Radio / Fernsehen

Wir, Geiseln der SS. Fahrt ins Ungewisse
ARTE, 20.05.2016, 08:55

Dokumentation, D 2014
Am 26. April 1945 verlässt ein schicksalhafter Konvoi mit Gefangenen das KZ Dachau. Er transportiert die Sonder- und Sippen-Häftlinge der SS: 139 Menschen aus 17 Ländern Europas, von denen die Nazis glauben, sie seien “mehr wert als eine ganze Division”. Adelige, Kleriker, hohe Kader aus Militär und Politik – darunter auch die Familien der Hitler-Attentäter. Sie alle sind Faustpfand in einem Plan, der wie Wahnsinn klingt, doch Methode hat: In den Alpen will sich die SS im Angesicht der drohenden Niederlage mit ihrem vermeintlich besten Druckmittel verschanzen. Das Kalkül ist schlichte Erpressung: Entweder Immunität und günstige Friedensbedingungen, oder Widerstand bis zum Letzten in der sogenannten Alpenfestung – das wäre der “worst case” für die Alliierten. Die elitäre Schicksalsgemeinschaft erlebt auf der Fahrt sechs Tage zwischen Tod und Freiheit, ständig die Gefahr eines grausamen Massakers vor Augen. Ohne Kontakt zum Hauptquartier hadern die leitenden SS-Offiziere mit ihren Plänen: Alle sofort erschießen oder doch Kontakt mit den Amerikanern aufnehmen und die Geiseln austauschen? Unsicherheit und Nervosität als idealer Nährboden für irrationale Entscheidungen – auf beiden Seiten.

Jakob der Lügner
ARTE, 23.05.2016, 21:35

Drama, DDR/CS 1975
Ein osteuropäisches Ghetto, im Jahr 1944: Jakob möchte seinen Leidensgefährten angesichts des Vormarsches der Roten Armee Hoffnung machen. Im Dienstraum der Gestapo hat er eine entsprechende Meldung aufgeschnappt. Jakob behauptet von nun an, heimlich ein Radio zu besitzen, und erfindet ermutigende Nachrichten. Die Selbstmorde, in die Ghettobewohner immer wieder getrieben wurden, hören schlagartig auf. Alle schöpfen neue Hoffnung und warten auf die Befreiung. Um diese neue Hoffnung aufrechtzuerhalten, muss Jakob immer weiter lügen. Eines Tages entdeckt die kleine Lina jedoch, dass Jakob gar kein Radio besitzt und alle Nachrichten erfunden waren. Die Menschen im Ghetto sollen bald alle deportiert werden, doch sie klammern sich weiter an Jakobs Lügen.
Frank Beyers kongeniale filmische Adaption von Jurek Beckers autobiografisch gefärbtem Roman “Jakob der Lügner” gehört zweifellos zu den herausragenden Produktionen der DEFA. Es gelingt diesem Film, den tragischen Stoff auf unsentimentale, manchmal fast humorvolle Weise auf die Leinwand zu bringen. Als einzige DDR-Produktion wurde er für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert. Bei den 25. Internationalen Filmfestspielen in Berlin wurde Hauptdarsteller Vlastimil Brodsky 1975 mit einem Silbernen Bären als bester Schauspieler ausgezeichnet. Das Lexikon des Internationalen Films urteilt, der Film sei “eine gelungene Romanverfilmung aus den DEFA-Studios, konventionell inszeniert, doch hervorragend gespielt. Ein Zeugnis tiefer Menschlichkeit.”

Der Schatten des Giganten
ORF III, 26.05.2016, 20:15

Drama, Kriegsfilm, USA 1966
Vom Vorstadtmädel zum Hollywoodstar. Senta Berger hat in ihrem Leben viele Stationen durchlaufen und zählt mit ihren 75 Jahren nach wie vor zu einer der beliebtesten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Raum. ORF III widmet der schönen Diva einen umfangreichen Schwerpunkt! 1948 soll Palästina als eigenständiger Staat Israel von seinen arabischen Nachbarländern unabhängig werden. Colonel David Marcus, der in beiden Weltkriegen im amerikanischen Generalstab äußerst erfolgreich war, wird von einem Verbindungsmann angeheuert. Da Marcus selbst jüdischer Abstammung ist, nimmt er sich des Auftrags mit besonderem Engagement an. Mit: Senta Berger, Kirk Douglas, Yul Brynner, John Wayne, Frank Sinatra, Angie Dickinson, James Donald.

Verschollene Filmschätze: 1936. Die Spiele von Berlin
ARTE, 28.05.2016, 16:40

Dokumentation, F 2011
1. Staffel, Folge 23: Es ist Samstag, der 1. August 1936. In Berlin erklärt Reichskanzler Adolf Hitler die elften Olympischen Spiele der Neuzeit für eröffnet – 100 000 Zuschauer lauschen im Stadion seiner Eröffnungsrede. Trotz der weltweiten Proteste gab es noch nie so viele teilnehmende Nationen. Wie wurden die afro-amerikanischen Spitzensportler im Dritten Reich empfangen? Welche Bedeutung hatten die Spiele für Hitler und andere NS-Führer? Wie und mit welchen Mitteln machten sie die Spiele zu einem so bombastischen Medienereignis?

Der Pianist
ARTE, 05.06. 2016, 20:15

Drama, F/PL/D/GB 2002
Der bekannte junge Pianist Wladyslaw Szpilman lebt mit seiner Familie in Warschau. Die Schikanen der Deutschen gegen die Juden nehmen dramatisch zu, und so wird auch seine Familie enteignet und muss ins Ghetto ziehen. Als das Ghetto geräumt wird, entgeht er in letzter Minute und ohne sein Zutun dem Abtransport in ein Vernichtungslager und wird von polnischen Widerstandskämpfern in einer leerstehenden Wohnung versteckt. Als die Gruppe von der Gestapo aufgerieben wird, ist er auf sich allein gestellt. Ständig auf der lebensbedrohlichen Suche nach Nahrung und Wasser, kämpft er ums Überleben. Von seinem Versteck aus wird er Zeuge der blutigen Niederschlagung des Ghetto-Aufstands. In seiner Verzweiflung sucht er eine konspirative Adresse auf, die ihm für den Notfall gegeben wurde, und trifft auf eine ehemalige Bekannte, die hochschwanger mit ihrem Mann die Stadt verlassen wird. Er bleibt allein, und nur ab und zu bringt ihm jemand etwas zu essen oder zu trinken. Während des Warschauer Aufstands im Herbst 1944 entgeht er nur in letzter Minute dem Tod, indem er aus einem brennenden Haus auf die Straße springt. Von reinem Überlebenswillen getrieben, macht er sich in den leerstehenden Ruinen der Häuser auf die Suche nach etwas Essbarem und steht plötzlich einem deutschen Offizier gegenüber … Polanskis Holocaust-Drama ist vielfach prämiert worden und wird von ihm selbst als sein persönlichster Film bezeichnet.

Zeugen des Jahrhunderts: Georg Stefan Troller im Gespräch mit Gero von Boehm
ZDF, 06.06.2016, 00:20

Magazin, D 2016
Als “Menschenfresser” hat er sich einmal selbst bezeichnet: Georg Stefan Troller, der leidenschaftliche Dokumentarfilmer und Autor, ist Vorbild ganzer Journalisten-Generationen. Über 2000 Interviews dürfte er im Laufe der Jahrzehnte geführt haben – allein vier in der Reihe “Zeugen des Jahrhunderts”. Nun steht er selbst dem Publizisten Gero von Boehm Rede und Antwort und berichtet aus seinem eigenen – sehr aufregenden – Leben. Als Sohn eines jüdischen Pelzhändlers 1921 in Wien geboren, war ihm eine Karriere als Journalist nicht gerade in die Wiege gelegt. Doch die Herrschaft von Terror und Unrecht in seinen Jugendjahren zwang ihn und seine Familie, neue und unbekannte Wege zu gehen. Gerade noch rechtzeitig konnten die Trollers aus ihrer Heimat Österreich fliehen, bevor die Nationalsozialisten auch sie deportiert hätten. Aus dem amerikanischen Exil kehrte Troller als Soldat in US-Uniform nach Europa zurück. Noch heute stockt ihm die Sprache, wenn er von seinen ersten Eindrücken im gerade befreiten KZ Dachau berichtet, wenn er schildert, wie er in jenen Tagen deutsche Zivilisten und Soldaten verhörte, die alle keine Nazis gewesen sein wollten. Georg Stefan Troller berichtet aber auch von den vielen bekannten und unbekannten Zeitgenossen, die er für seine oftmals preisgekrönten Dokumentationen überall auf der Welt traf und befragte – von Muhammad Ali bis Roman Polanski, vom japanischen Sumo-Ringer bis zum Vietnam-Veteranen im Rollstuhl.

Krakau, da will ich hin!
3sat, 06.06.2016, 14:50

Dokumentation, D 2015
Krakau gilt als die heimliche Hauptstadt Polens – die Stadt an der Weichsel hat eine lange Geschichte und war tatsächlich 500 Jahre lang Landeshauptstadt. Architektur von Mittelalter bis Moderne prägt das Gesicht von Krakau. Die Stadt ist reich an Kunstschätzen und Museen, und sie hat eine lebendige, junge Kulturszene. Ein Glück, dass Krakau im Krieg kaum zerstört wurde. Moderatorin Simin Sadeghi erkundet das Königsschloss auf dem Wawelhügel und besucht den Türmer von Krakau hoch oben in der Marienkirche. Im jüdischen Viertel Kazimierz nimmt sie an einem Sabbatgottesdienst teil und lernt viele Orte jüdischen Lebens kennen. Auch im Stadtteil Podgorze liegen Vergangenheit und Gegenwart dicht beieinander. Im früheren Krakauer Ghetto entstand ein neues Szeneviertel – viele Cafés, Clubs und Galerien haben sich dort angesiedelt.

kreuz und quer: Eine unmögliche Freundschaft
ORF 2, 07.06.2016, 22:35

Magazin, A 2016
Schlomo Hofmeister, Gemeinderabbiner in Wien, und Ramazan Demir, Imam der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs und Gefängnisseelsorger, sind schon lange miteinander befreundet. Während im Nahostkonflikt oft die beiden Religionen die Gräben zusätzlich vertiefen, zeigen der Rabbi und der Imam, wie unterschiedliche Glaubensbekenntnisse auch verbinden können. Der dritte im Bunde der Religionsvertreter ist Pfarrer Ferenc Simon, Beauftragter für den christlich-jüdischen Dialog. Er hat sich den beiden angeschlossen, gemeinsam fahren sie mit Studierenden ins Heilige Land, um in Jerusalem und an anderen Orten die christlichen, jüdischen und islamischen Heiligtümer zu besuchen. Dabei werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten der drei abrahamitischen Religionen deutlich.