Radio / Fernsehen

Irith Gabriely: Königin der Klarinette
ARTE, 27.04.2016, 12:15

Film von Andreas Malessa
Irith Gabriely ist eine virtuose Klarinettistin, die mit muslimischen Musikern Partylaune verbreitet. Die Israelin aus Haifa gibt unter dem Titel “Kirche trifft Synagoge” Konzerte.
Irith Gabriely hat sich ihren Ruf als “Königin der Klezmermusik” hart erarbeitet. Sie lebt und arbeitet in der Schnittmenge dreier Religionen, deren Überzeugungen ihr keineswegs egal sind, auch wenn sie lieber vegan als koscher isst.
Statt um religiöse Vorschriften gehe es um Spiritualität, um Lebensgefühl, um Haltungen, sagt Irith Gabriely. Darf man über Gläubige lachen? Und wie! “Der jüdische Witz ist legendär”, meinen die temperamentvoll eigensinnige Frau in Darmstadt und ihre Freunde aus Theater, Synagoge, Moschee und Kirche.

Yehudi Menuhin – Eine Geigenlegende wird 100
ARTE, 01.05.2016, 22:20

Dokumentation
Yehudi Menuhin, der wohl berühmteste Violinvirtuose des 20. Jahrhunderts, wäre im April 100 Jahre alt geworden. ARTE zeigt ein Porträt mit einem langen Interview, das er 1994 in seinem Haus auf der griechischen Insel Mykonos gab – mit sehr persönlichen Erinnerungen an ein ganzes Musikerleben. Archivaufnahmen zeigen ihn bei seinen bedeutendsten Konzertauftritten, bei denen er unter anderem Werke von Rimski-Korsakow, Dvorak, Bach und Schubert interpretiert.

“Mein Kampf”. Das gefährliche Buch
ARTE, 03.05.2016, 20:15

Dokumentation, D 2015
Adolf Hitlers Propagandaschrift “Mein Kampf”: Ein Buch, das mit Mythen überfrachtet Abscheu und Ängste hervorruft. Das Werk ist das Symbol der Naziherrschaft, die wiederum verantwortlich ist für 60 Millionen Tote. Jahrzehntelang war ein Neudruck verboten. 70 Jahre nach Hitlers Tod laufen nun die Urheberrechte von “Mein Kampf” ab und das Werk könnte ab dem 1. Januar 2016 wieder auf dem Markt erschienen. Hitlers Gedanken würden zu einem Zeitpunkt neue Verbreitung finden, zu dem in Deutschland Brandanschläge, rechte Krawalle, Nazi-Schmierereien und Hass-Kommentare gegen geplante oder bestehende Flüchtlingsheime an der Tagesordnung sind. In seinem Dokumentarfilm geht Manfred Oldenburg der Frage nach, ob “Mein Kampf” heute noch gefährlich sein kann. Was steht in diesem Buch? Wie ist es entstanden? Wie war seine Rezeptionsgeschichte? Und welche Auswirkungen hat sein Inhalt für uns heute, wo Gewalt und Hass gegen Asylanten alltäglich geworden sind? Dabei wird deutlich, dass die mentalen Anknüpfungspunkte, an die “Mein Kampf” appelliert, heute immer noch vorhanden sind: Rassismus und Ultranationalismus. Rechtsextreme, die Asylantenwohnheime in Brand stecken, könnten sich auf Hitler berufen, der vor 90 Jahren in seinem Machwerk gefährliche Thesen gegen Überfremdung verbreitete.

Wir, Geiseln der SS. Fahrt ins Ungewisse
ARTE, 03.05.2016, 21:10

Dokumentation, D 2014
Nach dem gescheiterten Hitler-Attentat am 20. Juli 1944 werden auch Angehörige der Attentäter verhaftet und als sogenannte Sippenhäftlinge in verschiedenen KZs inhaftiert. Ende April 1945 zieht die SS ihre wertvollsten Gefangenen, zu denen auch der letzte österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg und Pastor Niemöller zählen, im KZ Dachau zusammen. Unter der Führung von SS-Obersturmführer Stiller werden sie in die Nähe von Innsbruck gebracht. Die Inhaftierten wissen nicht, ob sie als Verhandlungsmasse einer bevorstehenden Kapitulation dienen oder fern der Front

Wohin und zurück: An uns glaubt Gott nicht mehr
ORF III, 05.05.2016, 20:15

Drama, A/D/CH 1982
Unter dem Sammeltitel “Ausgestoßen” wird eine Trilogie über Emigrantenschicksale während der Nazizeit gezeigt. Im ersten Teil steht der 16-jährige Ferry im Mittelpunkt, dessen jüdischen Vater SS-Schergen erschlagen haben, und der den tödlichen Ernst der Situation erfaßt und sich zur Flucht entschließt …

Der letzte Akt
ORF III, 06.05.2016, 22:20

Drama, D/A 1955
Im April 1945 befindet sich Adolf Hitler im Führerbunker, von wo aus er seine Generäle weiterhin zum Endsieg antreibt. Hauptmann Richard Wüst wird von seinem Vorgesetzten zu Hitler geschickt, um diesen über die Lage an der Front aufzuklären. Wüst versucht mehrere Tage lang vergeblich, vorgelassen zu werden, und entwickelt während dieser Zeit eine zunehmend kritischere Haltung gegenüber den Zuständen. Als er schließlich mit Hitler sprechen kann, muss er seine offenen Worte mit dem Leben bezahlen.

Hitlers Verbündete: Kroatien, Bulgarien und Slowakei
3sat, 08.05.2016, 04:25

Dokumentation, D 2009
Im zweiten Teil liegt das Augenmerk auf den Balkanstaaten. Auch ihnen zwang Hitler seinen Willen auf. Er besetzte Jugoslawien, kooperierte mit Bulgarien und instrumentalisierte die Slowakei. Hitlers Überfall auf Jugoslawien ließ 1941 den Staat “Kroatien” entstehen – eine Marionette unter deutsch-italienischer Protektion. Ante Pavelic errichtete ein autoritär geführtes Regime mit seiner faschistischen Ustascha-Bewegung als Rückgrat. Die kroatische Armee wurde hauptsächlich in der Partisanenbekämpfung eingesetzt. Titos Partisanen hielten die Kroaten in blutige Kämpfe verwickelt. Die Ustascha ermordete 80.000 Serben, Juden und “Zigeuner” im Zuge von “Säuberungen”. Der Vielvölkerstaat Jugoslawien hat sich nie von diesen Ereignissen während des Zweiten Weltkriegs erholt. Bulgarien schien mit dem Gewinn der Süd-Dobrudscha, Mazedoniens und Thrakiens der große Gewinner der von Hitler erzwungenen Neuordnung des Balkanraumes. Bulgarien und Deutschland waren enge Verbündete. Die Toleranz der Bulgaren stemmte sich jedoch gegen die Einführung von diktierten Verordnungen und Gesetzen, insbesondere antijüdischer Art. Doch Bulgarien konnte seinen eigenen Weg nicht weitergehen. Zar Boris III. starb auf mysteriöse Weise nach einem Besuch bei Hitler. 1944 wurde das Land von der Sowjetunion überrannt und zahlte mit einem immensen Blutzoll und der jahrzehntelangen Diktatur des Kommunismus. In der Slowakei wurden slowakische Separatisten und Sudetendeutsche von Hitler instrumentalisiert. Mit Nazideutschland im Rücken setzte diese Gruppierung 1939 einen selbständigen Staat “Slowakei” durch, der nach der Besetzung durch deutsche Truppen allerdings zum “Schutzstaat Slowakei” herabgewürdigt wurde und praktisch ein Anhängsel Großdeutschlands war. Der Pfarrer Josej Tiso wurde Staatspräsident. Sein klerikaler Faschismus richtete sich vor allem gegen die jüdische Bevölkerung. Militärisch spielte die kleine Slowakei mit ihren veralteten Waffen keine Rolle für Deutschland. Im Gegenteil: Desertierende Truppen von der Ostfront riefen zusammen mit Kommunisten zu einem Nationalaufstand auf, der von SS-Truppen blutig niedergeschlagen wurde.

Erfüllte Zeit
Radio Ö1, 08.05.2016, 07:05

Unter anderem mit dem Beitrag: Auch das ist Salzburg – Ein Besuch in der Salzburger jüdischen Gemeinde

Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus
ORF 2, 09.05.2016, 11:00

A 2016
Nationalratspräsidentin Doris Bures und Bundesratspräsident Josef Saller laden zur alljährlichen Gedenkveranstaltung gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in den historischen Sitzungssaal des Parlaments. Im Mittelpunkt steht ein Gespräch mit Marko Feingold, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg. Das Gespräch mit dem Überlebenden des Holocaust führt Danielle Spera, Direktorin des Jüdischen Museums Wien. Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt mit Vertonungen von Gedichten von Paul Celan, Selma Meerbaum-Eisinger und Ilse Aichinger.

Es war einmal … “Little Odessa”
ARTE, 12.05.2016, 01:15

Dokumentation, F 2013
Diese Folge der Reihe “Es war einmal …” widmet sich dem preisgekrönten Spielfilm “Little Odessa” des amerikanischen Regisseurs und Drehbuchautors James Gray. Mit seinem Filmdebüt gewann der damals 25-Jährige 1994 in Venedig den Silbernen Löwen. Der Noir-Thriller spielt in Little Odessa, dem russisch-jüdischen Viertel in Brooklyn/New York. Profikiller Joshua (Tim Roth) hat hier nicht nur ein Problem mit der russischen Mafia, auf deren Todesliste er steht. Er trifft hier auch auf seine desolate Familie, aus der ihn der Vater (Maximilian Schell) verstoßen hat. Um seine todkranke Mutter (Vanessa Redgrave) ein letztes Mal sehen zu können, erpresst Joshua seinen Vater, kann dann jedoch seine Versprechungen nicht einhalten. “Little Odessa” ist eine Mischung aus gnadenloser Gangsterstory und schnörkelloser Familientragödie, die sich um die Fragen nach Schuld, Sühne und Vergebung dreht. James Gray, der selbst aus einer ukrainisch-russischen Immigrantenfamilie stammt und in den weniger glanzvollen Vierteln New Yorks aufgewachsen ist, verarbeitet in diesem Film auch Fragmente seiner eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte. Die mit zahlreichen Filmausschnitten ausgestattete Dokumentation verbindet Grays Anekdoten, die Handlung seines Filmdramas und die Umstände der Dreharbeiten in Little Odessa. Gemeinsam mit den Hauptdarstellern Tim Roth, Vanessa Redgrave und anderen Mitwirkenden beleuchtet Gray Entstehung und Hintergründe des Films.

Pop-Legenden: Amy Winehouse
ARTE, 13.05.2016, 03:15

Dokumentation, D 2013
Das Leben von Amy Winehouse war nicht immer chaotisch. Geboren am 14. September 1983, wächst sie in einer mittelständischen jüdischen Familie im Norden Londons auf. Amy liebt nichts mehr als das Singen – ihr Vater, selbst ein Musiknarr, bringt ihr die Songs von Frank Sinatra, Tony Bennett und Ella Fitzgerald bei. Doch 1992 trennen sich ihre Eltern. Für die neunjährige Amy bricht eine Welt zusammen. Ihr erstes Album, “Frank”, erscheint 2003; Fans und Kritiker trauen ihren Ohren nicht. Wer ist dieses Mädchen, das da von ihren persönlichen Problemen singt? Das Album macht Amy über Nacht zum Star. Ende 2004 lernt sie auf einer Kneipentour die Liebe ihres Lebens kennen: Blake Fielder-Civil wird die wichtigste Person in Amys Leben. Gemeinsam geben sie sich Alkoholexzessen hin. Als Blake sie nach einem Jahr verlässt, ist sie am Boden zerstört. Amy flüchtet sich in die Arbeit, kehrt ins Studio zurück und produziert in wenigen Wochen ein Album, das Musikgeschichte schreibt: “Back to Black” (2006). ls Blake Ende 2007 wegen schwerer Körperverletzung ins Gefängnis muss, verliert Amy den Boden unter den Füßen. Beruflich ist sie, nach dem Gewinn von fünf Grammys, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, aber persönlich ist sie ein gebrochener Mensch. Sie versucht vergeblich, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Am 23. Juli 2011 stirbt sie an einer Alkoholvergiftung. Der Dokumentation ist es erstmals gelungen, neben ihren Eltern Janis und Mitch Winehouse auch engste Vertraute und Wegbegleiter vor die Kamera zu bringen.

Biblische Genüsse
ORF 2, 15.05.2016, 09:05

Magazin, A 2009
Von den fruchtbaren Golan-Bergen über das Tote Meer bis zur Wüste Negev, von Jerusalem über Betlehem nach Jaffa und Tel Aviv – Wini Brugger auf Spurensuche nach den biblischen Genüssen. Hier weisen die Jahrtausende alten Traditionen der jüdischen und arabischen Küche auf die gemeinsamen Wurzeln der Kulturen hin. Einwanderer aus der ganzen Welt machen Tel Aviv zum gastronomischen Powerhouse, eine World-Fusion-Küche, die in eine Zukunft jenseits aller ethnischen und religiösen Konflikte weist.

Kunst und Verbrechen. Alles wegen Wally
3sat, 15.05.2016, 10:15

Dokumentation, D 2015
Das Porträt “Wally” von Egon Schiele wurde geliebt, geraubt und versteckt. Museen und Privateigentümer kämpfen seit 70 Jahren um die blauäugige Schönheit. Zwei Staaten sind in den Kampf um NS-Raubkunst verwickelt. Es entwickelte sich ein Kunstkrimi über die Grenzen von Recht und Moral. Ende 1997 entdeckt eine jüdische Familie ein Schiele-Gemälde, das einst ihrer Tante gehörte, im New Yorker Museum of Modern Art. Von den Nazis konfisziert, war das “Porträt der Wally” jahrzehntelang verschollen. Als die Erben es zurückfordern, beginnt ein historischer Streit um das Gemälde. Staatsanwaltschaften sind involviert, große Kunstinstitutionen, Gesetze werden geschaffen. Schieles Gemälde der blauäugigen Schönheit Walburga Neuzil wird zum Symbol des Rechtsstreits um die NS-Raubkunst. Der Film zeichnet die Odyssee des in der Nazizeit gestohlenen Egon-Schiele-Bildes nach und zeigt Bezüge zu spektakulären Fällen wie dem Gurlitt-Fund. Es geht um privates Leid, mühsame Fahndung in Archiven und Spurensuche in unterirdischen Tunnels. Die komplexe Forschungsarbeit von Kunsthistorikern ist ebenso Thema, wie Millionendeals auf dem zeitgenössischen Kunstmarkt. Hinter alldem steht die Frage, wie angesichts des schmutzigen Erbes der NS-Zeit Gerechtigkeit überhaupt hergestellt werden kann.