Ausstellungen

FÜR DAS KIND

Ausstellungsdauer:

bis August 2019

Ort: 

Wiener Urania, 1010 Wien, Uraniastraße 1/ Hauptstiege 1. – 2. Obergeschoss

Öffnungszeiten: Montag – Freitag 9 – 20 Uhr,
Samstag, Sonntag und Feiertag
Besuch nur nach Vereinbarung möglich, info@millisegal.at,
Führungen nach Vereinbarung

80 Jahrestag des 1. Transportes am 10. Dezember 1938 von Wien Westbahnhof nach London – Liverpool Station

Museum zur Erinnerung

Der Kindertransport zur Rettung jüdischer Kinder nach Grossbritannien 1938/39

Kuratiert von Rosie Potter und Patricia Ayre

Für das Kind“ ist all denen gewidmet, die 1938/39 in Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und in Polen, zehntausend Kindern – hauptsächlich jüdischen – halfen, der Tötungsmaschinerie des Nazi Regimes zu entkommen und ihr Überleben zu sichern.

In einer Zeitspanne von 9 Monaten wurden fast 100 Zugreisen von einer Anzahl tapferer, aufopfernder Menschen organisiert, die Kinder, unter 17 Jahren, unter der Schirmherrschaft des Central British Fund, aus ihren Geburtsländern in Sicherheit brachten. Die Kinder kamen mit dem Zug nach Holland, dann mit der Fähre von Hook/Holland nach Harwich und weiter mit dem Zug nach London Liverpool Station.

Dies war die hervorragende Rettungsaktion „Kindertransport“.

Der 1. Kindertransport ging am 10. Dezember 1938 von Wien Westbahnhof nach London, der letzte am 22. August 1939.

Die Bilder

23 gerahmte, an der Wand zu befestigende Iris Drucke, mit Texten auf das Glas graviert

Die Ausstellung ist eine Zahl von Kunstdrucken, Bilder von den Objekten, die, die Kinder mit sich auf ihre Reise – in eine unbekannte Zukunft -nahmen. Jeder von den 23 Drucken in dieser Ausstellung zeigt ein Köfferchen mit den verschiedenen Besitztümern dieser Kinder.

Jedes Kind durfte nur einen Koffer mitnehmen. Der Inhalt war streng vorgeschrieben – es durften keine Schmuck- oder Wertgegenstände, kein Geld, Musikinstrumente oder Kameras dabei sein.

Meist fuhren die Züge mitten in der Nacht ab, nur kurz davor erfuhren die Eltern den Termin und es gab keine Zeit für lange Verabschiedungen. Diese Gegenstände waren oft die letzte Erinnerung, die, die Kinder mit ihren Eltern verband. Mehr als zwei Drittel der geretteten Kinder haben ihre Eltern nie wiedergesehen.

Die kastenförmigen Holzrahmen erinnern an traditionelle Museumsvitrinen. Die ins Glas eingravierten Zitate sind die heutigen Schriftzüge des jeweiligen überlebenden „Kindes“. Sie stammen aus Briefen, persönlichen Niederschriften, aus Telefongesprächen und sind Anmerkungen der „Kinder“ bei den diversen Treffen mit den Kuratorinnen. Der Text ist willkürlich über und um die Objekte gesetzt.

Das Museum zur Erinnerung „Für das Kind“ in Wien ist weltweit das Einzige in seiner Art mit dem Fokus auf den Kindertransport

Leonard Bernstein. Ein New Yorker in Wien

Ausstellungsdauer:
17.10.2018 bis 28.04.2019

Ort: Museum Judenplatz
www.jmw.at

Musikalisch sozialisiert in der Synagoge seiner Kindheit in Boston, ausgebildet in Harvard und beruflich in New York zu Hause, verband Leonard Bernstein eine lebenslange Beziehung mit Wien. Von 1966 bis zu seinem Tod 1990 kam er, vor allem für seine Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern, immer wieder nach Wien. Bernstein hatte als Jude ein ambivalentes Verhältnis zu dieser Stadt. In einem Brief an seine Eltern schrieb er im März 1966, also 21 Jahre nach dem Ende der Schoa:

Ich genieße Wien unglaublich – so sehr man das als Jude überhaupt kann. Es ist hier voller trauriger Erinnerungen und man hat mit so vielen Ex-Nazis (und möglicherweise immer noch Nazis) zu tun; und nie kannst Du Dir sicher sein, ob nicht einer unter denen, die bravo schreien, Dich vor 25 Jahren einfach erschossen hätte. Aber es ist besser zu vergeben, und wenn möglich, überhaupt zu vergessen. […]
Euer Wiener Schnitzel
Lenny

Als, wie er sagte, „Therapie gegen deutschen Nationalismus“ trug er in Wien gerne eine Trachtenjacke, brachte den Wiener Philharmonikern – gegen anfängliche Widerstände – den verdrängten Gustav Mahler zurück und vermittelte sogar in der österreichischen Innenpolitik.

Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag des Stardirigenten und Komponisten, die das Verhältnis des New Yorkers Bernstein zur Musikstadt Wien in den Mittelpunkt stellt, sich mit den jüdischen Wurzeln des großen Künstlers befasst und ihn auch als politischen Menschen würdigt.

KuratorInnen: Werner Hanak, Adina Seeger

#BernsteinAt100

Foto (c) First/Look/picturedesk.com

Erbe – Gegenwart – Zukunft

Ausstellungsdauer:
Von 26. März 2019 18:00 bis 19:00
Dauerausstellung

Ort:
David Herzog Platz 1, 8020 Graz

Die zu besichtigende Ausstellung umfasst insgesamt 65 photographische Aufnahmen, die in einem Teil die jüdische Geschichte der Stadt Graz abbilden, in einem anderen Teil sich der jüdischen Glaubenspraxis widmen. Insgesamt fünf Schauvitrinen fassen Ritualgegenstände für Synagoge, Friedhof, Gebet und Heim ebenso wie Erinnerungsstücke an besondere Ereignisse im Gemeindeleben, an Gemeindeorganisationen oder die alte Synagoge. Im Rahmen der Ausstellung sehen Sie auch den ältesten jüdischen Grabstein der Stadt Graz, den Grabstein der Zipporah, aus dem Jahre 1304. Tauchen Sie ein in das Judentum und werfen Sie zudem noch einen Blick in die Grazer Synagoge. Dauer der Führung durch die Ausstellung inkl. Besichtigung der Synagoge ca. 60 Minuten.

Teilnehmerzahl:
mind. 10 Personen

Kosten:
Pauschal € 10,- pro Person

asozial. Ausgrenzung gestern und heute

Ausstellungsdauer:
22. März – 23. April 2019

Ort:
Foyer RESOWI, Trakt C, Karl Franzens Universität Graz

 

Die rassistische Politik im Nationalsozialismus spaltete die Gesellschaft in Zugehörige und Nicht-Zugehörige. Parallelen zu Ausgrenzungsdiskursen von heute sind unübersehbar.

Die Kontinuitäten im Umgang mit den als „anders“ Abgewerteten werden in dieser Ausstellung thematisiert. Sie zeigt, dass Ausgrenzung, Stigmatisierung und Disziplinierung eine
jahrhundertealte Geschichte haben, die in der Radikalisierung im Nationalsozialismus ihren Höhepunkt, nicht aber ihren Endpunkt fand.

Präsentation der Ausstellung mit anschließendem Podiumsgespräch:
„Die ‚Sozialschmarotzer‘ von heute und politische Antworten“

Finissage mit Buchpräsentation: 7. Mai 2019, 18h00
Helga Amesberger, Brigitte Halbmayr, Elke Rajal
>> Arbeitsscheu und moralisch verkommen << Verfolgung von Frauen als „Asoziale“ im Nationalsozialismus Wien: Mandelbaum 2019

Alona Rodeh. Dark Ages 2020. Courtesy of the artist & Christine König Galerie. Foto: Ludger Paffrath @ Salzburger Kunstverein

LETZTE ORTE VOR DER DEPORTATION Kleine Sperlgasse, Castellezgasse, Malzgasse

Ausstellungsdauer:
bis 22. November 2019

Nächste Termine:
7. Mai 2019
4. Juni 2019
2. Juli 2019

Ausstellungsort:
Amtshaus des Bezirks Leopoldstadt,
Karmelitergasse 9, 1. Stock, 1020 Wien

Öffnungszeiten:
MO, DO, MI, FR 7:30–15:30, DO 7:30–17:30
(ausgenommen Feiertage)

DAVID GERSTEIN A colorful world

Ausstellungsdauer:

Ausstellungsort:

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 10.30 – 19.00
Samstag: 10.30 – 16.00

Zu Beginn der 1970er-Jahre hat, der in Israel, Paris, New York und London ausgebildete Maler und Bildhauer David Gerstein, seinen eigenen Stil und seine eigene Technik entwickelt. Er wandte sich von den damals gängigen Richtungen des Minimalismus und der Konzeptkunst, zugunsten der ihm näher stehenden Intentionen der Pop Art, ab. Mit seinen dreischichtigen, zuerst in Holz, später in Metall gefertigten und bemalten „Cut Outs“, fand er eine Möglichkeit, die Grenzen zwischen dem Zweidimensionalen der Malerei und der Dreidimensionalität der Skulptur aufzuheben und damit zugleich seiner Intention einer poetisch-mehrdeutigen Darstellung des zeitgenössischen „joie de vivre“ Ausdruck verleihen zu können.

Mehr Info & weitere Werke von David Gerstein finden Sie hier:
http://www.galerie-augustin.com/de/amlugeck-davidgerstein.html

Marko Zink: M 48° 15′ 24.13′′ N, 14° 30′ 6.31′′E

Ausstellungsdauer: 

05 Mai bis 31. Oktober 2019

Ort:
KZ-Gedenkstätte Mauthausen,
tgl. 9-17.15 Uhr,
Eröffnung: Gedenk- und Befreiungsfeier,
5. Mai, 11 Uhr,
https://www.mauthausen-memorial.org

Kunst als Sehhilfe: Fotoausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Ein Projekt des Künstlers Marko Zink versucht, für das nicht mehr Sichtbare zu sensibilisieren

Die Gedenk- und Befreiungsfeier, laut Mauthausen Komitee die weitaus größte weltweit, hat heuer einen zusätzlichen Aspekt: Im ehemaligen Reviergebäude versucht der in Wien lebende Vorarlberger Künstler Marko Zink (43), sich mit einem Fotoprojekt dem Unvorstellbaren anzunähern.

„M 48° 15′ 24.13′′ N, 14° 30′ 6.31′′ E“ nennt Zink seine Serie nach den geografischen Koordinaten des Konzentrationslagers. In Dutzenden Besuchen der Gedenkstätte habe er einen Weg gesucht, sich künstlerisch mit diesem Ort auseinanderzusetzen, erzählte er bei der Ausstellungseröffnung. Warum? Dafür gebe es zwei Antriebe: „Zum einen ist es das, was momentan in unserer Gesellschaft passiert, zum anderen, weil die Zeitzeugen immer mehr wegfallen. Wenn Erinnerungen verschwinden, verlieren sie Gewicht. Diese Gewichtung wollte ich zurückgeben.“

Das gelingt ihm mit einer Serie von analogen Aufnahmen auf dem Gelände des ehemaligen Lagers oder seiner Umgebung, bei denen er das Filmmaterial mit Chlor oder Tintentod bearbeitete, es kochte, stanzte oder zerkratzte. Seine Fotos der Lagerstraße, des ehemaligen Sportplatzes oder eines Baumes, unter dem tausende Leichen verscharrt wurden, versuchen die Auslöschung von Menschen und die Tilgung von Erinnerung gleichermaßen sichtbar zu machen. Die Titel der Arbeiten beziehen sich auf den 1966 erschienenen Aufsatz „Erziehung nach Auschwitz“ von Theodor W. Adorno. Marko Zink hat sich gründlich mit dem Thema beschäftigt, so sehr, dass er lange Zeit bei jedem Aufwachen sofort daran denken musste. „Das verändert einen.“

Marko Zink verwendet Fotografie als Grundlage von mannigfaltigen Techniken. So finden sich in der Ausstellung auch Lamellenbilder, die aus unterschiedlichen Perspektiven zwei verschiedene Bilder ergeben. Für die Arbeit „Der Blick ins Nichts“ wurden 500 Einzelaufnahmen einer 400 Quadratmeter großen Baracke aneinandergefügt, in der 500 Menschen untergebracht waren. Die Größe des Bildes entspricht der Größe eines Barackenfensters. Eine vierteilige Fotoserie erinnert in der Struktur an Piet Mondrians Gitterbilder. Sie zeigt Rohrleitungen der Gaskammer.

„Unser Anliegen ist es, den Menschen eine Sehhilfe zu geben“, sagte Barbara Glück, die Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, in deren Ausstellungsräumlichkeiten nun das erste Mal seit vielen Jahren keine rein historische Präsentation zu sehen ist. „Weil es immer weniger Zeitzeugen gibt, müssen wir unsere eigenen Zugänge finden. Da ist Kunst ein wichtiges Medium. Vielleicht kann sie für den einen oder anderen einen neuen Blick eröffnen.“ Dieser Blick solle auch „eigene Handlungsspielräume aufzeigen“.

Schicksalsjahr 1938 – NS-Herrschaft im Burgenland

Ausstellungsdauer:
27. April 2018  –  21. November 2019

Ort:
Landesmuseum Burgenland & Österreichisches Jüdisches Museum

Landesmuseum Burgenland
Museumgasse 1 – 5 | 7000 Eisenstadt
t +43 2682 719 4000
Österreichisches Jüdisches Museum
Unterbergstraße 6 | 7000 Eisenstadt
t +43 2682 65145
ojm.at
Am 11. März 1938 – und damit früher als in allen anderen Bundesländern – begann im Burgenland eines der dunkelsten Kapitel seiner Geschichte: die Zeit der NS-Diktatur. 80 Jahre danach setzen sich das Landesmuseum Burgenland und das Österreichische Jüdische Museum in einer gemeinsamen Ausstellung mit den burgenländischen Aspekten dieses schicksalshaften Jahres auseinander. In vielerlei Hinsicht nahm das Burgenland 1938 eine Sonderstellung ein. Mit 99,71 % war die Zustimmung für den Anschluss außerordentlich hoch. Juden und Jüdinnen wurden hier schnell vertrieben und ihr Vermögen besonders rasch eingezogen. Damit stand das Burgenland Modell für die später einsetzenden Vertreibungen aus der restlichen „Ostmark“. Mit der Auflösung im Herbst 1938 verschwand es schließlich gänzlich von der politischen Landkarte. Der Illusion von einem besseren Leben als Bestandteil des Deutschen Reiches folgte bald die ernüchternde Realität: Juden, Roma und politisch Andersdenkende waren nicht länger Teil der „Volksgemeinschaft“. Sie wurden systematisch entrechtet, beraubt, vertrieben und schließlich ermordet. Nur eineinhalb Jahre nach dem Anschluss marschierten Burgenländer in Hitlers Armeen.

Im Landesmuseum Burgenland

In diesem Ausstellungsteil werden die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen aus der Endphase des österreichischen Ständestaates, der Terror der illegalen NSDAP sowie die zum Anschluss des Burgenlandes an das Dritte Reich führenden politischen Ereignisse erläutert.
Einzigartige Filmdokumente, originale Plakate und zahlreiche private Erinnerungsstücke erzählen Geschichten aus dieser Zeit.

Im Österreichischen Jüdischen Museum

Das Österreichische Jüdische Museum widmet sich im Rahmen der gemeinsamen Sonderausstellung der Geschichte der „Sieben Gemeinden“ – der „Schewa Kehilot“ –, die einst zu den bedeutendsten jüdischen Gemeinden Europas zählten. Originale Dokumente des Jüdischen Zentralarchivs, die noch nie öffentlich gezeigt wurden, sind Spiegel des regen kulturellen jüdischen Lebens, erzählen aber auch die Geschichte des Untergangs im Jahr 1938.

Highlights

Neben einem Oral-History-Projekt mit Berichten über das „Schicksalsjahr 1938“ aus Sicht der Verfolgten ermöglicht eine digitale Rekonstruktion den virtuellen Rundgang durch längst zerstörte burgenländische Synagogen.
K | Mag. Dieter Szorger, Dr. Pia Bayer, Mag. Gert Polster

Vermittlung und Besuch

Für BesucherInnengruppen gegen Voranmeldung gibt es Ausstellungsrundgänge.
Führungszuschlag: € 29,- pro geführter Gruppe

Ein Kombi-Ticket Landesmuseum und Jüdisches Museum lädt zum besucht der beiden Museen ein.

Foto (c) Rudi Weissenstein

Arik Brauer. Alle meine Künste

Ausstellungsdauer:
03. April bis 20 Oktober

Ort:
JMW Dorotheergasse 11,
1010 Wien

„Ich war immer schon ein Maler“, so beantwortet Arik Brauer die Frage wie er zur Kunst kam. Wobei in seinem Fall besser von Künsten die Rede sein sollte: Malerei, Architektur, Musik, Tanz, Bildhauerei und Poesie sind nur einige der Bereiche in denen er seine vielseitigen Talente erfolgreich eingesetzt hat. Von der sorglosen Kindheit, die durch den Nationalsozialismus abrupt beendet wurde zur Ermordung des Vaters im Holocaust, über die Studienjahre an der Akademie der Bildenden Künste, wo er zu einem Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus wurde, seine Reisen mit dem Fahrrad durch Europa und Afrika, die Pariser Jahre mit seiner Frau Naomi – einer in Israel geborenen Jemenitin, deren Vater Theodor Herzls Kutscher in Palästina gewesen ist -, bis hin zur Rückkehr mit seiner Familie nach Wien, wo er zu einem der Pioniere des Austropop avancierte, sich für den Umweltschutz stark machte und hier ein Wohnhaus nach seinen Entwürfen gebaut wurde.

In seiner zweiten Heimat Israel hatte er seine Vorstellung vom Hausbau für sich und seine Familie im Künstlerdorf Ein-Hod umgesetzt. Arik Brauer hat die dortige Residenz im Außen- aber auch im Innenbereich bis ins kleinste Detail künstlerisch gestaltet. Die enge Verbindung zum Judentum und zu Israel kommt in vielen seiner Werke zum Ausdruck. In seiner Arbeit spiegelt sich seine Feinfühligkeit, sein Witz aber vielfach auch die kritische Analyse gesellschaftspolitischer Themen wider. Das Jüdische Museum feiert Arik Brauer als Mensch und Künstler zu seinem 90. Geburtstag und präsentiert die verschiedenen Facetten seiner Arbeit. Bis 120!

Kuratorinnen: Danielle Spera, Daniela Pscheiden

Foto (c) Brigitte Luettge-Dauth

Das Auge Brasiliens. Kurt Klagsbrunn

Ausstellungungsdauer:
05.12. 2018 bis 19.05.2019

Ort:
JMW Dorotheergasse 11,
1010 Wien
www.jmw.at

Der Fotograf Kurt Klagsbrunn, geboren 1918 in Wien, hielt von 1939 bis in die 1970er-Jahre das moderne Leben Brasiliens fest. Er fotografierte die Partys der Wohlhabenden ebenso wie die Vergnügungen der kleinen Leute. Seine Modelle waren Prominente wie Orson Welles oder Evita Perón, aber auch Brautstrauß werfende Frischvermählte, Schuhputzer auf den Boulevards oder verträumte Kaffeegenießer. Dabei wollte der Sohn eines Floridsdorfer Kohlenhändlers und Fußballfunktionärs eigentlich Arzt werden, musste jedoch nach der Flucht aus Österreich 1938 den Beruf wechseln, um sich im Exil eine neue Existenz aufzubauen. Er wählte das Hobby seiner Jugend und stieg rasch vom Autodidakten zum Pionier der Gesellschaftsfotografie auf. Er dokumentierte neben seinen Mode-, Lifestyle und Industriefotografien die Entwicklung Brasiliens und begleitete die Entstehung der neuen Hauptstadt Brasilia. 2005 starb Kurt Klagsbrunn in Rio de Janeiro.

Sein Neffe Victor Klagsbrunn betreut seither den Nachlass mit mehr als 250 000 Negativen. 2017 schenkte er dem Jüdischen Museum Wien einen Teilnachlass mit Briefen, Notizen, Fotos und anderen Erinnerungen an das Leben der Familie Klagsbrunn in Floridsdorf und ihrer Flucht nach Rio. Die Ausstellung Das Auge Brasiliens. Kurt Klagsbrunn präsentiert diese Schenkung sowie eine Auswahl seiner Werke aus dem brasilianischen Exil.

Kuratorin: Andrea Winklbauer
Ausstellungsgestaltung: Schuberth und Schuberth

Foto (c) Victor Hugo Klagsbrunn

Die drei mit dem Stift. Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges

Ausstellungsdauer:
08. Mai bis 15. September

Ort:
Museum Judenplatz

„Die drei mit dem Stift“ eint ein gemeinsames Schicksal. Drei Künstler, die als jüdische Kinder in Wien aufwuchsen, ihre Heimat nach dem so genannten Anschluss verlassen mussten und anderswo erfolgreich wurden. Ihre Zeichenstifte setzten sie als Werkzeuge zum Überleben ein, als nicht nur friedliche Waffen.

Die drei: Das ist zum einen Lily Renée, geboren 1922; sie entkam nach England und konnte sich in New York als Zeichnerin und Illustratorin verwirklichen. Unter anderem machte sie aus der Comics-Heldin Señorita Rio eine Kämpferin gegen Nazis und andere böse Mächte und wurde damit zur Kultfigur für Generationen von Comics-Fans.

Das ist ferner Wilhelm „Bil“ Spira (1913-1999), Porträtist und Karikaturist, Maler und nicht zuletzt ein begnadeter Fälscher: Unzähligen in Vichy-Frankreich Gestrandeten fertigte er Visa und Pässe für eine Passage in die Freiheit an. Spira überlebte Verrat und Vernichtungslager, nach dem Krieg konnte er seine Karriere in Paris erfolgreich fortsetzen.

Das ist schließlich Paul Peter Porges (1927-2016); als Kind bereits an der Wiener Kunstgewerbeschule, als Halbwüchsiger in der „Kinderrepublik“ und in Internierungslagern in Frankreich, als junger Mann in der Genfer Kunstschule: Mit Mutterwitz und dem Stift in der Hand schaffte er es in die Vereinigten Staaten und dort auf die großen Bühnen für Cartoonisten, allen voran den New Yorker.

Das Jüdische Museum Wien zeigt eine repräsentative Auswahl der Arbeiten dieser außergewöhnlichen Künstler: Lily Renée, Bil Spira und Paul Peter Porges – für das österreichische Publikum neu entdeckt.

KuratorInnen: Michael Freund, Sabine Bergler