Radio / Fernsehen

Akte Grüninger
ARTE, 31.10.2014, 20:15

Drama, CH/A 2013
Der Schweizer Polizeihauptmann Grüninger rettet vor dem Zweiten Weltkrieg Hunderten Juden das Leben…
1938 herrscht in Europa noch Frieden. Doch die Judenverfolgung und die Aggression von Nazi-Deutschland werfen ihre Schatten über den Kontinent. Im August versammeln sich im schweizerischen Bundeshaus in Bern die zuständigen Minister und Polizeidirektoren aus 23 Kantonen auf Einladung des Chefs der Eidgenössischen Fremdenpolizei, Heinrich Rothmund, um alarmierende Berichte von der Grenze zu diskutieren: Täglich werden dort zahlreiche jüdische Einreisende verzeichnet. Nach der Versammlung schließt die Schweiz ihre Grenze für Flüchtlinge: Von diesem Moment an darf sie niemand ohne gültiges Visum überschreiten. Zur Überprüfung der bisherigen, illegalen Grenzübertritte leitet Rothmund eine Untersuchung ein. Polizeiinspektor Robert Frei, ein junger, ehrgeiziger und obrigkeitsgläubiger Beamter, wird in den Kanton St. Gallen beordert. Doch weiterhin gelangen Hunderte von Menschen ohne gültiges Visum über die Grenze. In St. Gallen kommt Frei einem Hilfssystem auf die Schliche, das von breiten Teilen der Bevölkerung getragen und vom Kommandanten der Schweizer Grenzpolizei Paul Grüninger ermöglicht wird. Die jüdischen Ankömmlinge werden in einem Lager in Diepoldsau untergebracht, das Grüninger mit Hilfe des Vorstehers der Israelitischen Gemeinschaft, Sidney Dreifuss, in Betrieb hält. Im Laufe der Ermittlungen erhärtet sich der Verdacht, dass Grüninger Dokumente fälscht und Flüchtlinge ohne gültiges Visum hereinlässt. Der St. Galler Polizeihauptmann gesteht Frei zwar seinen Gesetzesbruch – doch er tue dies aus reiner Menschlichkeit und könne nicht anders. Grüningers Standfestigkeit und der Anblick der hilfesuchenden Flüchtlinge lassen bei Frei Zweifel an der Richtigkeit seines Auftrags aufkommen. Soll er den Vorgesetzten seinen Bericht vorlegen? Oder Paul Grüninger decken?

Die letzte Metro
ARTE, 02.11.2014, 20:15

Drama, F 1980
Paris, 1942: Die französische Hauptstadt ist von deutschen Soldaten besetzt. Marion Steiner leitet in dieser harten Zeit ein kleines Theater auf dem Montmartre. Sie hat es von ihrem Mann, dem deutschen Juden Lucas Steiner, übernommen. Dieser ist offiziell aus der besetzten Zone geflohen, hält sich jedoch im Keller des Theaters versteckt. Durch ein Heizungsrohr verfolgt er die Proben des neuen Stückes “Die Verschollene”, welches das Theater wieder in Schwung bringen soll. Lucas’ einziges Bindeglied nach außen ist seine Frau Marion, die ihn abends nach den Proben im Keller besucht, für ihn kocht und ihm Mut zuspricht. Im Kontrast zu dieser düsteren Kellerwelt tobt oben auf der Bühne das bunte Theaterleben. Die Schauspieler streiten sich und versöhnen sich wieder, Liebesgeschichten entstehen und lösen sich wieder auf. Gleichzeitig arbeiten alle gemeinsam daran, in der Zeit des Notstands und der Sanktionen zu überleben. In dieser ohnehin schon schwierigen Lage verliebt sich Marion in Bernard Granger, den Hauptdarsteller des Stücks. Granger, Frauenheld und bekannter Schauspieler, ist zugleich Mitglied der Résistance. Und dann versucht auch noch der mit den Nazis kollaborierende Journalist Daxiat, die Leitung des Theaters an sich zu reißen.

Antisemitismus heute – wie judenfeindlich ist Deutschland?
3sat, 07.11.2014, 20:15

Dokumentation, D 2013
“Es gibt inzwischen No-Go-Areas für Juden”, sagt der Berliner Rabbiner Daniel Alter über seine Stadt. Beispielsweise sind Teile von Wedding und Neukölln mit einem hohen Anteil arabischer und türkischer Migranten sehr gefährlich für Juden geworden. Er selbst wurde vor einem Jahr von arabischen Jugendlichen auf offener Straße brutal angegriffen und verletzt. Filmautor Ahmad Mansour erforscht die Verbreitung von muslimischem Antisemitismus. In Gesprächen mit Jugendlichen stellt sich heraus, dass in vielen muslimischen Familien bis heute Judenhass vorgelebt wird – häufig gestützt von arabischen Fernsehsendern. Jo Goll, TV-Journalist und Experte für Rechtsextremismus, nimmt das rechtsnationale Lager in den Fokus. “Die Juden sind einfach an allem schuld”, tönt es aus diesen Kreisen. Goll spricht mit Aussteigern aus der rechten Szene, besucht ein koscheres Lokal in Chemnitz, dessen Besitzer von massiven Übergriffen berichtet. Dokumentarfilmerin Kirsten Esch will wissen, wie viel Antisemitismus in der “Mitte der Gesellschaft” zu finden ist. Sie spricht mit Experten und mit Menschen auf der Straße und trifft unter anderem die Linguistin Monika Schwarz-Friesel. Sie hat über 100.000 E-Mails, Leserbriefe und Texte aus dem Internet mit antisemitischen Inhalten und anti-jüdischen Klischees untersucht. Schwarz-Friesen kommt zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass die überwiegende Mehrheit der Verfasser keinem extremen Lager angehört, sondern in der “Mitte der Gesellschaft” zu finden ist. In der Dokumentation “Antisemitismus heute – wie judenfeindlich ist Deutschland?” suchen die drei Filmautoren Kirsten Esch, Jo Goll und Ahmad Mansour in ganz unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft nach Hintergründen und Motivation judenfeindlicher Gesinnungen.

Österreich II, – Heim aus dem Reich
ORF III, 08.11.2014, 20:15

Dokumentation, A
Noch einmal wird das neue Österreich von seiner Vergangenheit eingeholt: bei den Nürnberger Prozessen gegen die früheren nationalsozialistischen Machthaber. Auf der Anklagebank sitzen auch Österreicher, unter ihnen Seyß-Inquart, letzter nationalsozialistischer Bundeskanzler in Österreich und im Krieg Reichskommissar in den Niederlanden, und Ernst Kaltenbrunner, zuletzt oberster Chef der Geheimen Staatspolizei im Dritten Reich. In Nürnberg erheben die sowjetischen Ankläger auch Vorwürfe gegen Österreich als Ganzes: es habe dem Hitlerkrieg gedient mit Kanonen, Panzern und Flugzeugen aus seinen Rüstungswerken und mit rund einer Million Österreichern in der deutschen Wehrmacht. Das stellt die Frage nach dem Verhalten der Österreicher während des Krieges. Diese Folge rekonstruiert anhand vieler einzigartiger Filmdokumente das damalige Leben in der Heimat und an den Fronten. Auch dabei stellt sich heraus, dass die Wahrheit viele Facetten hat. Nur wenige gehen begeistert in diesen Krieg, für die meisten bedeutet der Krieg auch schon den Bruch mit dem Hitlerregime. Die Bilanz des Krieges ist auch in Österreich fürchterlich: An die 300 000 Kriegstote, 60 000 jüdische Mitbürger ermordet, über 100 000 Vertriebene, an die 800 000 Österreicher befinden sich bei Kriegsende in alliierter Gefangenschaft, viele werden jahrelang nicht zurückkehren.

Menschliches Versagen
3sat, 09.11.2014, 10:15

Dokumentation, D 2008
Das Ende des Holocausts, die systematische Auslöschung Unschuldiger und der Genozid an Millionen von Menschen in all seinen furchtbaren Facetten ist ein fast lückenlos dokumentiertes Weltereignis. Weniger bekannt dagegen ist, wie es überhaupt zum schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte kommen konnte. In seiner Dokumentation zeichnet der vielfach prämierte Regisseur Michael Verhoeven ( Die weiße Rose ) daher nicht nur den Weg der Juden in den drohenden Untergang nach, er stellt auch die Frage, wie und in welchem Ausmaß die Bevölkerung im Nationalsozialismus zum Profiteur der Arisierung werden konnte. Und er zeigt, dass diese Ereignisse noch heute vertuscht werden. 3sat zeigt die Dokumentation “Menschliches Versagen” anlässlich der Reichspogromnacht im Jahr 1938, die sich 2014 zum 76. Mal jährt. Aus demselben Anlass folgen im Anschluss um 11.45, 12.30 und 13.05 Uhr Uhr die Dokumentationen “Synagogen – Monumente gegen das Vergessen”, “Gescharim bedeutet Brücken” und “Unter dem Davidstern – Die jüdische Gemeinde von Graz”.

Synagogen – Monumente gegen das Vergessen
3sat, 09.11.2014, 11:45

Dokumentation, D 2013
Vor einhundert Jahren prägten Synagogen das Bild der großen deutschen Städte: Jüdische Gotteshäuser im orientalischen, neoromanischen oder neogotischen Stil, gebaut zumeist von christlichen Stararchitekten. Sie waren Ausdruck des wachsenden Selbstbewusstseins der jüdischen Gemeinden, aber auch des toleranten Miteinanders zwischen Juden und Christen – nach mehr als 1.500 Jahren der Verfolgung und Diffamierung. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 ändert sich alles.

Gescharim bedeutet Brücken: Der Komponist Tzvi Avni
3sat, 09.11.2014, 12:30

Dokumentation, D 2013
Der israelische Komponist Tzvi Avni wurde 1927 als Hermann Steinke in Saarbrücken geboren. Tzvi Avni ist die hebräische Adaption seines deutschen Namens Hermann Jakob Steinke. 1935 wurde seine Familie aus Deutschland vertrieben und emigrierte nach Israel. Tzvi Avni machte nach dem frühen Tod seines Vaters eine Lehre im Wasserwerk von Haifa. Musikalisch war er zunächst Autodidakt, begann aber schon früh zu komponieren. Es folgten ein Musikstudium, Auslandsaufenthalte und der internationale Erfolg als Komponist. Heute hat sich Tzvi Avni seiner deutschen Heimatstadt wieder angenähert. Er hat vor allem musikalische Verbindungen zum Saarland. Avni ist Träger des Kunstpreises des Saarlandes und Ehrenbürger der Landeshauptstadt Saarbrücken. In Israel hat er sich der Versöhnungsarbeit verschrieben. Zur Jahrtausendwende gründete Avni ein arabisch-jüdisches Jugendorchester, um zwischen Arabern und Juden eine Brücke zu bauen. “Die Künstler, nicht die Politiker, können den Teufelskreis zwischen Gewalt und Gegengewalt im Nahen Osten durchbrechen”, sagt er. Die Dokumentation “Gescharim bedeutet Brücken” stellt das Leben des israelischen Komponisten Tzvi Avni vor.

Unter dem Davidstern – Die jüdische Gemeinde von Graz
3sat, 09.11.2014, 13:05

Dokumentation, A 2013
Nur wenige jüdische Familien, die 1938 aus der Steiermark vertrieben worden waren, sind nach dem Kriegsende zurückgekehrt. Die Grazer jüdische Gemeinde setzt sich heute zum überwiegenden Teil aus zugewanderten Familien zusammen. Unter schwierigen Bedingungen versuchen sie, die jüdischen Traditionen aufrecht zu erhalten. Die Dokumentation “Unter dem Davidstern – Die jüdische Gemeinde von Graz” geht der Frage nach, wie sich jüdisches Leben heute in der Steiermark gestaltet.

Richard Wagner und die Juden
ARTE, 09.11.2014, 17:35

Dokumentation, USA 2013
Obwohl der deutsche Komponist Richard Wagner für seine antisemitische Haltung bekannt war, fanden sich unter seinen begeistertsten Anhängern auch einige Juden. Deren Geschichten erzählt Regisseur Hilan Warshaw nun in seiner Dokumentation, die als erste den Fokus auf die komplexen persönlichen Beziehungen zwischen Wagner und jüdischen Künstlern richtet. Die an Originalschauplätzen in Deutschland, Italien und der Schweiz gedrehte Dokumentation enthüllt dramatische, kaum bekannte Schicksale und stützt sich dabei auf Berichte zentraler Persönlichkeiten, Interviews, Auszüge aus Wagners Opern und unveröffentlichte Aufführungen musikalischer Werke von dessen jüdischen Kollegen. Zusätzlich zu ihrer historischen Perspektive geht die Dokumentation auch auf die noch heute andauernden Kontroversen über Wagner-Aufführungen in Israel ein, die durch die israelische Wagner-Gesellschaft und ihre unermüdlichen Versuche, in Tel Aviv ein Wagner-Konzert zu organisieren, ausgelöst wurden. Experten und bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens kommen zu Wort: die Dirigenten Zubin Mehta, Asher Fisch und Leon Botstein, der jüdische Politiker Jossi Beilin, der Vorsitzende der israelischen Wagner-Gesellschaft Jonathan Livny, der stellvertretende Vorsitzende des Center of Organization of Holocaust Survivors in Israel, Uri Chanoch, sowie einige führende Wissenschaftler.

Der Anständige
ORF2, 14.11.2014, 21:20

Dokumentarfilm 2014, TV-Weltpremiere
Kürzlich erst lief das von Regisseurin Vanessa Lapa gestaltete ungewöhnliche Psychogramm Heinrich Himmlers – eine israelisch-österreichische Koproduktion, für die der ORF das internationale TV-Erstausstrahlungsrecht hat – in renommierten Programmkinos in New York und Los Angeles an. Publikum und Filmkritiker reagierten höchst positiv. “Packend und aufschlussreich” kommentiert die New York Times, “Furchterregend und absolut fesselnd” die New York Post, “Ein abschreckendes Meisterwerk” schreibt “The Huffington Post”, “Ein Bravourstück dokumentarischen Filmemachens, verstörend und anspruchsvoll zugleich!” heißt es in der Jewish Post.
Am 16. Oktober 2014 feiert der Autorenfilm, der auf dem erst Ende Jänner veröffentlichten Himmler-Nachlass aus persönlichen Briefen, Tagebüchern, Fotos und anderen Dokumenten basiert und ganz ohne erklärenden Text, Zeitzeugeninterviews, Historikerkommentare, Dreharbeiten an Originalschauplätzen oder Spielszenen auskommt, im Rahmen des Jüdischen Filmfestivals seine Österreich-Premiere.
Am 24. Oktober startet er in den heimischen Kinos.
Am Freitag, dem 14. November, ist “Der Anständige” dann im Rahmen eines Themenabends im ORF als TV-Weltpremiere zu sehen. Nach einem kurzen themenaffinen Intro präsentiert ORF 2 den Film um 21.20 Uhr.
In “Universum History” folgt um 23.10 Uhr die Dokumentation “Hitlers Todesbrigaden” von Andreas Novak und Tom Matzek, die die Rolle von Hitlers Waffen-SS beleuchtet, deren oberster Leiter Heinrich Himmler war.