In einem emotionalen Appell haben Überlebende des Holocaust dazu aufgerufen, dem Ball der schlagenden Burschenschafter in den Räumen der Republik endlich ein Ende zu setzen. „Für rechtsextreme Vernetzungstreffen darf es keinen Platz in der Hofburg geben. Ziehen Sie eine klare Grenzlinie – jetzt und für immer“, schreiben die sechs Überlebenden der Nazizeit in ihrem offenen Brief. Der Brief ist auf der Seite www.jetztzeichensetzen.at nachzulesen (Link)

Doch anstatt den Appell ernst zu nehmen, antworten die Betreiber der Hofburg mit blankem Zynismus. Sie empfehlen den Holocaust-Überlebenden allen Ernstes, sich doch mit der FPÖ in Verbindung zu setzen, schließlich richte diese den „Akademikerball“ aus. Über ein Ende der Vernetzungsveranstaltung der extremen Rechten wird unter dem Vorwand „politischer Neutralität“ nicht einmal nachgedacht.

Das ist zutiefst unwürdig und beschämend. Dabei gäbe es eine sehr einfache Lösung: Solange es Parteien gibt, die sich als Türöffner für rechtsextrem durchsetzte Verbindungen betätigen, werden eben gar keine Parteiveranstaltungen mehr in der Hofburg zugelassen. Damit wäre jeglicher „politischer Neutralität“ genüge getan. Die Überlebenden des Holocaust müssten nicht länger mit ansehen, wie menschenverachtendes und ewiggestriges Gedankengut ausgehend von den Salons der Hofburg in Europa salonfähig gemacht wird.

Kommentar von SOS Mitmensch