Radio / Fernsehen

Rastlos
ARTE, 04.09.2014, 00:45

Drama, ISR/D/F/CDN/B 2008
20 Jahre nach seiner Ankunft in New York hat sich der gescheiterte Poet und Ramschverkäufer Moshe noch immer nicht eingefunden. Bei seiner Ausreise hatte er seine Frau und seinen kleinen Sohn in Israel zurückgelassen, um im Land der unbegrenzten Möglichkeiten neu anzufangen. Während er in New York rastlos von einem Tag in den nächsten lebte, ist sein Sohn in Israel erwachsen geworden. Eine Entwicklung, von der Moshe nichts mitbekam. Er hatte alle Kontaktversuche unbeantwortet gelassen. Erst als die Ex-Frau plötzlich verstirbt und er die Männerstimme auf seinem Anrufbeantworter als seinen Sohn identifiziert, holt seine Vergangenheit ihn ein. Eine Weile hält Moshe seine harte Fassade noch aufrecht. Er verprügelt seinen Vermieter und macht sich bei Yolanda, der neuen Barkeeperin seines Stammlokals, durch seine Sprüche unbeliebt. Doch dann erhält er von Shimon, dem Besitzer der Bar, den Auftrag, die snobistischen jüdischen Gäste bei Laune zu halten. Widerwillig beginnt Moshe, Gedichte und Geschichten aus seinem Leben vorzutragen. Und mit jedem Abend, an dem er dem wachsenden Publikum von sich erzählt, offenbart er ein Stück mehr von seiner brüchigen Persönlichkeit. Und auch in seinen Gesprächen mit seiner Bekanntschaft Sheila und mit Yolanda, die er langsam für sich gewinnen kann, findet er zu sich und wird sich seiner Sehnsüchte bewusst. Doch während sich Moshe langsam auf eine Aussöhnung vorbereitet, wächst bei Tzach der Groll auf den Vater. Nach dem Tod der Mutter sucht er Ablenkung in seiner Arbeit als Scharfschütze bei der israelischen Armee. Als er dann wegen eines tragischen Zwischenfalls die Armee verlassen muss, fehlt ihm jede Perspektive. Voller Wut und Enttäuschung reist er nach New York und stellt seinen Vater zur Rede.

Überall alleine – Die Malerin Soshana
ORF 2, 07.09.2014, 09:50

Dokumentation, A 2010
Soshana wurde 1927 als Susanne Schüller in Wien geboren. Im Alter von 11 Jahren musste sie als Jüdin vor den Nazis fliehen, zuerst in die Schweiz, dann nach London und schließlich in die USA. Dort lernte sie mit 14 Jahren einen ihrer Lehrer, den damals 50-jährigen Beys Afroyim, selbst Maler, näher kennen. Dieser nahm sich des Mädchens an und machte sie schließlich zu seiner Geliebten. Gemeinsam portraitierten sie unter anderem zahlreiche prominente Exilanten, darunter Thomas Mann, Franz Werfel am Totenbett, Bruno Walter und Otto Klemperer. Mit dem wenigen Geld, das sie damals als Künstlerin verdiente, begann sich Soshana ab Mitte der 1950er-Jahre zahllose Fernreisen zu unternehmen, die sie – für eine Frau in der damaligen Zeit nicht selbstverständlich – teilweise in die entlegensten Winkel der Erde führten. Die asiatischen kalligrafischen Maltechniken inspirierten sie dabei ebenso wie die Landschaften Indiens und Afrikas.
Eine Dokumentation von Werner Müller, Ulrike Halmschlager und Amos Schüller

Durch die Nacht mit … Feo Aladag und Noa
ARTE, 08.09.2014, 00:25

Dokumentation, D 2014
ARTE begleitet zwei außergewöhnliche Frauen durch das nächtliche Tel Aviv. Die eine ist temperamentvoll, die andere äußert sich eher durchdacht, und beide sind starke Frauen, die für ihre Überzeugungen einstehen und die ihrer Arbeit mit Lebenslust und Leidenschaft nachgehen. Mit der Filmemacherin Feo Aladag und der Sängerin und Friedensaktivistin Noa unternimmt der Zuschauer einen Streifzug durch die israelische Metropole. Beim Schlendern über den Markt wird Noa wegen ihrer politischen Auffassung von Händlern beschimpft und beleidigt, doch sie sucht die Diskussion und es gelingt ihr sogar zu überzeugen. Am Rabin-Platz erzählt sie, wie sie die Ermordung des ehemaligen Ministerpräsidenten ganz nah miterlebt hat, und redet mit Feo über die politische Situation Israels. Beim Abendessen dann sprechen sie offenherzig über Sex und Kindererziehung. Anschließend empfängt der Regisseur Tomer Heymann die beiden in Tel Avivs Problemviertel. Er erzählt von einer Gruppe transsexueller Filipinos, die im orthodoxen Viertel als Pfleger tätig waren und ausgewiesen wurden. Am Ende besuchen die Frauen eine speziell für sie aufgeführte Drag-Queen-Show in einem der coolsten Clubs der Stadt. Im Laufe des Abends schaffen es Feo und Noa, ihre Verschiedenheit zu überwinden und einen Weg zueinander zu finden – genau, wie sie es in ihrer Arbeit tun, und so, wie man es sich in Israel herbeisehnt.

1945 – Als die Franzosen Deutschland besetzten
ARTE, 08.09.2014, 09:45

Dokumentation, D 2010
“Jetzt sind die an der Reihe! Soll der Krieg ruhig mal bei ihnen stattfinden!” So wie Claude Boussagol dachten im Frühjahr 1945 viele französische Soldaten, die nach Deutschland einmarschierten. Und natürlich dachten sie an Rache für die Opfer in Familie und Freundeskreis, für die vier Jahre währende deutsche Besatzung, für den Terror und die Ausbeutung. Der Großvater von Claude Boussagol hatte bereits im Krieg von 1870/71 und der Vater im Ersten Weltkrieg gegen die Deutschen kämpfen müssen. Die Elsässer Frédéric Baehr und Jean-Paul Bailliard wurden von den Nazis zwangsrekrutiert und an die Ostfront geschickt. Die jungen jüdischen Soldaten Henry Becker und Jean-Mathieu Boris trauerten um Verwandte, die von den Deutschen deportiert und ermordet wurden. In der Dokumentation schildern die Zeitzeugen sehr offen, mit welchen Gefühlen sie vor mehr als 60 Jahren in das Land einmarschierten, das ihnen so viel Leid zugefügt hatte. Gefühle, die heute nach Jahrzehnten deutsch-französischer Aussöhnung und gemeinsamer Fortschritte bei der Schaffung eines geeinten Europas sehr weit weg scheinen. Für die französischen Zeitzeugen hatte der Konflikt mit dem deutschen Nachbarn damals noch etwas Zwangsläufiges: “Es war, als müsse es alle 30 Jahre einen Krieg geben”, sagt Claude Boussagol. Mit der deutschen Terrorherrschaft und dem Zweiten Weltkrieg hatte die von der nationalen Propaganda heraufbeschworene Erbfeindschaft noch einmal neue Nahrung bekommen. Und dennoch sollte das Kriegsende 1945 zum Wendepunkt im deutsch-französischen Verhältnis werden. Das Leid, dem die jungen französischen Soldaten in Deutschland selbst begegneten, die menschlichen Kontakte, die sie knüpften, relativierten alte Feindbilder und legten den Grundstein für einen Neubeginn. Dass trotz der tiefen Wunden, die drei Kriege bei beiden Völkern hinterlassen hatten, der Wandel in den französisch-deutschen Beziehungen bereits in den ersten Monaten nach Kriegsende 1945 seinen Anfang nahm, ist die Erkenntnis, die die Dokumentation mit berührenden Einzelschicksalen und außergewöhnlichem Archivmaterial belegt.

Zweiter Weltkrieg. Folge 2/2, Das erste Opfer
ZDF, 09.09.2014, 20:15

Dokumentation, D 2014
Als “Blitzkrieg” blieb der deutsche Angriff weithin im Gedächtnis. Doch als der Feldzug im Herbst 1939 nach sechs Wochen beendet war, fing für die meisten Polen der Krieg im Krieg an. Viele werden ermordet, weil sie Juden sind oder der heimischen Führungsschicht angehören; verschleppt, weil sie Platz für deutsche Neusiedler schaffen sollen; zu Zwangsarbeit versklavt, um den größtmöglichen Ertrag aus dem unterworfenen Kolonialgebiet zu schöpfen. Das sind die Themen des zweiten Teils der Dokumentation “Zweiter Weltkrieg”, die 75 Jahre nach Kriegsbeginn sowohl im ZDF als auch im polnischen Sender TVP1 zu sehen sein wird. Keine Statistik oder historische Chronik vermag eine so beklemmende Anschauung dieser Besatzungszeit zu geben wie die Berichte der unmittelbar Beteiligten auf beiden Seiten. Es sind Schicksale, wie Millionen sie erfuhren, und zugleich sind sie besonders, einzigartig, eindringlich. Spielfilmregisseur Roman Polanski erzählt im Interview für diesen Film, wie er, der damals knapp zehnjährige Raymond Liebling, im ummauerten jüdischen Wohnbezirk von Krakau Tag für Tag mit Tod und Terror konfrontiert war. Seine Mutter musste Zwangsarbeit auf der Wawel-Burg leisten, wo als deutscher “Generalgouverneur” Hans Frank residierte. Dessen jüngster Sohn Niklas schildert, wie sein Vater von der Burg herab das Besatzungsgebiet unterjochte, während sich seine Mutter in Begleitung ihres Jungen im jüdischen Ghetto von Krakau günstig mit Pelzen versorgte. In Danzig, wo der Krieg seinen Ausgang nahm, verlor die damals 16-jährige Budzimira Wojtalewicz bereits am ersten Tag ihren Vater, dessen polnischer Patriotismus für ihn das Todesurteil bedeutete. Wenig später verlor sie auch ihr Zuhause. Vom zwangsgeräumten Wohnraum im Besatzungsgebiet profitierten auch Neusiedler wie die Familie von Gustav Hintz. “Wir fühlten uns als Übermenschen, und die Polen waren zu minderwertigen Tätigkeiten da”, erkannte der Bauernsohn bereits als Kind. Marian Sobkowiak, der, als polnischer Widerständler verraten, die Hölle von Folter und Haft durchleben musste, setzt sich heute für Versöhnung zwischen den Nachbarländern ein. Als Verfolgter hatte er erfahren, dass unter den Deutschen auch Regimegegner waren, die ihm das Leben retteten. So zeichnen Menschen aus beiden Ländern, damals durch Welten getrennt, heute gemeinsam ein ebenso facettenreiches wie spannungsgeladenes Bild jener Zeit, die in jeder Hinsicht aus den Fugen geraten war.

Moment – Leben heute: Steine der Erinnerung
Radio Ö1, 10.09.2014, 14:40

Die Ö1 Sendung Moment – Leben heute sendet am 10. September um 14:40 einen Beitrag zu den Steinen der Erinnerung.

Pop-Legenden: Amy Winehouse
ARTE, 13.09.2014, 22:00

Dokumentation, D 2013
Das Leben von Amy Winehouse war nicht immer chaotisch. Geboren am 14. September 1983, wächst sie in einer mittelständischen jüdischen Familie im Norden Londons auf. Amy liebt nichts mehr als das Singen – ihr Vater, selbst ein Musiknarr, bringt ihr die Songs von Frank Sinatra, Tony Bennett und Ella Fitzgerald bei. Doch 1992 trennen sich ihre Eltern. Für die neunjährige Amy bricht eine Welt zusammen. Ihr erstes Album, “Frank”, erscheint 2003; Fans und Kritiker trauen ihren Ohren nicht. Wer ist dieses Mädchen, das da von ihren persönlichen Problemen singt? Das Album macht Amy über Nacht zum Star. Ende 2004 lernt sie auf einer Kneipentour die Liebe ihres Lebens kennen: Blake Fielder-Civil wird die wichtigste Person in Amys Leben. Gemeinsam geben sie sich Alkoholexzessen hin. Als Blake sie nach einem Jahr verlässt, ist sie am Boden zerstört. Amy flüchtet sich in die Arbeit, kehrt ins Studio zurück und produziert in wenigen Wochen ein Album, das Musikgeschichte schreibt: “Back To Black” (2006). Mit Liedern wie “Rehab”, der ersten Singleauskopplung aus “Back To Black”, und “Love Is A Losing Game” verarbeitet sie das Trauma ihrer gescheiterten Beziehung. Das Album ist künstlerisch brillant, aber auch Ausdruck abgrundtiefer Depression und seelischen und körperlichen Verfalls. Mit dem Welterfolg taucht auch Blake wieder auf. Es bleibt nicht beim Alkohol, beide verfallen der Heroin- und Kokainsucht. Als Blake Ende 2007 wegen schwerer Körperverletzung ins Gefängnis muss, verliert Amy den Boden unter den Füßen. Beruflich ist sie, nach dem Gewinn von fünf Grammys, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, aber persönlich ist sie ein gebrochener Mensch. Sie versucht vergeblich, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Am 23. Juli 2011 stirbt sie an einer Alkoholvergiftung. Der Dokumentation ist es erstmals gelungen, neben ihren Eltern Janis und Mitch Winehouse auch engste Vertraute und Wegbegleiter vor die Kamera zu bringen.

Carl Lutz – Der vergessene Held
3sat, 15.09.2014, 21:05

Dokumentation, CH 2014
Als Schweizer Diplomat in Budapest während des Zweiten Weltkriegs rettet Carl Robert Lutz Zehntausende von verfolgten Juden vor dem sicheren Tod. Später zieht er mit seiner zweiten Frau nach Bern. Doch die Heimat dankt ihm seine Heldentat nicht, gegen Lutz wird ein Verfahren wegen Kompetenzüberschreitung eröffnet. Carl Lutz wird bis ans Ende seiner Tage verbittert und vergeblich für seine “Rehabilitierung” kämpfen. Der Schweizer “Oskar Schindler” erhält im März 2014 posthum die Ehrenmedaille der renommierten George-Washington-Universität. Der Retter von über 60.000 ungarischen Juden – etwa die Hälfte der überlebenden jüdischen Bevölkerung in Ungarn nach dem Krieg – bekommt damit die Würdigung, auf die er zeitlebens wartete. Lutz ist mit dieser Ehrenmedaille in bester Gesellschaft: Staatsmänner wie Václav Havel, Shimon Peres und Michail Gorbatschow wurden bereits mit der “President’s Medal of Honor” ausgezeichnet. Ein Porträt des “vergessenen Helden” Carl Lutz.

Ohne Liebe kann man keine Musik machen: Josef Krips im Portrait
ORF III, 21.09.2014, 19:15

Dokumentation
Der Wiener Dirigent gilt als einer der bedeutendsten Akteure des Wideraufbaus der österreichischen Musiklandschaft nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Im Alter von nur 24 Jahren wird er Generalmusikdirektor in Karlsruhe: ein Karriereschritt, dem durch die Machtübernahme der Nazis ein jähes Ende gesetzt wird. Zurück in Wien entzieht man ihm, auf Grund der jüdischen Herkunft seines Vaters, das Berufsrecht. Durch die Hilfe eines Freundes entgeht er jedoch dem Einzug in die Wehrmacht. Am 1. Mai 1945, wenige Tage vor der Kapitulation der deutschen Truppen, dirigiert er “Die Hochzeit des Figaro” – die erste Aufführung der Wiener Staatsoper im unversehrten Gebäude der Wiener Volksoper. Da er als unbelastet gilt, wird er bald zu einem der gefragtesten Dirigenten der Nachkriegszeit: bis zu 28 Aufführungen pro Monat folgen. Als Chefdirigent des London Symphony Orchesters, des Buffalo Philharmonic Orchesters und des San Francisco Symphony Orchesters macht der vielfach ausgezeichnete Dirigent auch international Karriere. Anlässlich seines Ablebens, das sich 2014 zum 40. Mal jährt, zeigt ORF III dieses intime Portrait eines leidenschaftlichen Künstlers, gestaltet von seiner dritten Frau Harrieta Krips und dem Schriftsteller Franz Kabelka.