Radio / Fernsehen

Das Todeswerk der Nazis
n-tv, 02.07.2016, 20:15

Dokumentation, GB 2012
Es begann mit einem Arbeitsverbot für jüdische Ärzte, Lehrer, Juristen oder Verkäufer – und es endete mit der industriellen Ermordung von Millionen Menschen: Der Holocaust ging als menschenverachtender Völkermord in die Geschichte ein. Wie detailliert ausgearbeitet der entsetzliche Plan zur “Ausrottung der jüdischen Rasse” wirklich war, ist nach heutigem Maßstab kaum vorstellbar. Die n-tv Dokumentation sucht nach Akten und Beweisen in Archiven und Museen. Sie entdeckt dabei Fakten, die belegen, wie damals alles begann – und enthüllt so eine Geschichte, die man schon kennt, die aber immer wieder neu schockiert.

Geheimnisse des Dritten Reiches – Hitler und das Geld
ORF III, 02.07.2016, 20:15

Dokumentation, D 2011
Es ist eine Lüge: die von Hitler selbst gestrickte Legende vom asketischen, opferbereiten, selbstlosen “Führer” – im Dienste seines Volkes, der auf sein Gehalt als Reichskanzler verzichtet. Heute lässt sich nachweisen, wie ungeniert sich Hitler beim Geld bediente und wie er bedient wurde. Die Dokumentation zeigt, wie Hitlers Reich zu einem kaum entwirrbaren System von Korruption und Bereicherung geriet.

Geheimnisse des Dritten Reiches – Hitler und die Frauen
ORF III, 02.07.2016, 21:00

Dokumentation, D 2011
Hitlers Privatleben zählte zu den bestgehüteten Geheimnissen des “Dritten Reichs”. Erst nach seinem Tod erfuhr die Nachwelt von seiner Ehefrau. Doch war Eva Braun die einzige Frau Hitlers? Was brachte diese Frauen dazu, Hitler zu folgen? Der Film dokumentiert mit Aussagen von Historikern, Psychologen und Zeitzeugen den neuesten Stand der Forschung und setzt sich kritisch mit Mythen und Spekulationen auseinander.

Geheimnisse des Dritten Reiches – Hitler und seine Familie
ORF III, 02.07.2016, 21:45

Dokumentation, D 2011
Mit pedantischer Konsequenz ließ der NS-Führer seine mehr als schillernden Familienverhältnisse verschleiern. Dennoch gibt es Material, das Hitlers Familie privat zeigt. Persönliche Aufzeichnungen von Verwandten und umfangreiche schriftliche Erinnerungen des Halbbruders Alois gewähren neue Einblicke in Hitlers familiären Hintergrund.

Mein bester Feind
SRF 1, 04.07.2016, 00:30

Drama, A/LUX 2011
In ihrer Jugend in Wien sind die beiden Freunde Rudi (Georg Friedrich) und Victor (Moritz Bleibtreu) unzertrennlich, obwohl Ersterer aus einfachen Verhältnissen stammt und Letzterer aus einer wohlhabenden Kunsthändlerfamilie. Als Österreich sich dem Deutschen Reich anschliesst, wird die Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Victor ist nämlich Jude, und Rudi gilt nach den Nürnberger Rassengesetzen als Deutscher. Während Victor und seine Eltern ins KZ deportiert werden, tritt Rudi der NSDAP bei und hofft auf eine Karriere bei der SS. Doch damit nicht genug: Rudi verlobt sich mit Lena (Ursula Strauss), jener Frau, mit der Victor eigentlich verlobt war. Ein paar Jahre später sehen sich die Freunde wieder. Rudi wird von der SS zu Victor geschickt, um herauszufinden, wo dessen Familie eine wertvolle Michelangelo-Zeichnung versteckt hat, in deren Besitz sie ist. Die Zeichnung soll als Zeichen der Waffenbruderschaft von Hitler an Mussolini übergeben werden. Victor und Rudi befinden sich an Bord eines Flugzeugs, als dieses abstürzt. Victor kann Rudi aus dem Wrack retten, nutzt aber seine einzige Chance, um zu überleben: Er tauscht mit Rudi die Kleider: Nun ist er der SS-Offizier, Rudi der Jude. Ein waghalsiges Verwechslungsspiel beginnt.

Der Junge im gestreiften Pyjama
ORF 2, 06.07.2016, 00:05

Drama, USA/GB 2008
Sensible, ergreifende Verfilmung des preisgekrönten Romans von John Boyne. Asa Butterfield (‘Hugo Cabret’) freundet sich als Sohn eines SS-Offiziers und KZ-Kommandanten mit einem gleichaltrigen, im Vernichtungslager internierten Buben an. Eine Freundschaft, die aus Kinderaugen einen ungewohnten Blick auf das Grauen des Holocaust werfen lässt. Anfang der 1940er Jahre. Der achtjährige Bruno verlässt mit seiner Familie die Stadt Berlin. Sein Vater, ein hochrangiger SS-Offizier, übernimmt eine Kommandantur im Osten des Landes. Bei den Streifzügen durch die neue Umgebung begegnet Bruno dem jüdischen Buben Shmuel, der in Häftlingskleidung hinter Stacheldrahtzaun gefangen ist. Weder ahnt Bruno, welch grauenvolles Verbrechen auf dem abgesperrten Terrain begangen wird, noch, dass sein Vater die Verantwortung für das KZ trägt. Aus der Begegnung der Buben entwickelt sich Freundschaft, aus dem vermeintlichen Abenteuer eine Tragödie.

Reporter: Inge – hinter den Kulissen
3sat, 06.07.2016, 12:30

Dokumentation, CH 2016
“Überleben”, so lautet Inge Ginsbergs Antwort auf die Frage nach ihrem Talent. Die 94-Jährige ist mit Abstand die älteste Teilnehmerin der Castingshow “Die größten Schweizer Talente”. Die gebürtige Wienerin hat den Holocaust, Flüchtlingslager, Hollywood, Krebs, drei Ehemänner und mehrere Liebhaber überlebt. Mit 94 Jahren tritt Inge Ginsberg zum ersten Mal vor Publikum auf, das Kleid rot und eng, die Haare mit Spray zur Festtagsfrisur geformt. Kein Schlager, nein: Heavy-Metal-Musik brettert über die Bühne. “Wir zertrümmern Atome; wir zertrümmern die Welt. Und kümmern uns nicht, ob es den Atomen gefällt”, ertönt Inge Ginsbergs düsterer Sprechgesang. Inge Ginsberg weiß, was Zerstörung bedeutet. Aufgewachsen als Jüdin während der Naziherrschaft musste sie miterleben, wie nahe Familienangehörige deportiert und umgebracht wurden. Ihr selbst gelang die Flucht in die Schweiz – und später ein buntmondänes, ereignispralles Leben, überall auf der Welt. Als Reporterin Vanessa Nikisch Inge Ginsberg trifft, reist diese gerade aus New York an und fliegt wenige Tage später nach Tel Aviv weiter. Dem Gefängnis der Gewohnheiten entrinnen, täglich Neues wagen, lautet eine der Weisheiten ihres Anti-Aging-Gurus. Dank seiner Lehre will die 94-Jährige mindestens 120 Jahre alt werden.

Über die Jöcher – Handel, Flucht und Viehtrieb am Krimmler Tauern
3sat, 09.07.2016, 10:35

Dokumentation, A 2013
Die Birnlücke und der Krimmler Tauern bilden den Grenzübergang zwischen Italien und Österreich. Einmal im Jahr rückt der Alpenübergang in den Mittelpunkt. Traditionell am zweiten Wochenende im Oktober treiben Südtiroler Bauern ihr Vieh aus dem Krimmler Achental zurück nach Südtirol, oft bei sehr schlechtem Wetter und extremen Verhältnissen. Das Krimmler Achental und vor allem der Krimmler Tauern wurden bereits zur Römerzeit als Alpenübergang genutzt. Im 14. Jahrhundert entstanden im Krimmler Achental und im Ahrntal je eine “Raststation”, die es noch heute gibt. Das Krimmler Tauernhaus wurde 1389 erstmals urkundlich erwähnt. Reisende bekamen gratis Kost, Logis und bei schlechtem Wetter wärmende Kleidung zu leihen. Es diente als wichtige Raststätte für den Handel mit Wein aus dem Süden und Salz aus dem Norden sowie als Stützpunkt für die Vermisstensuche. Noch heute ist das Krimmler Tauernhaus eine beliebte Herberge, wenn auch im touristischen Umfeld. Noch heute wird dort der Geschichte von 5.000 jüdischen Flüchtlinge gedacht, die 1947 über den Krimmler Tauern Richtung Italien und weiter nach Israel geflüchtet sind.

Glaubwürdig: Reinhard Schramm
MDR, 09.07.2016, 18:45

Dokumentation, D 2016
Es ist kurz nach 09:00 Uhr. Hinter Reinhard Schramm schließt sich die schwere Stahltür der Jugendhaftanstalt. Seit 15 Jahren kommt der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen hierher, um mit rechtsextremen jugendlichen Straftätern zu reden. Im großen Freizeitraum haben sich schon zehn Jugendliche versammelt. Es ist laut, die Häftlinge witzeln, tuscheln miteinander, sind unruhig. Erst als Reinhard Schramm den Raum betritt, kehrt Ruhe ein. Der 70-Jährige erzählt den “harten Jungs” von den Taten der Nazis und beantwortet ihre Fragen. Er ist im Februar 1945 selbst nur knapp der Deportation entkommen. Umso größer ist die Hürde, sich mit den Jugendlichen zu beschäftigen, die dieses Gedankengut weitertragen und wieder aufleben lassen. “Ich glaube aber dennoch ganz fest, dass ich durch meine Arbeit die Jugendlichen wieder auf einen normalen Weg bringen kann”, sagt Reinhard. Heute ist außerdem das jüdische Shavuot-Fest und Reinhard Schramm will die Feierlichkeiten mit dem Rabbi abstimmen. Seine Frau wird bei dem Fest auch dabei sein. Das ist eher überraschend, ist sie doch orthodoxe Katholikin. Seit die beiden verheiratet sind, inzwischen 38 Jahre, feiern sie gerne die jüdischen und katholischen Feste zusammen.

Von Viehhändlern, koscherer Küche und Ehevermittlung
3sat, 13.07.2016, 11:30

Dokumentation, CH 2014
Kathrin Winzenried auf jüdischen Spuren im Aargau
Bis vor 150 Jahren durften Schweizer Juden nur in zwei Aargauer Dörfern leben. In Endingen und Lengnau führten sie ein ärmliches Leben als Händler und Hausierer. Beide Dorfbilder werden von einer Synagoge geprägt, ein verwunschener Friedhof liegt am Weg zwischen Endingen und Lengnau, und immer noch zeugen Wohnhäuser mit doppelter Eingangstür von der speziellen Cohabitation. Die Wurzeln der meisten Schweizer Juden reichen nach Endingen und Lengnau zurück. Wie zum Beispiel die Familie Guggenheim, die in Amerika als Industrielle zu Reichtum und als Mäzene zu Anerkennung kam. Auf eine Spende dieser wohl berühmtesten Surbtaler Familie geht auch die Gründung des Schweizerischen Israelitischen Alters- und Pflegeheims “Margoa” in Lengnau zurück. Weitere bekannte jüdische Bürger dieser Gemeinden sind der Schriftsteller Charles Lewinsky und die alt Bundesrätin Ruth Dreifuss. In der Alten Eidgenossenschaft, endgültig ab 1776, durften sich Juden nur in den beiden Dörfern in der damaligen Grafschaft Baden niederlassen. Gemäß einer Bestimmung mussten Juden und Christen “abgesondert und nicht beieinander wohnen”, doch dem halfen sie ab, indem sie gemeinsame Wohnhäuser jeweils mit zwei identischen, nebeneinanderliegenden Eingängen versahen. Erst 1866 erlangten sie die Freizügigkeit, und die meisten von ihnen wanderten in den folgenden Jahrzehnten ab. Kathrin Winzenried macht sich auf Spurensuche und trifft dabei zum Beispiel den 99-jährigen Max Wyler, der 1915 im Surbtal zur Welt kam und bis heute als Viehhändler tätig ist. Sie unterhält sich auch mit Roy Oppenheim, einem Einwohner Lengnaus, der nicht nur einen jüdischen Kulturweg initiiert hat, sondern sich stark dafür engagiert, dass die Geschichte des Schweizer Judentums lebendig bleibt.

Der Traum von Olympia. Die Nazi-Spiele von 1936
ARTE, 16.07.2016, 20:15

Drama, D 2016
Als Adolf Hitler am 1. August 1936 die Olympischen Sommerspiele von Berlin eröffnet, ist das zugleich der Startschuss für eine perfekte Inszenierung. Zwei Wochen lang präsentiert sich das Deutsche Reich als modernes Land, in dem sich Teilnehmer, Zuschauer und Berichterstatter aus der ganzen Welt wohlfühlen sollen. Die knapp 4.000 Athleten aus 49 Nationen erleben ein Sportfest der Superlative: Der olympische Fackellauf feiert ebenso Premiere wie der Medaillenspiegel. Erstmals überträgt das Fernsehen die Wettkämpfe live. Das Olympische Dorf ist eine eigene, komfortable Stadt. In den Restaurants und Kneipen von Berlin wird ausgelassen Swing und Jazz getanzt. Der “Führer” hat die Fassade des NS-Reichs auf Hochglanz polieren lassen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Sports werden die Spiele von der Politik missbraucht. Die Nazi-Diktatur inszeniert sich unter dem Deckmantel des olympischen Gedankens. Seit den Spielen in Berlin weiß die Politik, welche Propaganda-Möglichkeiten ein sportliches Großereignis bietet. “Der Traum von Olympia” erzählt diese Geschichte konsequent aus der Sicht von zwei Menschen, die damals dabei waren – und deren Traum sich in einen Alptraum verwandelte: Wolfgang Fürstner (gespielt von Simon Schwarz), Kommandant des Olympischen Dorfes, ist eigentlich ein überzeugter Anhänger des Systems. Doch im Zuge seines Einsatzes für Hitlers Olympia-Projekt fällt sein Weltbild schleichend in sich zusammen. Das System, das er so verehrt, richtet sich gegen ihn, weil herauskommt, dass Fürstner jüdische Vorfahren hat.