Radio / Fernsehen

Am Ende einer Flucht – The Statement
3sat, 10.12.2014, 22:25

Thriller, CDN/F/GB 2003
Frankreich, 1944: In einem Dorf hilft Pierre Brossard, ein junger Soldat des faschistischen Vichy-Regimes, SS-Truppen bei der Hinrichtung von sieben Juden. 48 Jahre später: Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat Brossard ein Leben auf der Flucht geführt. Bei einem katholischen Orden in der Provence, der mit dem Vichy-Regime sympathisierte, fand er Unterschlupf. Nun aber scheint ihn seine Vergangenheit einzuholen. Nachdem er sich in letzter Sekunde vor einem Profikiller retten konnte, der offenbar von jüdischer Seite auf ihn angesetzt wurde, sucht Brossard Hilfe bei einem alten Vichy-Verbindungsmann. Zur gleichen Zeit setzt die Richterin Annemarie Livi alles daran, Brossard für seine Gräueltaten zur Rechenschaft zu ziehen – kein leichtes Unterfangen, da in den Polizeibehörden zahlreiche Sympathisanten des Vichy-Regimes sitzen. Mit Hilfe des Gendarmerie-Colonels Roux versucht Richterin Livi, den Kriegsverbrecher ausfindig zu machen. Zwar kann sich Brossard einige Tage bei seiner Exfrau Nicole, die ihn zutiefst verachtet, verstecken, aber durch einen Tipp des Geistlichen Le Moyne kommen Roux und Livi ihm auf die Spur.

Äthiopien – Aufbruch ins Gelobte Land
ARTE, 12.12.2014, 11:15

Dokumentation, NL 2011
Misgano ist ein äthiopischer Jude. Im Jahr 1984 autorisierte die israelische Regierung die kontrollierte Einwanderung äthiopischer Juden nach Israel. Nun wartet Misgano schon seit sieben Jahren darauf, mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen ins Gelobte Land reisen zu dürfen. Der Legende zufolge geht die Geschichte der äthiopischen Juden auf die Königin von Saba zurück. Diese hatte eines Tages den König Salomo, dessen Ruf sie neugierig gemacht hatte, in Jerusalem besucht. Eine leidenschaftliche Affäre begann, und der König von Israel heiratete die Königin von Saba, die zum Judentum übertrat. Zurück in ihrem Heimatland gebar sie einen Sohn – den ersten jüdischen Nachfahren in Äthiopien. Seit den 1980er Jahren sind zwischen 50.000 und 60.000 äthiopische Juden nach Israel eingewandert. Etwa 6.000 weitere warten noch darauf, ins Gelobte Land reisen zu dürfen. Misgano stammt aus einer ländlichen Gegend Äthiopiens und ist eigens in die Stadt Gonder in die Nähe der Verwaltungsgebäude gezogen, um sich für die Einwanderung nach Israel zu bewerben. Die Dokumentation begleitet Misgano und seine Familie im letzten Jahr vor ihrer Ausreise. Sie folgt ihm bei seinen Behördengängen, in den Hebräischkurs und zu den Versammlungen in die Synagoge, in der jeden Morgen die Namen der ausgewählten Bewerber verkündet werden. Nach vielen Enttäuschungen wird schließlich tatsächlich Misganos Name aufgerufen. Vor seiner Abreise fährt Misgano noch einmal in sein Heimatdorf Kentafa, um sich für immer von seinen Freunden und seiner Familie zu verabschieden. Hier zeigt die Dokumentation Äthiopien von einer anderen Seite: Die ländlichen Gebiete sind schöner und menschlicher als die Städte, und die herzlichen Beziehungen zwischen den Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft kontrastieren mit den urbanen Bildern aus Gonder und Israel. Misganos Träumen werden immer wieder Szenen aus dem Leben seines Bruders entgegengesetzt, der bereits in Israel lebt. Er bereut seine Entscheidung zwar nicht, erzählt aber von den Schwierigkeiten, den beruflichen Problemen und den ausgeprägten Vorbehalten vieler Israelis gegenüber den schwarzen Juden aus Äthiopien.

ORF-Legenden: Fritz Muliar
ORF III, 13.12.2014, 21:45

Dokumentation
Zum 95. Geburtstag von Fritz Muliar zeigt ORFIII das Porträt eines streitbaren Zeitgenossen und Publikumslieblings. Erfolgreich als Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Autor gehörte Muliar über Jahrzehnte zu den erfolgreichsten Bühnenpersönlichkeiten Österreichs. Grantler, Volksschauspieler, rastloser Kritiker des Zeitgeschehens, genialer Erzähler jüdischer Witze und altösterreichische Verkörperung des Soldaten Schwejk – Muliar war vielseitig und wandelbar, aber auch ein Künstler, der aus seiner politischen Überzeugung kein Geheimnis machte und offen zu gesellschaftspolitischen Entwicklungen Stellung bezog.

X:enius: Synagogen – Prachtvolle Zeugnisse jüdischen Lebens
ARTE, 17.12.2014, 17:05

Magazin, Wissenschaft, D 2013
Noch vor einhundert Jahren prägten Synagogen das Stadtbild deutscher Städte. Monumentale Prachtbauten, nicht selten erschaffen von christlichen Stararchitekten. Doch im Zuge der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten wurden nahezu alle Synagogen zerstört – und mit ihnen fast die gesamte jüdische Kultur. “X:enius” begibt sich mit beeindruckenden Bildern auf die Spur dieser Synagogen – vom Mittelalter bis heute. Die “X:enius”-Moderatoren Emilie Langlade und Adrian Pflug zeigen archäologische Funde, die bis in eine mittelalterliche Synagoge führen, sie erinnern an die Reichspogromnacht 1938 und besuchen eine liberale jüdische Gemeinde in München, die bald eine eigene Synagoge bauen möchte. Wie gestalten Juden heute in Deutschland ihr Gemeindeleben? Die beiden “X:enius”-Moderatoren sprechen mit einem Rabbiner und Kindern über ihren Glauben. Ein Team der Technischen Universität Darmstadt lässt die Synagogen, die im Dritten Reich zerstört wurden, wiederauferstehen – zumindest per Computer. Die virtuellen Bilder zeugen von der einstigen Pracht und Schönheit der Synagogen in Deutschland. “X:enius” stellt das ungewöhnliche Projekt vor.

Unter dem Hammer der Nazis. Die geheimen Akten des Adolf W.
ARTE, 17.12.2014, 21:45

Dokumentation, D 2014
März, 2013: Im Keller des Münchner Auktionshauses Neumeister wird ein sensationeller Fund gemacht: 44 Versteigerungskataloge von 1936 bis 1944. Es sind die persönlichen Exemplare des Auktionators Adolf Weinmüller. Darin enthalten: seine handschriftlichen Anmerkungen zu über 33.000 versteigerten Objekten. Niemals zuvor wurden solche Informationen entdeckt. Katrin Stoll, die Inhaberin des Auktionshauses Neumeister, ahnt: “Wir haben eine Leiche im Keller gefunden.” Sie trifft eine mutige Entscheidung und lässt die Geschichte des eigenen Unternehmens aufarbeiten. Wie tief war Adolf Weinmüller in den Kunstraub der Nazis verstrickt? Eine spannende Spurensuche beginnt. Der größte und brutalste Kunsträuber der Geschichte ist Adolf Hitler, kein Kunstwerk ist vor dem Zugriff des Diktators sicher. Jüdische Kunsthändler müssen Deutschland fluchtartig verlassen – einer davon ist Siegfried Lämmle. Heute leben seine Nachkommen in den USA. Die Hoffnung, etwas von der gestohlenen Kunst wiederzubekommen, haben sie vor vielen Jahren aufgegeben. Nach Ausbruch des Krieges ist die Kunst in ganz Europa in Gefahr. Hitler hat eine größenwahnsinnige Idee: Er will die größte Kunstsammlung der Welt. Einer der letzten sogenannten Monuments Men ist Harry Ettlinger. Die alliierte Sondereinheit ist einzigartig in der Geschichte. Ihr Auftrag: Sie sollen die Raubkunst der Nazis aufspüren und ihren rechtmäßigen Besitzern übergeben. 70 Jahre später erfahren die Nachkommen der jüdischen Opfer, auch die Enkelin Siegfried Lämmles, erstmals von dem gesamten Umfang des Raubes. Mit Hilfe der Weinmüller-Akten gibt es nun wieder die Hoffnung, von dem Gestohlenen etwas zurückzubekommen.

Schätze der Welt – Erbe der Menschheit: Bethlehem, Palästina: Heiliger Ort zwischen Mauern und Tourismus
3sat, 21.12.2014, 19:40

Dokumentation, D 2013
2012 nahm die UNESCO erstmals ein Weltkulturerbe aus Palästina in ihre Welterbeliste auf: die Geburtskirche Jesu Christi und den Pilgerweg in Bethlehem. Für die Christen gehören diese Orte zu den heiligsten Plätzen. Pilgerreisen bestimmen bis heute den Alltag in Bethlehem. Die Touristen kommen aus Israel und müssen einen Checkpoint passieren. Durchschnittlich verweilt der Besucher 20 Minuten in der Geburtskirche. Dann fahren die Busse wieder zurück. Die Ursprünge von Bethlehem reichen weit in die Zeit des Alten Testaments zurück. König David soll hier gesalbt worden sein. Bereits im 2. nachchristlichen Jahrhundert wurde dieser Ort verehrt. Dann erbauten die Römer dort einen Tempel, der neue christliche Kult stand in Konkurrenz zu ihrer Götterwelt. Nachdem Kaiser Konstantin das Christentum auch im Römischen Reich anerkannt hatte, ließ er eine Basilika bauen und machte Bethlehem erstmals zu einem Pilgerort. Die heutige Basilika stammt aus dem 6. Jahrhundert, als Byzanz über Bethlehem herrschte. Die Dokumentation aus der Reihe “Schätze der Welt – Erbe der Menschheit” zeigt den alltäglichen Rummel in Bethlehem ebenso wie die steinernen Zeugen der Vergangenheit. Der Film zeigt auch, wie die Menschen mit dieser von ständigen Konflikten beherrschten Stadt leben.

Schatten der Vergangenheit: Die Wiener Philharmoniker im Nationalsozialismus
ORF III, 27.12.2014, 21:45

Dokumentation, A 2013
Die Premiere des später weltberühmt gewordenen Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker fand am 31. Dezember 1939 statt, damals als “Außerordentliches Konzert”. Zwei Jahre danach wurde es dann erstmals am Neujahrstag ausgetragen. 75 Jahre danach widmet sich die Dokumentation von Robert Neumüller den politischen Umständen während des Dritten Reich. Eine Historikerkommission um Universitätsprofessor Oliver Rathkolb arbeitete frühere Versäumnisse im Umgang mit der Geschichte des weltberühmten Orchesters auf. Unterstützt wird er dabei von den Philharmonikern, die selbst daran interessiert sind, ihre eigene Geschichte von braunen Schatten zu befreien. Denn 15 Orchestermitglieder wurden bis September 1938 aus rassischen Gründen gezwungen das Orchester zu verlassen, sieben in der Folge ermordet. Ein spannendes Kapitel österreichischer Zeitgeschichte hat lange darauf gewartet aufgearbeitet zu werden. (Robert Neumüller, Länge: 34 Minuten)

Apropos Musik: Kurt Baum & Jan Peerce – zwei bedeutende jüdische Tenöre
Radio Ö1, 30.12.2014, 15:05

Sendung mit Gottfried Cervenka
Jan Peerce, besonders als Lieblingstenor des späten Toscanini in die Geschichte eingegangen, ist inzwischen 30 Jahre lang tot, Kurt Baum starb vor 25 Jahren – beide in New York, wo auch das Zentrum ihrer Karrieren angesiedelt war. Von Baum, den viele oft nur als ungeschlachten Höhenritter kennen, existieren allerdings auch äußerst stilvolle Tondokumente. Von beiden Künstlern werden wir ein Raritätenprogramm abseits ihrer berühmten Bühnenrollen hören.