Aviv), Mikael Levin (New York), Fiamma Montezemolo (San Francisco), Pīnar Öğrenci (Wien), Anton Ovidiu (Wien), Fazal Sheikh (Zürich)

Kabbalah

Ausstellungungsdauer: 
31.10.2018 bis 03.03.2019
Ort:
Museum Dorotheergasse
www.jmw.at

Die gemeinsam geplante Ausstellung des Jüdischen Museums Wien und des Joods Historisch Museum Amsterdam versteht Kabbalah im weitesten Sinne des Wortes. Sie umfasst ihre historischen Entwicklungen, einschließlich der klassischen Kabbalah, der frühen jüdischen Mystik, der praktischen Kabbalah und Magie, ebenso, wie ihre modernen Ausprägungen in Kunst und Populärkultur. Die Ausstellung folgt den Spuren, die die Kabbalah in den unterschiedlichsten Formen moderner Kunst hinterließ: der Malerei, der Bildhauerei, dem Design, der Literatur, dem Film und der Musik (klassisch, wie populär). Durch diesen Zugang werden den Besucherinnen und Besuchern Einsichten in das, „was Kabbalah wirklich ist“ gegeben und erstaunliche Einblicke in eine oft als verborgen bezeichnete Welt eröffnet.

Kuratoren: Domagoj Akrap und Klaus Davidowicz in Kooperation mit dem Joods Historisch Museum Amsterdam.

Ausstellungsgestaltung: Conny Cossa, Maximilian-Paul Hertz

Bild (c) Steve Schapiro / Corbis Premium Historical / Getty Images

Das Auge Brasiliens. Kurt Klagsbrunn

Ausstellungungsdauer:
05.12. 2018 bis 19.05.2019

Ort:
Museum Dorotheergasse
www.jmw.at

Der Fotograf Kurt Klagsbrunn, geboren 1918 in Wien, hielt von 1939 bis in die 1970er-Jahre das moderne Leben Brasiliens fest. Er fotografierte die Partys der Wohlhabenden ebenso wie die Vergnügungen der kleinen Leute. Seine Modelle waren Prominente wie Orson Welles oder Evita Perón, aber auch Brautstrauß werfende Frischvermählte, Schuhputzer auf den Boulevards oder verträumte Kaffeegenießer. Dabei wollte der Sohn eines Floridsdorfer Kohlenhändlers und Fußballfunktionärs eigentlich Arzt werden, musste jedoch nach der Flucht aus Österreich 1938 den Beruf wechseln, um sich im Exil eine neue Existenz aufzubauen. Er wählte das Hobby seiner Jugend und stieg rasch vom Autodidakten zum Pionier der Gesellschaftsfotografie auf. Er dokumentierte neben seinen Mode-, Lifestyle und Industriefotografien die Entwicklung Brasiliens und begleitete die Entstehung der neuen Hauptstadt Brasilia. 2005 starb Kurt Klagsbrunn in Rio de Janeiro.

Sein Neffe Victor Klagsbrunn betreut seither den Nachlass mit mehr als 250 000 Negativen. 2017 schenkte er dem Jüdischen Museum Wien einen Teilnachlass mit Briefen, Notizen, Fotos und anderen Erinnerungen an das Leben der Familie Klagsbrunn in Floridsdorf und ihrer Flucht nach Rio. Die Ausstellung Das Auge Brasiliens. Kurt Klagsbrunn präsentiert diese Schenkung sowie eine Auswahl seiner Werke aus dem brasilianischen Exil.

Kuratorin: Andrea Winklbauer
Ausstellungsgestaltung: Schuberth und Schuberth

Foto (c) Victor Hugo Klagsbrunn

Lager Liebenau – Ein Ort verdichteter Geschichte

Ausstellungsdauer:

15. November 2018 bis 8. April 2019

geöffnet Mi-Mo von 10 bis 17 Uhr

Ort:

GrazMuseum, Gotische Halle, Sackstraße 18, 8010 Graz

Das GrazMuseum zeigt ab 15. November 2018 die erste wissenschaftliche Ausstellung zum Lager Graz-Liebenau, das seit Jahren im Fokus der Erinnerungskultur steht. Im April 1945 diente dieses größte NS-Zwangsarbeiterlager im Grazer Stadtgebiet als Zwischenstation auf den Evakuierungsmärschen ungarischen Juden vom „Südostwall“ Richtung KZ Mauthausen.Die vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung unter der Leitung von Barbara Stelzl-Marx konzipierte Ausstellung widmet sich der Zwangsarbeit in Graz, dem Lager Liebenau während der NS-Zeit, den Kriegsverbrechen im April 1945, dem Prozess vor einem britischen Militärgericht und dem aktuellen Umgang mit diesem Ort verdichteter Geschichte.

Eröffnung:

14. November 2018, 18 Uhr, im GrazMuseum

Nähere Informationen sind dem Rahmenprogramm (PDF) zu entnehmen.

Der Eintritt ist frei.

Alle Informationen für den Besuch und Führungen finden Sie auf der Webseite des GrazMuseums.

Begleitband zur Ausstellung:

Barbara Stelzl-Marx (Hg.). Lager Liebenau. Ein Ort verdichteter Geschichte. Graz – Wien 2018, ISBN 978-3-7011-0388-1, ca. 240 Seiten, 30 Kurzbeiträge, zahlreiche Abbildungen, € 20,00.

Nähere Informationen zum Buch können dem Eintrag auf unserer Website und der Kurzinformation (PDF) entnommen werden.

Geplündert, verbrannt, geräumt, demoliert. Verschwundene Zentren jüdischen Lebens in Wien

Ausstellungsdauer:

3. September 2018 bis 22. Februar 2019

Ort: Wiener Stadt- und Landesarchiv

Gasometer D, Guglgasse 14, Wien 11, 4. Archivgeschoß, Großer Vortragssaal (Erreichbarkeit mit U3 bis Gasometer, Fußweg ca. 10min von der U-Bahnstation innerhalb der Gasometer-Shoppingmall auf der Hauptebene bis Gasometer D, neben dem Geschäft Klangfarbe befindet sich der Eingang zu Archiv).

Von 3. September 2018 bis 22. Februar 2019 werden anlässlich des Gedenkjahres in einer Ausstellung im Wiener Stadt- und Landesarchiv die Schicksale einiger verschwundener Zentren jüdischen Lebens in Wien präsentiert.

Links: Ansicht der ehemaligen Synagoge in der Hubergasse im 16. Bezirk (1944). Rechts: Ansicht des heutigen Gebäudes.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestanden in Wien, der drittgrößten jüdischen Gemeinde Europas, circa 600 jüdische Vereine und über 300 Stiftungen. Die Stadt zählte über 20 prachtvolle Synagogen und um die 70 kleinere Bethäuser.

Ziel der Ausstellung ist es, die Geschichte einiger dieser Institutionen von ihrer Entstehung über den „Anschluss“ 1938 bis zum Kriegsende 1945 und deren allmähliches Verschwinden aus dem Stadtbild Wiens zu zeigen.

Wer nutzte die Gebäude bis 1945 und wer lebt und arbeitet heute an den Standorten von ehemaligen Synagogen, jüdischen Waisenhäusern und sozialen Einrichtungen? Diese und weitere Fragen werden in der Ausstellung behandelt.

Kostenlose Vorträge und Führungen der Kuratorin: Mag.a Shoshana Duizend-Jensen:

Donnerstag 23.1.2019, 10h. Um verbindliche Anmeldung wird per Email gebeten an: post@archiv.wien.gv.at

Donnerstag 14.2.2019, 17h im Rahmen des Veranstaltungspogramms des Jüdischen Instituts für Erwachsenenbildung (JIFE). Um verbindliche Anmeldung wird gebeten direkt beim JIFE.

Donnerstag 21.2.2019, 16h30 im Rahmen des Veranstaltungspogramms des Vereins für Geschichte der Stadt Wien. Um verbindliche Anmeldung wird per Email gebeten an: post@archiv.wien.gv.at