Ausstellungen

… unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten. Die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück

Ausstellungsdauer:

17. Oktober 2019 bis 20. März 2020, jeweils zu den Öffnungszeiten der Fachbereichsbibliothek

Ausstellungsort:
Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte, Campus der Universität Wien,
1090 Wien, Spitalgasse 2-4, Hof 1

Im Zentrum der Wanderausstellung steht die Arbeit des medizinischen Häftlingspersonals im Krankenrevier des KZ Ravensbrück. Das Begleitprogramm bietet Fachvorträge sowie einen „Porträt-Abend“ mit Schwerpunkt auf die Österreicherinnen im Häftlingskrankenrevier.

Jakov Bararon: «Vistas»

Ausstellungsdauer:
05. Dezember 2019 – 22. Jänner 2020

Ausstellungsort:
1010 Wien, Fischerstiege 7

Vernissage:
Donnerstag, 5. Dezember 2019 um 19:00 Uhr

«bahoe art house» – ein neuer Kunstraum. Im Kontext des Programms von bahoe books und in Kooperation mit gesellschaftskritischen Institutionen werden aufklärerische Kunst, ästhetische Außenseiterpositionen, provokante Fotografie, erinnerungspolitische Auseinandersetzungen und politische Comics und Graphic Novels präsentiert. Unter dem Titel «Vistas» zeigt «bahoe art house» eine Werkschau des Malers Jakov Bararon, in der neben dem Zyklus «Mediteranne Wanderungen» neue Arbeiten gezeigt werden.
Jakov Bararon, *1939 in Belgrad, überlebte als Kind den Zweiten Weltkrieg versteckt bei einer serbischen Bauernfamilie. Nach der Befreiung lebte er in Italien und Frankreich. 1948 reiste er mit der Kinder- und Jugend-Alijah, einer jüdischen Organisation, die versuchte Jugendliche vor den Nationalsozialisten zu retten, nach Israel, wo er im Kibbutz Be’eri die jüdische Kultur und Tradition kennenlernte, die später seine Malerei beeinflussen sollte. Er kehrte 1956 als 17-jähriger nach Jugoslawien zurück, besuchte bis 1960 die Kunstschule Sarajevo, studierte anschließend bis 1965 an der Akademie für angewandte Kunst in Belgrad und machte seinen Postdoc an der Académie des Beaux Arts in Paris.
Jakov Bararon kam 1968 nach Sarajevo zurück und etablierte sich als bildender Künstler, bis er 1992 im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen beim Zerfall Jugoslawiens erneut fliehen musste. Seither lebt er mit seiner Frau Sonja und seiner Familie in Wien. Zahlreiche Ausstellungen weltweit, unter anderem in Belgrad, Bremen, Bologna, Chicago, Florenz, Jerusalem, Lausanne, Ljubljana, Sarajevo, Tel-Aviv-Jaffa, Venedig und Zagreb.
www.artstudio-bar.at
Jakov Bararon: «Vistas» | bahoe art house

Begrüßung: Walter Famler

Ende der Zeitzeugenschaft?

Ausstellungsdauer:
10. November 2019 bis 13. April 2020

Ausstellungsort:
Salomon Sulzer Saal,
Schweizer Str. 21, 6845 Hohenems

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ)

Die Zeitzeugenschaft des Holocaust geht ihrem Ende entgegen. Nur noch wenige Überlebende der NS-Herrschaft können aus eigener Erfahrung sprechen – oder von jenen Menschen berichten, die im Holocaust ermordet wurden. Was bleibt, sind literarische Zeugnisse und unzählige Videointerviews der Überlebenden – sowie die Frage danach, wie wir in Zukunft mit dieser Erbschaft umgehen wollen. Grund genug, den Blick auf die Geschichte der Zeitzeugenschaft zu richten, die komplexe Beziehung zwischen Zeitzeugen und Interviewer, Medium und Gesellschaft zu erkunden.

Dabei steht die Erinnerung an die Shoah, wie sie in Interviews und Aufnahmen von öffentlichen Auftritten der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen überliefert ist, im Fokus. Sie wird zur Erzählung – einem Trauma abgerungen und zugleich das Produkt von Beziehungen und Interessen, abhängig von ihrem jeweiligen Kontext in Politik und Gesellschaft, vor Gericht oder Schulklassen, für die Forschung, das Fernsehen oder Kino.

Die Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“ hinterfragt die „Gemachtheit“ der Zeitzeugeninterviews und ihre gesellschaftliche Rolle seit 1945; und gibt Einblicke in die Video-Sammlung des Jüdischen Museums Hohenems, in Interviews die bislang nie gezeigt wurden.

philomena+

Ausstellungsdauer:
16. November – 07. Dezember 2019

Ort:
philomena+, Heinestraße 40, 1020 Wien
Mo – Fr 10:00 – 18:00,
Sa 11:00 – 15:00 Uhr

philomena+ ist ein Projektort zeitgenössischer Kunst, wo Kunstschaffende aus der MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) mit der lokalen Kunstszene in Wien verknüpft werden und umgekehrt. In diesem Sinne ladet philomena+ die Kunstschaffende Shiri Rozenberg aus Tel Aviv nach Wien ein gemeinsam mit der Wiener Künstlerin Lisa Großkopf ein Ausstellungsprojekt auszurichten. Beide Künstlerinnen setzen sich künstlerisch mit der Geschlechterfrage auseinander. Im Rahmen der Ausstellung verwandeln Shiri Rozenberg und Lisa Großkopf die Auslage und den Projektraum philomena+ in ein „Fotostudio“. Hier präsentieren sie ihre eindrücklichen Fotoarbeiten und machen laufend mit Besucher*innen Fotoshootings.

Für die Künstlerinnen sind Fotostudios Räume, in denen Normengerüste unserer Gesellschaft in Bezug auf Geschlecht, Sexualität und Körper in einer kompakten Form sichtbar werden. Hier werden die Höhepunkte der (heterosexuellen) Familienbiografie präsentiert. Gleichzeitig begegnet man in den gezeigten Sujets,
Posen, Mimik etc. häufig stereotypen Darstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit.
Das Fotostudio Großkopf & Rozenberg in der Heinestraße befragt kritisch Wirklichkeitskonstruktionen unserer Gegenwart. Das Medium der Fotografie, welchem der Anspruch auf eine wirklichkeitsgetreue
Abbildung der Realität zugeschrieben wird und das unsere tagtägliche Wahrnehmung mitkonstruiert, wird durch die Schauinszenierung im Fotostudio als Mittel der Wirklichkeitsbefragung ambivalent.
Das Projekt ist Teil der Vienna Art Week. Mehr Info

I.C.U. – Evoking Our Inner Artist

Ausstellungsdauer:
11. November 2019 bis 30. November 2019
Mo – Sa von 10:00 – 19:00 Uhr – Eintritt frei!

Ausstellungsort:
Kunstraum der Ringstrassen-Galerien,
Kärntner Ring 11-13, 1010 Wien

Die Ausstellung in der Wiener Top Ten Galerie „der Kunstraum“ bringt eine Gruppe talentierter, großartiger Künstler des I.C.U. aus Israel zusammen, denen es gelungen ist, sich zu „outen“. Es werden Exponate von folgenden Künstlern ausgestellt: Yaffa Shabat, Anna Zinger, Inbar Pianko, Zivia Lichtigstein, Shoshana Donaya, Rodica Kalman, Havi Singer, Tsaphie Zohar Stendel, Ettie Lev, Rachel Alkalay, Nurit Cederboum, Ruth Fridman, Rachel Amir, Lior Lahav, Zipi Landau, Sam Baruch, Aviva Beitler, Dorit Rasis und Naomi Raveh.

Anna Zinger, Triptychon, Mischtechnik auf Leinwand, 90×120 cm

Verlöbnis, Im Buchenwald

Ausstellungsdauer:

01. – 30. November 2019

Ort:
Kunst Salon Vivarium
Josefine-Winter-Straße 43,1220 Wien

“Verlöbnis, Im Buchenwald” lautet der Titel der November-Ausstellung von Memory Gaps ::: Erinnerungslücken, im Kunst Salon Vivarium, Josefine-Winter-Straße 43, 1220 Wien. Memory Gaps nimmt damit Bezug auf die Titel von zwei Lied-Kompositionen einer im Ghetto Theresienstadt getöteten Wiener Komponistin und stellt diesen einem Germanisten, Komponisten und NSDAP-Mitglied gegenüber, nach welchem nach wie vor eine Straße in Wien benannt ist …


Josefine Winter, * 21. Dez. 1873 in Wien, † 20. Jan. 1943 im Ghetto Theresienstadt, war eine österreichische Komponistin jüdischer Herkunft. Die auch schriftstellerisch und malerisch tätige Josefine erhielt ihre Ausbildung samt Klavierunterricht durch Privatlehrer. Sie durfte als Frau nicht studieren und wurde aufgrund ihrer Begabung Kompositionsschülerin bei Josef Bohuslav Foerster, am Neuen Wiener Konservatorium, einer privaten Musiklehranstalt. Mithilfe ihres Vermögens (sie war die Tochter des Industriellen und Politikers Rudolf Auspitz), unterstützen Sie und ihre Familienangehörigen u. a. Kinderheime und Krankenanstalten.

Die NS-Schergen zwangen Josefine Winter im Alter von 69 Jahren nach der „Arisierung“ ihrer Villa in eine Sammelwohnung in 1020 Wien, Springergasse 27. Von dort wurde sie mit dem Transport Nr. 31, dessen insgesamt 1.001 Menschen ein Durchschnittsalter von 72 (!) Jahren aufwiesen, am 14. Juli 1942, vom Aspangbahnhof in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Wenige Monate später verstarb Josefine Winter, lt. Totenbuch Theresienstadt am 20. Jan. 1943, im Ghetto.

Bis zum heutigen Tag existiert in Wien keine Straße, die ihren Namen trägt. Hingegen ist nach Viktor Junk, Germanist, Komponist, Aktuar der Wiener Akademie der Wissenschaften und seit den frühen 1930er Jahren illegales NSDAP-Mitglied, auch heute noch eine Straße im 22. Bezirk Wiens benannt. Anstelle von Viktor Junk sollte künftig in Wien Donaustadt an Josefine Winter erinnert werden.

„Schrei 07:25 Uhr“, 2019, 48 x 36cm

UNERWÜNSCHTES KINO: Vertriebene Filmschaffende in Wien und Budapest 1933–1938

Ausstellungsdauer:
18. Oktober 2019 bis 31. Jänner 2020

Ausstellungsort:
METRO Kinokulturhaus, Johannesgasse 4, 1010 Wien

Der Ausschluss jüdischer Filmschaffender aus der deutschen Filmproduktion ließ nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im März 1933 nicht lange auf sich warten. Vertrieben aus Deutschland, flohen
viele von ihnen in die angrenzenden Länder. Doch auch hier wurde es für sie zunehmend unmöglich, Arbeit bei den etablierten Produktionsunternehmen zu finden. In dieser Situation bildete sich um Wien und Budapest eine unabhängige Produktionslandschaft heraus – das Unerwünschte Kino. Das Filmarchiv Austria beleuchtet diesen kaum bekannten Teil der österreichischen Filmgeschichte und präsentiert zahlreiche Objekte und Dokumente aus der eigenen Sammlung.
Ab 1934 waren Jüdinnen und Juden nicht nur in deutschen, sondern in allen Filmen unerwünscht, die auf deutschen Leinwänden gezeigt werden sollten. Auch die großen österreichischen Produktionsfirmen beugten sich dieser Vorgabe. Deutschland war einer der wichtigsten Exportmärkte für österreichische Filme. Als Reaktion auf diese Entwicklung begannen unabhängige Hersteller für den internationalen Markt zu produzieren. Die zentralen Produktionsorte des Unerwünschten Kinos waren insbesondere die Donaumetropolen Wien und Budapest. Zwischen 1934 und 1937 entstanden rund zwei Dutzend Filme, die eine Nische für die nunmehr unerwünschten SchauspielerInnen, RegisseurInnen, ProduzentInnen, CutterInnen, AutorInnen und Kameraleute boten. Die Bandbreite der Filme reichte von virtuos inszenierten Musikfilmen über Komödien nach dem Vorbild der amerikanischen Screwball-Comedy bis hin zu
klassischen Dramen

Nicht mehr verschüttet. Jüdisch-österreichische Geschichte in der Wiener Malzgasse

Ausstellungsdauer:

Ausstellungsort:
Haus der Geschichte Österreich
Österreichische Nationalbibliothek

In der Malzgasse 16 im 2. Wiener Gemeindebezirk befanden sich vor 1938 eine Talmud-Thora-Schule, eine Synagoge und das erste Jüdische Museum Wiens – gleichzeitig das erste jüdische Museum weltweit. Seit 1955 befindet sich auf diesem Standort die Talmud-Thora-Schule Machsike Hadass, eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht. Anfang 2018 hat der Schulverein hier bislang unbekannte Kellerräume entdeckt, die vollständig mit Abbruchmaterial gefüllt waren. Archivrecherchen ergaben: Im Zuge des Novemberpogroms wurden die Synagoge und die Schule zerstört. Im Jahr 1939 musste das Haus für ein Altersheim adaptiert werden, das Abbruchmaterial wurde in die Kellerräume verbracht, darunter waren auch Gegenstände aus der nicht mehr existenten Synagoge und Schule und des aufgelösten Jüdischen Museums. Der Aushub des Schuttmaterials brachte erstaunliche Fundstücke zu Tage – Fundstücke, die mit der vielschichtigen und wechselvollen Geschichte des Hauses unmittelbar verbunden sind. Sie sind materielle Zeugnisse eines regen jüdischen Lebens vor 1938, aber auch von dessen Zerstörung. Nicht zuletzt durch seine Nutzung als Sammellager für die Deportation der österreichischen Jüdinnen und Juden 1941/42 ist die Malzgasse 16 eine Adresse von österreichweiter Bedeutung. Das hdgö präsentiert diese einzigartigen Funde jüdisch-österreichischer Geschichte erstmals öffentlich. Mehr darüber auf Wina-Das jüdische Stadtmagazin

Orit Ishay. Dafna Tal Rituale II

Ausstellungsdauer:
ab 25. November 2019, 19.00 Uhr
bis 11. Jänner 2020

Ausstellungsort:
Ort: Fotogalerie WUK, Wien

Im Fokus der zweiten Schau des Schwerpunkts Rituale der Fotogalerie stehen religiöse Zeremonien verschiedener Kulturen. Orit Ishay arbeitet häufig mit Relikten und Symbolen, speziell in Bezug auf Blumen.
Für ihre Videoinstallation You Don’t Have To Do A Thing hat  Dafna Tal  in einem Studio in Jerusalem Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen den traditionellen Gebetsgesängen der drei dort vertretenen Hauptreligionen ausgesetzt.

You Don’t Have To Do A Thing (c) Dafna Tal

Café As. Das Überleben des Simon Wiesenthal

Ausstellungungsdauer:
29 Mai 2019 bis 12 Jan 2020

Ausstellungsort:
JMW Dorotheergasse 11,
1010 Wien
www.jmw.at

Simon Wiesenthal ist heute als jener Mann bekannt, der sein Leben der Gerechtigkeit für die Opfer der Shoah widmete. Sein Beruf als Architekt, den er bis zu seiner Verfolgung durch das NS-Regime ausübte, ist jedoch in Vergessenheit geraten. Während seiner Inhaftierung im KZ Mauthausen 1945 lernte Wiesenthal den polnischen Gefangenen Edmund Staniszewski kennen, der ihm immer wieder Essen zusteckte und Wiesenthal dadurch das Leben rettete. Das Kriegsende war bereits vorauszusehen. Staniszewski hoffte, ein Kaffeehaus in Posen eröffnen zu können und bat Wiesenthal um Ideen. Noch im Lager fertigte Wiesenthal erste Skizzen an. In den Wochen nach der Befreiung vervollkommnete er sie zu Zeichnungen. Simon Wiesenthal entwarf Außen- und Innenansichten, Kleidung für das Personal bis hin zu Werbeplakaten – ähnlich einer heutigen „Corporate Identity“. Zur Errichtung des „Café As“ kam es jedoch nie. Die mehr als 80 detailreichen Entwürfe konnte das Jüdische Museum Wien mit Unterstützung der „US Friends of the Jewish Museum Vienna“ erwerben. Ein einzigartiges, signifikantes Zeugnis des Überlebens im mörderischen System des Nationalsozialismus.

Kuratorin: Michaela Vocelka

Bild (c) Jüdisches Museum Wien