Ausstellungen

FÜR DAS KIND

Ausstellungsdauer:

ab 10.12.2018

Ort: 

Wiener Urania, 1010 Wien, Uraniastraße 1/ Hauptstiege 1. – 2. Obergeschoss

Öffnungszeiten: Montag – Freitag 9 – 20 Uhr,
Samstag, Sonntag und Feiertag
Besuch nur nach Vereinbarung möglich, info@millisegal.at,
Führungen nach Vereinbarung

80 Jahrestag des 1. Transportes am 10. Dezember 1938 von Wien Westbahnhof nach London – Liverpool Station

Museum zur Erinnerung

Der Kindertransport zur Rettung jüdischer Kinder nach Grossbritannien 1938/39

Kuratiert von Rosie Potter und Patricia Ayre

Für das Kind“ ist all denen gewidmet, die 1938/39 in Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und in Polen, zehntausend Kindern – hauptsächlich jüdischen – halfen, der Tötungsmaschinerie des Nazi Regimes zu entkommen und ihr Überleben zu sichern.

In einer Zeitspanne von 9 Monaten wurden fast 100 Zugreisen von einer Anzahl tapferer, aufopfernder Menschen organisiert, die Kinder, unter 17 Jahren, unter der Schirmherrschaft des Central British Fund, aus ihren Geburtsländern in Sicherheit brachten. Die Kinder kamen mit dem Zug nach Holland, dann mit der Fähre von Hook/Holland nach Harwich und weiter mit dem Zug nach London Liverpool Station.

Dies war die hervorragende Rettungsaktion „Kindertransport“.

Der 1. Kindertransport ging am 10. Dezember 1938 von Wien Westbahnhof nach London, der letzte am 22. August 1939.

Die Bilder

23 gerahmte, an der Wand zu befestigende Iris Drucke, mit Texten auf das Glas graviert

Die Ausstellung ist eine Zahl von Kunstdrucken, Bilder von den Objekten, die, die Kinder mit sich auf ihre Reise – in eine unbekannte Zukunft -nahmen. Jeder von den 23 Drucken in dieser Ausstellung zeigt ein Köfferchen mit den verschiedenen Besitztümern dieser Kinder.

Jedes Kind durfte nur einen Koffer mitnehmen. Der Inhalt war streng vorgeschrieben – es durften keine Schmuck- oder Wertgegenstände, kein Geld, Musikinstrumente oder Kameras dabei sein.

Meist fuhren die Züge mitten in der Nacht ab, nur kurz davor erfuhren die Eltern den Termin und es gab keine Zeit für lange Verabschiedungen. Diese Gegenstände waren oft die letzte Erinnerung, die, die Kinder mit ihren Eltern verband. Mehr als zwei Drittel der geretteten Kinder haben ihre Eltern nie wiedergesehen.

Die kastenförmigen Holzrahmen erinnern an traditionelle Museumsvitrinen. Die ins Glas eingravierten Zitate sind die heutigen Schriftzüge des jeweiligen überlebenden „Kindes“. Sie stammen aus Briefen, persönlichen Niederschriften, aus Telefongesprächen und sind Anmerkungen der „Kinder“ bei den diversen Treffen mit den Kuratorinnen. Der Text ist willkürlich über und um die Objekte gesetzt.

Das Museum zur Erinnerung „Für das Kind“ in Wien ist weltweit das Einzige in seiner Art mit dem Fokus auf den Kindertransport

Leonard Bernstein. Ein New Yorker in Wien

Ausstellungsdauer:
17.10.2018 bis 28.04.2019

Ort: Museum Judenplatz
www.jmw.at

Musikalisch sozialisiert in der Synagoge seiner Kindheit in Boston, ausgebildet in Harvard und beruflich in New York zu Hause, verband Leonard Bernstein eine lebenslange Beziehung mit Wien. Von 1966 bis zu seinem Tod 1990 kam er, vor allem für seine Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern, immer wieder nach Wien. Bernstein hatte als Jude ein ambivalentes Verhältnis zu dieser Stadt. In einem Brief an seine Eltern schrieb er im März 1966, also 21 Jahre nach dem Ende der Schoa:

Ich genieße Wien unglaublich – so sehr man das als Jude überhaupt kann. Es ist hier voller trauriger Erinnerungen und man hat mit so vielen Ex-Nazis (und möglicherweise immer noch Nazis) zu tun; und nie kannst Du Dir sicher sein, ob nicht einer unter denen, die bravo schreien, Dich vor 25 Jahren einfach erschossen hätte. Aber es ist besser zu vergeben, und wenn möglich, überhaupt zu vergessen. […]
Euer Wiener Schnitzel
Lenny

Als, wie er sagte, „Therapie gegen deutschen Nationalismus“ trug er in Wien gerne eine Trachtenjacke, brachte den Wiener Philharmonikern – gegen anfängliche Widerstände – den verdrängten Gustav Mahler zurück und vermittelte sogar in der österreichischen Innenpolitik.

Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag des Stardirigenten und Komponisten, die das Verhältnis des New Yorkers Bernstein zur Musikstadt Wien in den Mittelpunkt stellt, sich mit den jüdischen Wurzeln des großen Künstlers befasst und ihn auch als politischen Menschen würdigt.

KuratorInnen: Werner Hanak, Adina Seeger

#BernsteinAt100

Foto (c) First/Look/picturedesk.com

Erbe – Gegenwart – Zukunft

Ausstellungsdauer:
Von 26. März 2019 18:00 bis 19:00

Ort:
David Herzog Platz 1, 8020 Graz

Die zu besichtigende Ausstellung umfasst insgesamt 65 photographische Aufnahmen, die in einem Teil die jüdische Geschichte der Stadt Graz abbilden, in einem anderen Teil sich der jüdischen Glaubenspraxis widmen. Insgesamt fünf Schauvitrinen fassen Ritualgegenstände für Synagoge, Friedhof, Gebet und Heim ebenso wie Erinnerungsstücke an besondere Ereignisse im Gemeindeleben, an Gemeindeorganisationen oder die alte Synagoge. Im Rahmen der Ausstellung sehen Sie auch den ältesten jüdischen Grabstein der Stadt Graz, den Grabstein der Zipporah, aus dem Jahre 1304. Tauchen Sie ein in das Judentum und werfen Sie zudem noch einen Blick in die Grazer Synagoge. Dauer der Führung durch die Ausstellung inkl. Besichtigung der Synagoge ca. 60 Minuten.

Teilnehmerzahl:
mind. 10 Personen

Kosten:
Pauschal € 10,- pro Person

Zeichnen gegen das Vergessen (Ausstellung von Manfred Bockelmann)

Ausstellungsdauer:
22.11.2018   –  01.03.2019

Ort:
Bildraum Bodensee, Seestraße 5,
Posthof (2. Stock), 6900 Bregenz

 

Seit acht Jahren widmet sich Manfred Bockelmann mit der Werkgruppe Zeichnen gegen das Vergessen den jüngsten Opfern des NS-Regimes.

In über 100 Kohleporträts hat er Kinder und Jugendliche porträtiert, die am Wiener Spiegelgrund, in den Konzentrationslagern Auschwitz-Birkenau und Theresienstadt, in der Tötungsanstalt Hartheim sowie an anderen Orten ermordet wurden. Bockelmann dokumentiert sie zeichnerisch, gibt jedem und jeder einzelnen von ihnen ein Gesicht und holt sie aus der Anonymität und Vergessenheit in unser Bewusstsein. Der Bildraum Bodensee zeigt Bockelmanns international beachtete Arbeiten erstmals in Westösterreich – als Einladung, sich berühren zu lassen, Anteil zu nehmen und sich klar gegen das Vergessen zu stellen.

Weitere Informationen: – link 

LETZTE ORTE VOR DER DEPORTATION Kleine Sperlgasse, Castellezgasse, Malzgasse

Ausstellungsdauer:
bis 22. November 2019

Nächste Termine:
5. März 2019
2. April 2019
7. Mai 2019
4. Juni 2019
2. Juli 2019

Ausstellungsort:
Amtshaus des Bezirks Leopoldstadt,
Karmelitergasse 9, 1. Stock, 1020 Wien

Öffnungszeiten:
MO, DO, MI, FR 7:30–15:30, DO 7:30–17:30
(ausgenommen Feiertage)

Die umkämpfte Republik. Österreich 1918 – 1938

Ausstellungsdauer:

Ausstellungsort:

Niederösterreichische Museum
Kulturbezirk 5
3100 St. Pölten

Die Dauerausstellung des Hauses der Geschichte wird anlassbezogen immer wieder mit Wechsel-, und Sonderausstellungen ergänzt. Aus Anlass 100 Jahre Republik widmet sich die erste Schwerpunktausstellung der spannenden Geschichte Österreichs in der Zwischenkriegszeit, von der Republikgründung 1918 bis zum „Anschluss“ 1938.

Auf rund 550 m² Ausstellungsfläche erwartet die BesucherInnen eine spannend inszenierte Schau. Sie spannt den Bogen von der Innenpolitik über die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse bis zur Außenpolitik.
Die massiven, ideologisch motivierten Gegensätze zwischen den politischen Lagern, die Unfähigkeit zu Kompromissen der politischen Eliten, die tiefe Spaltung der Bevölkerung, die hohe Arbeitslosigkeit und Verarmung breiter Schichten, führten zu einer Radikalisierung der Gesellschaft. Die Bereitschaft, politische Konflikte durch Gewalt zu lösen, war in allen drei politischen Lagern präsent. Heimwehren, Republikanischer Schutzbund und Staatsmacht standen sich in einem latenten Bürgerkrieg gegenüber. 1933 beseitigte Bundeskanzler Engelbert Dollfuß die Demokratie, der Bürgerkrieg im Februar 1934 entzweite das Land vollends, im Juli 1934 wurde Dollfuß von Nationalsozialisten ermordet. Die Errichtung des autoritären Ständestaates war das österreichische Modell einer Faschisierung Zentraleuropas (ausgenommen die Tschechoslowakei und die Schweiz).

Breiten Raum wird die Darstellung der sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einnehmen. Anhand noch nie gezeigter Objekte aus den Landessammlungen und einer Sammelaktion werden Phänomene wie Massenarmut und Massenarbeitslosigkeit in ihren politischen und sozialen Auswirkungen begreifbar. Die ökonomischen Katastrophen dieser Zeit, vom Zerfall des zentraleuropäischen Wirtschaftsraums der k.u.k.-Monarchie bis zur Weltwirtschaftskrise, aber auch die Jahre der wirtschaftlichen Erholung, werden mit Exponaten aus dem Alltag der Menschen eindrucksvoll illustriert.

Das dritte wichtige Themenfeld bildet die Außenpolitik Österreichs bzw. das Einwirken äußerer Faktoren auf den schwachen Kleinstaat im Zentrum Europas. Hier werden vor allem die Rolle des faschistischen Italien und der Druck Hitler-Deutschlands im Zentrum des Interesses stehen.
Nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung getragen, erwies sich das autoritäre System gegenüber NS-Deutschland und den illegalen Nationalsozialisten im eigenen Land als zu schwach. „Der Anschluss“ 1938 an das Deutsche Reich erfolgte ohne militärischen Widerstand unter enormen Druck von außen und von innen.

In Besucherforen wird zum Nachdenken und zur Diskussion angeregt – über aktuelle Herausforderungen für die Demokratie genauso wie über die Werte einer demokratischen Gesellschaft.

Zwangsarbeit der tschechischen Bevölkerung für das Dritte Reich mit Erweiterung um Zwangsarbeit auf österreichischem Gebiet

Ausstellungsdauer: 
10. Oktober 2018 bis 15. März 2019

Ort: Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte der Universität Wien,
Spitalgasse 2-4, Campus der Universität Wien, Hof 1, Stiege 12

Als das Nürnberger Tribunal den Generalbevollmächtigten für Arbeitseinsatz
Fritz Sauckel als „größten und grausamsten Sklavenhalter seit den Pharaonen“ bezeichnete, handelte es sich nicht um eine dramatische Übertreibung.
Während des Nationalsozialismus wurde die Zwangsarbeit zum Massenphänomen, welches das Leben von Millionen von Menschen im besetzten Europa bestimmte.
Für die deutsche Kriegswirtschaft wurden sowohl zivile Arbeitskräfte, als auch Kriegsgefangene und Gefangene der Judenghettos, der Internierungslager für Roma, der Konzentrationslager und anderer Gefängnisanstalten nutzbringend ausgenutzt. Die Behandlung der zivilen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter hing von zeitlichen und örtlichen Faktoren, aber auch von ihrer Stellung in der unübersichtlichen Nazihierarchie von „Rassen“ und Völkern ab. Der härtesten Behandlung waren die Arbeiterinnen und Arbeiter aus der Sowjetunion (Ostarbeiter) und die polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ausgesetzt; Arbeiterinnen und Arbeiter aus den westeuropäischen Staaten hatten etwas erträglichere Arbeits- und Lebensbedingungen.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden auch mehr als 400 000 Tschechinnen
und Tschechen im Ausland eingesetzt. Seit 1942 wurden ganze Jahrgänge junger Menschen aus dem damaligen Protektorat Böhmen und Mähren deportiert. Der Zwangseinsatz wurde zur Erfahrung einer ganzen Generation, die bis heute das kollektive Gedächtnis eines bedeutenden Teils der tschechischen Gesellschaft beeinflusst. Als Slawen teilten die tschechischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter das Schicksal der anderen „rassisch Minderwertigen“, konnten sich jedoch als Angehörige des Protektorats „unter dem Schutz des Reiches“ in mancherlei Hinsicht mit den westeuropäischen Arbeiterinnen und Arbeitern vergleichen. Ihre Stellung und Behandlung war somit veränderlich.
Die Ausstellung widmet sich der Vielfalt der Schicksale der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, dem Andenken derer, die nie wieder nach Hause zurückkehrten, und dem langen Weg der Überlebenden zu moralischer und finanzieller Genugtuung. Nach mehreren Präsentationen in Deutschland wird die Ausstellung zum ersten Mal auch in Österreich gezeigt. Im Rahmen der Wiener Präsentation wurde sie um eine Reihe von Dokumenten und Fotografien erweitert, die spezifisch Zwangsarbeit im heutigen Österreich betreffen. Die Mehrzahl stammt aus dem persönlichen Besitz der damaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und wurde bisher nicht veröffentlicht.

The PhotoHouse – Das Archiv des legendären Rudi Weissenstein in Tel Aviv

Ausstellungsdauer:
22. März –11. April 2019
Eröffnung der Ausstellung: 21. März 2019, 18:00 Uhr

Ort:

JMW Dorotheergasse 11,

1010 Wien

“The PhotoHouse” ist Israels ältester Fotoladen. Gegründet 1936 im Herzen Tel Avivs von dem Fotografen Rudi Weissenstein und seiner Frau Miriam ist es heute eines der größten privaten Archive historischer Fotografien. Es beherbergt über 1 Million Fotonegative, die Israels faszinierende Geschichte dokumentieren, den Geist, die Atmosphäre, die Menschen, sowie die entscheidenden geschichtlichen Ereignisse Israels beleuchten, von den 1930er bis 1970er Jahren, wie zum Beispiel die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel 1948. „The PhotoHouse” ist seit 3 Generationen in Familienbesitz und wird heute von Rudis Enkelsohn Ben Peter Weissenstein geführt, die Fotografien gehen in zahlreichen Ausstellungen um die Welt.

Gottfried & Söhne arbeitet seit Anbeginn mit dem Archiv zusammen. Anlässlich der „Foto Wien“ werden die faszinierenden Bilder Rudi Weissensteins, der ehemals die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien besuchte, auch hier präsentiert.

Um Anmeldung wird gebeten: events@gottfriedundsoehne.com

Foto (c) Rudi Weissenstein

Arik Brauer. Alle meine Künste

Ausstellungsdauer:
03. April bis 20 Oktober

Ort:
JMW Dorotheergasse 11,
1010 Wien

„Ich war immer schon ein Maler“, so beantwortet Arik Brauer die Frage wie er zur Kunst kam. Wobei in seinem Fall besser von Künsten die Rede sein sollte: Malerei, Architektur, Musik, Tanz, Bildhauerei und Poesie sind nur einige der Bereiche in denen er seine vielseitigen Talente erfolgreich eingesetzt hat. Von der sorglosen Kindheit, die durch den Nationalsozialismus abrupt beendet wurde zur Ermordung des Vaters im Holocaust, über die Studienjahre an der Akademie der Bildenden Künste, wo er zu einem Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus wurde, seine Reisen mit dem Fahrrad durch Europa und Afrika, die Pariser Jahre mit seiner Frau Naomi – einer in Israel geborenen Jemenitin, deren Vater Theodor Herzls Kutscher in Palästina gewesen ist -, bis hin zur Rückkehr mit seiner Familie nach Wien, wo er zu einem der Pioniere des Austropop avancierte, sich für den Umweltschutz stark machte und hier ein Wohnhaus nach seinen Entwürfen gebaut wurde.

In seiner zweiten Heimat Israel hatte er seine Vorstellung vom Hausbau für sich und seine Familie im Künstlerdorf Ein-Hod umgesetzt. Arik Brauer hat die dortige Residenz im Außen- aber auch im Innenbereich bis ins kleinste Detail künstlerisch gestaltet. Die enge Verbindung zum Judentum und zu Israel kommt in vielen seiner Werke zum Ausdruck. In seiner Arbeit spiegelt sich seine Feinfühligkeit, sein Witz aber vielfach auch die kritische Analyse gesellschaftspolitischer Themen wider. Das Jüdische Museum feiert Arik Brauer als Mensch und Künstler zu seinem 90. Geburtstag und präsentiert die verschiedenen Facetten seiner Arbeit. Bis 120!

Kuratorinnen: Danielle Spera, Daniela Pscheiden

Foto (c) Brigitte Luettge-Dauth

Kabbalah

Ausstellungungsdauer: 
31.10.2018 bis 03.03.2019

Ort:
JMW Dorotheergasse 11,
1010 Wien
www.jmw.at

Die gemeinsam geplante Ausstellung des Jüdischen Museums Wien und des Joods Historisch Museum Amsterdam versteht Kabbalah im weitesten Sinne des Wortes. Sie umfasst ihre historischen Entwicklungen, einschließlich der klassischen Kabbalah, der frühen jüdischen Mystik, der praktischen Kabbalah und Magie, ebenso, wie ihre modernen Ausprägungen in Kunst und Populärkultur. Die Ausstellung folgt den Spuren, die die Kabbalah in den unterschiedlichsten Formen moderner Kunst hinterließ: der Malerei, der Bildhauerei, dem Design, der Literatur, dem Film und der Musik (klassisch, wie populär). Durch diesen Zugang werden den Besucherinnen und Besuchern Einsichten in das, „was Kabbalah wirklich ist“ gegeben und erstaunliche Einblicke in eine oft als verborgen bezeichnete Welt eröffnet.

Kuratoren: Domagoj Akrap und Klaus Davidowicz in Kooperation mit dem Joods Historisch Museum Amsterdam.

Ausstellungsgestaltung: Conny Cossa, Maximilian-Paul Hertz

Bild (c) Steve Schapiro / Corbis Premium Historical / Getty Images

Das Auge Brasiliens. Kurt Klagsbrunn

Ausstellungungsdauer:
05.12. 2018 bis 19.05.2019

Ort:
JMW Dorotheergasse 11,
1010 Wien
www.jmw.at

Der Fotograf Kurt Klagsbrunn, geboren 1918 in Wien, hielt von 1939 bis in die 1970er-Jahre das moderne Leben Brasiliens fest. Er fotografierte die Partys der Wohlhabenden ebenso wie die Vergnügungen der kleinen Leute. Seine Modelle waren Prominente wie Orson Welles oder Evita Perón, aber auch Brautstrauß werfende Frischvermählte, Schuhputzer auf den Boulevards oder verträumte Kaffeegenießer. Dabei wollte der Sohn eines Floridsdorfer Kohlenhändlers und Fußballfunktionärs eigentlich Arzt werden, musste jedoch nach der Flucht aus Österreich 1938 den Beruf wechseln, um sich im Exil eine neue Existenz aufzubauen. Er wählte das Hobby seiner Jugend und stieg rasch vom Autodidakten zum Pionier der Gesellschaftsfotografie auf. Er dokumentierte neben seinen Mode-, Lifestyle und Industriefotografien die Entwicklung Brasiliens und begleitete die Entstehung der neuen Hauptstadt Brasilia. 2005 starb Kurt Klagsbrunn in Rio de Janeiro.

Sein Neffe Victor Klagsbrunn betreut seither den Nachlass mit mehr als 250 000 Negativen. 2017 schenkte er dem Jüdischen Museum Wien einen Teilnachlass mit Briefen, Notizen, Fotos und anderen Erinnerungen an das Leben der Familie Klagsbrunn in Floridsdorf und ihrer Flucht nach Rio. Die Ausstellung Das Auge Brasiliens. Kurt Klagsbrunn präsentiert diese Schenkung sowie eine Auswahl seiner Werke aus dem brasilianischen Exil.

Kuratorin: Andrea Winklbauer
Ausstellungsgestaltung: Schuberth und Schuberth

Foto (c) Victor Hugo Klagsbrunn

Lager Liebenau – Ein Ort verdichteter Geschichte

Ausstellungsdauer:
15. November 2018 bis 8. April 2019
Geöffnet Mi-Mo von 10 bis 17 Uhr

Ort:
GrazMuseum, Gotische Halle, Sackstraße 18, 8010 Graz

Das GrazMuseum zeigt ab 15. November 2018 die erste wissenschaftliche Ausstellung zum Lager Graz-Liebenau, das seit Jahren im Fokus der Erinnerungskultur steht. Im April 1945 diente dieses größte NS-Zwangsarbeiterlager im Grazer Stadtgebiet als Zwischenstation auf den Evakuierungsmärschen ungarischen Juden vom „Südostwall“ Richtung KZ Mauthausen.Die vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung unter der Leitung von Barbara Stelzl-Marx konzipierte Ausstellung widmet sich der Zwangsarbeit in Graz, dem Lager Liebenau während der NS-Zeit, den Kriegsverbrechen im April 1945, dem Prozess vor einem britischen Militärgericht und dem aktuellen Umgang mit diesem Ort verdichteter Geschichte.

Nähere Informationen sind dem Rahmenprogramm (PDF) zu entnehmen.

Der Eintritt ist frei.

Alle Informationen für den Besuch und Führungen finden Sie auf der Webseite des GrazMuseums.

Nähere Informationen zum Buch können dem Eintrag auf unserer Website und der Kurzinformation (PDF) entnommen werden.

Die drei mit dem Stift. Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges

Ausstellungsdauer:
08. Mai bis 15. September

Ort:
Museum Judenplatz

„Die drei mit dem Stift“ eint ein gemeinsames Schicksal. Drei Künstler, die als jüdische Kinder in Wien aufwuchsen, ihre Heimat nach dem so genannten Anschluss verlassen mussten und anderswo erfolgreich wurden. Ihre Zeichenstifte setzten sie als Werkzeuge zum Überleben ein, als nicht nur friedliche Waffen.

Die drei: Das ist zum einen Lily Renée, geboren 1922; sie entkam nach England und konnte sich in New York als Zeichnerin und Illustratorin verwirklichen. Unter anderem machte sie aus der Comics-Heldin Señorita Rio eine Kämpferin gegen Nazis und andere böse Mächte und wurde damit zur Kultfigur für Generationen von Comics-Fans.

Das ist ferner Wilhelm „Bil“ Spira (1913-1999), Porträtist und Karikaturist, Maler und nicht zuletzt ein begnadeter Fälscher: Unzähligen in Vichy-Frankreich Gestrandeten fertigte er Visa und Pässe für eine Passage in die Freiheit an. Spira überlebte Verrat und Vernichtungslager, nach dem Krieg konnte er seine Karriere in Paris erfolgreich fortsetzen.

Das ist schließlich Paul Peter Porges (1927-2016); als Kind bereits an der Wiener Kunstgewerbeschule, als Halbwüchsiger in der „Kinderrepublik“ und in Internierungslagern in Frankreich, als junger Mann in der Genfer Kunstschule: Mit Mutterwitz und dem Stift in der Hand schaffte er es in die Vereinigten Staaten und dort auf die großen Bühnen für Cartoonisten, allen voran den New Yorker.

Das Jüdische Museum Wien zeigt eine repräsentative Auswahl der Arbeiten dieser außergewöhnlichen Künstler: Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges – für das österreichische Publikum neu entdeckt.

KuratorInnen: Michael Freund, Sabine Bergler