Ausstellungen

412 Namen

Ausstellungsdauer:

15. Juni 2019 –16 Juni 2019

Eröffnung: Fr, 14. Juni 2019, 19 Uhr

Ort: 

Galerie
Beethovengasse 7
A-2500 Baden bei Wien

Am 28. September 1944 traf aus Auschwitz ein Transport mit 400 Frauen in Mauthausen ein, 391 von ihnen wurden direkt weiter nach Hirtenberg transportiert. Innerhalb eines bereits bestehenden Zwangsarbeiter*innenlagers wurden einige Baracken zusätzlich
mit Stacheldraht umzäunt und dienten fortan als Nebenlager des Konzentrationslagers Mauthausen, die offizielle Bezeichnung lautete Waffen-SS Arbeitslager – Gustloff-Werke, Niederdonau. Rund 400 Frauen wurden in dem Außenlager interniert, um in der
dortigen Patronenfabrik für die deutsche Rüstungsindustrie zu arbeiten. Die Namen von zwei Frauen sind auf einem Grabstein am Friedhof zu finden. Das ehemalige Lagergelände ist heute fast unverbaut, eine große Wiese, die noch dem Gelände des sogenannten Weinberglagers entspricht. Die Überreste der 1945 zerstörten Produktionsanlagen der Patronenfabrik auf dem Lindenberg liegen im Wald, neben einem Übungsplatz für Sportschützen und bewachsen von Pflanzen.
Der erste Teil des Projekts findet am 7. Juni 2019 um 19 Uhr beim Gelände des ehemaligen Außenlagers Hirtenberg statt. In einer Soundinstallation findet die Nennung der im Außenlager internierten Frauen statt. Zugleich wird seine ursprüngliche Lage temporär markiert.

Im Rahmen des Jahresthemas „Liebe und Politik“ zeigt der Kunstverein Baden den zweiten Teil des Projekts der Künstlerin Rosa Andraschek in den Räumlichkeiten der Galerie. Die Ausstellung ist eine Begleitung der Installation und Veranstaltung in Hirtenberg. Anhand von Fotografien und der Soundinstallation versucht sie eine Annäherung an heutige Situationen und Gegebenheiten vor Ort.

FÜR DAS KIND

Ausstellungsdauer:

bis August 2019

Ort: 

Wiener Urania, 1010 Wien, Uraniastraße 1/ Hauptstiege 1. – 2. Obergeschoss

Öffnungszeiten: Montag – Freitag 9 – 20 Uhr,
Samstag, Sonntag und Feiertag
Besuch nur nach Vereinbarung möglich, info@millisegal.at,
Führungen nach Vereinbarung

80 Jahrestag des 1. Transportes am 10. Dezember 1938 von Wien Westbahnhof nach London – Liverpool Station

Museum zur Erinnerung

Der Kindertransport zur Rettung jüdischer Kinder nach Grossbritannien 1938/39

Kuratiert von Rosie Potter und Patricia Ayre

Für das Kind“ ist all denen gewidmet, die 1938/39 in Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und in Polen, zehntausend Kindern – hauptsächlich jüdischen – halfen, der Tötungsmaschinerie des Nazi Regimes zu entkommen und ihr Überleben zu sichern.

In einer Zeitspanne von 9 Monaten wurden fast 100 Zugreisen von einer Anzahl tapferer, aufopfernder Menschen organisiert, die Kinder, unter 17 Jahren, unter der Schirmherrschaft des Central British Fund, aus ihren Geburtsländern in Sicherheit brachten. Die Kinder kamen mit dem Zug nach Holland, dann mit der Fähre von Hook/Holland nach Harwich und weiter mit dem Zug nach London Liverpool Station.

Dies war die hervorragende Rettungsaktion „Kindertransport“.

Der 1. Kindertransport ging am 10. Dezember 1938 von Wien Westbahnhof nach London, der letzte am 22. August 1939.

Die Bilder

23 gerahmte, an der Wand zu befestigende Iris Drucke, mit Texten auf das Glas graviert

Die Ausstellung ist eine Zahl von Kunstdrucken, Bilder von den Objekten, die, die Kinder mit sich auf ihre Reise – in eine unbekannte Zukunft -nahmen. Jeder von den 23 Drucken in dieser Ausstellung zeigt ein Köfferchen mit den verschiedenen Besitztümern dieser Kinder.

Jedes Kind durfte nur einen Koffer mitnehmen. Der Inhalt war streng vorgeschrieben – es durften keine Schmuck- oder Wertgegenstände, kein Geld, Musikinstrumente oder Kameras dabei sein.

Meist fuhren die Züge mitten in der Nacht ab, nur kurz davor erfuhren die Eltern den Termin und es gab keine Zeit für lange Verabschiedungen. Diese Gegenstände waren oft die letzte Erinnerung, die, die Kinder mit ihren Eltern verband. Mehr als zwei Drittel der geretteten Kinder haben ihre Eltern nie wiedergesehen.

Die kastenförmigen Holzrahmen erinnern an traditionelle Museumsvitrinen. Die ins Glas eingravierten Zitate sind die heutigen Schriftzüge des jeweiligen überlebenden „Kindes“. Sie stammen aus Briefen, persönlichen Niederschriften, aus Telefongesprächen und sind Anmerkungen der „Kinder“ bei den diversen Treffen mit den Kuratorinnen. Der Text ist willkürlich über und um die Objekte gesetzt.

Das Museum zur Erinnerung „Für das Kind“ in Wien ist weltweit das Einzige in seiner Art mit dem Fokus auf den Kindertransport

LETZTE ORTE VOR DER DEPORTATION Kleine Sperlgasse, Castellezgasse, Malzgasse

Ausstellungsdauer:
bis 22. November 2019

Nächste Termine:
4. Juni 2019
2. Juli 2019

Ausstellungsort:
Amtshaus des Bezirks Leopoldstadt,
Karmelitergasse 9, 1. Stock, 1020 Wien

Öffnungszeiten:
MO, DO, MI, FR 7:30–15:30, DO 7:30–17:30
(ausgenommen Feiertage)

All about Tel Aviv-Jaffa. Die Erfindung einer Stadt

Ausstellungsdauer:
7. April bis 6. Oktober 2019

Ausstellungsort:
Jüdisches Museum Hohenems
Villa Heimann-Rosenthal
Schweizer Straße 5, 6845 Hohenems
Tel. +43 (0)5576 73989-0
office@jm-hohenems.at

Kaum eine andere Metropole wird derzeit so gefeiert wie Tel Aviv – als tolerante Partystadt, als Mekka für Start-Up Unternehmen, als „Weiße Stadt“ und mit über 4000 Gebäuden als „weltweit größtes Ensemble der Bauhaus-Architektur“. Oder einfach als Oase inmitten der nationalen und sozialen, religiösen und gewalttätigen Konflikte Israels, Palästinas und des Nahen Ostens.

Gegründet wurde die erste „hebräische Stadt“ der Moderne als Vorort der alten arabischen Hafenstadt Jaffa. Doch nach dem Krieg 1948 wurden die wenigen, nicht zerstörten Überreste von Jaffa zur pittoresken Kulisse für Touristen und zum Hinterhof der boomenden Stadt. Bis heute versucht Tel Aviv-Jaffa sich immer wieder neu zu erfinden.

Die Ausstellung „All about Tel Aviv-Jaffa“ blickt – mit dem in Tel Aviv geborenen Fotografen Peter Loewy – hinter die Fassade des erfolgreichen City Branding. Sie erforscht die Mythen, Abgründe und komplexen Realitäten dieser Stadt, die von legalen und illegalen Einwanderern und Flüchtlingen gebaut und geprägt wurde. Eine Stadt, die versucht, ihre eigene Geschichte zu vergessen – und zu verdrängen, was nicht „weiß“ ist.

Verschüttet. Malzgasse 16 – einzigartige Funde jüdisch-österreichischer Geschichte

Ausstellungsdauer:

Ausstellungsort:
Haus der Geschichte Österreich
Österreichische Nationalbibliothek

In der Malzgasse 16 im 2. Wiener Gemeindebezirk befanden sich vor 1938 eine Talmud-Thora-Schule, eine Synagoge und das erste Jüdische Museum Wiens – gleichzeitig das erste jüdische Museum weltweit. Seit 1955 befindet sich auf diesem Standort die Talmud-Thora-Schule Machsike Hadass, eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht. Anfang 2018 hat der Schulverein hier bislang unbekannte Kellerräume entdeckt, die vollständig mit Abbruchmaterial gefüllt waren. Archivrecherchen ergaben: Im Zuge des Novemberpogroms wurden die Synagoge und die Schule zerstört. Im Jahr 1939 musste das Haus für ein Altersheim adaptiert werden, das Abbruchmaterial wurde in die Kellerräume verbracht, darunter waren auch Gegenstände aus der nicht mehr existenten Synagoge und Schule und des aufgelösten Jüdischen Museums. Der Aushub des Schuttmaterials brachte erstaunliche Fundstücke zu Tage – Fundstücke, die mit der vielschichtigen und wechselvollen Geschichte des Hauses unmittelbar verbunden sind. Sie sind materielle Zeugnisse eines regen jüdischen Lebens vor 1938, aber auch von dessen Zerstörung. Nicht zuletzt durch seine Nutzung als Sammellager für die Deportation der österreichischen Jüdinnen und Juden 1941/42 ist die Malzgasse 16 eine Adresse von österreichweiter Bedeutung. Das hdgö präsentiert diese einzigartigen Funde jüdisch-österreichischer Geschichte erstmals öffentlich.

Marko Zink: M 48° 15′ 24.13′′ N, 14° 30′ 6.31′′E

Ausstellungsdauer: 

05. Mai bis 31. Oktober 2019

Ort:
KZ-Gedenkstätte Mauthausen,
tgl. 9-17.15 Uhr,
Eröffnung: Gedenk- und Befreiungsfeier,
5. Mai, 11 Uhr,
https://www.mauthausen-memorial.org

Kunst als Sehhilfe: Fotoausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Ein Projekt des Künstlers Marko Zink versucht, für das nicht mehr Sichtbare zu sensibilisieren

Die Gedenk- und Befreiungsfeier, laut Mauthausen Komitee die weitaus größte weltweit, hat heuer einen zusätzlichen Aspekt: Im ehemaligen Reviergebäude versucht der in Wien lebende Vorarlberger Künstler Marko Zink (43), sich mit einem Fotoprojekt dem Unvorstellbaren anzunähern.

„M 48° 15′ 24.13′′ N, 14° 30′ 6.31′′ E“ nennt Zink seine Serie nach den geografischen Koordinaten des Konzentrationslagers. In Dutzenden Besuchen der Gedenkstätte habe er einen Weg gesucht, sich künstlerisch mit diesem Ort auseinanderzusetzen, erzählte er bei der Ausstellungseröffnung. Warum? Dafür gebe es zwei Antriebe: „Zum einen ist es das, was momentan in unserer Gesellschaft passiert, zum anderen, weil die Zeitzeugen immer mehr wegfallen. Wenn Erinnerungen verschwinden, verlieren sie Gewicht. Diese Gewichtung wollte ich zurückgeben.“

Das gelingt ihm mit einer Serie von analogen Aufnahmen auf dem Gelände des ehemaligen Lagers oder seiner Umgebung, bei denen er das Filmmaterial mit Chlor oder Tintentod bearbeitete, es kochte, stanzte oder zerkratzte. Seine Fotos der Lagerstraße, des ehemaligen Sportplatzes oder eines Baumes, unter dem tausende Leichen verscharrt wurden, versuchen die Auslöschung von Menschen und die Tilgung von Erinnerung gleichermaßen sichtbar zu machen. Die Titel der Arbeiten beziehen sich auf den 1966 erschienenen Aufsatz „Erziehung nach Auschwitz“ von Theodor W. Adorno. Marko Zink hat sich gründlich mit dem Thema beschäftigt, so sehr, dass er lange Zeit bei jedem Aufwachen sofort daran denken musste. „Das verändert einen.“

Marko Zink verwendet Fotografie als Grundlage von mannigfaltigen Techniken. So finden sich in der Ausstellung auch Lamellenbilder, die aus unterschiedlichen Perspektiven zwei verschiedene Bilder ergeben. Für die Arbeit „Der Blick ins Nichts“ wurden 500 Einzelaufnahmen einer 400 Quadratmeter großen Baracke aneinandergefügt, in der 500 Menschen untergebracht waren. Die Größe des Bildes entspricht der Größe eines Barackenfensters. Eine vierteilige Fotoserie erinnert in der Struktur an Piet Mondrians Gitterbilder. Sie zeigt Rohrleitungen der Gaskammer.

„Unser Anliegen ist es, den Menschen eine Sehhilfe zu geben“, sagte Barbara Glück, die Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, in deren Ausstellungsräumlichkeiten nun das erste Mal seit vielen Jahren keine rein historische Präsentation zu sehen ist. „Weil es immer weniger Zeitzeugen gibt, müssen wir unsere eigenen Zugänge finden. Da ist Kunst ein wichtiges Medium. Vielleicht kann sie für den einen oder anderen einen neuen Blick eröffnen.“ Dieser Blick solle auch „eigene Handlungsspielräume aufzeigen“.

Schicksalsjahr 1938 – NS-Herrschaft im Burgenland

Ausstellungsdauer:
27. April 2018  –  21. November 2019

Ort:
Landesmuseum Burgenland & Österreichisches Jüdisches Museum

Landesmuseum Burgenland
Museumgasse 1 – 5 | 7000 Eisenstadt
t +43 2682 719 4000
Österreichisches Jüdisches Museum
Unterbergstraße 6 | 7000 Eisenstadt
t +43 2682 65145
ojm.at
Am 11. März 1938 – und damit früher als in allen anderen Bundesländern – begann im Burgenland eines der dunkelsten Kapitel seiner Geschichte: die Zeit der NS-Diktatur. 80 Jahre danach setzen sich das Landesmuseum Burgenland und das Österreichische Jüdische Museum in einer gemeinsamen Ausstellung mit den burgenländischen Aspekten dieses schicksalshaften Jahres auseinander. In vielerlei Hinsicht nahm das Burgenland 1938 eine Sonderstellung ein. Mit 99,71 % war die Zustimmung für den Anschluss außerordentlich hoch. Juden und Jüdinnen wurden hier schnell vertrieben und ihr Vermögen besonders rasch eingezogen. Damit stand das Burgenland Modell für die später einsetzenden Vertreibungen aus der restlichen „Ostmark“. Mit der Auflösung im Herbst 1938 verschwand es schließlich gänzlich von der politischen Landkarte. Der Illusion von einem besseren Leben als Bestandteil des Deutschen Reiches folgte bald die ernüchternde Realität: Juden, Roma und politisch Andersdenkende waren nicht länger Teil der „Volksgemeinschaft“. Sie wurden systematisch entrechtet, beraubt, vertrieben und schließlich ermordet. Nur eineinhalb Jahre nach dem Anschluss marschierten Burgenländer in Hitlers Armeen.

Im Landesmuseum Burgenland

In diesem Ausstellungsteil werden die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen aus der Endphase des österreichischen Ständestaates, der Terror der illegalen NSDAP sowie die zum Anschluss des Burgenlandes an das Dritte Reich führenden politischen Ereignisse erläutert.
Einzigartige Filmdokumente, originale Plakate und zahlreiche private Erinnerungsstücke erzählen Geschichten aus dieser Zeit.

Im Österreichischen Jüdischen Museum

Das Österreichische Jüdische Museum widmet sich im Rahmen der gemeinsamen Sonderausstellung der Geschichte der „Sieben Gemeinden“ – der „Schewa Kehilot“ –, die einst zu den bedeutendsten jüdischen Gemeinden Europas zählten. Originale Dokumente des Jüdischen Zentralarchivs, die noch nie öffentlich gezeigt wurden, sind Spiegel des regen kulturellen jüdischen Lebens, erzählen aber auch die Geschichte des Untergangs im Jahr 1938.

Highlights

Neben einem Oral-History-Projekt mit Berichten über das „Schicksalsjahr 1938“ aus Sicht der Verfolgten ermöglicht eine digitale Rekonstruktion den virtuellen Rundgang durch längst zerstörte burgenländische Synagogen.
K | Mag. Dieter Szorger, Dr. Pia Bayer, Mag. Gert Polster

Vermittlung und Besuch

Für BesucherInnengruppen gegen Voranmeldung gibt es Ausstellungsrundgänge.
Führungszuschlag: € 29,- pro geführter Gruppe

Ein Kombi-Ticket Landesmuseum und Jüdisches Museum lädt zum besucht der beiden Museen ein.

Foto (c) Rudi Weissenstein

Arik Brauer. Alle meine Künste

Ausstellungsdauer:
03. April bis 20. Oktober 2019

Ort:
JMW Dorotheergasse 11,
1010 Wien

„Ich war immer schon ein Maler“, so beantwortet Arik Brauer die Frage wie er zur Kunst kam. Wobei in seinem Fall besser von Künsten die Rede sein sollte: Malerei, Architektur, Musik, Tanz, Bildhauerei und Poesie sind nur einige der Bereiche in denen er seine vielseitigen Talente erfolgreich eingesetzt hat. Von der sorglosen Kindheit, die durch den Nationalsozialismus abrupt beendet wurde zur Ermordung des Vaters im Holocaust, über die Studienjahre an der Akademie der Bildenden Künste, wo er zu einem Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus wurde, seine Reisen mit dem Fahrrad durch Europa und Afrika, die Pariser Jahre mit seiner Frau Naomi – einer in Israel geborenen Jemenitin, deren Vater Theodor Herzls Kutscher in Palästina gewesen ist -, bis hin zur Rückkehr mit seiner Familie nach Wien, wo er zu einem der Pioniere des Austropop avancierte, sich für den Umweltschutz stark machte und hier ein Wohnhaus nach seinen Entwürfen gebaut wurde.

In seiner zweiten Heimat Israel hatte er seine Vorstellung vom Hausbau für sich und seine Familie im Künstlerdorf Ein-Hod umgesetzt. Arik Brauer hat die dortige Residenz im Außen- aber auch im Innenbereich bis ins kleinste Detail künstlerisch gestaltet. Die enge Verbindung zum Judentum und zu Israel kommt in vielen seiner Werke zum Ausdruck. In seiner Arbeit spiegelt sich seine Feinfühligkeit, sein Witz aber vielfach auch die kritische Analyse gesellschaftspolitischer Themen wider. Das Jüdische Museum feiert Arik Brauer als Mensch und Künstler zu seinem 90. Geburtstag und präsentiert die verschiedenen Facetten seiner Arbeit. Bis 120!

Kuratorinnen: Danielle Spera, Daniela Pscheiden

Foto (c) Brigitte Luettge-Dauth

Café As. Das Überleben des Simon Wiesenthal

Ausstellungungsdauer:
29 Mai 2019 bis 12 Jan 2020

Ort:
JMW Dorotheergasse 11,
1010 Wien
www.jmw.at

Simon Wiesenthal ist heute als jener Mann bekannt, der sein Leben der Gerechtigkeit für die Opfer der Shoah widmete. Sein Beruf als Architekt, den er bis zu seiner Verfolgung durch das NS-Regime ausübte, ist jedoch in Vergessenheit geraten. Während seiner Inhaftierung im KZ Mauthausen 1945 lernte Wiesenthal den polnischen Gefangenen Edmund Staniszewski kennen, der ihm immer wieder Essen zusteckte und Wiesenthal dadurch das Leben rettete. Das Kriegsende war bereits vorauszusehen. Staniszewski hoffte, ein Kaffeehaus in Posen eröffnen zu können und bat Wiesenthal um Ideen. Noch im Lager fertigte Wiesenthal erste Skizzen an. In den Wochen nach der Befreiung vervollkommnete er sie zu Zeichnungen. Simon Wiesenthal entwarf Außen- und Innenansichten, Kleidung für das Personal bis hin zu Werbeplakaten – ähnlich einer heutigen „Corporate Identity“. Zur Errichtung des „Café As“ kam es jedoch nie. Die mehr als 80 detailreichen Entwürfe konnte das Jüdische Museum Wien mit Unterstützung der „US Friends of the Jewish Museum Vienna“ erwerben. Ein einzigartiges, signifikantes Zeugnis des Überlebens im mörderischen System des Nationalsozialismus.

Kuratorin: Michaela Vocelka

Bild (c) Jüdisches Museum Wien

Die drei mit dem Stift. Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges

Ausstellungsdauer:
08. Mai bis 17. November

Ort:
Museum Judenplatz

„Die drei mit dem Stift“ eint ein gemeinsames Schicksal. Drei Künstler, die als jüdische Kinder in Wien aufwuchsen, ihre Heimat nach dem so genannten Anschluss verlassen mussten und anderswo erfolgreich wurden. Ihre Zeichenstifte setzten sie als Werkzeuge zum Überleben ein, als nicht nur friedliche Waffen.

Die drei: Das ist zum einen Lily Renée, geboren 1922; sie entkam nach England und konnte sich in New York als Zeichnerin und Illustratorin verwirklichen. Unter anderem machte sie aus der Comics-Heldin Señorita Rio eine Kämpferin gegen Nazis und andere böse Mächte und wurde damit zur Kultfigur für Generationen von Comics-Fans.

Das ist ferner Wilhelm „Bil“ Spira (1913-1999), Porträtist und Karikaturist, Maler und nicht zuletzt ein begnadeter Fälscher: Unzähligen in Vichy-Frankreich Gestrandeten fertigte er Visa und Pässe für eine Passage in die Freiheit an. Spira überlebte Verrat und Vernichtungslager, nach dem Krieg konnte er seine Karriere in Paris erfolgreich fortsetzen.

Das ist schließlich Paul Peter Porges (1927-2016); als Kind bereits an der Wiener Kunstgewerbeschule, als Halbwüchsiger in der „Kinderrepublik“ und in Internierungslagern in Frankreich, als junger Mann in der Genfer Kunstschule: Mit Mutterwitz und dem Stift in der Hand schaffte er es in die Vereinigten Staaten und dort auf die großen Bühnen für Cartoonisten, allen voran den New Yorker.

Das Jüdische Museum Wien zeigt eine repräsentative Auswahl der Arbeiten dieser außergewöhnlichen Künstler: Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges – für das österreichische Publikum neu entdeckt.

KuratorInnen: Michael Freund, Sabine Bergler

Wie geht Widerstand? Widerständisches Verhalten im 20. und 21. Jahrhundert

Ausstellungsdauer:
13. Mai 2019 bis 07. Juli 2019

Ort:
Landhaus Graz

Ein Gedenkprojekt des Landtages Steiermark anlässlich des Österreichischen Gedenktages gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Die Ausstellung „Wie geht Widerstand?“ wurde von SchülerInnen gemeinsam mit ExpertInnen, darunter Univ.-Prof. Gerald Lamprecht von _erinnern.at_, gestaltet und im Rahmen des österreichischen Gedenktages gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 5. Mai im Landhaus Graz eröffnet.

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