Ausstellungen

Kauft bei Juden! Geschichte einer Wiener Geschäftskultur

bis 19. November 2017
Jüdisches Museum Dorotheergasse 11

www.jmw.at

Die Entstehung von Kaufhäusern in Wien war Teil einer gesamteuropäischen Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Dass viele der Gründer aus jüdischen Familien stammten, ist heute genauso wenig bekannt wie die einstige Existenz des Textilviertels im ersten Wiener Gemeindebezirk. Prominente Unternehmen wie Gerngross, Zwieback, Jacob Rothberger, Braun & Co, Goldman & Salatsch, Jungmann & Neffe oder Knize und deren Gründerfamilien werden durch die Ausstellung ebenso in das Gedächtnis der Stadt zurückgeholt wie die sogenannten „Vorstadtwarenhäuser“ Wodicka und Dichter.

Bunker! Architektur des Überlebens

 

Obwohl Bunker schützende Bauwerke darstellen, die Menschen vor direkter Gefahr verschonen sollen, verströmen diese Räume eine Aura der Verstörung. In Israel sind Bunker und Schutzräume im ganzen Land Realität, Bedrohung und Ausnahmesituationen gehören dort zum Alltag. Adam Reynolds Fotos von Bunkern zeigen, wie sehr sich die Menschen in Israel bemühen, die Räume, die im Extremfall für das Überleben sorgen, so „normal“ wie möglich zu gestalten. Eine brüchige Normalität.

Helena Rubinstein. Die Schönheitserfinderin

Trude und Elvis. Wien – Memphis – Hollywood

bis 12. November 2017
Extrazimmer Jüdisches Museum Dorotheergasse 11

www.jmw.at

Trude Forsher wird in den 1950er Jahren Privatsekretärin von Elvis Presley. 1920 war sie in einer Wiener jüdischen Familie zur Welt gekommen, im August 1938 gelang ihr die Flucht aus Wien, auch ihre Familie konnte sie retten. Über London gelangte sie nach New York, von dort ging es weiter nach Hollywood, das sie faszinierte. Sie gehörte zum innersten Kreis um Elvis Presley und arbeitete in Hollywood für ihn und seinen Manager Colonel Tom Parker. Auch einige von Elvis engsten Freunden waren Juden, was für einen Protestanten aus dem Süden der USA in der damaligen Zeit nicht selbstverständlich war. Trude Forshers Sohn James stellt dem Jüdischen Museum Wien ihren Nachlass aus der frühen Glanzzeit des US-Showbiz zur Verfügung.

Israel before Israel. Ze‘ev Aleksandrowicz’ fotografische Reise

2003 entdeckte die Familie Aleksandrowicz auf dem Dachboden ihres Hauses in Tel Aviv einen Koffer mit 15.000 Foto-Negativen. Sie gehörten dem verstorbenen Ze’ev Aleksandrowicz, der 1905 als Wilhelm Aleksandrowicz als Sohn einer gut situierten Papierhändlerfamilie in Krakau geboren wurde. Der überraschende Schatz in den Negativrollen brachte eine fotografische Welt aus den 1920er und 1930er Jahren mit Sujets aus seiner polnischen Heimat, seiner Studentenzeit in Wien, aber auch von seinen Reisen nach Palästina zwischen 1932 und 1935 zum Vorschein.

Die Ausstellung im „Extrazimmer“ des Jüdischen Museums widmet sich insbesondere Aleksandrowicz‘ fotografischen Reisen nach Palästina. Dabei wird manifest, dass der bekennende Zionist Aleksandrowicz sein außergewöhnlich großes Interesse für das Land und all seine Bewohner zur Triebfeder für eine spannende fotografische Reise macht. 1936 heiratete Aleksandrowicz eine Frau aus einer „alteingesessenen“ jüdischen Familie aus Jaffa. Danach stellte er das Fotografieren vollkommen ein.

Genosse. Jude. Wir wollten nur das Paradies auf Erden

„Alle Macht den Sowjets. Frieden, Land und Brot“. Für diese Devisen begeisterten sich auch viele Juden. In Russland erhofften sie sich einen Bruch mit dem jahrhundertealten Antisemitismus des Zarenreichs. Die Strahlkraft der Revolution ging weit über die russischen Grenzen hinaus. Weltweit und auch in Österreich begannen Juden für die Gleichstellung aller Menschen zu kämpfen, sie alle träumten vom Paradies auf Erden. Dabei entstanden enge Beziehungen zwischen österreichischen und russischen Marxisten. Oftmals waren es jüdische Kommunisten, die zwischen diesen beiden Welten vermittelten. Diese Verbindungen auf diplomatischer, politischer, gesellschaftlicher und kultureller Ebene bilden die Ausgangspunkte für die Betrachtung der geschichtlichen Ereignisse beider Länder. Beginnend mit dem Exil Leo Trotzkis in Wien noch vor der Oktoberrevolution und endend mit dem Untergang der Sowjetunion.

Kuratorinnen: Gabriele Kohlbauer-Fritz, Sabine Bergler

Eine Zukunft für die Vergangenheit – Neuzugänge aus der Sammlung Herbert Exenberger

bis 21. Dezember 2017
Das Rote Wien im Waschsalon, Karl-Marx-Hof, Halteraugasse 7, 1190 Wien

www.doew.at

2009 verstarb der langjährige Bibliothekar des DÖW und Autor zahlreicher Publikationen, Herbert Exenberger. Exenberger, der sich auch im Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en engagierte, war auch privat ein Sammler und Bewahrer

Von Alef zu Tav – Vom Anfang zum Ende

Dauerausstellung
Museum Dorotheergasse
http://www.jmw.at

Das Atelier im Jüdischen Museum Wien ist nicht nur ein Raum der Kreativität und Vermittlung, sondern auch Ausstellungsraum. In unserem Atelier werden die persönlichen Feste im jüdischen Alltagsleben vorgestellt. Von den Feiern im jüdischen Lebenslauf, z.B. Bar Mitzwa oder Bat Mitzwa haben manche schon gehört, wie aber feiern jüdische Jugendliche ihren Schritt in die Welt der Erwachsenen? Was sind die Symbole einer jüdischen Hochzeit? Wie sieht es in einer koscheren Küche aus?

Diese Fragen beantworten wir anhand von verschiedenen Stationen, in denen wir jeweils ein Museumsobjekt aus unseren außergewöhnlichen Sammlungen einem Alltagsobjekt gegenüberstellen und so auch die Vergangenheit und die Gegenwart in einen Dialog treten lassen. (Atelier: Erfahren und Gestalten © Klaus Pichler)

Letzte Orte vor der Deportation

Verlängerung der Ausstellung bis 10. November 2017.

Krypta des Heldendenkmals, Äußeres Burgtor-Heldenplatz, Wien.

http://www.erinnern.at

_erinnern.at_ übernimmt die Ausstellungspädagogik und bietet kostenlose Ausstellungsrundgänge für Schulklassen an.

Kleine Sperlgasse 2a, Castellezgasse 35, Malzgasse 7 und 16 – diese Adressen in Wien-Leopoldstadt sind im kollektiven Gedächtnis praktisch nicht präsent. In der Topographie der Shoah von Wien und Österreich sind das jedoch zentrale Orte.

Hier haben sich in den Jahren 1941/42 vier Sammellager befunden, in denen Jüdinnen und Juden vor der Deportation interniert wurden. Von hier wurden Gruppen von je 1.000 Menschen in Lastwagen zum Aspangbahnhof gebracht. Von Februar 1941 bis Oktober 1942 gingen insgesamt 45 Deportationszüge in Ghettos und Vernichtungslager. Der Großteil der mehr als 66.000 österreichischen Shoah-Opfer wurde von den vier Sammellagern aus in den Tod geschickt. Der Weg in die Vernichtung begann mitten in der Stadt.

Die Ausstellung zeigt Interviews mit den letzten ZeitzeugInnen dieser Orte und die wenigen Quellen, die Einblick in die Vorgänge in den Sammellagern geben. Der Ausstellungsort, die Krypta des Heldendenkmals, wurde den gefallenen Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkriegs gewidmet. Die aktuelle Ausstellung leistet einen Beitrag zur Transformation des Heldendenkmals in einen zeitgeschichtlichen Lern- und Vermittlungsort.

Öffnungszeiten der Krypta im Heldendenkmal:
Montag bis Freitag 9.00-11.30 und 12.30-16.00 Uhr 

Holocaust im Comic

21.04.2017 19:00 Uhr bis 31.08.2017
Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim, Schloßstraße 1, 4072 Alkoven

http://www.erinnern.at/

Das Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim eröffnete im April die Ausstellung „Holocaust im Comic“. Die Ausstellung spannt den Bogen von der Vergangenheit des Comics in der er als Propaganda eingesetzt wurde um den Kampfgeist der Alliierten gegen die Nationalsozialisten zu stärken bis ins Jahr 2017. In jüngerer Zeit wird die Geschichte des Zweiten Weltkrieges und des Holocaust auch in Graphic Novels und Comics aufgearbeitet.
Die Ausstellung läuft bis 31. August 2017: Mo & Fr 9-15 Uhr, Di & Do 9-16 Uhr, So & Feiertag 10-17 Uhr.

Die weibliche Seite Gottes

30. April bis 8. Oktober 2017
Jüdisches Museum Hohenems

www.jm-hohenems.at

Das Jüdische Museum Hohenems stellt 2017 eine herausfordernde Frage an die monotheistischen Religionen: Kann der nach jüdischer, christlicher und muslimischer Tradition „einzige Gott“ auch anders als männlich verstanden werden?  
Die Ausstellung „Die weibliche Seite Gottes“ – ein Projekt des Jüdischen Museums Hohenems in Zusammenarbeit mit dem Museum of the Bible, Washington und dem Jüdischen Museum in Frankfurt am Main – wirft damit einen kritischen Blick auf die Gottesvorstellungen der abrahamitischen Religionen. Und sie widmet sich den Auswirkungen dieser Vorstellungen auf traditionelle religiöse und soziale Praxis, und den selbstbewussten Versuchen aus diesen Rollen auszubrechen.