Video: IKG lud zur Diskussion über die Zukunft jüdischen Lebens in Europa ins MAK

Eine atmosphärische Video-Zusammenstellung eines spannenden und nachdenklichen Abends.

Die IKG-Wien lud am Mittwoch, den 6. September in den großen Festsaal des MAK in Wien zu einer wichtigen Podiumsdisskusion über die Zukunft Europas ein.

Unter den aufmerksamen Zuhörern befanden sich Holocaust-Überlebender Marco Feingold und Oberrabbiner Arie Folger genauso, wie Life-Ball-Gründer Gery Keszler. Vor großem Publikum diskutierten prominente Persönlichkeiten, deren Beiträge – nebst vielen anderen – im Band „Die Zukunft Europas und das Judentum“ gerade eben im Böhlau Verlag erschienen sind.

„Wohin wird sich jüdisches Leben in Europa entwickeln?“

fragte der Herausgeber des Bandes, Oskar Deutsch in der Einleitung und gab damit das Leitthema der Diskussion unter der Leitung von Mag. Christian Ultsch, Ressortchef bei der Tageszeitung Die Presse, vor.

Sehr bald waren sich die Diskutanten in einem Punkt einig: Der Antisemitismus in Europa hat bedrohlich zugenommen, hat verschiedene, und viele neue Formen angenommen, und wird auch mit Zuwanderern aus muslimischen Ländern verstärkt importiert. Der Aspekt, dass antisemitische Tendenzen teilweise aus Europa in die muslimische Welt exportiert worden sind, wurde – unter vielen anderen – ebenfalls beleuchtet.

Wichtiges Fazit des Abends war, dass der Ausblick auf die Zukunft der Juden in Europa insgesamt düster scheint.

Über die Gründe der zunehmenden Auswanderung der französischen Juden referierte der Politologe Jean-Yves Camus, die österreichische Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak berichtete von ihren Erfahrungen auf akademischem Boden in Österreich und England, wo eine ihrer Studentinnen aus dem Iran noch nie etwas vom Holocaust gehört hatte und der Historiker Ingo Zechner verglich den historischen mit dem gegenwärtigen Antisemitismus, wobei auch sein Befund zur Hoffnung wenig Anlass gab.

Ein Abend, der Ansätze für die versprochenen Impulse lieferte und zur vertiefenden Lektüre des Bandes einlud.

Eine ausführliche Rezension von Anita Pollak lesen Sie hier.