Ausstellungen

Wien Ottakring – Auschwitz – Wien: Bilder von Fritz Roubicek

bis 28. April 2017
ESRA

www.esra.at

Der gelernte Textilingenieur Fritz Roubicek (1913-1990) wuchs in einer jüdischen Familie in der Brunnengasse in Ottakring auf. Nach dem „Anschluss“ scheiterten alle Bemühungen der Familie, das Land zu verlassen. Fritz Roubicek flüchtete nach Frankreich und schloss sich der Résistance an. 1942 wurde er verraten und verhaftet. Er überlebte drei Jahre in Auschwitz und den Todesmarsch nach Buchenwald. Während seiner KZ-Zeit, so Fritz Roubicek, habe er sich oft gefragt, was für ihn die Begriffe Heimat und Geborgenheit eigentlich bedeuten würden. Immer sei vor seinem geistigen Auge die Brunnengasse aufgetaucht, „jene Gasse, in der ich als Kind und Jugendlicher glücklich war“.

Die bessere Hälfte. Jüdische Künstlerinnen bis 1938

bis 01. Mai 2017
Jüdisches Museum Dorotheergasse 11

www.jmw.at

Wien um 1900 war auch eine Stadt der Frauen. Am Aufbruch in die Moderne waren viele Künstlerinnen beteiligt, die sich trotz der schlechten Rahmenbedingungen für Frauen im Kunstbetrieb durchsetzen konnten. Die Ausstellung „Die bessere Hälfte“ stellt mehr als 40 Künstlerinnen vor und zeichnet deren außergewöhnliche Ausbildungs- und Karrierewege nach, die durch Vertreibung und Exil unterbrochen oder in den Vernichtungslagern des Nationalsozialismus für immer beendet wurden.

Marcel Odenbach: Beweis zu nichts

05. Februar – 30. April 2017
Kunsthalle Wien Museumsquartier

www.kunsthallewien.at

In der Kunsthalle Wien präsentiert Marcel Odenbach Videoinstallationen und Collagen der vergangenen Jahrzehnte. Das Kernstückbildet der eigens für die Ausstellung entstandene Film Beweis zu nichts über das im Konzentrationslager Buchenwald errichtete monumentale Nationaldenkmal. Das Mahnmal wurde 1951 von Fritz Cremer konzipiert und spiegelt das ambivalente Verhältnis der DDR in Bezug auf die faschistische Vergangenheit Deutschlands wider. Marcel Odenbachs Film nimmt sich der Frage an, wie Erinnerung und Geschichte visualisiert, aber auch ideologisiert werden.

Letzte Orte vor der Deportation. Kleine Sperlgasse, Catellezgasse, Malzgasse

bis 30. Juni 2017
Krypta des Heldendenkmals/Äußeres Burgtor-Heldenplatz

www.oeaw.ac.at/ausstellung-letzte-orte

Kleine Sperlgasse 2a, Castellezgasse 35, Malzgasse 7 und 16 – diese Adressen in Wien-Leopoldstadt sind im kollektiven Gedächtnis praktisch nicht präsent. Hier haben sich in den Jahren 1941/42 vier Sammellager befunden, in denen Jüdinnen und Juden vor der Deportation interniert wurden. Der Großteil der mehr als 66.000 österreichischen Shoah-Opfer wurde von den vier Sammellagern aus in den Tod geschickt. Der Weg in die Vernichtung begann mitten in der Stadt. Die Ausstellung „Letzte Orte vor der Deportation. Kleine Sperlgasse, Castellezgasse, Malzgasse“ rekonstruiert und vermittelt die Bedeutung dieser heute nahezu vergessenen letzten Orte vor der Deportation.

Das Wohnzimmer der Familie Glück

bis 26. März 2017
Jüdisches Museum Judenplatz

www.jmw.at

Das Wohnzimmer der Familie Glück ist ein ganz normales Wiener Wohnzimmer aus den 1920er-Jahren und auch wieder nicht: Denn während die meisten Möbel der Wiener Jüdinnen und Juden in den Jahren nach 1938 ‚arisiert‘ in Wien zurückblieben, erreichte die Wohnzimmer-Einrichtung der Familie Glück 1939 New York. Das Zimmer erzählt die Geschichte einer jüdischen Kürschner-Familie, sowohl von ihrem Ankommen in Wien aus den nordöstlichen Kronländern um 1900, als auch von ihrer Flucht nach dem ‚Anschluss‘ Österreichs 1938 nach Frankreich und in die USA.

André Verlon zum 100. Geburtstag

17. März bis 29. April 2017
Kunsthandel Hieke, Grünangergasse 12, 1010 Wien

http://www.hieke-art.com/

Am 6. März 2017 jährt sich der Geburtstag von Willy Verkauf / André Verlon zum hundertsten Mal. Als Willy Verkauf 1917 in Zürich geboren, wuchs André Verlon (Künstlername ab 1958) in Wien auf. Ab 1933 lebte er im Exil in Palästina, wo er in der Folge als Generalsekretär der Freien Österreichischen Bewegung (Free Austrian Movement/FAM) im Nahen Osten politisch aktiv war. 1946 nach Europa zurückgekehrt, wandte sich der Verleger und Dada-Spezialist in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre den bildenden Künsten zu. Präsentiert wird aus diesem Anlass eine große Personale des Künstlers.

Horowitz. 50 Jahre Menschenbilder

www.jmw.at

Diese Ausstellung bietet einen Einblick in die Porträtfotografie des 1950 in Wien geborenen Fotografen, Journalisten und Autor Michael Horowitz. Die Familie stammte aus Galizien, kam in den 1920er Jahren zu Verwandten nach Wien, und überlebte in Shanghai und Frankreich den 2. Weltkrieg. Michael Horowitz begann mit 16 zu fotografieren und hat später durch seinen Beruf unzählige der wesentlichen Protagonisten getroffen, sei es aus Politik, Wissenschaft, Kunst oder Kultur. Und: er hat sie alle fotografiert. Seine Art von Fotografie ist dokumentierte Zeitgeschichte.

Eine Zukunft für die Vergangenheit – Neuzugänge aus der Sammlung Herbert Exenberger

bis 21. Dezember 2017
Das Rote Wien im Waschsalon, Karl-Marx-Hof, Halteraugasse 7, 1190 Wien

www.doew.at

2009 verstarb der langjährige Bibliothekar des DÖW und Autor zahlreicher Publikationen, Herbert Exenberger. Exenberger, der sich auch im Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en engagierte, war auch privat ein Sammler und Bewahrer

Die Gerechten – Courage ist eine Frage der Entscheidung

31. März bis 19. August 2017
Museum im Ballhaus, Imst, Tirol

http://www.imst.tirol.gv.at/kultur

Widerstehen, helfen, hinnehmen oder mitmachen? Im Zentrum der Ausstellung stehen jene Menschen, die unter den Bedingungen der Nazi-Herrschaft Zivilcourage zeigten. Es sind die „Gerechten“, nicht-jüdische Personen, die große persönliche Risken eingingen, um Jüdinnen und Juden das Leben zu retten.

Sobibór. Erinnerung verjährt nicht

bis 31. März 2017
Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim

www.schloss-hartheim.at

In Sobibór, Belzec und Treblinka wurden in den Jahren 1942 und 1943 im Zuge der „Aktion Reinhard“ etwa 1,5 Millionen Juden und Jüdinnen in Gaskammern ermordet. Von 2000 bis 2015 fanden auf dem Lagergelände archäologische Untersuchungen statt. Die Ausstellung, die in Hartheim zum ersten Mal im deutschen Sprachraum zu sehen ist, macht die Erkenntnisse und Funde – darunter auch Habseligkeiten der Ermordeten – der Öffentlichkeit zugänglich.

Erfasst – verfolgt – vernichtet. Kranke und Behinderte Menschen im Nationalsozialismus

bis 21.April 2017
Unipark Nonntal, Salzburg
www.uni-salzburg.at

Bis zu 400.000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 zwangssterilisiert, mehr als 200.000 wurden ermordet. Die Wanderausstellung richtet sich gezielt an ein breites Publikum: Sie nimmt die Frage nach dem Wert des Lebens als Leitlinie und beschäftigt sich mit den gedanklichen und institutionellen Voraussetzungen der Morde, sie fasst das Geschehen von Ausgrenzung und Zwangssterilisationen bis hin zur Massenvernichtung zusammen, beschäftigt sich mit exemplarischen Opfern, Tätern, Tatbeteiligten und Opponenten und fragt schließlich nach der Auseinandersetzung mit dem Geschehen von 1945 bis heute.

Die weibliche Seite Gottes

30. April bis 8. Oktober 2017
Jüdisches Museum Hohenems

www.jm-hohenems.at

Das Jüdische Museum Hohenems stellt 2017 eine herausfordernde Frage an die monotheistischen Religionen: Kann der nach jüdischer, christlicher und muslimischer Tradition „einzige Gott“ auch anders als männlich verstanden werden?  
Die Ausstellung „Die weibliche Seite Gottes“ – ein Projekt des Jüdischen Museums Hohenems in Zusammenarbeit mit dem Museum of the Bible, Washington und dem Jüdischen Museum in Frankfurt am Main – wirft damit einen kritischen Blick auf die Gottesvorstellungen der abrahamitischen Religionen. Und sie widmet sich den Auswirkungen dieser Vorstellungen auf traditionelle religiöse und soziale Praxis, und den selbstbewussten Versuchen aus diesen Rollen auszubrechen.