Radio / Fernsehen

LIVE: Befreiungsfeier KZ Auschwitz-Birkenau zum 70. Jahrestag
ORF III, 27.01.2015, 15:00

ORF-III-Spezial
Am 27. Januar 1945 – vor 70 Jahren – befreiten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Im größten Vernichtungslager der Nazis wurden mehr als eine Million Menschen ermordet. Heute gilt Auschwitz als Synonym für den Holocaust, für die Massenvernichtung der Juden. Der 27. Jänner als Tag der Befreiung wurde auch zum Internationalen Holocaust-Gedenktag erklärt.
ORF III überträgt live die Gedenkfeier aus Auschwitz-Birkenau, an der 250 – 300 Überlebende des Konzentrationslagers sowie zahlreiche internationale Politiker teilnehmen werden.

Zeugnis geben über Auschwitz
ARTE, 27.01.2015, 23:10

Dokumentation, F 2010
Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz diente in erster Linie dazu, Menschen industriell zu töten. Das Gesamtgelände umfasste neben dem Stammlager Auschwitz I rund 40 Außenlager, SS-eigene Industrie-, Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe sowie Forschungsstandorte. Zu den bekanntesten zählen das Vernichtungslager Auschwitz II Birkenau, das SS-Hygiene-Institut und die Pflanzenversuchsstation in Rajsko, ein Standort, der vor allem für die Forschung im Dritten Reich eine wichtige Rolle spielte. Außerdem waren hier Rüstungsfabriken der Union-Werke sowie Niederlassungen großer deutscher Konzerne wie Siemens, DAW und Krupp angesiedelt. Die Insassen des rund sieben Kilometer entfernten Lagers Auschwitz III Monowitz wurden vor allem als Arbeitskräfte von den zum deutschen Erdöl- und Chemiegiganten IG Farben gehörigen Buna-Werken rekrutiert. Einige der Häftlinge dokumentierten ihre Erlebnisse. Damit geben sie Einblick in das Räderwerk des gewaltigen Lagerkomplexes. Drei von ihnen kommen in dem Dokumentarfilm von Emil Weiss zu Wort: Marc Klein berichtet über Auschwitz I und Rajsko, Suzanne Birnbaum und Robert Levy über Auschwitz II Birkenau und Robert Waitz über Auschwitz III Monowitz. Ihren Niederschriften unmittelbar nach ihrer Befreiung wohnt die Kraft von Zeugnissen aus erster Hand inne. Schonungslos zeichnen sie den Leidens- und Sterbeweg der Lagerinsassen nach. Es ist bereits viel über Auschwitz gesagt und geschrieben worden – manche meinen, sogar alles. Für andere bleibt Auschwitz weiter das Unsagbare, Unvorstellbare, Unbeschreibliche, Unbegreifliche – auch dies ist ein gefährlicher Standpunkt, der das rationale Erfassen der Logik verhindert, die dem nationalsozialistischen Lagersystem zugrunde lag.

Hier und Heute: Alles koscher in Düsseldorf
WDR Fernsehen, 31.01.2015, 18:20

Dokumentation, D 2015
Düsseldorf hat die drittgrößte jüdische Gemeinde Deutschlands – mit eigener Kita und eigener Grundschule. Hier lernen schon die Sechsjährigen hebräisch und erfahren viel über jüdische Religion und Kultur. Schon von Kindesbeinen an stärkt die Gemeinde das Zusammengehörigkeitsgefühl durch religiöse Feste und säkulare Feiern. Zu den beliebten Übernachtungspartys etwa kommen nicht nur die gläubigen jungen Leute. Über allem wacht als religiöse Autorität, Gemeinde-Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky. Er zelebriert den täglichen Gottesdienst, er begleitet das Entstehen eines neuen Gemeindezentrums in Leverkusen und er legt selber Hand an, damit die Küche vor dem wichtigen Pessachfest auch garantiert koscher ist. Angesichts von wachsendem Antisemitismus betont er, dass es überall auf der Welt antisemitische Bedrohungen gebe und dies kein spezifisch deutsches Problem sei. Also kein Grund auszuwandern, anders als zum Beispiel in Frankreich, wo im Jahr 2014 mehr als 5000 Juden nach Israel gezogen sind, weil sie Angst vor antisemitischen Übergriffen haben. Reporter Stefan Quante ist in schwierigen Zeiten tief in das faszinierende Gemeindeleben eingetaucht.

Peter Kreisky Gespräche
Okto, 01.02.2015, 22:10

Talkshow
Wie ist der Ausbruch des letzten Kriegs zwischen Israel und Palästina zu verstehen? Welche Faktoren haben dazu geführt? Welche Rolle spielen darin die EU und die USA? Und welche Optionen für einen dauerhaften Frieden gibt es? Darüber diskutieren: Ari Rath (ehem. Chefredakteur und Herausgeber der Jerusalem Post, Israelexperte, feierte am 6.1.2015 seinen 90. Geburtstag) ‘ Marwan Abado (Musiker, Sänger, Komponist, Poet) ‘ Viola Raheb (Beraterin im Bereich Entwicklungsarbeit und interkultureller Dialog). KuratorInnen/Moderation: Eva Brenner (FLEISCHEREI – mobil) ‘ Walter Baier (transform! europe). Aufgezeichnet Anfang Dezember 2014 im Kulturcafé Siebenstern.

Aimee & Jaguar
Das Erste, 02.02.2015, 01:35

Spielfilm, D 1999
Berlin, Ende der 1990er Jahre. Eine alte Frau – Lilly Wust (Inge Keller) – sitzt auf ihren Habseligkeiten im dunklen Treppenhaus und wartet auf den Transport ins Altersheim. Dort wird sie auf eine alte Bekannte aus den letzten Kriegsjahren treffen, ihre alte Freundin Ilse (Kyra Mladeck) – und lange verdrängte Bilder schwappen wieder an die Oberfläche: Es ist das Jahr 1943, die verführerische Felice (Maria Schrader) besucht mit Ilse (Johanna Wokalek) ein Konzert in Berlin. Dort lernt sie die junge Hausfrau und Mutterkreuzträgerin Lilly (Juliane Köhler) kennen, bei der ihre Freundin Ilse ein Haushaltsjahr leistete. Lilly betrügt ihren Mann Günther (Detlev Buck), einen Offizier und strammen Nazi-Anhänger, eigentlich regelmäßig, doch mit Felice ist es etwas ganz Besonderes: eine Frau, eine Jüdin – und die ganz große Liebe! Felice hat sich als Mitarbeiterin der “Nationalzeitung” unter dem Chefredakteur Keller (Peter Weck) eine hervorragende Tarnung geschaffen, in deren Schutz sie eine Untergrundorganisation unterstützt. Unter den Decknamen “Aimée” für Lilly und “Jaguar” für Felice schreiben sich die beiden leidenschaftliche Briefe und Gedichte. Durch die völlig neuen Erfahrungen erwacht Lilly aus ihrem Nazi-Mitläuferdasein und bringt sogar den Mut auf, sich von ihrem Mann zu trennen und Felice Unterschlupf zu gewähren, als diese vor der Gestapo flüchten muss. “Aimée” und “Jaguar” gelingt es eine Weile, sich vor der schrecklichen Realität der ständigen Bombenangriffe der Alliierten und des Nazi-Terrors in eine heile Scheinwelt zu flüchten, bis eines Tages die Gestapo vor der Tür steht. “Aimée & Jaguar” basiert auf dem 1994 erschienen Lebensbericht von Lilly Wust und erzählt eine außergewöhnliche Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Dritten Reichs. Regisseur Max Färberböck achtete bei der Inszenierung auf eine akribisch genaue Rekonstruktion des halbzerstörten Berlins der letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs. Neben der bewegenden Thematik besticht der Film durch die hervorragenden darstellerischen Leistungen von Stars wie Maria Schrader, Heike Makatsch, Peter Weck, Juliane Köhler und Detlev Buck. “Aimée & Jaguar” wurde u.a. mit dem Bayerischen Filmpreis, dem Deutschen Filmpreis in Gold und auf der Berlinale 1999 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Die Seele eines Mörders
3sat, 10.02.2015, 20:15

Krimi, Adaption des Romans “Denn die Seele ist in deiner Hand” der israelischen Autorin Batya Gur
Zohara Baschari, Anwaltsgehilfin jüdisch-jemenitischer Herkunft, ist ermordet worden. Die Obduktion durch den Pathologen Dr. Solomon ergibt, dass Zohara schwanger war. Zudem hatte sie soeben eine teure Wohnung gekauft und besaß kostbaren Schmuck. Als großzügiger Spender entpuppt sich Zoharas Arbeitgeber, der wohlhabende Anwalt Rosenstein. War Zohara seine Geliebte? Die Familie Baschari ist abgrundtief verfeindet mit ihren Nachbarn, den aus Polen eingewanderten ashkenasischen Beneschs. Chefinspektor Ochajon erfährt, dass die Bascharis die Beneschs auch deshalb hassen, weil ihnen einst, im Auffanglager für jemenitische Einwanderer, unter einem Vorwand ihr Baby zugunsten einer ashkenasischen Familie weggenommen wurde. Die bekannte Journalistin Orli Shoshan fand in Zoharas Auftrag heraus, dass die in den USA lebende Tochter des Anwalts Rosenstein in Wirklichkeit Zoharas ältere Schwester ist – das entwendete Baby der Bascharis. Der Schmuck und die teure Wohnung sind der Versuch eines Schweigegeldes. Wollte Zohara reden? Wurde Rosenstein von ihr erpresst? Dann verschwindet die zwölfjährige Nesja Chajun spurlos, ein dickliches Mädchen, das die schöne Zohara vergötterte. Eine Suchaktion der Polizei beginnt. Aber Nesja wird nicht gefunden, nur die Leiche ihres Hundes. Mittlerweile spricht vieles dafür, dass das Verschwinden von Nesja mit der Ermordung Zoharas in Zusammenhang steht. Eine scheinbar nebensächliche Beobachtung von Ochajon führt auf die richtige Spur. Der Fernsehkrimi “Die Seele eines Mörders” ist eine Adaption des Romans “Denn die Seele ist in deiner Hand” der israelischen Autorin Batya Gur. Der Film spielt in Jerusalem und Tel Aviv, und führt tief in die israelische Gesellschaft und Geschichte.

Bei mir biste scheen. Der Heiratsvermittler Jose Weber
3sat, 13.02.2015, 12:00

Dokumentation, D 2013
Der Frankfurter Jose Weber ist der einzige jüdische Heiratsvermittler Deutschlands – das behauptet er steif und fest. Weit über Deutschlands Grenzen hinaus warten jüdische Singles auf Webers glückliche Vermittlerhand. Auf seinem Schreibtisch stehen fünf Monitore, damit er seinen vielen Aufträgen Herr werden kann. Das größte Problem von Webers Agentur Simantov (Deutsch für “gutes Zeichen”) ist, dass deren Kundinnen und Kunden in der Regel weit entfernt voneinander leben. In Frankfurt zum Beispiel hat die jüdische Gemeinde zwar 7.000 Mitglieder, aber – so Weber – “da kennen sich viele vom Spielen im Sandkasten her und verlieben sich nicht ineinander”. In ganz Europa gibt es dagegen immerhin 15.000 heiratswillige Jüdinnen und Juden, weswegen Weber auch schon einmal eine Liebesheirat zwischen einem Finanzexperten aus Paris und einer Professorin aus Sibirien stiftete. Die Dokumentation “Bei mir biste scheen” begleitet den jüdischen Heiratsvermittler Jose Weber bei seiner Arbeit.

Mit einem Lächeln und einer Träne. Leben nach dem Holocaust
3sat, 13.02.2015, 12:30

Dokumentation, D 2013
Eigentlich passt das nicht zusammen: Das Lächeln und die Tränen, mit denen Zosia Wysocki oft zu den wöchentlichen Treffen in Frankfurt kommt. Sie trifft sich hier regelmäßig mit Freunden und Bekannten bei Kaffee und Kuchen, um über den Holocaust zu reden. Kaffeeklatsch und das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte, Lächeln und Tränen: Sind das nicht unüberbrückbare Gegensätze? Zosia Wysocki, selbst eine Überlebende des Holocaust, sieht das anders. Das Lächeln, sagt sie, ist für das Leben und das Glück überlebt zu haben, die Tränen für all das, was sie im Holocaust verloren hat. Der Frankfurter “Treffpunkt”, wie ihn die Sozialarbeiter und Psychotherapeuten der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland nennen, ist eine Begegnungsstätte, in der wöchentlich Holocaustüberlebende zusammenkommen. Die jüdischen Senioren erinnern sich, erzählen, tauschen sich aus und teilen ihr Schicksal. Die Dokumentation “Mit einem Lächeln und einer Träne” besucht den “Treffpunkt” in Frankfurt, eine Begegegnungsstätte für Holocaustüberlebende.