Ausstellungen

Kauft bei Juden! Geschichte einer Wiener Geschäftskultur

17. Mai bis 19. November
Jüdisches Museum Dorotheergasse 11

www.jmw.at

Die Entstehung von Kaufhäusern in Wien war Teil einer gesamteuropäischen Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Dass viele der Gründer aus jüdischen Familien stammten, ist heute genauso wenig bekannt wie die einstige Existenz des Textilviertels im ersten Wiener Gemeindebezirk. Prominente Unternehmen wie Gerngross, Zwieback, Jacob Rothberger, Braun & Co, Goldman & Salatsch, Jungmann & Neffe oder Knize und deren Gründerfamilien werden durch die Ausstellung ebenso in das Gedächtnis der Stadt zurückgeholt wie die sogenannten „Vorstadtwarenhäuser“ Wodicka und Dichter.

The Jewish community in Mexico: A history of Migration of the XXth Century

18.Mai – 31. Mai
Mexikanisches Kulturinstitut

Ein Projekt einer Gruppe von SchülerInnen des Colegio Hebreo Monte Sinaí (Hebräische Schule Mt. Sinai) in Mexiko-Stadt. Die Gruppe von 10 Jugendlichen von 16-17 Jahren zeigt – aus ihrer Perspektive – die Geschichte (politisch, kulturell, wirtschaftlich und sozial) jüdischer MigrantInnen, die in Mexiko eine neue Heimat gefunden haben. Ein Synkretismus, der auch die mexikanische Identität bereichert hat.

Letzte Orte vor der Deportation. Kleine Sperlgasse, Catellezgasse, Malzgasse

bis 30. Juni 2017
Krypta des Heldendenkmals/Äußeres Burgtor-Heldenplatz

www.oeaw.ac.at/ausstellung-letzte-orte

Kleine Sperlgasse 2a, Castellezgasse 35, Malzgasse 7 und 16 – diese Adressen in Wien-Leopoldstadt sind im kollektiven Gedächtnis praktisch nicht präsent. Hier haben sich in den Jahren 1941/42 vier Sammellager befunden, in denen Jüdinnen und Juden vor der Deportation interniert wurden. Der Großteil der mehr als 66.000 österreichischen Shoah-Opfer wurde von den vier Sammellagern aus in den Tod geschickt. Der Weg in die Vernichtung begann mitten in der Stadt. Die Ausstellung „Letzte Orte vor der Deportation. Kleine Sperlgasse, Castellezgasse, Malzgasse“ rekonstruiert und vermittelt die Bedeutung dieser heute nahezu vergessenen letzten Orte vor der Deportation.

Trude und Elvis. Wien – Memphis – Hollywood

bis 12. November 2017
Extrazimmer Jüdisches Museum Dorotheergasse 11

www.jmw.at

Trude Forsher wird in den 1950er Jahren Privatsekretärin von Elvis Presley. 1920 war sie in einer Wiener jüdischen Familie zur Welt gekommen, im August 1938 gelang ihr die Flucht aus Wien, auch ihre Familie konnte sie retten. Über London gelangte sie nach New York, von dort ging es weiter nach Hollywood, das sie faszinierte. Sie gehörte zum innersten Kreis um Elvis Presley und arbeitete in Hollywood für ihn und seinen Manager Colonel Tom Parker. Auch einige von Elvis engsten Freunden waren Juden, was für einen Protestanten aus dem Süden der USA in der damaligen Zeit nicht selbstverständlich war. Trude Forshers Sohn James stellt dem Jüdischen Museum Wien ihren Nachlass aus der frühen Glanzzeit des US-Showbiz zur Verfügung.

Marika Schmiedt: Sprache kommt vor der Tat

18. Mai bis 1. Juni 2017
Galeriewerkstatt NUU, Wilhelm Exnergasse 15, 1090 Wien

http://www.doew.at/

Rassismus erlaubt vielseitiges Handeln, dabei schwingt er zwischen den Extremen angeblich wissenschaftlicher Empirie und offen diskriminierender Ausgrenzung. Die Ausstellung zeigt, wie ein Konzept des angeblich naturwissenschaftlich gesicherten Rassenbegriffs fortgeschrieben wird und wie stark Sprache durch rassistische Diskurse und Wissensfelder geprägt ist. Dabei wird deutlich vor Augen geführt, dass die Bilder und der Umgang damit vom Ausgang des Kaiserreichs bis in unsere Tage keine prinzipiellen Unterschiede aufweisen.

Horowitz. 50 Jahre Menschenbilder

www.jmw.at

Diese Ausstellung bietet einen Einblick in die Porträtfotografie des 1950 in Wien geborenen Fotografen, Journalisten und Autor Michael Horowitz. Die Familie stammte aus Galizien, kam in den 1920er Jahren zu Verwandten nach Wien, und überlebte in Shanghai und Frankreich den 2. Weltkrieg. Michael Horowitz begann mit 16 zu fotografieren und hat später durch seinen Beruf unzählige der wesentlichen Protagonisten getroffen, sei es aus Politik, Wissenschaft, Kunst oder Kultur. Und: er hat sie alle fotografiert. Seine Art von Fotografie ist dokumentierte Zeitgeschichte.

Eine Zukunft für die Vergangenheit – Neuzugänge aus der Sammlung Herbert Exenberger

bis 21. Dezember 2017
Das Rote Wien im Waschsalon, Karl-Marx-Hof, Halteraugasse 7, 1190 Wien

www.doew.at

2009 verstarb der langjährige Bibliothekar des DÖW und Autor zahlreicher Publikationen, Herbert Exenberger. Exenberger, der sich auch im Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en engagierte, war auch privat ein Sammler und Bewahrer

Die Gerechten – Courage ist eine Frage der Entscheidung

bis 19. August 2017
Museum im Ballhaus, Imst, Tirol

http://www.imst.tirol.gv.at/kultur

Widerstehen, helfen, hinnehmen oder mitmachen? Im Zentrum der Ausstellung stehen jene Menschen, die unter den Bedingungen der Nazi-Herrschaft Zivilcourage zeigten. Es sind die „Gerechten“, nicht-jüdische Personen, die große persönliche Risken eingingen, um Jüdinnen und Juden das Leben zu retten.

Holocaust im Comic

bis 16. Juli 2017
Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim

www.schloss-hartheim.at

Am Anfang waren die Superhelden, die sich im Kampf gegen die Nationalsozialisten profilierten und den Kampfgeist der Alliierten stärken sollten. Jahrzehnte nach dem Krieg erschien mit Art Spiegelmans Maus eine Auseinandersetzung mit dem Holocaust, die für heftige Diskussionen sorgte: Darf das vermeintlich triviale Medium Comic sich mit einem Thema wie dem Nationalsozialismus und speziell dem Holocaust auseinandersetzen? Die Ausstellung Holocaust im Comic widmet sich auf differenzierte Weise Holocaust- Abbildungen und -Bezügen in Comics und regt zur reflektierenden Lektüre an.

Die weibliche Seite Gottes

30. April bis 8. Oktober 2017
Jüdisches Museum Hohenems

www.jm-hohenems.at

Das Jüdische Museum Hohenems stellt 2017 eine herausfordernde Frage an die monotheistischen Religionen: Kann der nach jüdischer, christlicher und muslimischer Tradition „einzige Gott“ auch anders als männlich verstanden werden?  
Die Ausstellung „Die weibliche Seite Gottes“ – ein Projekt des Jüdischen Museums Hohenems in Zusammenarbeit mit dem Museum of the Bible, Washington und dem Jüdischen Museum in Frankfurt am Main – wirft damit einen kritischen Blick auf die Gottesvorstellungen der abrahamitischen Religionen. Und sie widmet sich den Auswirkungen dieser Vorstellungen auf traditionelle religiöse und soziale Praxis, und den selbstbewussten Versuchen aus diesen Rollen auszubrechen.