Ausstellungen

Die Stadt ohne Juden Muslime Flüchtlinge Ausländer

Ausstellungsdauer:
2.3. – 30.12.2018

täglich 15:00–21:00

Ort: METRO Kinokulturhaus
Johannesgasse 4, 1010 Wien

„Die Stadt ohne Juden“ nannte Hugo Bettauer 1922 seinen Roman, der die damals noch utopische Vorstellung einer Vertreibung der Juden aus Wien beschreibt. Die Verfilmung durch Regisseur Hans Karl Breslauer war 1924 bereits von Störaktionen der Nationalsozialisten begleitet, 1925 wurde Bettauer von einem Nationalsozialisten erschossen. Der Aufstieg der NSDAP in Österreich mit Mitteln des Terrors mündete im sogenannten »Anschluss« 1938. Was folgte, war die Vertreibung und Ermordung der mitteleuropäischen Jüdinnen und Juden im Holocaust.

Die Ausstellung DIE STADT OHNE begleitet die Veröffentlichung der neu restaurierten Version des Stummfilms, der heute weltweit als erstes filmkünstlerisches Statement gegen den Antisemitismus gilt. Dabei wird dieses einzigartige Zeitdokument nicht nur in der Geschichte der Ersten Republik verortet, sondern auch in der gesellschaftlichen Wirklichkeit der Gegenwart. Ausgehend von einzelnen  Filmszenen interveniert die Ausstellung zwischen dem Damals und Heute: sie zeigt, wie Ausschlussmechanismen in der Gesellschaft funktionieren und zeichnet dabei die einzelnen Stufen des Ausgrenzungsprozesses von der Polarisierung der Gesellschaft bis zum endgültigen Ausschluss der geschaffenen »Sündenböcke« nach.

In den 1920er- und 1930er-Jahren haben die Antisemiten nach dem Ausschluss »der Juden« gerufen, heute wird wieder agitiert: gegen »die Ausländer«, Musliminnen und Muslime oder Flüchtlinge. DIE STADT OHNE stellt die Frage, ob und inwiefern die gesellschaftliche Spaltung während der Jahre des Aufstiegs des Nationalsozialismus mit jener unserer Gegenwart verglichen werden kann, soll oder sogar muss.

Im Film kehrten die Jüdinnen und Juden wieder nach Wien zurück, die historische Realität sollte aber anders aussehen. Von der Utopie Bettauers und des Films wendet sich die Ausstellung den tatsächlichen historischen Folgen des Ausschlusses der jüdischen Bevölkerung, der Schoa, zu. Mit ihrer Anbindung an die Gegenwart versteht sich DIE STADT OHNE nicht nur als historische Ausstellung, sondern als eine Intervention zum Republikjubiläum, die Fragen der kulturellen Identität Österreichs mit all ihren Brüchen und Verwerfungen kritisch beleuchtet. Als Projektionsfolie dazu dienen die nun wiederentdeckten Filmbilder von DIE STADT OHNE JUDEN.

Über unsere ehemaligen Champions…

Ausstellungsdauer:

6. Juni 2018 bis 25. Juni 2018.

Das Institut für Ungarische Geschichtsforschung in Wien/Collegium Hungaricum Wien lädt Sie zur Ausstellungseröffnung

„Über unsere ehemaligen Champions…“ – Ungarische jüdische Sportlegenden, innerhalb und außerhalb der Grenze Ungarns

am MITTWOCH, den 6. JUNI 2018, UM 19 UHR
im Collegium Hungaricum Wien,
(1020 Wien, Hollandstraße 4) ein.

PROGRAMM:
19.00 UHR ERÖFFNUNGSREDEN
S. E. Dr. János Perényi, Botschafter von Ungarn in der Republik Österreich
Ádám Jusztin, Präsident von Maccabi VAC

19.30 UHR FÜHRUNG György Szász, Kurator der Ausstellung

20.00 UHR BUFFET

Als Finissage zur Ausstellung wird am 25.06.2018 um 19 Uhr „The Marvellous Defender” – ein Dokumentarfilm über Olivér Halassy vorgeführt. Der Film wird in ungarischer Originalsprache mit englischen Untertiteln gezeigt.

LETZTE ORTE VOR DER DEPORTATION Kleine Sperlgasse, Castellezgasse, Malzgasse

Ausstellungsdauer:
11. Mai 2018 bis 30. Jänner 2019

Ausstellungsort:
Amtshaus des Bezirks Leopoldstadt,
Karmelitergasse 9, 1. Stock, 1020 Wien

Öffnungszeiten:
MO, DO, MI, FR 7:30–15:30, DO 7:30–17:30
(ausgenommen Feiertage)

Verfolgt – verlobt – verheiratet. Scheinehen ins Exil

Ausstellungsdauer: 

16 Mai bis 07 Oktober

Ort:
Museum Judenplatz,
Judenplatz 8, 1010 Wien,
Sonntag bis Donnerstag,
10:00-18:00 Uhr,
Freitag, 10:00-17:00 Uhr.
Samstags geschlossen

Anschluss 1938

Ausstellungsdauer:

13. März bis 27. Juni 2018
Mittwoch 16.00 bis 18.30 Uhr,
Sonntag 10.00 bis 13.00 Uhr;

Ort:

Bezirksmuseum Leopoldstadt,
Karmelitergasse 9, 1020 Wien

Eröffnung durch die Bezirksvorsteherin Ursula Lichtenegger und Brigitte Bailer-Galanda

Als die Wehrmacht des nationalsozialistischen Deutschen Reiches in der Nacht vom 11. auf den 12. März 1938 die österreichische Grenze überschritt, hatten regional schon die österreichischen Nationalsozialisten die Macht an sich gerissen. Noch in der Nacht des „Anschlusses“ begannen die siegestrunkenen Nationalsozialisten und deren Anhänger, Jüdinnen und Juden zu demütigen und zu misshandeln. Die zahlreiche jüdische Bevölkerung der Leopoldstadt war von diesen Grausamkeiten besonders betroffen. Als in den folgenden Tagen zehntausende politische Gegner des neuen Regimes verhaftet wurden – Sozialisten, Kommunisten ebenso wie deren Gegner der Jahre 1933-1938, die Vertreter des Austrofaschismus – befanden sich darunter auch zahlreiche Bewohner der Leopoldstadt. Wer sich in den folgenden Jahren dem Regime widersetzte, musste mit Gefängnis, Konzentrationslager oder auch Todesurteil rechnen.

Die Ereignisse des Jahres 1938 stehen im Mittelpunkt dieser Sonderausstellung. Daneben sind die Erste Republik, Verhaftung, Flucht und Vertreibung sowie Widerstand und politische Verfolgung Thema der Ausstellung.

Kuratorenführungen mit Brigitte Bailer-Galanda
11. April 2018, 17.30 Uhr | 16. Mai 2018, 17.00 Uhr | 13. Juni 2018, 17.00 Uhr

Eintritt frei!

SHOAH – WIE WAR ES MENSCHLICH MÖGLICH?

Ausstellungsdauer: 
11. April – 30. Juni 2018

Ort: Universität Wien
1010 Wien, Universitätsring 1 (Bibliotheksgang)

Die von Yad Vashem konzipierte Wanderausstellung erzählt die gesamte Geschichte der
Shoah. Die Besucherinnen und Besucher erhalten einen fundierten Überblick über die
schrecklichen Ereignisse dieses dunklen Kapitels der Menschheit und über das Schicksal
der Jüdinnen und Juden in Europa zwischen 1933 und 1945. Sie zeigt persönliche
Geschichten und lässt auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort kommen.

Es sprechen:
Hofrätin Mag.a Maria Seissl
Leiterin des Bibliotheks- und Archivwesen der Universität Wien
Hadass Wittenberg Silverstein
Botschaftsrätin des Staates Israel
Arik Rav On (angefragt)
Direktor für die deutschsprachigen Länder für Yad Vashem, Jerusalem
Oskar Deutsch
Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien/Österreich
Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb
Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien
ao.Univ.-Prof.in Dr.in Christa Schnabl
Vizerektorin für Studium und Lehre

Moderation:
Brigitte Krautgartner ORF Religion – Radio
Aliosha Biz – Geige
Brot und Wein (koscher)

Schicksalsjahr 1938 – NS-Herrschaft im Burgenland

Ausstellungsdauer: 

27. April bis 04. November 2018

Die Ausstellung findet an zwei Standorten,
im Österreichischen Jüdischen Museum in Eisenstadt
sowie im Landesmuseum Burgenland in Eisenstadt, statt.

Als NS-Landeshauptmann Dr. Tobias Portschy am 2. April 1938 forderte, im Burgenland neben der ›Agrarreform‹ und der ›Zigeunerfrage‹ auch die ›Judenfrage‹ mit nationalsozialistischer Konsequenz zu lösen, bedeutete dies das endgültige Aus einer dreihundertjährigen kontinuierlichen jüdischen Geschichte dieses jüngsten Bundeslandes Österreichs.
Die burgenländischen Jüdinnen und Juden waren 1938 die ersten in Österreich, die von den Ausweisungsbefehlen der Nazis betroffen waren. Schon wenige Tage nach dem „Anschluss“ im März 1938 begann die systematische Ausweisung aus ihren Gemeinden. Am 1. November 1938 meldete die Presse, dass

sämtliche Kultusgemeinden des Burgenlandes … nicht mehr existieren.

Programm der Eröffnung sowie mehr Informationen zur Ausstellung:

http://ojm.at/1938

Eröffnungsprogramm am 26. April, 18:00 Uhr (Landesmuseum Burgenland)

16:00 – 18:00 Uhr: Pre-Opening: Freie Besichtigung beider Ausstellungsorte

ab 18:00 Uhr:

Begrüßung Dr. Wolfgang Kuzmits, Geschäftsführer | KBB – Kultur-Betriebe Burgenland GmbH

Zur Sonderausstellung Mag. Dieter Szorger, Kurator

Im Gespräch
Claudia Prutscher, Vizepräsidentin | Israelitische Kultusgemeinde Wien

Mag. Hans Peter Doskozil, Kulturlandesrat

Ansprache Dr. Heinz Fischer, Vorsitzender des Beirats 100 Jahre Republik

Ansprache & Eröffnung Hans Niessl, Landeshauptmann

Moderation Walter Reiss

Filmausschnitt „Es waren schwere Zeiten“
von Walter Reiss | Gespräche mit burgenländischen ZeitzeugInnen

Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen

Ausstellungsdauer:

18. März 2018 bis 17. Februar 2019

Ort:
Salomon Sulzer Saal
Schweizer Str. 21, 6845 Hohenems
Tel. +43 (0)5576 73989
office@jm-hohenems.at 

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems
In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München

Während man von Globalisierung und internationaler Gemeinschaft spricht, werden überall in der Welt neue Grenzzäune und Mauern errichtet: um Staaten, besetzte Territorien und exklusive Wohnsiedlungen, zwischen öffentlichem und privatem Raum, Erlaubtem und Unerlaubtem. Manche dieser Grenzen sind durchlässig und andere tödlich, manche sichtbar gezogen und andere durch kulturelle Codes, Sprachtests oder biometrische Verfahren bewehrt. Grenzen entscheiden über Leben und Tod, „Identität“ und „Fremdheit“, Zugehörigkeit und Ausschluss.

„Gilead besetzte die nach Efraim führenden Übergänge des Jordan. Und wenn efraimitische Flüchtlinge (kamen und) sagten: Ich möchte hinüber!, fragten ihn die Männer aus Gilead: Bist du ein Efraimiter? Wenn er Nein sagte, forderten sie ihn auf: Sag doch einmal «Schibbolet». Sagte er dann «Sibbolet», weil er es nicht richtig aussprechen konnte, ergriffen sie ihn und machten ihn dort an den Furten des Jordan nieder.“ (Buch Richter 12,5/6)

Ausgehend von der biblischen Erzählung von der Flucht der Efraimiten vor den siegreichen Angehörigen des Stammes Gilead und ihrem tödlichen Scheitern an den Ufern des Jordans, lädt das Jüdische Museum Hohenems internationale Künstler dazu ein, Grenzen in aller Welt kritisch zu betrachten – nur einen Steinwurf vom alten Rhein entfernt, an dem sich ab 1938 Flüchtlingsdramen abspielten, deren Gegenwart wir heute an den Rand unseres Bewusstseins drängen.

KünstlerInnen
Lawrence Abu Hamdan (London/Berlin), Zach Blas (London), Sophie Calle (Paris), Arno Gisinger (Paris), Vincent Grunwald (Berlin), Ryan S. Jeffery/Quinn Slobodian (Los Angeles), Leon Kahane (Berlin/Tel Aviv), Mikael Levin (New York), Fiamma Montezemolo (San Francisco), Pīnar Öğrenci (Wien), Anton Ovidiu (Wien), Fazal Sheikh (Zürich)

Memory Gaps ::: Erinnerungslücken: Dicker, Pisk, Santa, Schalek

Ausstellungsdauer:

01. – 31. Mai 2018

Ort: 

Blue Danube Contemporary Art

Paula-Santa-Promenade 42, 1220 Wien

Mit dem Ausstellungstitel „Dicker, Pisk, Santa, Schalek“ erinnert Memory Gaps an vier österreichische jüdische Künstlerinnen, die in verschiedenen NS-Konzentrationslagern ermordet wurden und stellt diese einem dänischen Opernsänger und NSDAP-Mitglied gegenüber, nach welchem in Wien-Donaustadt heute immer noch eine Gasse benannt ist …

Die künstlerische Vielfalt der Weimarer Republik endete 1933, jene der Ersten Republik Österreichs wenig später. Die NS-Kulturpolitik unterwarf sämtliche Kunstgattungen, von Malerei und Bildhauerei über Architektur, Theater und Literatur bis zu Musik und Film, dem Diktat der sogenannten „deutschen Kultur“ und der „rassischen Substanz“. Jüdische, kommunistische und liberale Künstler wurden mit Berufsverboten belegt, später verfolgt und zum Teil in Konzentrationslagern ermordet.

Friedl Dicker-Brandeis, Malerin und Innenarchitektin (* 30. Juli 1898 in Wien; † 9. Okt. 1944 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau); Ilse Pisk, Fotografin (* 17. Feb. 1898 im mährischen Mistek, heute Frýdek-Místek, Tschechien; † nach dem 12. Mai 1942 im Transit-Ghetto Izbica); Malva Schalek, Malerin (* 18. Feb. 1882 in Prag; † 24. März 1945 im Vernichtungslager Auschwitz); Paula Santa, Opernsängerin (* 14. Juni 1875 in Wien; † nach dem 9. April 1942 in einem der Vernichtungslager Treblinka, Belzec oder Sobibor).

Bis zum heutigen Tag existiert in Wien keine Straße, die den Namen einer dieser Künstlerinnen trägt. Hingegen ist nach Helge Rosvaenge seit 1983 eine Gasse in Wien-Donaustadt benannt. Rosvaenge war ein renommierter dänischer Tenor, der sich – seit 1933 NSDAP Mitglied – über Jahre für NS-Propagandaveranstaltungen einspannen ließ und 1944 von Hitler auf die sog. Gottbegnadeten-Liste gesetzt wurde. Aus Anlass des Gedenkjahres 2018 könnte in Wien-Donaustadt anstelle von Helge Rosvaenge künftig einer der genannten Künstlerinnen gedacht werden.

“Schrei 12:28 Uhr”
© Konstanze Sailer, 2018

Die Wiener Medizinische Fakultät 1938 bis 1945

Die Zeit des Nationalsozialismus markiert den historischen Tiefpunkt in der Entwicklung der österreichischen Medizin. Aus Anlass des 80-jährigen Jahrestages des Endes der Eigenstaatlichkeit Österreichs und der nationalsozialistischen Macht übernahme mit ihren Folgen zeigt das Josephinum die Auswirkungen auf die Wiener Medizinische Fakultät.
Die Ausstellung behandelt die Vorgeschichte von Antisemitismus und Rassismus bereits vor der NS-Zeit, die direkten Auswirkungen des März 1938, die Vertreibung eines großen Teils der Fakultätsangehörigen und die dadurch ermöglichten
Karrieren von NS-Parteigängern. Die ideologische Durchdringung der Fakultät mit dem Gedankengut der NS-„Rassenhygiene“, die Forschungspraktiken bis hin zu verbrecherischen Menschenversuchen, Zwangssterilisationen und die Beteiligung an den „Euthanasie“-Aktionen gegen Patienten und Patientinnen der Psychiatrie werden ebenso behandelt wie die zunehmende Militarisierung von Studium und Forschung im Zuge des Krieges. Das Jahr 1945 als ambivalente Zäsur, die bisherigen Auseinandersetzungen mit der NS-Vergangenheit und nicht zuletzt die Position des Josephinums als Zentrum der Medizingeschichte in Österreich bilden weitere Schwerpunkte.
Informationen und Anmeldung:
sammlungen@meduniwien.ac.at
TERMINE & ÖFFNUNGSZEITEN:
nur nach vorheriger Vereinbarung Mo–Do, 9.00–17.00, in Ausnahmen auch während der regulären Öffnungszeiten Fr –Sa 10.00–18.00.
DAUER: 60–90 Minuten

»Wir wissen es, daß diese Beamtenschaft ihre Pflicht auch im neuen Wien tun wird« – Die Wiener Stadtverwaltung 1938

Ausstellungsdauer:
23.02.- 21.09 2018
Ausstellungsort:
Wienbibliothek im Rathaus, Stiege 6, 1. Stock, 1082 Wien, Ausstellungskabinett, Gangbereich und Foyer
Öffnungszeiten:
Werktags Montag bis Donnerstag 9:00 Uhr bis 18:30 Uhr
Freitag 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr

Die Wienbibliothek im Rathaus nimmt das Jahr 2018 zum Anlass, im Rahmen einer Ausstellung einen Blick auf die Wiener Stadtverwaltung nach dem „Anschluss“ im März 1938 zu werfen. 16 Stationen im Ausstellungskabinett vermitteln die rasante Gleichschaltung und Instrumentalisierung der Wiener Stadtverwaltung in den Jahren 1938/1939, dargestellt jeweils aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit und jenem der städtischen Bediensteten. Thematisch behandelt die Ausstellung – die fast ausschließlich aus Beständen der Wienbibliothek gespeist wird – temporäre Erscheinungen jener Zeit ebenso wie bis heute gültige Veränderungen im Magistrat.

Weitere Teile der Ausstellung fokussieren auf den Repräsentationsort Wiener Rathaus und dessen nationalsozialistische Topografie (Gang vor der Bibliothek) und behandeln Kontinuitäten wie Diskontinuitäten in der Arbeit der Bibliothek 1938/2018 (Foyer).

Hier geht es zur Ausstellung

Kein Mampf – Die Transformation von Mein Kampf in ein Kochbuch

„2015 endete das Urheberrecht für Adolf Hitlers Mein Kampf. Durch die mediale Präsenz des Themas erwachte in mir der Wunsch, dieses Buch in seine einzelnen Buchstaben zu zerschneiden, also zu atomisieren. Im April 2016 begann ich mit der Arbeit. Nach meinen Berechnungen wird das Buch in etwa 18 Jahren fertig zerschnitten sein.

Die Buchstaben werden in einem Setzkasten geordnet und zu Kochrezepten und letztendlich einem Kochbuch mit dem Titel Kein Mampf zusammengefügt.

Warum Kochrezepte? Durch ihren Anleitungscharakter und ihre weitgehende Wertefreiheit stehen sie im Kontrast zum Ausgangswerk. Außerdem ähnelt das ‚Upcycling‘, mittels Zerkleinern, Durchmischen und Zu-etwas-Besserem-Zusammenfügen, dem Kochen.“

Andreas Joska, Wien – April 2018

The Place to Be. Salons als Orte der Emanzipation

Ausstellungsdauer:
30 Mai bis 14 Oktober

Ort:
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11, 1010 Wien

Kuratiert vom Team des Jüdischen Museums Wien

#theplacetobe

Mit freundlicher Unterstützung der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien.

Verwischte Grenzen. Jüdische Verortungen nach 1918

Ausstellungsdauer:

18. Mai – 6. Oktober 2018
Dienstag – Sonntag, 13:00-19:00 Uhr

Ort:
Ehemalige Synagoge St. Pölten-
anlässlich des 30jährigen Bestehens des Instituts.

„Das Jahr 1918 markierte keineswegs das Ende der Vielvölkerreiche, im Gegenteil, sie vermehrten sich.“ (Pieter Judson)

Anhand von zum großen Teil erstmals in Niederösterreich präsentierten Synagogalobjekten, Dokumenten, Fotos und Interviews zeigt die Ausstellung, wie sich nach dem Zerfall der Monarchie Juden und Jüdinnen in den Nachfolgestaaten politisch, sprachlich und auch in der Religionspraxis neu und kreativ orientierten. In 12 Stationen werden exemplarisch Haltungen, Bewegungen sowie politische und religiöse Entwürfe in den jüdischen Gemeinden und Gesellschaften dieser Staaten dargestellt: Österreich, Ungarn, Tschechoslowakische Republik, Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, Rumänien, Polen; davon Territorien mit starkem jüdischem Bevölkerungsanteil: Burgenland/Westungarn, Böhmen, Mähren, Slowakei, Bukowina, Galizien. Die einzelnen Regionen sind einerseits von ethnischer, sprachlicher, religiöser und kultureller Vielfalt und Austausch gekennzeichnet, andererseits führte die politische und materielle Unsicherheit verbunden mit Fragen der Identität und Zugehörigkeit zu Aggression, Exklusion und antisemitischer Gewalt.

Teddy Kollek. Der Wiener Bürgermeister von Jerusalem

Ausstellungsdauer:

11. April bis 25. November 2018

Ort: Jüdisches Museum Wien

Dorotheergasse 11, 1010 Wien

Öffnungszeiten Sonntag bis Freitag,
10:00 -18:00 Uhr, Samstag geschlossen

Teddy Kollek (1911–2007) war von 1965 bis 1993 Bürgermeister von Jerusalem. Er verwandelte die Stadt in eine Metropole und setzte sich  nachhaltig für ein friedliches Zusammenleben ihrer multireligiösen  Bewohner ein. Als kulturelles und kommunalpolitisches Vorbild galt ihm das Wien der Zwischenkriegszeit, in dem er aufgewachsen war. Früh bekannte er sich zum Zionismus und wanderte bereits 1935 nach Palästina aus, wo seine steile politische Karriere begann. Zu seinen  größten Leistungen zählt die Begründung des Israel Museums und der  Jerusalem Foundation. Auf Einladung des Wiener Bürgermeisters

Helmut Zilk eröffnete Teddy Kollek am 18. November 1993 das  Jüdische Museum Wien. Ihre Freundschaft ermöglichte nach den  schwierigen Waldheim-Jahren einen Neubeginn der diplomatischen  Beziehungen Österreichs zu Israel.

Kuratoren: Elke-Vera Kotowski und Marcus G. Patka

Es lebe unsere gerechte Sache! Der Slowakische Nationalaufstand 29.August bis 27. Oktober 1944

Ausstellungsdauer:
29. Mai 2018 bis 14. August 2018

Ort: Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte der Universität Wien,
Spitalgasse 2-4, Campus der Universität Wien,
Hof 1, Stiege 12

Der Slowakische Nationalaufstand beginnt am 29. August 1944 und ist einer der größten Aufstände gegen die nationalsozialistische Herrschaft in Europa. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs kommt es auf dem ganzen Kontinent zu einer Reihe von Erhebungen, die die deutsche Besatzungsmacht und die Kollaborationsregime bekämpfen. Der slowakische Aufstand wird in Übereinstimmung mit der Sowjetunion, den Vereinigten Staaten und Großbritannien geplant und mit deren Unterstützung durchgeführt.

Er richtet sich gegen die autoritäre und extrem antisemitische slowakische Kollaborationsregierung. Die vereinigten Widerstandsgruppen, die den landesweiten bewaffneten Aufstand organisieren, setzen sich aus Demokraten, Kommunisten und Partisanen sowie aus Soldaten und Offizieren zusammen, die nicht bereit sind, an der Seite der Wehrmacht zu kämpfen.

Der Slowakische Nationalaufstand entwickelt sich aus der Zusammenarbeit dieser Gruppen und mit der Unterstützung der tschechoslowakischen Exilregierung. Zehntausende sind zum Kampf gegen die deutschen Truppen bereit, die zur Zerschlagung des Widerstands in die Slowakei einmarschieren. Die Anführer des Aufstands überwinden ihre ideologischen Differenzen, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen: die Befreiung des Landes und die Wiederherstellung eines Staates, in dem die demokratische Slowakei und die tschechischen Länder gleichberechtigte Partner sind.

Die Erhebung wird Ende Oktober 1944 von den deutschen Truppen niedergeschlagen. Die slowakischen Partisanen kämpfen jedoch bis zur Befreiung im April 1945 weiter. Der Aufstand trägt wesentlich zur Veränderung des Bildes der Slowakei bei. Aus einem gehorsamen Vasallen der Deutschen wird ein anerkanntes Mitglied der Anti-Hitler-Koalition. Er hat gezeigt, dass zehntausende Slowaken eine demokratische Tschechoslowakei einem autoritären slowakischen Kollaborationsstaat vorziehen. Die Geschichte des Slowakischen Nationalaufstands wird zu einem wesentlichen Teil des Kampfes gegen die nationalsozialistische Herrschaft in Europa. Der Aufstand begründet für die Slowakei ein bleibendes Erbe, das die europäischen Werte von Humanismus, Demokratie und Solidarität im Kampf um die Freiheit hochhält.


Eine Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Kooperation mit dem Historischen Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von

Universität Wien ( Institut für Zeitgeschichte , Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte)
Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Berlin)
Historisches Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften (Bratislava)