Radio / Fernsehen

Arik Brauer. Eine Jugend in Wien
ORF III, 18.10.2014, 22:35

Dokumentation, A 2012
Arik Brauer, geboren 1929, mitten im kältesten Winter des vorigen Jahrhunderts, hat seine frühen Jahre nicht nur, was das Wetter anlangte, unter extremen Bedingungen verbracht. Aufgewachsen im Arbeiterbezirk Ottakring, “wo das Leben sein wahres Gesicht zeigt”, überlebte er als jüdisches Kind in Wien die NS-Zeit, wurde nach Kriegsende leidenschaftlicher Kommunist, Bergsteiger und Sänger und unternahm als Kunststudent weite Reisen mit dem Rad durch Europa und Afrika. Ein Film mit Arik Brauer, seiner Frau Naomi, seinen Töchtern Timna und Ruth, seiner Enkelin Jasmin und seinen Freunden Otto Schenk und Ernst Steinkellner. Ein Film von Helene Maimann

Rechnitz: Der Würgeengel
3sat, 18.10.2014, 10:45

Theaterinszenierung, A 2010
In der Nacht vom 25. März 1945 feierten auf Schloss Rechnitz an der österreichisch-ungarischen Grenze SS-Offiziere, Gestapo-Führer und einheimische Getreue des Nazi-Regimes ein “Gefolgschaftsfest”, auf dem getanzt und getrunken wurde. In dessen Verlauf wurden fast 200 jüdische Zwangsarbeiter brutal gequält und ermordet. Ihre Leichen wurden in einer von ihnen selbst gegrabenen Grube am Ortsrand verscharrt.
Diese jahrzehntelang totgeschwiegenen Geschehnisse wurden von Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zu Text verarbeitet. Jelinek fand Worte für das Unaussprechliche, und schafft es, ohne detailgenaue Rekonstruktion des historischen Verbrechens dennoch jedes Detail dieser monströsen Geschichte zu erzählen. Die Ereignisse erhalten in der Inszenierung von Jossi Wieler an den Münchner Kammerspielen eine zusätzliche, atemberaubende Brisanz. Das Stück “Rechnitz” erhielt den Österreichischen Theaterpreis “Nestroy” für das beste deutschsprachige Stück 2009 und wurde von der Fachzeitschrift “Theater heute” ebenfalls zum besten deutschen Stück des Jahres 2009 gekürt. 3sat zeigt eine Aufzeichnung von “Rechnitz: Der Würgeengel” von den Wiener Festwochen 2010 mit Katja Bürkle, André Jung, Hans Kremer, Steven Scharf und Hildegard Schmahl.

Der Anständige
ORF2, 14.11.2014, 21:20

Dokumentarfilm 2014, TV-Weltpremiere
Kürzlich erst lief das von Regisseurin Vanessa Lapa gestaltete ungewöhnliche Psychogramm Heinrich Himmlers – eine israelisch-österreichische Koproduktion, für die der ORF das internationale TV-Erstausstrahlungsrecht hat – in renommierten Programmkinos in New York und Los Angeles an. Publikum und Filmkritiker reagierten höchst positiv. “Packend und aufschlussreich” kommentiert die New York Times, “Furchterregend und absolut fesselnd” die New York Post, “Ein abschreckendes Meisterwerk” schreibt “The Huffington Post”, “Ein Bravourstück dokumentarischen Filmemachens, verstörend und anspruchsvoll zugleich!” heißt es in der Jewish Post.

Am 16. Oktober 2014 feiert der Autorenfilm, der auf dem erst Ende Jänner veröffentlichten Himmler-Nachlass aus persönlichen Briefen, Tagebüchern, Fotos und anderen Dokumenten basiert und ganz ohne erklärenden Text, Zeitzeugeninterviews, Historikerkommentare, Dreharbeiten an Originalschauplätzen oder Spielszenen auskommt, im Rahmen des Jüdischen Filmfestivals seine Österreich-Premiere.
Am 24. Oktober startet er in den heimischen Kinos.

Am Freitag, dem 14. November, ist “Der Anständige” dann im Rahmen eines Themenabends im ORF als TV-Weltpremiere zu sehen. Nach einem kurzen themenaffinen Intro präsentiert ORF 2 den Film um 21.20 Uhr.

In “Universum History” folgt um 23.10 Uhr die Dokumentation “Hitlers Todesbrigaden” von Andreas Novak und Tom Matzek, die die Rolle von Hitlers Waffen-SS beleuchtet, deren oberster Leiter Heinrich Himmler war.